Statements der Branche

Apple M1-Prozessor: So reagieren Hersteller von Audio-Software auf den Umstieg

Wie gehen Hersteller mit dem Wechsel auf Appels Prozessoren um? Wir haben mit den Entwicklern und Herstellern von Audio-Software gesprochen!

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XLN Audio (Addictive Drums, Addictive Keys, XO)

Oskar Sigvardsson, Entwickler: „Unser Plan ist es, alle unsere aktuellen Produkte nativ für den Apple Silicon anzupassen. Es gibt noch keinen genauen Zeitplan, aber wir hoffen, die ersten Produkte im ersten Quartal 2021 fertig zu haben.

Intern haben wir unsere Produkte schon nativ zum Laufen bekommen und wir sehen auch bisher keine Probleme bei der Verwendung von Rosetta.

Wir wollen aber vor einer finalen Veröffentlichung alles rigoros testen, denn wir wollen nichts herausgeben, bei dem wir nicht absolut sicher sind, dass es stabil läuft. Wir nehmen die Qualität und die Stabilität unserer veröffentlichten Produkte sehr ernst und dies ist ein großer Technologiewechsel! Deswegen übereilen wir nichts, denn in einer Produktionsumgebung muss es stabil laufen!

https://www.xlnaudio.com/


Fabfilter (Pro-Q3, Saturn 2, etc.)

Ralph Verdult: „Wir haben bereits ein kostenfreies Update für nativen M1-Support veröffentlicht. Wir haben auch alle Intel Plug-ins auf einem Apple Silicon Mac mit Rosetta 2 getestet und das hat prima funktioniert.

Wir mussten nichts komplett neu entwickeln, da wir bereits iOS Versionen unserer Plug-ins haben. Das machte die Portierung relativ einfach. Es gibt unsere Produkte zwar auch noch im VST2 Format, aber da es schon ein bisschen veraltet ist, unterstützen wir unsere Nutzer, lieber VST3 zu verwenden!

Wir haben auch einige alte Plugins, die noch viel verwendet werden, für den M1 upgedatet, (wie z.B. Saturn 1, Pro-L 1 und Pro-Q 2). Das werden wir aber nicht für alle alten Plug-ins machen.“

https://www.fabfilter.com


Die digitale Studioszene 2021 ist das Live Streaming Event der Recording Community. In insgesamt 14 Workshops & Master Classes lernst du von erfahrenen und etablierten Engineers wie u.a. Ken Lewis (Usher, Bruno Mars), Moses Schneider (Beatsteaks, AnnenMayKantereit), Waldemar Vogel (Max Giesinger, Rea Garvey) und Philipp Schwär (Kettcar, Tim Bendzko, Fynn Kliemann), wie du deine Produktionen auf das nächste Level hebst. 

Deshalb musst du die virtuelle Studioszene besuchen:

  • Die absoluten Profis der Szene geben dir produktive Tipps zum Thema Recording, Mixing & Mastering.
  • Namhafte Künstler stellen ihre Workflows vor und zeigen, welche Tools sie wie einsetzen.
  • Erfahrene Produzenten geben dir Inspiration und kreative Ideen für dein Songwriting und die Arrangements deiner Tracks.
  • Professionelle Sounddesigner verraten ihre Kniffe, wie sie den richtigen Sound in Film und Musik finden, kreieren und einsetzen.
  • Spezialisten zeigen dir, was du brauchst, um dein Studio auszustatten und die Räume akustisch zu optimieren.

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Rogue Amoeba (Airfoil, Audio HiJack, Sound Source und weitere Audio Tools)

Paul Kafasis, CEO: „Apple hat sehr gute Arbeit geleistet, wenn es um den Übergang zu Apple Silicon geht, sowohl für Entwickler als auch für die Nutzer. Sie machen es ähnlich wie schon vor 15 Jahren beim Wechsel zu Intel (…).

Es gibt jedoch eindeutige Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Anzahl von Änderungen an der Plattform, die Apple angeblich aus “Sicherheitsgründen” vorgenommen hat. Viele dieser Änderungen sind sowohl für Benutzer als auch für Entwickler, die einfach nur Dinge mit ihren eigenen Computern erledigen möchten, unnötig nervig.

Mit Blick auf die Zukunft könnte der Mehrwert von macOS für Profis erheblich sinken, wenn Apple den Weg fortsetzt, alles weiter abzusperren. Hoffentlich geht es zukünftig nicht nur um “Sicherheit um jeden Preis”, sodass auch die Funktionalität im Mittelpunkt stehen kann.“

https://www.rogueamoeba.com


u-he (virtuelle Synthesizer, wie Diva, Hive,… )

David Schornsheim, Entwickler: „Wir sind seit Ende letzten Jahres dabei, all unsere aktuell verfügbaren Plug-ins auf ARM zu portieren. Ebenso werden unsere zukünftigen Veröffentlichungen auch nativ auf ARM laufen. Die Updates werden wir kostenlos zur Verfügung stellen (…)  Das meiste haben wir schon fertig (…) und es wird eine öffentliche Beta geben.

Im Code bestand die größte Aufgabe darin, unsere x86-spezifischen Optimierungen auch auf ARM nutzen zu können. (…) Bei unseren Synthesizern und möglichen Signalflüssen ist das nicht so leicht und muss daher von Hand gemacht werden. Diese Optimierungen laufen seit Ende Dezember auch auf ARM und haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Schwierig ist, dass einige unserer zentralen Entwicklungswerkzeuge noch nicht auf ARM zur Verfügung stehen. Das bessert sich natürlich mit der Zeit, aber dennoch muss man neben der Portierung des eigenen Codes auf einer neuen Plattform öfter auch andere Probleme lösen. Beispielsweise wissen wir noch nichts zur Verfügbarkeit von AAX.“

https://u-he.com


AAS (Applied Acoustics Systems) (Strum, Chromaphone, Ultra Analog)

Marc-Pierre Verge, President und Chief Executive Officer: „Applied Acoustics Systems hat alle aktuellen Produkte nativ für den Apple Silicon angepasst. Die neuen Versionen sind seit April 2021 erhältlich. Die größte Herausforderung für uns als Entwickler ist, dass es bislang nur wenige DAWs gibt, die für Apple Silicon angepasst sind. Das macht es schwierig, die neuen Versionen zu testen und man ist von dem Zeitplan der anderen Firmen abhängig. Beispielsweise wird die erste Version wahrscheinlich noch keine Unterstützung für AAX enthalten können, da AVID das dafür nötige SDK (Software Entwicklungskit) noch nicht veröffentlicht hat.“

https://www.applied-acoustics.com/support/apple-m1-compatibility/


Liquidsonic (Seventh Heaven, Cinematic Rooms, ….)

Matt Hill, Gründer von Liquidsonic: Ich würde das Anpassen der Software auf den Apple Silicon eher als schmerzfrei beschreiben, sofern man die modernen Werkzeuge und Frameworks verwendet und man bisher nicht allzu sehr auf spezielle Optimierungen für Intel gesetzt hat. Je spezifischer man den Code für Intel-Chip angepasst hat, desto schwieriger kann es für einige Entwickler sein, die von Hand codierten Bestandteile anzupassen. Das kann teilweise sehr viel Arbeit bedeuten, wenn man Plug-ins auf die neueren Frameworks upgraden muss. (Das war bei uns mit Reverberate 3 der Fall. Dort ist alles praktisch neu entwickelt worden, um es auf ein neueres Framework upzugraden, dass dann Apple Silicon unterstützt). Wir werden also je nach spezifischer Situation auch unterschiedliche Erfahrungen machen! Der Kopierschutz ist eine Herausforderung. Wie aufwendig das wird, wird sich erst noch zeigen.

Die Leistung von Rosetta ist überraschend gut alles scheint reibungslos zu laufen. Am besten scheint es zu sein, wenn die Host-Software und die Plug-ins beide unter Rosetta laufen, aber das scheint ja gerade meistens so. Ich erwarte aber, dass in diesen „zwei Jahren“, die Apple für den Übergang als Ziel gesetzt hat, auch im Audiobereich das meiste angepasst sein wird. Der Wechsel (zu Apple Silicon) wird für viele Musiker relativ einfach sein. Ich erwarte keine übermäßigen Probleme. (…)

Die Basisleistung der M1-Rechner ist gut, insbesondere die Single-Thread-Leistung, die für Audio sehr wichtig ist. Ich erwarte, dass die später kommende High-End-Hardware wirklich beeindrucken sein wird. Es gibt also Grund, optimistisch auf die Veränderungen zu blicken. Es ist bei Weitem nicht so schwierig oder chaotisch, wie ich es befürchtet hatte.“

https://www.liquidsonics.com


Klevgränd (diverse Plug-ins und Instrumente, wie Pipa, Skaka und Brusfri)

Tobias Engström, CEO: „Wir haben unsere Plug-ins auf den neuen Macs getestet und sie scheinen gut unter Rosetta zu laufen und das mit einer besseren Performance, als wir erwartet haben. Die meisten Produkte sind seit Februar als Universal Apps (für Intel und ARM) erhältlich. Weil unsere Plug-ins auch in einer Version für iOS erhältlich sind und damit schon auf ARM laufen, ist für uns der Übergang beim Mac sehr einfach. Wir planen alle unsere Plug-ins als Universal Apps zu veröffentlichen.“

https://klevgrand.se


iZotope (diverse Plug-ins und Instrumente, wie Ozone, RX und Nectar)

Lisa Ferrante-Walsh, Senior Director of Software Engineering: „Die neuen Rechner, die auf dem Apple Silicon basieren, werden tiefgreifende Auswirkungen für die Kreativen, wie auch für die Musikproduktionsbranche haben. Das kann man schon jetzt absehen, obwohl die ersten Geräte noch begrenzte Konfigurationsmöglichkeiten bieten. (…) Die neue System-on-a-Chip-Architektur wird vor allem bei den noch kommenden Rechnern, die für die professionellen Nutzer gedacht sind, viel mehr Echtzeit-Bearbeitung ermöglichen. Auch die  Algorithmen beim maschinellen Lernen werden sich verbessern. Die Entwickler, die sich jetzt schon auf die Optimierung für den M1 mit den Bibliotheken von Apple setzen, werden von allen Leistungssteigerungen zukünftiger Macs profitieren, ohne neue kompilieren zu müssen. Wir freuen uns auf diese neue Reise mit den neuen Möglichkeiten, die Apple uns eröffnet.

Wir bereiten unsere Produkte schrittweise auf die neue Plattform vor. Dafür nutzen wir Rosetta 2 als Sprungbrett, um unsere Software schnellstmöglich auf den Markt zu bringen. (…) Wir beobachten dabei auch genau, wie die Anpassung der DAWs fortschreitet. Wie prüfen aber alles auf Herz und Nieren, bevor wir eine offizielle Unterstützung der M1-Macs bekanntgeben. Ziel ist es, dass unsere Produkte nativ für den M1 entwickelt werden, angefangen bei unseren Flaggschiffen Ozone, Neutron und RX. (…) Kompatibilitäts-Updates für unsere aktuellen Produkte sind innerhalb des Supportzeitraums für unsere Kunden kostenlos. Die Updates werden wir als Universal-Apps für alle Plattformen bereitstellen. (…)“

http://izotope.com


UVI (diverse Plug-ins und Instrumente, wie Falcon 2, Vintage Vault 3, …)

Taha Cherif, Digital Marketing Officer: „Wir haben intern bereits lauffähige Versionen für den M1, wir warten nur noch auf einige Anpassungen von Software, die wir von Drittanbietern verwenden. Wir hoffen, dass wir alle Produkte im zweiten Quartal 2021 nativ (für den Apple Silicon) fertig haben. Abhängigkeiten von Drittanbietern können ein Knackpunkt für solche Umstellungen sein, da wir dort nicht die komplette Kontrolle haben.

Einige UVI-Produkte sind bereits für iOS verfügbar (…) dort haben wir einen Vorsprung und bereits einige Erfahrung bei der Optimierung für die ARM-Plattform.

Alle unsere aktuellen Produkte werden für die ARM-basierten Macs angepasst, einschließlich Falcon und unsere FX-Linie. Das großartige an dieser Plattform ist, dass sie wirklich leistungsstark ist. Aber jeder System-Wechsel braucht einige Zeit und dies ist ja nicht unser erster (…) aber der zu ARM ist sicherlich auch nicht der schmerzhafteste. 🙂 (…)

VST3 bringt für unsere aktuellen Produkte keine Vorteile (außer bei ‚Shade‘), sodass wir bei VST2 bleiben werden, solange die DAWs es unterstützen, oder wir finden eine überzeugende neue Funktion, die wir sonst nicht realisieren könnten. Die Sample Libraries funktionieren auf den neuen Macs auch ohne viel RAM sehr gut, weil die SSDs so schnell sind. Es muss weniger in den RAM vorgeladen werden und er wird dadurch erheblich entlastet.“

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