ARM-Power für die Musikproduktion

Neuigkeiten und Empfehlungen zum Apple Silicon

Weitere Infos zum Apple M1:

Apple M1 – So läuft der Wechsel von Intel-Prozessoren zu Apple Silicon

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Apple M1-Prozessor: So reagieren Hersteller von Audio-Software auf den Umstieg

Hintergründe zum Umstieg auf den Apple Silicon

 

Stand 1.7.2022

Steinberg – WaveLab 11.1 / Backbone 1.5

Nach Cubase/Nuendo 12 und Dorico 4 ist nun auch WaveLab mit der Version 11.1 nativ auf dem Apple Silicon verwendbar. Das Update ist für Nutzer der Version 11 kostenfrei. Auch Spectral Layers 8 ist bereits nativ unterwegs, was natürlich auch für die neue Version 9 gilt. Im Juni ist auch das Update 1.5 des „Drum-Re-Syntheziser“ Backbone erschienen, das als Neuerung eine KI mit an Bord hat. DrumGAN ist eine Entwicklung von Sony, die mithilfe von gelernten Modellen nun unendlich viele neue Drumsounds erzeugen kann, die im Anschluss mit der bekannten Backbone-Engine verfeinert werden können. Das Ganze läuft zudem jetzt auch nativ auf dem Apple Silicon. Bei einigen anderen VST Instrumenten von Steinberg steht dieses Update aber noch aus.

Das von Steinberg angekündigte Ende von VST2 hat viele Drittanbieter in der Zwischenzeit dazu bewegt, VST3-Versionen ihrer Produkte zu entwickeln. Das ist sehr gut – allerdings kann dies bedeuten, dass deswegen auf Entwicklungen mit ganz neuen Funktionen länger gewartet werden muss.

Zudem ist mit CLAP ein weiterer Standard für Plug-ins angekündigt worden und erste Entwickler entdecken die GPU als zusätzliche Rechenpower. Es bleibt also viel zu tun.

https://www.steinberg.net/de


iZotope – Neutron 3 (und natürlich 4)

Gute Neuigkeiten für Nutzer der Version 3 von Neutron: Die gerade erst erschienene Version 4 kam direkt mit nativer Unterstützung auf dem Markt, aber iZotope hat auch dem Vorgänger ein kleines Update spendiert und damit native Unterstützung eingeführt.

Damit sind die drei großen Software-Pakete Ozone 9, RX 9 und Neutron ab Version 3 für die aktuellen CPUs von Apple gerüstet. Allerdings bisher ohne die Einsteiger-Editionen „Elements“, die aber nachgereicht werden sollen. Dafür gibt es bereits viele weitere Tools, die ihre Updates schon bekommen haben und laut Roadmap sollen fast alle restlichen Tools noch in diesem Jahr folgen. Ausnahmen sind nur Trash 2, Breaktweaker und Iris 2, für die bisher keine native Version geplant sein sollen. Ähnlich sieht es bei vielen Reverbs von Exponential Audio aus. Das wäre ein großer Verlust.

https://www.izotope.com/


Arturia – FX Collection 3

Das große Bundle FX Collection 3 mit vielen anspruchsvollen Effekten bekommt neben den bereits vorher erschienenen Efx Fragments und Tape Mello-Fi auch zwei ganz neue Zugänge. Es handelt sich hierbei um die Sättigungstools „Dist TUBE-CULTURE“ und „Dist OPAMP-21“. Aber auch die restlichen der insgesamt 26 Effekte wurden mit Produktpflege verwöhnt. So gibt es einen verbesserten Preset-Browser und die Option, zwei Effekt-Einstellungen im A/B Vergleich zu hören. Das ist eine sehr praktische Erweiterung, die auch alle User der Vorversionen kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen.

https://www.arturia.com/products/software-effects/fx-collection/overview


Klevgränd – Fosfat

Schon ein alter Bekannter in den Empfehlungen rund um den Apple Silicon ist der schwedische Hersteller Klevgränd. Das neueste Plug-in Fosfat (schwedisch für Phosphat) wird in der Beschreibung als „Transienten-Dünger“ bezeichnet. In einem übersichtlichen GUI lassen sich bestimmte Transienten im Spektrum auswählen und diese werden dann um Texturen ergänzt, um sie hervorzuheben und zu verbessern. Damit verfolgt Klevgränd hier einen neuen Ansatz als herkömmliche Transient-Designer bisher. Zusätzlich gibt es eine Reihe weiterer Einstellmöglichkeiten, um den Sound weiter zu veredeln. Ein sehr cooles und innovatives Tool!

https://klevgrand.com/products/fosfat


Dawesome (Tracktion) – NOVUM

Die vielleicht interessanteste Neuerscheinung für Apple Silicon-User in diesem Monat ist aber NOVUM vom hamburger Entwickler Peter V (Dawesome) im Vertrieb bei Tracktion.

Im vergangenen Jahr überraschte Dawesome mit dem ungewöhnlichen Synthesizer „Abyss“, den wir hier bereits vorgestellt haben. Mit NOVUM kommt nun ein weiteres virtuelles Instrument aus der norddeutschen Schmiede auf dem Markt.

Es handelt sich um einen mächtigen granularen Synthesizer, der mit seinen unzähligen Features aber über vieles hinausgeht, was bisher auf dem Markt ist. Die Software splittet die Samples, die die Klanggrundlage für alle Sounds bilden, in sechs unabhängige Layer, die dann jeweils einzeln oder gemeinsam bearbeitet und moduliert werden können.

Angelehnt an die „Klangfarben“, die man schon aus Abyss kennt, wird jedem Layer eine Farbe entsprechend dem Timbre zugeordnet. Komplexe psychoakustische Zauberei steckt hinter dem Zerlegen in die sechs Layer und geht über die reine Aufteilung in einzelne Frequenzbänder weit hinaus. Einen guten Eindruck bekommt man, wenn man die jeweiligen Layer „solo“ hört. Nun kann jedem Layer einzeln die Bearbeitung mit allen Möglichkeiten der NOVUM-Engine zu Teil werden: Es können jeweils unterschiedliche Ausschnitte des Samples gewählt und der Envelope den Bedürfnissen angepasst werden, das Verhalten der Grains beeinflusst und natürlich gepitched, detuned und gefiltert werden, was das Zeug hält. Jeder Parameter kann dabei moduliert oder durch Controller (wie Aftertouch) beeinflusst werden. Natürlich gibt es auch eine FX-Sektion mit Shimmer, Clouds oder auch Delay und Phaser.

Die für mich spannendsten Sounddesign-Features sind aber „Syntify“, der gestimmte Kammfilter und die Timbre-Verschiebung:

NOVUS zeigt zu jedem Sample-Layer eine manchmal farbenfrohe Timbre-Blume an. In der Mitte liegt das originale Timbre, alle anderen Punkte sind Varianten, die sich immer mehr vom Original entfernen. So kann z. B. der Geräuschanteil eines Klangs hervorgehoben werden, er kann aber auch weicher, tonaler oder synthetischer klingen.

Dazu lassen sich mit dem Syntify-Regler harmonischen Obertönen hinzufügen, was alles wiederum in Richtung Synthi verbiegt. Dies kann man noch unterstützen, indem man den Kammfilter „Comb“ stufenlos dazu fährt und den Klang dadurch harmonisch klarer macht. Dies funktioniert besonders gut auch bei atonalen Samples. Mit „Homogenized“ bügelt man „Unebenheiten“ im Sample aus, um es besser spielbar zu machen. Klingt alles komplizierter, als es ist. Es macht sogar viel Spaß und der Einstieg gelingt leicht – auch durch kleine Hilfstexte. Richtig individuell wird das Sounddesign natürlich, wenn man eigene Samples verwendet. Dabei kann man einfach ein Preset nehmen und das Sample durch ein eigenes ersetzen. Die klangliche Flexibilität von NOVUM zeigt sich eindrucksvoll, wenn man dann durch die Presets klickt, das selbst importierte Audio beibehält. Dann ändern sich alle Parameter zum jeweiligen Preset, werden aber auf das eigene Sample angewendet.

Um auch den unersättlichsten Klang-Schrauber zu beschäftigen, kann man die Timbres oder die Envelopes zwischen Presets hin und her kopieren und daraus ganz neue Kombinationen und Kreationen erstellen.

Gut, dass aber auch ein Fundus von über 300 Presets mitgeliefert wird, um gleich loslegen können.

In der Beta-Phase bat der Entwickler im VI-Control-Forum um Samples, mit denen er die Software weiter testen konnte und um so gleichzeitig auch einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten geben zu können. Ein von mir zugesandtes Sample hat es so tatsächlich in die Presets der finalen Software geschafft.

NOVUM ist – wie Abyss auch – eher in der Welt der großen, atmosphärischen Pads zu Hause, bietet Drones und organische Klangwelten. Zudem aber auch allerlei coole und ungewöhnliche Sounds, die man so noch nicht gehört hat. Dabei muss es nicht nur ätherisch sein, sondern kann einem auch die Nackenhaare hochstehen lassen oder mit expressiven Leads beeindrucken. Für eher standardmäßige Brot und Butter Sounds ist NOVUM aber die falsche Adresse – aber davon gibt es ja auch schon genug! Es ist eher in Sounddesign-Tool mit vielen unerwarteten
Klangoptionen.

NOVUM kostet regulär 179$ und wird bei Tracktion vertrieben. Regelmäßige Rabatte ermöglichen einen Discount und die 90-tägige hilft dabei, alle Zweifel auszuräumen.

https://www.tracktion.com/products/NOVUM


Stand: 02.06.2022

OTT – Xfer Records

Den Anfang macht das beliebte Freewaretool OTT von Xfer. Der Hersteller betreibt damit vorbildliche Produktpflege und das eben nicht nur bei den kostenpflichtigen Produkten, wie z. B. Serum.

Der Multiband Kompressor OTT bekommt neben dem nativen Support für Apple Silicon auch ein verbessertes GUI und ein Upgrade auf VST3, was nicht nur Cubase 12 User freuen dürfte.

xferrecords.com/freeware


Synthmaster One / Synthmaster 2 – KV331 Audio

In den vergangenen Wochen sind einige größere Updates der beiden Synth-Plug-ins des türkischen Herstellers mit dem ungewöhnlichen Namen KV331 Audio erschienen. Diese haben neben neuen Sounds und der lange ersehnten NKS-Kompatibilität auch die native Apple Silicon-Kompatibilität geliefert. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der seit Jahren angekündigte Synthmaster 3. Bis dahin liefern “One” und “2” aber genügend hochwertige Sounds, um die eigene Produktion zu bereichern.

Beide Instrumente sind regelmäßig im Sale und im „Everything Bundle“ ist neben allen (auch zukünftigen) Expansions auch Synthmaster 3 schon enthalten – wenn er denn irgendwann kommt.

www.kv331audio.com


V Collection 9 – Arturia

Nur kurz an dieser Stelle erwähnt: Arturia hat die V Collection erweitert und verbessert. Natürlich sind auch die Neuzugänge nativ kompatibel mit den neuen Prozessoren. Einen genaueren Blick auf die neue Collection werden wir im nächsten Heft werfen.

www.arturia.com/products/software-instruments/v-collection/overview


Kilohearts 2 – Kilohearts

Das komplette Portfolio wurde von den Schweden zur Superbooth auf Version 2 gehoben und damit wurden nicht nur die unzähligen Plug-ins verbessert, sondern auch die Möglichkeiten beim Sounddesign in Phase Plant enorm erweitert.

Das Upgrade ist für Nutzer kostenfrei. Mit den Essentials ist der Einstieg in die Welt von Kilohearts aber auch für neue User kostenlos möglich und eine unbedingte (und native) Empfehlung.

kilohearts.com/products/kilohearts_essentials


Baby Audio

Aufgefallen ist Baby Audio erst kürzlich mit ihrem Neuzugang Crystalline – einem neuen algorithmische Hall. Jetzt vermeldet der Hersteller, dass alle acht Plug-ins mit nativer Unterstützung erschienen sind und verspricht dadurch deutliche Performance-Verbesserungen.

babyaud.io


SoundID Reference – Sonarworks

Seit vielen Jahren ermöglicht diese Software ein lineares Abhören der eigenen Produktion ohne hardwarespezifische oder raumspezifische Betonung oder Abschwächung bestimmter Frequenzbereiche. Das erleichtert es, einen Mix überall gut klingen zu lassen. Nun ist dies mit der Version 4.3 auch auf den neuen Macs nativ möglich.

Sound ID Reference gab es bisher in zwei Versionen: Eine günstige, die sich auf Kopfhörer spezialisiert und eine zweite, die mithilfe eines Messmikrofons den Sound auch aus den Lautsprechern im Raum linear wiedergibt. Neu hinzugekommen ist mit der Version 4.3 eine neue Edition, die Multichannel-Setups bis zu 9.1.6 unterstützt.

Das Update auf 4.3 ist für die jeweilige Version kostenfrei. Upgrades auf die Multichannel-Version sind kostenpflichtig.

https://www.sonarworks.com/soundid-reference

 

Weitere native Updates in Kürze:

Das Hall-Plug-in Aaltoverb aus der Schmiede von Madrona Labs wurde mit Version 2.0 nativ für den Apple Silicon veröffentlicht.

https://madronalabs.com/products/aaltoverb

Amplesound, der Hersteller einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen gesampelten Gitarren, Bässen und anderen Saiteninstrumenten hat nach und nach einige der Produkte nativ upgedated. Zuletzt ist im Mai die Electric Guitar dazugekommen.

http://amplesound.net/en/news.asp

Auch der neue MODO BASS 2 von IK Multimedia ist direkt mit nativem Apple Silicon Support erschienen. Die neue Engine ist auch für Nutzer der Vorversion kostenfrei nutzbar – allerdings ist für die neuen Funktionen und neuen Instrumente ein kostenpflichtiges Update nötig.

https://www.ikmultimedia.com/products/modobass2/index.php?p=info

Fast von Anfang an nativ unterwegs sind die legendären Plug-ins von Valhalla DSP. Passend um zweiten Geburtstag der Freeware Super Massive ist nun die Version 2 des Plug-ins erschienen – mit zwei neuen Modi. Die Software ist natürlich – wie alle anderen Plug-ins – als native Universal-Version erhältlich. Eine absolute Empfehlung!

https://valhalladsp.com/shop/reverb/valhalla-supermassive/


Stand: 5.5.2022

CineSamples – Musio

Für Freunde der großen Auswahl von gesampelten Instrumenten hat der renommierte Hersteller CineSamples einen neuen Service an den Start gebracht. Es handelt sich um ein neues Plug-in nebst Standalone-App, die im Abo eine immer weiter wachsende Sammlung an gesampelten Instrumenten zur Verfügung stellen. Es gibt zum Testen ein 14-tägiges Probeabo, danach werden entweder rund 20 $ im Monat oder 150 $ im Jahr fällig. Der Katalog soll stetig erweitert werden und läuft nativ auf dem Apple Silicon.

www.musio.com und cinesamples.com


SynchronArts – VocAlign und ReVoice

Nach einer erfolgreichen Beta-Phase sind nun alle aktuellen Produkte des britischen Herstellers nativ kompatibel mit dem Apple Silicon. Damit steht perfekt bearbeiteten Vocals am neuen Mac nichts mehr im Wege. Lediglich für die ARA-Unterstützung ist bisher noch Rosetta 2 erforderlich. Die Updates sind für bisherige User kostenfrei.

www.synchroarts.com


Sound Radix

Auch das Portfolio von Sound Radix ist mit den letzten Updates fast vollständig fit für die neuen Macs. Darunter finden sich bekannte Plug-ins wie der SurferEQ oder Auto-Align. Aber auch hier gibt es noch Einschränkungen bei der ARA-Schnittstelle, die behoben werden, sobald die nötigen Updates für ARA nativ zur Verfügung stehen.

www.soundradix.com


Celemony – Melodyne

Als dritter Software-Hersteller in dieser Runde, der Lösungen zum Korrigieren von Vocals im Programm hat, veröffentlich Celemony das langerwartete Update für Melodyne. Die Version 5.2 kommt als Universal Binary und unterstützt damit neben den Intel-Rechner auch die neuen Apple Silicons nativ.
Auch hier gibt es aber für ARA noch eine Einschränkung. Will man die Vorzüge voller ARA-Unterstützung auch in Logic Pro nutzen, ist es momentan noch nötig, die Apple-DAW unter Rosetta 2 zu starten. Ein Update für Logic soll diesen Umstand beheben und den vollständigen Support von Drittanbieter-Erweiterungen bringen. In den anderen nativen DAWs scheint es aber keine Einschränkungen zu geben.

Das Update ist für Nutzer der Version 5 kostenfrei und bring zudem auch weitere kleine Verbesserungen mit.

www.celemony.com/de/melodyne52


IK Multimedia – AmpliTube

Seit dem Update auf die Version 5.4 ist die Amp-Simulation AmpliTube auch nativ auf dem M1 zu haben. Damit erweitert der Hersteller aus Italien seine kompatible Software um einen weiteren Titel. Vorher waren bereits Updates für MODO Drum, SampleTank 4, Syntronik 2 und Hammond B-3X veröffentlicht worden.

www.ikmultimedia.com/


Rouge Amoeba – Audio Hijack 4

Diesen Software-Hersteller mit dem ungewöhnlichen Namen hatte ich schon vorher im Zusammenhang mit der nativen M1-Unterstützung vorgestellt. Nun kommt mit Version 4 bereits die nächste native Generation der Audio-Verarbeitungs-Wunderkiste Audio Hijack heraus. Einfach per Drag and Drop lassen sich nun noch komplexere Ketten mit vielen Modulen und Plug-ins erstellen. Das Audio kann dabei aus allen nur erdenklichen internen und externen Quellen stammen, flexibel geroutet werden und wird dabei in Echtzeit verarbeitet. Das fertige Signal kann anschließend gestreamt oder aufgezeichnet werden. Das mächtige Tool mit vielen internen Modulen und AU-Support kostet rund 70€, für das Update von Version 3 muss man knapp 30€ bezahlen.

rogueamoeba.com/audiohijack/index.php


Orchestral Tools – SINE Player

Seit 2019 setzt der Hersteller aus Deutschland auf den eigenen Sample-Player SINE und veröffentlicht neue Libraries nicht mehr für Kontakt. Auch der Back-Catalog wird nach und nach auf die neue Software portiert, die mit dem neuen Update auf 1.0.9 nun auch nativ die aktuellen Macs unterstützt. Neben der dafür wichtigen VST3-Unterstützung, bringt das Update eine Reihe von Verbesserungen z. B. bei der Performance mit. Die üblichen Bugs wurden natürlich auch behoben.

Der SINE Player ist kostenlos und kann mit einer Reihe ebenfalls kostenfreier Instrumente (SINEfactory) ausprobiert werden. Darunter befinden sich neben einem Piano auch Drums, Gitarren, eine Orgel, Streicher und Bläser.

www.orchestraltools.com/store/get-sine


Außerdem haben auch Slate Digital, 2B Played Music und die Instrumenten-Schmiede ZAK Audio ihre Produkte auf den nativen Stand gebracht.


Seventh Heaven (Pro) (LiquidSonics)

Das Hall-Plug-in Seventh Heaven (Pro) ist bereits seit fast 5 Jahren auf dem Markt und noch immer eine Empfehlung. Es wurde in der Zwischenzeit kontinuierlich gepflegt und verbessert. Gerade erst wurde die Software nativ für den Apple Silicon veröffentlicht und ein guter Grund, wieder an diesen Hall zu erinnern.

Es handelt sich bei dieser Software um eine sehr genaue Nachbildung des Hardware-Hallgeräts Bricasti M7, das es im gut sortierten Fachhandel für rund 4000€ zu erwerben gibt. Diese Emulation arbeitet mit einer speziellen „Impulse Response Technologie“ und will dem Original damit unglaublich nahe kommen.

Das Plug-in gibt es in zwei Varianten (Standard und Pro), die sich in der Anzahl der Presets (30 zu 236 Presets) unterscheiden. Der weitere Mehrwert von Pro ist ein besserer EQ und eine Multi-Band Decay Anpassung.

In der neuesten Version 1.4 hat LiquidSonics neben der nativen Unterstützung für beide Varianten zudem zwei neue Features ausschließlich in die Pro-Version integriert. Es gibt zu einen den neuen „Reverb ducker“, der den Hall dämpft, während die Modulation des eigentlichen Signals erklingt. Das schafft ein klareres Klangbild. Dieser Effekt lässt sich zwar mit einem zusätzlichen Kompressor auch ohne die Pro-Version erreichen, die Integration im Plug-in macht es aber einfacher. Ein weiteres neues Pro-Feature gab es bisher bei LiquidSonics nur in Cinematic Rooms und Lustrous Plates: Surround bis 7.1.6. Darauf haben viele schon länger gehofft.

Das Plug-in bietet ansonsten alle Einstellungen, die man von einem Hall erwartet. Angeboten werden Räume neben “Ambience” und “Chamber”, “Hall” und “Room” auch “Plates” und große “Spaces” (z. B. Kirchen). Hall-Länge und Mischungsverhältnis sind natürlich einstellbar. Schön ist ein Regler, über den man das Verhältnis von frühen und späten Reflexionen anpassen kann. Auch die ganz tiefen Frequenzen lassen sich unabhängig vom EQ absenken – ein hilfreiches Feature bei einem Hall.

Für viele Nutzer sollte die Standard-Version von Seventh Heaven für die meisten Anwendungen ausreichen, denn schon diese klingt genauso rund und schön wie der große Bruder. Mit 69$ ist die Software auch außerhalb vom Sale ihr Geld wert. Nur wer alle Presets der Original-Hardware benötigt, einige tiefer gehende Einstellungen machen möchte und in Surround unterwegs ist, benötigt die Pro-Variante. Diese ist allerdings mit 299 $ mehr als 4x so teuer. Ein Upgrade ist aber jederzeit möglich.

Eine 14-tägigen Demo lässt sich auf der Website herunterladen. Die restlichen Plug-ins des Herstellers (z. B. Cinematic Rooms) sind leider bisher noch nicht vollständig als native Versionen erhältlich.

Hersteller: LiquidSonics

Website: www.liquidsonics.com/software/seventh-heaven/

www.liquidsonics.com/software/seventh-heaven-professional/

weitere Infos: www.soundandrecording.de/equipment/liquid-sonics-seventh-eavenprofessional-reverb-plug-in-im-test/

Plattform: VST2/VST3/AAX/AU (iLok)

Preise: 69 $ (Pro: 299 $) (ca. 61€/262€) (unregelmäßige Sales möglich)


DAW und Apple Silicon (PDF, Stand 13.03.2022)

Auch Steinberg ist mit dem neuen Update von Cubase 12 kompatibel zum M1 https://www.soundandrecording.de/equipment/steinberg-veroeffentlichcubase-12/. Damit wird die Reihe der nativ laufenden DAWs immer vollständiger! Eine aktuelle Übersicht haben wir in einer Tabelle zusammengestellt. Bei Cubase 12 gibt es aber eine wichtige Info, die den Umstieg zur nativen Arbeitsumgebung leider etwas steiniger macht: Die von Steinberg angekündigte Beendigung der VST2-Unterstützung ist im nativen Mode von Cubase 12 bereits Realität. Das heißt: Nutzt man Plug-ins, die zwar nativ für den Apple Silicon bereitstehen, aber bisher nur als VST2-Variante erhältlich sind, kann man diese mit Cubase 12 (im nativen Mode) nicht mehr nutzen. Das geht ausschließlich mit Cubase 12 unter Rosetta 2!


Update April 2022 (01.04.2022)

Die Hersteller von Software für die Audioproduktion bleiben weiter am Ball, um die perfekte Unterstützung des Apple Silicons voranzutreiben. Und momentan geht es Schlag auf Schlag. Um den Überblick nicht zu verlieren, haben wir für euch wieder ein paar frische Updates und Empfehlungen mit nativer Power zusammengestellt:

Softube (Effekte und Software-Instrumente)

Schweden ist nicht nur ein bekannter Exporteur erfolgreicher Popmusik, sondern auch von vielen Tools, mit denen sie gemacht wird.

Neben XLN Audio mit Addictive Drums und XO oder Klevgr, die gerade erst mit Borsta ihr neues brushed Percussion Instrument nativ herausgebracht haben (https://klevgrand.com/products/borsta), ist nun auch Softube aus dem schwedischen Linköping native auf dem Apple Silicon unterwegs.

Mit einem Rundumschlag ist das gesamte Portfolio angepasst worden und hat auf diesem Weg auch das Siegel für macOS Monterey bekommen. Nutzer erhalten die neuen Versionen als kostenfreie Service-Updates.

https://www.softube.com


Kilohearts (Effekte und Software-Instrumente)

Und als hätten sie sich abgesprochen, beglückt uns eine weitere Softwareschmiede aus Linköping in Schweden mit einem willkommenen Update ihres gesamten Portfolios. Damit ist sowohl Phaseplant, als auch das gesamte Arsenal an Effekt-Plug-ins native für die neuen Macs verfügbar.

Von einem kostenfreien Basispaket (Toolbox free) bis zum „ultimativen Sounddesign-Paket“ (Toolbox Ultimate) ist für jeden etwas dabei. Alle Tools lassen sich auch einzeln erwerben oder in einen „Subcribe to Own“ Modell abonnieren.

https://kilohearts.com


Arturia (Effekte und Software-Instrumente)

Mit der Veröffentlichung der Updates zur V Collection 8.2 und FX Collection 2.1 hat Arturia den Übergang zum Apple Silicon für diese beiden tollen Sammlungen von Software-Instrumenten und Effekten vollzogen. Auch der separat erhältliche Synthesizer Pigments 3.5 hat bereits sein Update bekommen. Die Updates bringen zudem die Kompatibilität für macOS Monterey und alles Plug-ins liegen als VST3 Versionen vor. Für einige der älteren Plug-ins und Programme (wie z. B. Spark 2) gibt der Hersteller allerdings an, dass keine M1-Updates erscheinen werden.

Der kürzlich veröffentlichte Neuzugang bei den Effekten Efx Fragments ist bisher noch nicht Teil der FX Collection, erscheint mir aber ein Vorbote für weitere native und kreative Effekte zu sein.

https://www.arturia.com/products

Soundtoys (Effekte)

Noch im letzten Update zu diesem Artikel hatte ich auf die Betaphase bei Soundtoys verwiesen.
Jetzt ist das Update offiziell erschienen. Alle Plug-ins laufen nun endlich auch als native Versionen
auf dem Apple Silicon. Ganz komplett ist der Übergang bei Soundtoys allerdings noch nicht.
Vorerst wird nur VST2 und AU unterstützt, aber die sowieso längst überfällige VST3-Variante soll
bereits auf der Zielgeraden sein. Dies ist vor allem für Cubase 12 User wichtig, denn bis dahin
bleibt weiterhin nur der Umweg über Rosetta 2. Eine öffentliche Beta soll bald erhältlich sein. Über
AAX gibt es leider noch keine Infos vom Hersteller.

https://www.soundtoys.com


Wavestate native und opsix native (Korg)

Auch wenn das „native“ im Namen der beiden Neuerscheinungen von Korg sich nicht auf die
native Unterstützung der M1-Prozessoren bezieht, hat Korg diese aber gleich ab Release mit
eingebaut. Sehr vorbildlich!

Wir hatten Euch diese beiden Synth bereits kurz vorgestellt: (https://www.soundandrecording.de/allgemeines/korg-stellt-wavestate-und-opsix-softsynths-vor/)
Ein großer Vorteil ist es, wenn der Hersteller der Hardware seine eigenen Geräte auch in einer
Softwareversion bereitstellt. Man kann also davon ausgehen, dass er alle gut gehüteten
Geheimnisse und verstecken Besonderheiten kennt und man wirklich eine 1:1 Kopie auf den
Rechner bekommt. Deshalb ist ein Austausch von Presets zwischen Hard- und Software hier
problemlos möglich. Es erlaubt das virtuelle Schrauben am Rechner mit der übersichtlicheren
Oberfläche – und auch mit eigenen Samples bei Wavestate – um anschließend diese Kreation
nahtlos an der Hardware weiter zu verwenden. Für diesen Austausch bietet Korg einen
kostenfreien „Sound Librarian“ an.

Aber auch als Nutzer ohne Hardware-Original an seiner Seite hat man eben den echten
Synthesizer in der DAW – ohne Abstriche. Vielleicht freut sich sogar der eine oder andere über ein
besseres Keyboard, da die Originale da wohl etwas Kritik einstecken mussten.
Beide Hardwaregeräte sind erst in den letzten zwei Jahren von Korg vorgestellt worden und ich
finde es erstaunlich, dass bereits nach so kurzer Zeit die virtuellen Pendants herausgekommen
sind.

Ein paar technische Eckdaten:

Wavestate native:
• Weiterentwicklung der „Wavestation“ aus dem Jahr 1991, jetzt mit Wave Sequencing 2.0 und vielen neuen Funktionen
• 4 Layer mit virtuellem Joystick regelbar
• eigene Samples ladbar (+ 2,3 GB Werks-Samples, u. A. mit den Originalen der Wavestation)
• 64 Stereo-Stimmen
• 14 Effekte gleichzeitig
• inspirierende Zufallsfunktion

Opsix native:

• moderner und weiter gedachter FM-Synth mit bis zu 32 Stimmen
• sechs Synthese-Arten (klassische FM und auch additive und subtraktive Synthese, analoges Modeling, Waveshaping und semimodulare Synthese)
• drei Effekt-Blöcke (für drei von 30 eingebauten Effekten)
• inspirierende Zufallsfunktion
• Step Sequencer
• 350 Presets

Beide Instrumente haben zwar in der Geschichte der Synthesizer große Vorbilder (wie z.B. DX-7 beim Opsix), wissen aber mit einem modernen Klang zu überzeugen. Gleichzeitig ist das nostalgische Flair der ersten Wavestation beim Wavestate native immer noch zu spüren, sodass es wohl für mich weiterhin keinen Grund gibt, das schon leicht angestaubte Original wieder aus der Ecke zu holen und anzuschließen. Oder vielleicht gerade jetzt, um sie als Controller für den neuen Software-Enkel zu verwenden.

Ob die beiden neuen Synthesizer in der Zukunft auch ein Teil der beliebten Korg Collection werden, die u. a. auch die ursprüngliche Wavestation als Softwareinstrument beinhaltet, konnte man uns noch nicht sagen.

Vergleicht man die Preise mit anderen virtuellen Instrumenten, gehören die neuen Synth von Korg mit jeweils knapp 200€ nicht ins günstigste Regal. Umso erfreulicher ist es aber, dass Besitzer der entsprechenden Hardware für 49€ beliebig viele weitere Instanzen ihres Synth im Rechner aufrufen können. Und wer bisher mit der Hardware geliebäugelt hat, findet nun eine deutlich preiswertere virtuelle Variante und spart jeweils rund 400€.

Auf Nachfrage hat Korg bestätigt, dass auch die Korg Collection 3 inzwischen ein Update für die native Unterstützung bekommen hat. Diese Plug-ins gibt es aber leider im Gegensatz zu den beiden Neuerscheinungen bisher nicht als VST3 Version. Ich hoffe, dass der japanische Hersteller dort bald nachbessern wird. Vielleicht kommt aber auch ein virtueller Modwave native noch vorher in die digitalen Regale.

Wer noch mehr über die Hardware-Originale herausfinden möchte, findet hier viele weitere Details zum Nachlesen:

https://www.soundandrecording.de/equipment/korg-wavestate-wave-sequencing-synthesizer-imtest/
https://www.soundandrecording.de/allgemeines/korg-wavestate-firmware-update-ist-da/
https://www.soundandrecording.de/allgemeines/ein-update-fuer-den-korg-opsix-ist-da/

Hersteller: Korg

Website: https://www.korg.com/de/products/software/opsix_native/
https://www.korg.com/de/products/software/wavestate_native/
Plattform: VST3/AAX/AU
Preise: jeweils 199€ (Hardware-Besitzer: jeweils 49€)


Update März 2022

Soundtoys Beta, Kontakt Update, Cubase 12, iLok und Accusonus (Freebie)

Auch nach der Veröffentlichung des Mac Studio gibt es schon weitere Spekulationen und Gerüchte zu den nächsten Macs mit Apple Silicon und auch im Softwarebereich tut sich so einiges.

Für alle Fans der Plug-ins von Soundtoys (und wer ist das nicht?) gibt es tolle Neuigkeiten: Der Hersteller scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden, denn die öffentliche Beta-Phase ist gerade gestartet. Wer schon jetzt ausprobieren will, wie sich die Software nativ auf dem M1 schlägt, kann hier (www.soundtoys.com/apple-silicon-public-beta/) auf eigenes Risiko die Beta laden. Noch bessere News gibt es von Native Instruments: Kontakt ist in Version 6.7 erschienen und bringt – Trommelwirbel – native Apple Silicon Unterstützung mit, neben vielen weiteren Verbesserungen. Es werden z. B. Windows 11 und macOS Monterey offiziell unterstützt. Das Update findet ihr wie immer über Native Access.

Auch Steinberg ist mit dem neuen Update von Cubase 12 kompatibel zum M1 https://www.soundandrecording.de/equipment/steinberg-veroeffentlichcubase-12/. Damit wird die Reihe der nativ laufenden DAWs immer vollständiger! Eine aktuelle Übersicht haben wir hier zusammengestellt: (LINK zur Tabelle). Bei Cubase 12 gibt es aber eine wichtige Info, die den Umstieg zur nativen Arbeitsumgebung leider etwas steiniger macht: Die von Steinberg angekündigte Beendigung der VST2-Unterstützung ist im nativen Mode von Cubase 12 bereits Realität. Das heißt: Nutzt man Plug-ins, die zwar nativ für den Apple Silicon bereitstehen, aber bisher nur als VST2-Variante erhältlich sind, kann man diese mit Cubase 12 (im nativen Mode) nicht mehr nutzen. Das geht ausschließlich mit Cubase 12 unter Rosetta 2!

Hoffentlich kommen die entsprechenden Updates mit dem Upgrade zur nativen VST3-Schnittstelle zeitnah. Viele Hersteller wie Sugar Bytes (Empfehlung s. u.) haben aber schnell reagiert und entsprechende Updates bereitgestellt.

Eine weitere Lücke hat PACE, die Firma hinter dem iLok-Kopierschutz geschlossen. Endlich wurde hier das Update veröffentlich, dass uns schon vor über einem Jahr noch für 2021 angekündigt wurde.

Zu guter Letzt gibt es noch ein Schmankerl für Nutzer von Accusonus-Software. Alle, die bereits vor dem Verkauf der Softwareschmiede vor einigen Wochen an Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp, …) einen Nutzer-Account angelegt hatten, können sich auf der Website des Herstellers die Vollversion des der Pro-Suite ERA 6 herunterladen und komplett kostenfrei nutzen. Das Paket wurde bisher für rund 1000 $ verkauft. ERA 6 ist eine professionelle Sammlung von Tools, die am ehestem bei der Bearbeitung und Verbesserung von Sprache Verwendung findet und ist mit einigen Modulen aus iZotope RX vergleichbar. Die Software ist in der neuesten Version verfügbar, die erst vor Kurzem noch aktualisiert wurde. Es wird zwar weder Support noch weitere Updates für dieses umfangreiche Softwarepaket geben, aber bereits diese Version läuft nativ auf dem Apple Silicon. Deswegen wird man sicherlich noch lange Freude daran haben können. Also schnell herunterladen, solange die Files noch online sind!

account.accusonus.com/home


Stand: Februar 2022

Die neuen Macbook-Pro-Modelle mit den Apple Silicons M1 Pro und M1 Max sind endlich da und bieten nun neben den schnelleren Prozessoren auch Varianten mit bis zu 64 GB RAM. Sie sind damit wohl bestens geeignet, um auch große Projekte mit vielen Sample-basierten Instrumenten zu stemmen.

Glücklicherweise wurden in der Zwischenzeit wieder viele Plug-ins und Programme für den Apple Silicon angepasst. Leider fehlt weiterhin die native Unterstützung einiger wichtiger Softwaretitel wie Cubase, Kontakt oder Soundtoys!

ShaperBox 2 (Cableguys)

Die Firma Cableguys aus Hamburg hat schon länger einen guten Ruf, aber seit David Guetta sich als User „geoutet“ hat, kennt wahrscheinlich jeder im EDM-Bereich ihre Plug-ins. Die ShaperBox 2 gehört neben HalfTime zu den ersten beiden Produkten aus dem Portfolio, das eine native Apple Silicon Unterstützung mitbringt.

Es handelt sich dabei um ein Bundle aus mittlerweile acht Effekten (Shapers), die auch jeweils einzeln erhältlich sind. Neben Modulen wie Time, Drive, Filter und Width gesellt sich seit Neuestem der NoiseShaper dazu. Die ShaperBox ist am ehesten vergleichbar mit Plug-ins, wie Infiltrator von Devious Machines (s. u.) oder Stutter Edit 2 von iZotope.

In der ShaperBox kann man alle der acht Effekte in beliebiger Reihenfolge anordnen, damit sie entsprechend das Audiosignal verformen können. Die klanglichen Auswirkungen steuert man über Automationskurven in jedem Modul individuell, wobei die Box optional entweder frei per LFO getriggert werden kann oder anhand von der Tonhöhe. Der häufigste Modus wird aber sicherlich das Synchronisieren mit der DAW sein.

Mit dem Volume-Modul kann man so beispielsweise den bekannten Sidechain-Effekt durch die Bassdrum erzeugen und das geht hier einfacher und viel flexibler als mit einem Sidechain-Kompressor. Man kann z. B. unabhängig von Beat ganz individuelle Kurven für eine zusätzliche Rhythmik einbauen. Außerdem kann man wählen, ob der gesamte Frequenzbereich oder nur ein frei wählbarer Ausschnitt beeinflusst werden soll. So kann man beispielsweise knarzige Höhen eines Basses verschonen.

Mit dieser Vorgehensweise lassen sich mit den Modulen Pan und Width gleichzeitig oder völlig unabhängig Bewegungen im Stereobild oder mit der Stereobreite erzeugen oder rhythmisch wiederkehrende Muster für wilde Filterfahrten mit Filter programmieren. Ganz verrückte Effekte wie Glitches entstehen mit dem Time-Modul, das das Signal in der Zeitachse moduliert, verlangsamt oder umkehrt.

Spaß macht auch das Drive-Modul für analoge Verzerrungen und Crush für Lo-Fi-Bit-Crusher Effekte.

Toll ist, dass man mehrere Effekt-Ketten gleichzeitig auf verschiede Speicherplätze laden kann, die per MIDI ausgelöst werden können. Das ermöglicht kreative Wechsel im Laufe eines Songs. Eine Vielzahl von vorgefertigten Automationskurven und ganzen Signalketten als Presets bieten sich hierfür als kreativen Startpunkt an und zeigen, was mit der ShaperBox alles möglich ist. Es müssen aber nicht immer die ganz wilden Sachen sein – auch ganz subtile Effekte außerhalb vom EDM lassen sich einfach, kreativ und schnell umsetzen.

Hersteller: Cable Guys
Website: https://www.cableguys.com/shaperbox.html
Plattform: VST2/VST3/AAX/AU
Preise: 89€ (einzelne Module zwischen 10€-50€)


Gullfoss (Soundtheory)

Gullfoss verdankt seinen Namen einem berühmten Wasserfall auf Island. Erst mal mag der Name wenig Zusammenhang mit einem EQ-Plug-in haben, aber der britische Hersteller Soundtheory erklärt: Pinkes Rauschen ist dem Klang eines Wasserfalls sehr ähnlich und der Mensch empfindet diesen Klang als angenehm. Die Hintergründe dafür wurden analysiert und die Software versucht aufgrund dieses Prinzips das Audiosignal zu verbessern. Es wird dahingehend angepasst, wie das menschliche Gehör funktioniert und was es als angenehm empfindet. Dadurch soll das Ergebnis klarer klingen und dem Hörer mehr schmeicheln.

Gullfoss passt vielleicht am besten in die Schublade “schlauer automatischer EQ”. Für menschliche Hörgewohnheiten wichtige und angenehme Klanganteile werden musikalisch hervorgehoben, Störendes (wie Resonanzen) werden reduziert.

Das Plug-in analysiert dafür das eingehende Audio und passt den EQ anhand des zugrunde liegenden Computermodells mehr als 300x in der Sekunde an. Das Ergebnis ist zwar je nach Einstellung manchmal subtil, aber es klingt fast immer irgendwie angenehmerer.

Das Ganze läuft im Prinzip ohne komplizierte Eingaben des Nutzers ab. Man stellt bei diesem EQ keine Frequenzen ein, sondern man bestimmt mit einigen wenigen Parametern die Richtung und Intensität der Eingriffe. Mit Tame wählt man, wie intensiv übermäßig dominante Frequenzen gezähmt werden sollen. Recover hebt wiederum verdecktes Audio hervor. Mit Bias und Brighten kann man die Eingriffe von Tame und Recover in die gewünschte Richtung anpassen, um z. B. einen helleren Mix zu bekommen. An Ende des Signalflusses liegt der Regler Boost, der es erlaubt, dem Signal einen Schub im Bass- und Höhenbereich zu geben, während die Mitten unangetastet blieben. Außerdem hat man die Möglichkeit, ganze Bereiche von der Bearbeitung durch Tame und Recover auszuschließen. Eine Sidechain-Option rundet das Paket ab.

Sehr schön finde ich, dass sich die Eingriffe von Gullfoss nicht auf die Lautheit des Gesamtsignals auswirken. So lassen sich die Veränderungen besser beurteilen. Die Übersicht behält man durch einige Pegelanzeigen und eine grafische Aufbereitung der EQ-Kurve. Alles sehr schlicht und angenehm aufgeräumt.

Gullfoss kann man sowohl auf einzelnen Kanälen oder Bussen einsetzen sowie auf der Summe direkt vor den dynamischen Eingriffen mit Kompressoren und Limitern. Mit einer Lizenz von Gullfoss bekommt man das Plug-in in drei Versionen, die jeweils letztendlich zwar denselben Ansatz haben, aber jeweils mit einem speziellen Schwerpunkt. Die als Erstes erschienene Grundvariante ist der Allrounder für alle Einsätze und kommt in der Hauptsache beim Mixing zum Einsatz. Die Variante „Master“ hingegen macht subtilere, aber detailliertere Eingriffe, braucht dafür aber deutlich mehr Rechenleistung und „Live“ hat den Schwerpunkt auf minimalster Latenz (unter 2 ms) und ist damit für den Live-Einsatz gedacht.

Gullfoss ist sicher kein Plug-in, das sich ein Neueinsteiger als Erstes für sein Studio kauft. Es richtet sich eher an Musiker und Produzenten, die letzten 5 % zur Perfektion des Mixes noch „rauskitzeln“ wollen. Die Bedienung ist aber so einfach, dass letztendlich jeder Audioschaffende seine Mixe oder Signale damit aufwerten kann. Soundtheory beschreibt dazu auch weitere Einsatzmöglichkeiten abseits vom Mastering. So soll sich das Plug-in auch als DeEsser oder für Dialog-Post-Produktion eignen.

Hersteller: Soundtheory
Website: https://www.soundtheory.com/home
Plattform: VST2/VST3/AAX/AU (iLok)
Preise: 166€ (unregelmäßige Sales möglich)


Update: Januar 2022

Soundpaint:

Der neue Hybride-Sample-Synthesizer Soundpaint stammt von der gleichnamigen Firma, hinter der die Macher von 8Dio aus Kalifornien stehen. Man kennt sie vor allem durch ihre aufwendig gesampelten Libraries, die mit dem Schwerpunkt Filmmusik in einer großen Auswahl für Kontakt von Native Instruments erhältlich sind.

Mit Soundpaint wird aber nun eine neue, eigene Engine vorgestellt, die man deswegen auch mit einer neuen Firma und Markennamen vom bisherigen Portfolio abgrenzen möchte. Die Entwicklung von Soundpaint soll knapp 10 Jahre gedauert haben, und im letzten Jahr wurden immer wieder Videos und Teaser im Netz veröffentlicht, um die Spannung zu steigern. Nun ist Soundpaint offiziell erschienen und hat einige interessante Überraschungen mitgebracht, darunter den nativen Support für den Apple Silicon direkt ab Marktstart.

Sehr erfreulich: Die Software ist kostenlos erhältlich und es gibt – anders als bei Kontakt – keine kostenpflichtige Vollversion, die für die meisten Kontakt-Libraries ja vorausgesetzt wird. Zum Start bietet Soundpaint im Shop sieben Libraries an, die mit 20 bis 80 Euro auch erfreulich preiswert sind. Seitdem sind bereits viele weitere Produkte erscheinen, denn man hat in der langen Entwicklungszeit nach eignen Angaben bereits an die 100 davon vorbereitet – man darf also gespannt sein, was noch so kommt.

Damit jeder neue User auch direkt loslegen kann, packt Soundpaint das erste Instrument kostenfrei dazu: ein Steinway Grand Piano, das wirklich toll klingt. Dieses basiert auf Samples, die auch schon beim „The New 1928 Scoring Piano“ verwendet wurden, dass weiterhin bei 8Dio für Kontakt erhältlich ist.

Aber was genau ist Soundpaint?

In der Vergangenheit haben viele Hersteller neben Kontakt vermehrt auf eigene Engines gesetzt. Spitfire Audio nutzen seit einiger Zeit teilweise eine eigene Software, Orchestral Tool verwendet jetzt den SINE-Player, und es gibt auch kostenfreie Alternativen wie Decent Sampler oder SFZ. Mit Soundpaint löst sich auch 8Dio von Native Instruments und Kontakt und will dabei einiges anders machen.

Tatsächlich ist Soundpaint ein beeindruckendes Debüt mit einigen tollen Features. Die Grundlage der Instrumente sind weiterhin Samples. Dieses stammen entweder aus ganz neuen Aufnahmen, aber zum Teil haben sie auch ihren Ursprung in Samples von 8Dio. Deswegen soll es in Zukunft Crossgrade-Angebote geben, falls man schon die entsprechenden 8Dio-Produkte besitzt. Diese Samples werden in sogenannten Parts als Pakete zusammengefasst (z. B. alle Samples eines Instruments einer bestimmten Mikrofonposition). Diese Parts werden in einen der vier Slots von Soundpaint gesteckt, die damit dann ein „Program“ (quasi ein Art Multi-Preset) bilden. Jede Bibliothek enthält eine Reihe von „Programs”, die von unterschiedlichen Sounddesignern stammen.

Eine schöne Idee sind hierbei die Hidden Gems, spezielle Presets, die Parts aus unterschiedlichen Libraries verbinden. Diese „Juwelen“ schalten sich automatisch frei, sobald die jeweiligen Instrumente installiert sind.

Zum Paket gehört auch eine Vielzahl analog modellierter Effekte, wobei natürlich die üblichen Verdächtigen abgedeckt werden, es finden sich aber auch neue Entwicklungen. Beispielsweise gibt einen Regen-Delay und einen granularen Reverb. Die Effekte – wie auch die Engine selbst – klingen sehr gut. Einige davon würde ich mir als separate VST-Plug-ins wünschen. Zu den Besonderheiten von Soundpaint gehört neben den quasi endlosen Velocity-Layern, die jeweils in Echtzeit aus den Samples gerendert werden, sicherlich die Morph-Funktion. Diese erlaubt es, jeweils zwei Parts ineinander zu „verschmelzen“, wobei einer die Basis vorgibt (den dominanten Part), an der sich der andere per Morphing anpasst. Das macht richtig Spaß, wenn man sehr unterschiedliche Quellen unterschiedlicher Libraries verwendet (z. B. bei den Hidden Gems).

Die sehr schlichte Oberfläche, die sich anders als bei Kontakt nicht zwischen den unterschiedlichen Libraries durch eine grafische Oberfläche verändert, ist sehr übersichtlich, bietet aber auf Wunsch in der „Matrix“ und den „Racks“ auch tiefere Eingriffe unter der Haube. Automatisieren lassen sich die einzelnen Parameter natürlich auch über LFOs und per MIDI CC.

Soundpaint scheint im ersten Eindruck flink und ressourcenschonend zu sein. Die Installation ist kaum mehr als 50 MB schwer, was die Libraries dann aber wieder mit vielen GBs ausgleichen. Deren Installation erledigt ein separater Downloader sehr elegant.

Wer etwas Zeit übrig hat, dem kann ich die Videos auf dem YouTube-Kanal von Soundpaint ans Herz legen. Dort zeigt ein sympathisch nerdiger Troels Folmann (Mastermind hinter Soundpaint) sichtlich begeistert seine Vision hinter der Engine. Und Soundpaint scheint noch viel vorzuhaben. Es wurde bereits durchblicken gelassen, dass eine Version 2.0 in Arbeit ist, die z. B. den Import eigener Samples erlauben soll, Legatos einführt und die Morph-Engine erweitert. Mal sehen, welche von den schon 100 fertigen Libraries bis dahin den Soundpaint-Shop erreicht haben. Hoffentlich bleiben die Preise weiterhin in diesem unteren Bereich, denn Sales wird es nie geben, sagt der Hersteller und geht damit den Weg, den auch Valhalla erfolgreich seit Jahren verfolgt. Obwohl ich den Black Friday immer toll finde, macht das den Einkauf bei Soundpaint tatsächlich entspannter. Es wird spannend, wie sich diese Plattform in Zukunft entwickeln wird – und Konkurrenz belebt ja das Geschäft.

Hersteller: Soundpaint

Website: https://soundpaint.com/

Preis: kostenlos (Libraries ab 20 $)

Plattformen: Windows und Mac (Intel und Apple Silicon) mit VST/VST3/AU/Standalone (AAX soll bald nachgereicht werden)


Update 19.10.2021:

UVI (Falcon 2.5) / Modartt (Pianoteq 7) / Sugar Bytes / Valhalla DSP

Es wird fleißig weiter an toller neuer Software und Updates mit nativer Unterstützung für den Apple Silicon gearbeitet. Für alle Nutzer eines aktuellen M1-Macs haben wir wieder ein paar Empfehlungen zusammengestellt, und für alle anderen ist die Software ja abwärtskompatibel.

Modartt (Pianoteq 7)

Aus unerfindlichen Gründen ist mir Pianoteq bisher unbekannt gewesen, und das, obwohl ich ein großer Liebhaber virtueller Pianos bin. Umso mehr hab ich mich gefreut, dass ich im Rahmen der Recherche auf diese Software von Modartt gestoßen bin, das aktuell in der Version 7.4 erhältlich ist und bereits nativ auf dem M1 läuft.
Bei virtuellen Klavierklängen greife ich sonst oft zu gesampelten Instrumenten, von denen es beispielsweise von Spitfire Audio, Native Instruments, Audio Brewers und VSL hervorragende Produkte gibt. Doch Samples verbrauchen viel Platz auf der SSD: VSL hat es z. B. mit deren sechs sehr detailliert gesampelten Pianos auf rund 1,2 TB an Daten gebracht.
Mit gerade einmal 50 MB für die Standalone-Variante ist Pianoteq 7 selbst in der größten Version mit weit mehr als 40 Instrumenten deutlich platzsparender. Das liegt an der Klangerzeugung, die nicht auf Samples basiert, sondern auf detailgetreuen, virtuellen Computermodellen, bei denen jeder angespielte Ton in Echtzeit komplett errechnet wird. Dabei werden alle relevanten physikalischen und akustischen Parameter des gewählten Instruments nachgebildet – und das so genau, dass Modartt sogar eine offizielle Autorisierung z. B. von Steinway & Sons oder Blüthner für seine Modelle bekommen hat. Das Ergebnis ist eine praktisch perfekte Nachbildung eines sonst für Normalsterbliche unerschwinglichen Flügels oder eines der fragilen historischen Instrumente.

Pianoteq 7 gibt es in drei Versionen: Stage, Standard und Pro. Sie unterscheiden sich z. B. in den Möglichkeiten, mit denen man die virtuellen Modelle (und damit den Klang) modifizieren und anpassen kann. Die Detailtreue und die Klangqualität der Engine unterscheiden sich hingegen glücklicherweise nicht. Allerdings ist die Anzahl der mitgelieferten Instrumenten-Modelle unterschiedlich: Je nach Version wählt man zwischen zwei und vier Pakete aus einer wachsenden Auswahl von momentan über 20 Instrumentengruppen mit jeweils vielen Presets. Dabei gibt es neben klassischen und historischen Klavieren und Flügeln aus den letzten fünf Jahrhunderten auch Harfen, elektrische Pianos und sogar eine Steeldrum.

Eine Neuerung der Version 7 ist neben der tollen Möglichkeit, Felt-Pianos zu modellieren, auch die Option, mehrere Instrumente ineinander zu morphen, was zu sehr real klingenden Fantasieinstrumenten und Klangexperimenten führt. So kann z. B. ein Flügel von Steinway entstehen, der gleichzeitig auch ein Xylofon ist! Das mit klassischen Samples so nicht möglich.
Ein „normales“ Layering mehrerer Presets geht natürlich auch. Wer Sorge hat, ein ideal nachgebildetes Klavier könnte zu steril klingen, kann jederzeit den Zustand des Instruments per Schieberegler von hervorragend („mint“) stufenlos auf katastrophal („worn”) stellen oder das Tuning aller oder auch nur einzelner Klaviersaiten verändern – und das (wie alle Parameter des Plug-ins) auch per Automation in der DAW steuern.

Beim Anpassen der Instrumente lernt man nebenbei, wie welche Bauteile und Parameter den Klang bestimmen und wie unterschiedlich sich die einzelnen Instrumentenbauer im direkten Vergleich anhören. Das macht großen Spaß. Aber schon die Presets klingen wunderbar, sodass selbst die preiswerteste Variante „Stage“ dem Musiker den Klang großartiger Flügel in die DAW holt.
Nutzer von Komplete Kontrol freuen sich zudem über die Unterstützung von NKS.
Modartt hat bisher ausschließlich Pianoteq nativ für den Apple Silicon veröffentlicht; das ebenfalls von dem französischen Hersteller erhältliche Organteq, das auf eine ähnliche Weise Orgeln modelliert, wartet noch auf sein Update.

Hersteller: Modartt

Website: https://www.modartt.com/pianoteq

Preise: zwischen 129 Euro (Stage) – 369 Euro (Pro) (Bundle von Pro mit allen Instrumenten: 799 Euro) einzelne Instrumentenpacks: 49 Euro


Sugar Bytes:

Es ist schon erstaunlich, wie oft man bei der Recherche über tolle Software stolpert, die aus Deutschland kommt. Dazu gehört auch die Berliner Firma Sugar Bytes, die gerade erst ihr neuestes Produkt „Nest“ vorgestellt hat (s. a. www.soundandrecording.de/allgemeines/sugar-bytes-stellt-modularen-sequenzer-nest-vor/).

Der Hersteller hat bereits früh angefangen, alle Produkte auf den neuen Apple Silicon anzupassen und folgerichtig gibt es die Software auch als separate Version zum Produzieren auf dem iPad. Im vielfältigen Portfolio findet man ungewöhnliche und kreative Tools, wie z. B. den ganz neuen modularen MIDI Sequenzer Nest oder Effectrix und Obscurium, aber auch Effekt-Plug-ins wie Tunado oder WOW2, sowie Klangerzeuger wie Guitarist, Unique oder Factory.
Zu den Synth gehört auch der beliebte DrumComputer – eben ein Drum Computer, aber aufgebohrt im besten und modernen Sinne – vollgepackt mit Sounds und noch mehr Möglichkeiten, diese zu verdrehen und anzupassen, um dann daraus Beats zu bauen. DrumComputer hat acht Slots für verschiedene Sounds aus den Kategorien Kick, Snare, Clap, Percussion, Hats, Cymbal und Synth. Jeder Slot besteht aus bis zu drei eigenständigen Klanggeneratoren (einem Resonator, Wavetable oder Analog und Resynth oder Sampler). Dazu gesellen sich diverse Effekte, wie Filter, Hall, Kompressor, Distortion und Modulationen. Alles zusammen bildet dann das Drum-Kit.

Als Kickstarter für die eigene Kreativität lässt sich wunderbar der Randomizer verwenden. So verlässt man eingetretene Pfade und kann sich von DrumComputer ein zufälliges Kit mit komplett neu generierten Drumsounds überraschen lassen. Wer mehr Kontrolle darüber möchte, kann den Zufall einschränken und z. B. nur Teile des Kits per Zufall verändern. Wem das immer noch zu zufällig ist, nimmt einfach eines von Hunderten mitgelieferter Presets. Eine Mastersektion mit einem Transient Shaper, Sättigung und Kompressor sorgt am Ausgang noch für den Feinschliff der Beats.

Natürlich gehört zum DrumComputer aber auch ein umfangreicher Sequenzer. Dieser kann händisch programmiert werden oder man nimmt die mitgelieferten Presets als Ausgangspunkt. Der Randomizer kann aber auch hier auf eine intelligente (also nicht komplett freilaufende) Zufallsbetankung der Muse auf die Sprünge helfen. Gesammelt und arrangiert werden die Pattern dann wiederum in den bis zu 16 Slots der „Chain“ oder werden per MIDI-Drag’n’Drop in die DAW verfrachtet.

Spaß macht auch die Remix-Funktion, die einem beim Erstellen von Breaks und Übergängen inspiration liefert.

DrumComputer gibt es als Plug-in für die DAW und auch als Standalone-Version.

Hersteller: Sugar Bytes
Website: https://sugar-bytes.de
Preise: zwischen 99 Euro und 119 Euro
Bundle: 499 Euro
für iPad: ab 20 Euro


UVI (Falcon 2.5):

Mit dem neuesten Update auf Falcon 2.5 bietet der Flagship-Hybrid-Synthesizer von UVI nun auch die native Unterstützung für den Apple Silicon. Dazu kommen sehr viele neue Funktionen und über 100 neue Werks-Presets, die die neuen Möglichkeiten voll ausnutzen.

Zeitgleich ist auch der kostenlose Player UVI Workstation für den Apple Chip optimiert worden. Mit diesen Updates bekommen die neuen Macs nativ Zugriff auf die große Auswahl von kommerziellen Bibliotheken, gesampelten vintage Synths, akustischen Instrumenten bis hin zu orchestralen Libraries, ungewöhnlichen Instrumenten und speziellen Soundeffekten. Viele davon laufen bereits in der kostenfreien UVI Workstation. Alle diese Soundbänke und einige zusätzliche Erweiterungen nutzen dann aber erst die endlosen Möglichkeiten in Falcon. Das Hybrid-Instrument ist modular aufgebaut und man kann Klänge auf alle nur erdenklichen Arten kreieren und eigene Instrumente bauen.

Die Basis bilden z. B. Samples aus den verschiedenen Libraries oder ganz simple Oszillatoren. Zur Klangformung gibt es dann ein riesiges Arsenal an Effekten und Tools wie Granular, Timestretch und physikalisches Modelling oder spezialisierte Filter – eben alles, was man sich zum Sounddesign wünscht.

Oder man nutzt als Grundlage die verschieden Synth-Engines, wie FM, Additive Synthese oder Wavetable, um sich seinen eigenen Synth zu bauen, mit traditionellen LFOs, Envelopes und Step Sequenzern. Alles lässt sich modulieren und frei kombinieren. Mit Falcon bekommt man also ein mächtiges Sounddesign-Tool. Aber trotz einer durchdacht strukturierten Oberfläche bedarf es auch einer intensiveren Einarbeitung, um alle Möglichkeiten ausnutzen zu können.

Glücklicherweise gibt es die über 1200 enthaltenen Werks-Presets, die als Startpunkt zum Spielen, Komponieren oder zum Sounddesign einladen, aber auch die über 50 optional erhältlichen Erweiterungen und thematischen UVI Soundbänke versprechen endlose Inspiration. Netter Bonus: UVI legt Falcon einen Gutschein über 100 Euro bei, der im hauseigenen Shop direkt für weitere Sounds eingelöst werden kann.
Alle gängigen Arten von Effekten wie Delay, Hall und Tape sind natürlich auch mit an Bord, sowie umfangreiche Arpeggiatoren und Sequenzer, die mit der Version 2.5 unter anderem durch einen Rain- und einen Warp-Sequenzer noch stark erweitert wurden.

Auch spezielle Tools finden sich im Lieferumfang von Falcon: Neben Harmonizer, Strum-Simulator für Saiteninstrumente und den tiefergehenden Multi-LFO kann man auch über eventbasierte Steuerung bis in die Programmierebene vordringen und per LUA eigene Skripte anfertigen. Trotz der fast erschlagenden Funktionsvielfalt bleibt Falcon übersichtlich und ist gut strukturiert. Das moderne Interface ist aufgeräumt und die unterschiedlichen Sequenzer sind optisch gut aufbereitet.

Gut gefällt mir die sehr reduzierte Oberfläche vieler Presets, die mit wenigen Macro-Reglern auch Einsteigern und Preset-Junkies einen leichten Zugang zu komplexen Klangmodulationen bieten. Das erleichtert den Einstieg und die Spielfreude. Später kann man dann ja immer noch in die Tiefen des Sounddesigns einsteigen.

Falcon gibt es als Plug-ins für die Verwendung in der DAW und als Stanalone-Variante. Noch laufen nicht alle Plug-ins von UVI nativ auf dem Apple Silicon, aber auf unsere Nachfrage wurde bestätigt, dass bereits an der Kompatibilität der Effekte wie Shade, Drum Replacer und Sparkverb gearbeitet wird.

Hersteller: UVI
Website: https://www.uvi.net/de
Preise: Falcon: 349 Euro (Update auf 2.5 für Bestandskunden ab Version 1.0 kostenfrei)
UVI Workstation: kostenlos
Erweiterungen: ab 39 Euro


Valhall DSP:

Zum Schluss noch ein Hersteller von Plug-ins, den man eigentlich nicht mehr großartig vorstellen oder empfehlen muss, aber dennoch hier eine Erwähnung wert ist: Valhalla DSP vertreibt seit vielen Jahren ein solides Portfolio an Plug-ins zum konstanten Preis von 50 Dollar, pflegt diese regelmäßig mit Updates und unterstützt – deswegen die kurze Erwähnung in dieser Rubrik – den Apple Silicon nativ mit allen Plug-ins.
Alle Effekte sind immer wieder in vielen ‚Best of‘-Listen vertreten und gehören scheinbar zur Standardausstattung der meisten Audioschaffenden.

Für alle, die bisher noch kein Plug-in von Valhalla DSP ausprobiert haben, empfehle ich dringend, die Website zu besuchen, denn anstelle regelmäßiger Deals bietet der Hersteller drei Plug-ins als Freeware an. Mein Favorit davon ist Supermassive mit seinen abgefahrenen Hallräumen, aber auch Free Echo und Space Modulator sollte man direkt mitnehmen, um seinem M1 Mac etwas zum Rechnen und den Ohren etwas zum Verwöhnen zu geben!

Hersteller: Valhalla DSP
Website: https://valhalladsp.com
Preise: 50 Dollar (und Freeware)


Update: 29.7.2021

Abyss von Dawsome/Tracktion:

Abyss ist ein neuer Synth vom Hamburger Entwickler Dawsome, der in Zusammenarbeit mit Tracktion veröffentlicht wurde. Ziel bei der Entwicklung war es, ganz neue und lebendig-organische Klänge auf eine sehr intuitive und einfache Art selbst gestalten und diese beim Verwenden in der Komposition weiterhin vielfältig verändern zu können. Schon das ungewöhnliche, übersichtliche und farbenfrohe GUI lässt erahnen, dass neue Pfade beschritten wurden, denn der Begriff „Klangfarbe“ wird hier wörtlich genommen.

Grundlage und Startpunkt für eigene Sounds sind über 2000 Klangbausteine. Diese wurden #übersichtlich nach Klangfarben in einer Matrix angeordnet. Die Klangbausteine sind keine Samples, sondern extra für Abyss erstellte Klangmodelle, die jeder für sich auch noch umfangreich angepasst werden können.

Individuell angeordnet und kombiniert auf einem Farbstrahl sind sie dann der Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung und Modulation. Die Klänge werden zum Einen durch verschiedene Parameter beeinflusst, die man auch von anderen Synth kennt, wie Filter und EQs, aber auch von plastisch benannten Regeln wie Dirt manipuliert. Alle Werte können extrem umfangreich gegenseitig, über LFOs oder über externe Controller moduliert und verändert werden und dadurch werden praktisch endlos viele lebendige Sounds möglich.

Neben der Herangehensweise mit den Farben ist ein weiteres Thema des Instruments die Unterwasserwelt, was sich auch im Namen Abyss, aber auch im GUI widerspiegelt. So ist z. B. die FX-Sektion mit Grafiken von Quallen, Seegras und Tintenfischen liebevoll gestaltet worden. Auch die Presets der eingebauten Effekte Shimmer, Delay, Reverb und Phaser laden mit Namen wie Pacific, Leviathan und Bermuda zum Sounddesign ein. Da macht es einfach Spaß, sich treiben zu lassen.

So klingen einige der 130 mitgelieferten Presets auch direkt wie der Soundtrack zu einem Unterwasserfilm, aber es gibt viel mehr zu entdecken. Manchmal meint man, natürliche Klänge zu vernehmen, aber dennoch klingt es gleichzeitig auch wie ein Synth. Damit eignet sich das Instrument sehr gut für Ambient- aber auch für Underscore-Produktionen mit organischen Texturen.

Der spielerische Ansatz und die tolle Klangqualität lassen einen schnell die Zeit vergessen und zu endlosem Herumspielen animieren. Und die vielen Möglichkeiten, auf den Klang auch beim Spielen Einfluss zu nehmen, macht wirklich Spaß.

Weitere Instrumente dieser neuen Reihe und auch Soundbänke für Abyss sind in Planung. Sehr vorbildlich ist, dass diese Neuerscheinung nicht nur für die bisher gängigen Plattformen erhältlich ist, sondern direkt ab dem Launch auch nativ für die neuen Apple Silicon Prozessoren programmiert wurde.

Vertrieb: Tracktion
Website: https://www.tracktion.com/products/abyss
Preis: 129 Dollar (77.40 Dollar Einführungsangebot)


XO von XLN Audio:

Auch sehr farbenfrohe geht es bei XO von XLN Audio zu. Bekannt ist die schwedische Software-Schmiede vor allem durch die Instrumente Addictive Drums und Addictive Keys, die schon seit vielen Jahren gern verwendet werden XO ist die neueste Software von XLN und ist vor allem für Musiker*innen mit großen Sammlungen von One-Shot und Drumsamples gedacht. Sie ist neben deren Tool DS-10 Drum Shaper bereits für den Apple Silicon nativ erhältlich – der Rest des Portfolios wird nach und nach folgen.

XO versammelt alle Drum- und Percussion-Sounds – automatisch analysiert und sortiert von einer schlauen KI – in einem einzigen Fenster als bunte Punkte, wobei jede Farbe für eine Sound-Kategorie steht: rot sind z.B. alle Kicks, blau die Snares. Ähnliche oder verwandte Sounds liegen in der Matrix nebeneinander, sodass man schnell das gewünschte Sample finden kann, ohne aufwendig in unzähligen Ordnern auf verschiedensten Datenträgern suchen zu müssen. Als Ausgangsbasis werden über 8000 ausgewählte Samples bereits mitgeliefert (über 2000 in der Lite-Version).

Es handelt sich aber nicht um ein reines Verwaltungsprogramm von Samples, sondern man kann auch direkt in der App komfortabel Beats bauen. Dafür gibt es einen 8-kanaliger Pattern-Sequencer, der auch grundlegende Klangbeeinflussung der Samples je Kanal erlaubt sowie eine Palette von Grooves mitbringt. Auch eine einfache Effekt-Sektion mit zwei Sends ist mit an Bord. Fertige Loos können dann per Drag-and-Drop in die DAW als MIDI gezogen oder als Audio-Files exportiert werden.

Der „Playground-Mode“ bietet weitere spielerische Möglichkeiten, die Grooves zu verändern oder sich von zufälligen Anpassungen kreativ überraschen zu lassen. Auf Grundlage der KI-Analyse bietet XO immer mehrere Sets mit alternativen Samples an, die schnell bei laufendem Beat durchgehört werden können – sehr praktisch!

Die Lite-Version von XO hat bereits einen sehr großen Funktionsumfang. Das volle Programm mit allen Samples, über 200 Groove-Presets und Multi-Outs bekommt man dann mit der regulären Version – ein Upgrade ist jederzeit möglich.

Hersteller: XLN Audio
Website: https://www.xlnaudio.com/products/xo
Preis: 120 Euro (XO lite) und 180 Euro (XO Vollversion)


AudioHiJack und weitere Audiotools von Rouge Amoeba:

Rouge Amoeba ist ein amerikanischer Hersteller von sehr feinen Audio-Tools für den Mac. Die verschiedenen Produkte lösen eine Vielzahl von einfachen bis sehr komplexen Audio-Problemen und können eine große Hilfe für jeden Tonschaffenden sein.

Das Angebot reicht vom übersichtlichen Einstellungstool SoundSource über den umfangreichen virtuellen Audio-Mixer Loopback bis hin zu Rekorder aller nur erdenklichen internen Audioquellen Audio Hijack. Airfoil streamt jede Audioquelle praktisch überall hin und mit Fission findet man auch einen einfachen Audio-Editor im Sortiment.

Die Tools sind tief ins System integriert und verteilen – unabhängig von der sonst verwendeten Audiohard- und Software – jegliches Audio aller Apps überall hin und zeichnen nach Wunsch alles auf. Man wundert sich manchmal, warum Apple diese Firma noch nicht gekauft hat, um einige diese grundlegenden Funktionen direkt ins macOS einzubauen.

Das Portfolio wird sehr regelmäßig mit Updates gepflegt und so wundert es auch nicht, dass bereits von allen Programmen Versionen erhältlich sind, die nativ auf dem Apple Silicon laufen. Trotz ihrer tief greifenden Integration ins System laufen die Programme extrem stabil und eignen sich auch für professionelle Arbeitsumgebungen. Das scheint auch der Grund zu sein, warum die Produkte zum Teil etwas teurer sind, als man erst vermuten würde. Ich finde allerdings, dass dies durch die hohe Qualität der Software und die schnelle Anpassung an neue Systeme gerechtfertigt ist. Ich nutze die meisten Tools schon seit vielen Jahren und hatte nie Probleme. Gerade wird auch schon mit Hochdruck an Updates für Monterey gearbeitet, der nächsten macOS-Version, die erst im Herbst erscheinen soll.

Hersteller: Rouge Amoeba
Website: https://www.rogueamoeba.com
Preise: 23 – 118 Dollar  (je nach Produkt)


Stand: 29.6.2021

K1v

Nils’ K1v ist eine detailgetreue Nachbildung der Hardware des K1 von Kawai aus den späten 1980er-Jahren. Der K1 war als eine günstige Alternative z. B. zum Korg M1 angetreten. Der deutsche Entwickler Nils Schneider hat in akribischer Programmierarbeit alle Aspekte der ursprünglichen Hardware in Software gegossen und alle originalen Presets nachgebaut. Man bekommt neben den originalen Werks-Presets auch alle Patches der damals zusätzlich erhältlichen ROM-Karten und die Presets des Kawai PHm. So stehen dem Nutzer über 1300 Sounds und Multis zur Verfügung, die alle anpassbar und veränderbar sind. Sogar SYSEx Presets und Bänke des Hardware-Romplers können importiert werden oder ein „echter“ K1 kann über die Software mit neuen Sounds versorgt werden. Diese Detailtreue wurde auch von Kawai gewürdigt, sodass das Instrument den offiziell Segen vom Hersteller hat.

Zusätzliche Feature, die mit dem Original nicht möglich waren, wurden auch eingebaut, wie. z.B. eine Preset-Suche. Eine solch akkurate Nachbildung der Hardware kennt man sonst nur von Herstellern wie Arturia, aber in diesem Fall ist der Spaß auch noch kostenlos. Man kann die Entwicklung aber mit einer Spende unterstützen.

Musiker, die die Vorzüge eines Software-Instruments mit NKS-Unterstützung zu schätzen wissen, können im Forum von Native Instruments dafür ein kostenfreies Kompatibilitäts-Kit für Komplete Kontrol finden – mit Audio Previews und gemappten Controllern.

Mit der neuen Version ist dieser Software-Synth nicht nur für Windows, Linux und Intel-Macs erhältlich, sondern auch nativ den Apple Silicon.

Hersteller: nilsschneider.de
Website: www.nilsschneider.de/wp/nils-k1v/
Preis: Freeware oder Spende
NKS-Kit: www.native-instruments.com/forum/threads/


Multiphonics CV-1 von AAS:

Applied Acoustics Systems, kurz AAS, ist eine kanadische Firma, die seit vielen Jahren für Ihre gemodelten Klangerzeuger und Effekte bekannt ist. Hier kommen keine Samples zum Einsatz, sondern es werden die Klänge anhand von komplexen Modellen generiert, sodass z. B. Streichinstrumente, Gitarren oder perkussive Klangerzeuger realisiert werden könnten, die es in der Realität gar nicht gibt. Der Vorteil bei dieser Herangehensweise ist, dass die Plug-ins CPU-sparsam und schnell in der Reaktionszeit sind.

Zudem findet man im Portfolio von AAS auch einen gemodelten analogen Synth, sowie elektrische Pianos und Unmengen an separat erhältlichen Preset-Packs. Alles immer mit dem besonderen Klang eines AAS-Instruments.

Vor Kurzem ist ihr neuster Klangerzeuger, der modulare Synthesizer „Multiphonics CV-1“ erscheinen, der es ermöglicht – wie bei einem Euro-Rack – sich einen eigenen Klangerzeuger zu basteln und mit virtuellen Kabeln zu verdrahten. Es stehen dazu neben einfacheren, gängigen Modulen auch sehr spezielle Bausteine zur Verfügung, die den Klang nach „Art des Hauses“ formen. Der „Objeq Filter“ ist dafür ein gutes Beispiel, der den Sound mithilfe eines Modells von akustischen Objekten wie Marimbas, Trommelfelle oder virtuelle Saiten verändert oder die Grundlage für einen Klangerzeuger als organischer Oszillator bereitstellt. Alles ist in einer übersichtlichen Oberfläche untergebracht und soll ohne versteckte Menüs auch dem Einsteiger Lust auf das Bauen eines eigenen Instruments machen.

Insgesamt werden über 200 Patches aus allen Sound-Bereichen und über 30 Module mitgeliefert. Sicherlich wird es in Zukunft auch noch weitere Module und Preset-Bänke geben. Leider ist im Gegensatz zu allen anderen Plug-ins von AAS der Multiphonics CV-1 noch nicht NKS kompatibel. Bleibt zu hoffen, dass da noch mit einem Update nachgebessert wird.

Der Multiphonics CV-1 ist, wie auch der jüngst in Version 3 erschienene Chromaphone und alle anderen aktuellen Plug-ins nativ für den Apple Silicon optimiert.

Hersteller: Applied Acoustics Systems
Website: https://www.applied-acoustics.com
Preis: regulär 99 Dollar (Vergünstigungen z.B. im Bundle möglich)


Timeless 3 von Fabfilter:

Fabfilter ist einer dieser Hersteller, der sich immer wieder in den verschiedensten Listen von Lieblings-Plug-ins wiederfindet. Gut zu wissen, dass nun auch alle aktuellen Plug-ins von Fabfilter nativ für den Apple Silicon als kostenfreies Update erhältlich sind.

Am bekanntesten ist wohl der Pro-Q 3, ein hervorragender Equalizer, der – wie alle anderen Plug-ins von Fabfilter – allein schon durch das einzigartige Design des Interfaces auffällt. So auch bei Timeless 3, der ganz neuen Version von Fabfilters featureschweren Tape-Delays. Das neue GUI lässt die vielen Funktionen leichter bedienen und die visuelle Darstellung des Effekts gibt einen besseren Überblick über alles, was mit dem Eingangssignal passiert. Zusätzlich soll das Delay auch noch viel besser klingen als der Vorgänger, denn die Algorithmen wurden grundlegend optimiert.

Das Plug-in liefert natürlich alles an Standard-Delays, lässt diese aber vielfältig und kreativ beeinflussen. Man kann praktisch jede einzelne Wiederholung separat verändern, verschieben und modulieren. So entstehen vom einfachen Ping-Pong über rhythmische Tap-Delays auch völlig freie Anordnungen jenseits jeglicher Taktraster. Der gesamte Effekt kann dann noch durch nonlinare Effekte und Filter statisch oder moduliert beeinflusst werden. Für einige Ideen stand der auch erst kürzlich erschienene Saturn 2 Pate. Die Einstellungen lassen sich so weit verdrehen und manipulieren, dass am Ende sogar verrückte Reverbs entstehen können oder man erarbeitet sich mit dem Pitch-Effekt ein schimmerndes Sound Design. Ein Multiband-EQ für den Delay, getrennt für links und rechts, Anpassungen für die Stereobreite und wirklich endlose Möglichkeiten von Modulationen runden das Bild ab und werden Timeless 3 bestimmt einen Platz in weiteren persönlichen Top-Listen bescheren. Außerdem wurden die Presets überarbeitet und an die neue Version angepasst. So kann man sich von den neuen Möglichkeiten schnell inspirieren lassen und verliert durch das neue Interface auch nicht mehr den Überblick und fordert gleichzeitig den neuen M1 etwas heraus.

Hersteller: Fabfilter
Website: www.fabfilter.com
Preis: 109 Euro regulär (günstiger im Bundle)


Beliebte Stock-Tools in Logic Pro X & Cubase 11 Pro

In dieser Episode stellen Klaus und Marc ihre Favoriten unter den Stock-Tools in Cubase 11 und Logic Pro X vor. Dabei geht es auch um versteckte Helferleine, die viele nicht kennen und sich ihre Funktion mit anderen Tools für teilweise viel Geld einkaufen. Außerdem stellen euch die beiden ihre elementaren Features beider DAWs in Sachen Sounddesign, Mixing und Songwriting vor, die der Grund dafür sind, weshalb sie sich für diese DAW entschieden haben. Alle, die live dabei sind, können die Lieblings-Features ihrer DAW per Kommentar vorstellen. Viel Spaß beim Hören!

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Tja wie schafft man es, dass die großen Plugin Hersteller nativ M1 unterstützen?
    Da müssen die ja doppelt so viel in die Entwicklung stecken und mehr verkaufen werden die dadurch auch kaum.
    Wenn ich seh dass NI und UAD heute noch VST 2.4 Plugins verkaufen, müsste be der Bewertung von Plugins zukünftig immer die Kompatibilität mit bewertet werden.
    Kein VST3 20% Abzug
    Keine Native M1 Unterstützung 10% Abzug ….
    Und wenn dies von allen so bewertet würde, käme vielleicht mal Bewegung rein in die Geschichte.
    Ansonsten wird das noch Jahre dauern mit dieser Transition zu VST3 und M1 Kompatiblität…

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    1. Sehe ich grundsätzlich genauso, wäre aber – angesichts des Marktanteils von Apple in den Studios dieser Welt – noch schärfer.
      Ich habe mich im Verlauf diesen Jahres als Anfänger aufgrund sehr guter Tests für Maschine 3 und Kontrol 6 von Native Instruments entschieden, daneben für ein M-Audio Pro 49, ein DJ-Mischpult von Hercules und eine Boss RC-505 Loop Station.
      Auf meinem 2013er MacBook Pro läuft das ganze zwar einwandfrei, aber der MacBook ist leider nicht mehr schnell genug: öffnet man mehr als 5 Tracks in Pro Logic kommen bereits erste Aussetzer.
      Nun habe ich mir ein neues MacBook Pro (14“, M1 Max, 64 GB RAM, 2 TB SSD) bestellt und stelle fest, dass keiner dieser Hersteller Apple Silicon nativ unterstützt – ohne dass darauf irgendwo hingewiesen wurde. Ich befürchte „stranded investments“ und bin entsprechend sauer.
      Ich weiß als ehemaliger Software-Entwickler, dass das Umstellen auf eine neue Plattform zusätzlichen Aufwand bedeutet, aber das ist zum Einen zwingend notwendig, wenn man im Geschäft bleiben will und zum zweiten mitnichten sooo aufwändig, wie immer gerne unterstellt wird. Ich verstehe daher nicht, dass ein ganzes Jahr nach Vorstellen der ersten Apple-Silicon-Prozessoren immer noch fast alle meine Produkte nicht nativ unterstützt werden. Sollte ich irgendwann eines meiner Geräte auswechseln, werde ich mich sicher an diese bewusste Untätigkeit erinnern und nach geeigneteren Alternativen Ausschau halten.

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  2. Solange Entwickler noch VST 2.4 verkaufen können werden sie es tun. Man sollte das wirklich in Reviews und Test berücksichtigen. Ich bin auch der Meinung das man den faulen Entwicklern mal auf die Finger klopfen sollte. Von alleine machen die nämlich gar nichts.

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  3. Hi Leute,
    Ich wollte nur sagen, dass ich sehr dankbar für diesen Artikel bin, da ich mich gerade auf dem Umstieg auf ein komplett Apple-Silicon und VST-3 kompatibles System befinde. Daher war dieser Artikel bisher sehr hilfreich. Vielen Dank!

    – Anmerkung betreffend Korg-Collection 3 Software: Ich habe die Plugins der Korg Collection 3 installiert und ich glaube die sind alle bereits VST-3, denn sonst könnte ich diese ja gar nicht im neuen Cubase 12 öffnen, da letzteres ja nur VST-3 Plugins öffnet. Ihr schreibt in diesem Artikel, dass es diese bisher noch nicht als VST 3 gibt. Auch auf der Hersteller-Webseite steht VST 3.

    Frage:
    Wie verhält sich das eigentlich mit den Audio-Interfaces? Müssen diese ebenfalls M1 bzw. Apple Silicon – kompatibel sein, damit dann die volle Leistung der neuen M1 und M1 Max Chips ausgenutzt werden kann oder spielt das in diesem Zusammenhang gar keine Rolle.

    Vielen Dank und beste Grüsse!

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