Mobile Aufnahmegeräte für jeden Bedarf

Fieldrecorder Kauftipps – 6 Topmodelle im Vergleich

Fieldrecorder, d.h. kompakte Aufnahmegeräte, die auf Speicherkarten aufzeichnen, gibt es inzwischen seit rund 10 Jahren. In dieser Zeit hat sich eine Menge getan.

Die Batterielaufzeiten haben sich drastisch verbessert, inzwischen hält praktisch jedes Gerät über 10 Stunden mit einer Akkuladung durch, und auch die Qualität der eingebauten bzw. mitgelieferten Mikrofonkapseln ist stetig besser geworden. Viele Fieldrecorder bieten endlich auch pegelfeste Line-Inputs – wichtig für den Pult-Mitschnitt! Zudem sind die Speicherkarten immer größer und billiger geworden, sodass man heute auch ohne MP3-Kompression viele, viele Stunden Audiomaterial aufnehmen kann. Und schneller sind die Geräte geworden. Während die ersten Fieldrecorder mitunter gähnend lange Bootzeiten hatten, sind aktuelle Modelle innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit. Wichtig für spontane Aufnahmen!

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Übrigens, auch bei den Batterien hat sich was getan: Sehr empfehlenswert für mobile Aufnahmegeräte sind Eneloop-Batterieakkus mit verringerter Selbstentladung. So bleibt der Fieldrecorder auch nach längerer Nichtbenutzung sofort einsatzbereit.


 

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Sound&Recording 12/15 – Field Recording Special 

In unserem Field Recording Special findest du einen Guide, der dir zeigt, wie du dich auf deine Field Recordings vorbereitest, welches Equipment zu du deinen Aufnahmen brauchst und wie man mit Störgeräuschen wie beispielsweise Wind umgeht. In unserem Denoising-Tutorial zeigen wir dir, wie du mit verschiedenen Plugins Störgeräusche entfernen kannst. Die Testberichte zum Zoom F8, dem portablen Multitracker und dem Shure MV88, dem Aufsteckmikrofon für iOS-Geräte,zeigen dir, wie flexibel du heute mit den Recordings bist. In einer Story erzählen uns die beiden Sound Design Spezialisten von Tonsturm von ihren Field Recordings am Limit – Sie bringen selbst Wände zum Beben!

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Hier nun einige Kaufempfehlungen für Fieldrecorder der verschiedenen Preisklassen von 100-500 Euro.

Tascam DR-05 

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Für Einsteiger mit Schwerpunkt Ambience. Den Test gibts hier! Die Kapseln mit Kugelcharakteristik liefern ein sehr klares Klangbild mit starkem Raumanteil. Gleichzeitig macht die Kugelcharakteristik die Positionierung sehr einfach, da es keinen Nahbesprechungseffekt gibt. Klanglich und auch beim Rauschverhalten kann der DR-05 durchaus mit doppelt so teuren Modellen mithalten. Er verfügt sogar über recht gute Wandler (für einen Fieldrecorder). Die Line-Inputs sind nicht sehr pegelfest (max +4 dBu), und an Extras gibt es lediglich einen chromatischen Tuner. Allerdings macht der überschaubare Funktionsumfang den DR-05 auch für Anfänger extrem leicht zu bedienen. Außerdem ist der DR-05 sehr handlich. Der sensationelle Ladenpreis unter 100 Euro macht den Tascam DR-05 zur Kaufempfehlung für Einsteiger.

ZOOM H2N

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Das Universaltalent. Der 2011 vorgestellte Zoom H2n ist nach wie vor das einzige Kompaktgerät, das ohne zusätzliche Mikros Surround-Sound aufzeichnen kann. Die Flexible Mikrofonanordnung mit fünf Kapseln lässt XY- und M/S-Stereoaufnahmen zu. Oder eben beides gleichzeitig für Vierkanal-Surround-Aufnahmen – die übrigens auch beeindruckend klingen, wenn man sie zu Stereo summiert, denn es ergibt sich sehr räumliches Klangbild mit wuchtigen Bässen, fast wie mit Kugelmikrofonen. Klanglich ist der 2011 erschienene H2n immer noch auf der Höhe der Zeit; nur sind weder die Mikrofone noch der (unsymmetrische) Line-Input sonderlich pegelfest. Trotzdem ist der Zoom H2n ein toller Allrounder mit brillantem, sehr variablem Klang.

Wie alle Zoom-Rekorder lässt der H2n sich auch als Audiointerface betreiben (sogar mit ASIO-Treibern). Optional zu erwerben ist ein Zubehörpaket, in dem auch ein Schaumstoff-Windschutz enthalten ist, den man für Außenaufnahmen verwenden sollte. Der H2n ist sehr kompakt, allerdings passt er aufgrund seiner Dicke nur bedingt in die Jackentasche. Schon zum ursprünglichen Preis war der Zoom H2n eine Sensation, mittlerweile sogar noch 50 Euro günstiger geworden!

Olympus LS-14

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Allrounder mit Schwerpunkt Musikaufnahme. Den Test gibts hier! Erstaunlich, dass ausgerechnet der Traditionshersteller von Diktiergeräten ein so musikergerechtes Gerät entwickelt hat. Das integrierte Stimmgerät ist sehr gut und aufgrund seiner Verlaufsdarstellung auch bestens für Intonationsübungen geeignet. Die Overdub-Funktion macht den LS-14 zum Songwriting-Tool. Die etwas auseinanderliegenden Nierenmikrofone zeichnen ein intensives Stereopanorama; für Nahaufnahmen bietet es sich an, das dazwischen liegende Kugelmikrofon zuzuschalten, das die Stereomitte festigt und für einen angenehm runden Bass sorgt. Leider sind die Mikrofone sehr windempfindlich. Der Line-in kommt auch mit hohen Eingangspegeln klar.

Der Olympus LS-14 ist handlich, sehr leicht zu bedienen und bietet sehr viel fürs Geld. Noch etwas preisgünstiger ist der LS-12, der aber ohne das zusätzliche Kugelmikro auskommen muss.

Tascam DR-40

Tascam DR40

Der Geheimtipp. Ein sehr flexibles Gerät. Den Test findest du hier. Durch seine schwenkbaren Kapseln bietet der DR-40 zwei verschiedene Mikrofonanordnungen. In der (fast) korrekten XY-Anordnung ist das Stereobild präzise, mit den nach außen gerichteten Mikros ergibt sich ein effektvoll dramatisiertes Panorama. Die Mikrofone können auch hohe Schallpegel verzerrungsfrei verarbeiten. Pegelfest  sind auch die symmetrischen(!) Line-Inputs (max +20 dBu). Die XLR-Mikrofoneingänge bieten spezifikationskonforme 48-Volt-Phantomspeisung.

Der DR-40 kann vierkanalig aufnehmen (Interne Mikros und externe Mikros bzw. Line). Bei Stereoaufnahmen kann er zusätzlich eine pegelreduzierte Version aufnehmen als Backup, falls Übersteuerungen auftreten. Auch eine Overdub-Funktion ist vorhanden. Was fehlt ist ein Schaumstoff-Windschutz, der für Außenaufnahmen eigentlich obligatorisch ist. überraschend guten AD-Wandler. Die Bedienung ist etwas komplexer, aber recht schnell zu erlernen. Leider ist er für die Hosentasche in bisschen zu groß. Das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut.

Zoom H5 und H6

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Für viele das vielleicht interessanteste Feature: Mic/Line-Inputs als XLR/KlinkenKombibuchse. Mit echter P48-Phantomspeisung! (Bild: Dr. Andreas Hau)

Profigeräte für Jedermann. Auswechselbare Mikrofonmodule für alle möglichen Aufnahmesituationen machen diese Geräte zu den Spiegelreflexkameras unter den Fieldrecordern. Zusätzlich gibt es XLR-Eingänge für externe Mikros inklusive Phantomspeisung sowie symmetrische Line-Eingänge. Der H5 bietet vier Kanäle, der H6 sechs, ansonsten sind sich die beiden Geräte einander sehr ähnlich.

Beide Rekorder eignen sich sehr gut für Aufgaben, die mehr als nur eine Stereospur erfordern, wie beispielsweise Live-Mitschnitte (Pult + Publikum) und Video-Projekte (Dialog + Atmo). Beide Rekorder bieten zudem – wie der Tascam DR-40 – die Möglichkeit, zusätzlich eine pegelreduzierte Backup-Spur aufzunehmen. Die Mikrofonmodule sind von guter Qualität. Beide XY-Aufsätze klingen brillant und sind sehr pegelfest. Das M/S-Modul des H6 bietet eine zusätzliche Klangvariante mit besonders präziser Stereomitte. Optional sind zwei Richtrohre erhältlich, ein kurzes Stereo-Richtrohrmikrofon  und ein etwas längeres, stärker richtendes mit Mono-Sound.

h6

Gemessen an den vielen Möglichkeiten, ist die Bedienung recht einfach. Wichtige Funktionen verfügen über dedizierte Taster; der Aufnahmepegel wird „old school“ über Drehregler eingestellt. Einziger echter Nachteil: Als Immer-dabei-Rekorder sind beide Geräte nur bedingt geeignet. Der H6 ist fast so groß wie ein Ziegelstein; der H5 ist etwas kompakter, aber in die Jackentasche passt er allenfalls bei Größe XXL. Beide Geräte sind robust verarbeitet und bieten ein gutes Preisleistungsverhältnis.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Der hier aufgeführte Vergleichstest bietet viele Informationen, mir gefallen die ausgewogene Balance zwischen Text und Bild. Die Tests der einzelnen Recordern könnten noch ein bisschen gebündelter sein, ist aber Meckern auf hohem Niveau 🙂 Ich würde sehr gerne einen Recorder hinzufügen, der in letzter Zeit immer mehr in den Trend kam. Es handelt sich um den IQ6 von Zoom: Mit dem IQ6 hat Zoom einen echt praktisches Produkt für unterwegs konzipiert, sie können ihren Recorder nicht nur überall mitnehmen, sondern auch an ihr IOS Gerät anbringen und perfekte Aufnahmen in 48 kHz/16Bit Qualität genießen. Die mitgelieferten X/Y Kondensator Kapsel Mikrofone bieten den gleichen kristallklaren Sound, wie ein Profi Handheld Gerät. Mit dieser besonderen Stereo Technologie können sie Töne in der ferne genauso gut einfangen, wie Töne aus der nähe. Sie können die angebrachten Mikrofone stufenlos von 90-120° verstellen um sie für das perfekte Stereosoundfeld anzupassen, hier gilt je weiter sie die Mikrofone verstellen umso weiter müssen die Töne entfernt sein. Das Design überzeugt ebenfalls, und macht den IQ6 zu einem smarten Begleiter für jedes Event. Der unten angebrachte Lightning Stecker ermöglicht ihnen, ihren Recorder an alle IOS Geräte mit diesem passenden Anschluss anzubringen. Eine Stromversorgung wie ein Akku oder Batterien braucht das Gerät nicht, alles läuft über ihr IOS Gerät. Eine kostenlose App vergoldet die ganze Sache, denn mit ihr können sie ihre Aufnahme von einer gewissen Entfernung steuern, oder gleich danach Effekte wie Hall oder Verzerrung hinzufügen. Sie haben die Möglichkeit mehrere Tonspuren zu schneiden, oder sie gleich zu verbinden. Anschließend ist es möglich ihre Werke in Social Medias wie Facebook oder Twitter zu posten. Ein großer Vorteil wie ich finde ist, dass man als noch nicht so erfahrener in diesem Thema einfach und ganz ohne PC, Stücke bearbeiten und hochladen kann.

    Nachteile
    Am IQ6 gibt es leider ein paar Mankos über die man hinwegsehen muss, wenn man sich einen solchen Mobilen Recorder zulegt. Hier möchte ich besonders die Aufnahmequalität im freien ansprechen, es können gegebenenfalls Störgeräusche beim bewegen des IOS Geräts entstehen, dies kann zum einen am Wind liegen aber auch bei Interviews, wenn man mit der Hand ruckartige Bewegungen macht. Ein weiterer kleiner Kosmetikfehler, ist die immer wieder entstehende Frage mit dem Gehäusematerial und ja der IQ6 ist nur aus stabilem Kunststoff doch wenn man pfleglich mit seinem Gerät umgeht sollten keine größeren Schäden auftreten. Den mitgelieferten Windschutz sollten sie in jeder freien Naturaufnahme anbringen, sonst nehmen sie störende Windgeräusche auf. Zoom hat leider ein wenig an Eingängen gesparrt, was bedeutet dass, sie komplett an ihr IOS Device gebunden sind, was bearbeiten und veröffentlichen angeht, lediglich eine Kopfhörerbuchse ist verbaut. Fazit: Ein durchaus guter Mobile Recorder für Hobbymusiker oder Interviewer, über ein paar Mankos muss man hier natürlich hinwegsehen, dafür spielt der Preis mit.
    Für noch genauere Vergleiche, auch mit der Konkurrenz klicke hier: http://www.mobile-recorder-kaufen.weebly.com

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