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Fieldrecorder-Klangvergleich: Zoom F8 und H4N vs. Sound Devices

Die Firma Zoom stellte auf der NAB-Messe 2015 ihren neuen Fieldrecorder Zoom F8 vor, der mit der beachtlichen Anzahl von acht Mikrofonvorverstärkern und einer professionellen Feature-Liste überzeugen kann. Die alles entscheidende Frage bleibt jedoch, ob dieses preisgünstige Gerät auch klanglich mit der Oberliga mithalten kann.

VERGLEICHSTEST

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Im Folgenden wird ausschließlich auf den klanglichen Vergleich der Geräte eingegangen, einen ausführlichen Test zum neuen Familienmitglied von Zoom findet ihr in unserem Field Recording Special:

Der Klangvergleich wurde in zwei typischen Aufnahmesituationen, in denen ein Fieldrecorder Verwendung findet, durchgeführt. Zunächst fand ein ‚Labortest’ im Tonstudio statt, bevor die Geräte in die Stadt mitgenommen wurden und ein ‚Feldversuch’ erfolgte.

Im Studio wurden ausschließlich Mono-Signale als Klangquellen aufgenommen und der Vergleich fand zwischen den beiden Fieldrecordern Zoom F8 und Zoom H4N sowie dem Oberliga-Recorder Sound Devices 722 statt.

Für die Außenaufnahmen wurden nur der Zoom F8 und der Sound Devices 722 eingepackt, da die Atmo-Aufnahmen in Stereo erfolgen sollten und lediglich Platz für zwei Stereo-Setups (ORTF-Verfahren) im gleichen Windkorb war.

UBAHN

Alle Aufnahmen für diesen Klangvergleich wurden mit Sennheiser MKH-8040 Mikrofonen durchgeführt, da diese aufgrund ihrer hohen Klangqualität und des geringen Eigenrauschens eine Beeinflussung der Ergebnisse ausschließen lassen. Schließlich geht es hier ja um den Vergleich der Wandler und besonders der Mikrofonvorverstärker und nicht um den Klang verschiedener Mikrofone.

WECKER

Eine wichtiger Aspekt beim klanglichen Vergleich der Mikrofonvorverstärker ist das Eigenrauschen, das besonders bei der Aufnahme von leisen Signalen und Sound-Effekten eine hohe Relevanz aufweist. Aus diesem Grund wurde im ersten Vergleichstest das Ticken eines mechanischen Weckers als Klangquelle aufgezeichnet.

Im zweiten Vergleich wurde ein kleiner Sprachtest mit einer weiblichen Stimme aufgezeichnet. Es wurden drei Mikrofone direkt aneinander aufgebaut, um eine Beeinflussung der Klanges durch die unterschiedliche Performance der Sprecherin auszuschließen. Hier kam zudem ein Popkiller zum Einsatz und der Abstand der Sprecherin zu den Mikrofonen betrug ca. 25 cm.

Kommen wir zum Klangvergleich vom Zoom F8 und dem Sound Devices 722 bei Atmo-Aufnahmen in der Stadt. Die erste Station war hierbei eine U-Bahn Station, die aufgrund des langen Tunnels einen speziellen Hall bei der Anfahrt der U-Bahn aufwies.

Als ein weiterer Klangvergleich soll an dieser Stelle eine Verkehrsaufnahme von vorbeifahrenden Autos auf einer Brücke dienen. Der Abstand zur Straße betrug etwa 1,5 Meter.

Ich hoffe, dass ihr einen guten Eindruck zum Klangunterschied der Fieldrecorder bekommen habt. Für mich ist das Upgrade der Zoom Mikrofonvorverstärker vom H4N zum F8 klar wahrnehmbar und gerade für Sound-Effekte sehe ich den F8 als echte Alternative zu den teureren Fieldrecordern. Wie erhofft ist der Klangunterschied zwischen dem Zoom F8 und dem Sound Devices 722 recht marginal und Aspekte wie die Wahl der Mikrofone sowie deren Platzierung haben einen größeren Faktor für das finale Klangergebnis einer Aufnahme. Mich hat der Zoom F8 vollkommen überzeugt und die nächsten Aufnahmesessions mit dem kleinen Multi-Tracker sind schon in der Planung.

>> Fieldrecorder Kauftipps – 6 Topmodelle im Vergleich <<


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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Thanks for this useful test. I am now a happy F8 owner.

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  2. Thanks, also. Great comparisons, it has given me the confidence to invest in the soon to be available Zoom F4. Cheers.

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  3. Danke für den Test. Das Zoom F8 ist gewiss ein interessantes Teil. Zu einem z. Zt. vermutlich konkurrenzlosen Preis. Dennoch möchte ich auf meinen Tascam HS-P82 nicht verzichten. Es ist sicher auch nicht angebracht ein 5 mal teures Gerät (vor etwas zwei Jahren, aktuell “nur” 2,5 mal) mit dem F8 zu vergleichen, da die Ausstattung schon mal ganz anders ausgelegt ist. Der Test zeigt aber deutlich, wie rasant die technologische Entwicklung im Hinblick auf Audioqualität schreitet. Je nach Anwendungsprofil kann das F8 als Zweitgerät ganz interessant sein.

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  4. Great Test! I currently own a Fostex FR2-LE and I am looking for an upgrade to the SD 722. But I think the ZOOM F4/8 comes really close. Sou now I have got something to think about 🙂 Thanks for the effort!!

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  5. Man möchte den Hype nicht stören. Der Qualitäts-Unterschied ist aber leicht zu hören. SD ist kompromisslos menschengroß. Das hat seinen Preis. Er ist nicht einmal hoch, hält man andere daneben oder richtiges Studiogerät. Hört euch mal “Bahn” an und stellt euch den zum Geräusch einfahrenden Zug mit geschlossenen Augen vor. Welchen möchtet ihr in eurem Film haben? Die 8040er sind außerdem so gut, dass sie kaum ganz zu verhunzen sind. Aber natürlich kann man sie ein bisschen billiger klingen lassen. Aber wer billigen Klang kauft, hat keine 8040er.

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    1. Danke für diesen Kommentar, welchen ich nur bestätigen kann. Die Transparenz, Dynamik, der Detailreichtum und allgemein gesprochen die “Plastizität des Klangs” sind im SD deutlich hör- und spürbar und spielen damit in einer anderen Liga – auch vor dem Hintergrund, hier in der Post Produktion sicherlich noch deutlich mehr rausholen zu können, als bei den Kontrahenten.

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