Studiotipps Kniffe, die die Welt verbessern

4 heiße Tipps für besseren Hall

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Immer wieder hört man die Frage: Welches Hall-Plug-in ist denn nun das beste? Vor dem Jahrtausendwechsel war es die große Lexicon-Fernbedienung, die im Tonstudio Mixprofis und Amateurbude voneinander zu unterschied. So ist die Idee vielleicht verständlich, auch das beste Plug-in zu finden! Heute gibt es so viele verschiedene Plug-ins, die alle für sich beanspruchen, den einzig wahren Sound zu liefen. Braucht man die also alle?

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Vor vielen Jahren, als Drumsamples noch exklusiv in Hardware-Sampler wanderten, gab es eine trickreiche Lösung für amtlichen Hall: Viele Hersteller packten zu den eher trockenen Kits ein spezielles Effekt-Drumkit hinzu, das die gleichen Klänge eben mit professionell aufbereitetem Hall enthielt. Das konnte man sich leicht hinzumischen und hatte so im Grunde genau den Sound, den man eben sonst nur mit sündhaft teurer Hardware erhielt.

Bei speziellen Effektklängen funktioniert dieses Prinzip auch hervorragend. Bei den typischen Alltags-Situationen passte es im Ergebnis aber häufiger nicht zum Song, denn irgendwie war das Hallgerät zwar legendär, die Einstellung aber auf eine sehr bestimmte Klangästhetik festgefahren und ließ sich nur mit viel Mühe ändern.

Heute haben wir im Rechner ganz andere Möglichkeiten: Effektketten sind für unsere moderne DAW-Umgebung ein Leichtes, und damit einher gehen tatsächlich mehr Möglichkeiten, Hallsignale in unseren Mix einzubetten. Und auch wenn die folgenden Tipps vielleicht zunächst ein wenig Gebastel bedeuten, können die Anpassungen dir helfen, insgesamt zu einem besseren Sound zu gelangen.

Letztlich ist ein Hall im Mix − egal wie authentisch er auch simuliert oder aufgenommen wurde − am Ende im Zusammenklang eher modellierte Klangkunst als ein authentisches Abbild der Realität.

Mehr Dichte

Soll dein ganzer Song einfach nur voller und dichter klingen? Ein Equalizer (EQ) vor dem Effekt-Plug-in kann hier helfen, denn der Wunsch nach mehr Dichte bedeutet bisweilen, dass dein Hall in einem bestimmten Frequenzbereich etwas stärker vertreten sein soll. Insbesondere die Bassfrequenzen werden bei den meisten Hall-Plug-ins eher mit einer langen Hallfahne bedacht, sodass ein einfaches Lauterdrehen im Mix oft nicht funktioniert.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 09+10/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen.

Mal eben die S-Laute wegdrehen, den Bassmulm beseitigen und den Hall im Mittenbereich etwas nach vorne schieben — mit einem EQ vor dem Hall ist das alles schnell und flexibel möglich. ValhallaVintageVerb hat auch eine eigene Klangregelung, aber mit einem EQ vor dem Plug-in kannst du das Signal noch genauer kontrollieren.
Ein De-Esser vor dem Hall sorgt dafür, dass Zischlaute gar nicht erst durch den Hall verlängert und so übermäßig betont werden. Der SPL De-Esser von Plugin Alliance ist schnell eingestellt und verwirrt dabei nicht mit unnötigen Zusatzfunktionen.
MV2 sorgt dafür, dass leise Signale lauter im LX480-Plug-in ankommen. Im Gesamtmix entsteht dadurch ein stärkerer Hall-Eindruck, sodass für ein ähnliches Klangempfinden insgesamt weniger Hall benutzt werden kann.
Resonanzen schmalbandig absenken, hier mal mit TDRs SlickEQ GE im JapaneseModus. Im Learn-Menü gibt es übrigens eine Deresonate-Funktion, die dich ein wenig unterstützen kann und recht sinnvolle Startparameter vorbelegt. Das spart einfach Zeit …
Zu 130 bpm wäre eigentlich 115 ms »offiziell« ein korrektes PreDelay. Stellst du den Effekt aber mit einem Click als Referenz nur nach Gehör ein, wirst du meist eine etwas kürzere Zeit wählen, die den Einschwingvorgang des Effekts berücksichtigt.

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