Behagliches Sound-Idyll

Studioreport: Deafbird Studios, Köln

(Bild: Dirk Heilmann)

Philipp Stephan macht Filmmusik für Werbung, er produziert zudem Indie, Hip-Hop, Pop und R&B. Im Gespräch erzählt er, warum er Plug-ins gedanklich wie Hardware behandelt und wie wichtig die Intention beim Aufnehmen und Produzieren ist.

Das Kölner Komponistenviertel wirkt belebt und erscheint angenehm zeitlos. Der Kampf um Parkplätze findet scheinbar in aller Stille statt. Autos schleichen durch die eng beparkten Straßen, vorbei am Bäckerladen, vorbei an den Graffitis auf den Garageneinfahrten. Das mutet irgendwo zwischen halb heruntergekommenem Großstadt-Flair und urbanem Chic an; ersteres, wenn sich gerade die Müllabfuhr in der Mitte der Seitenstraße durch die Schneise zwängt, die von den Parkenden übriggelassen wurde, zweiteres, wenn die Sonne zwischen den Fassaden durchdringt und den Gehsteig sommerlich erleuchtet. Manchmal fällt beides zusammen.

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Im Keller eines Wohnhaus- und Bürogebäudes übernahm Produzent und Werbefilmkomponist Philipp Stephan ein Studio und baute es im vergangenen Jahr um. Der 30-Jährige kümmert sich neben Kompositionen auch um Sounddesign und produziert beispielsweise Indie-, Hip-Hop-, Pop- und R&B-Künstler. Zum Kundenstamm zählen etwa Universal Music, Porsche, Maserati, Ferrari, die Spielentwicklungsfirmen Polyphony Digital, Gran Turismo und Pokemon, und musikalisch hat er beispielsweise den Kölner Indie-Folk-Musiker Jules Ahoi betreut.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 4/2022. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Inhaber Philipp Stephan war zum Thema Sättigung im Mixing & Mastering in unserem Podcast zu Gast . Den findet ihr unter www.soundandrecording.de/podcast.
Wohnzimmer-Lebensgefühl; Blick in den vorderen Bereich des Regieraums; links im Bild: ein API »The Box«- Summierpult, über das die Mixing/Stem-Mastering- Kette läuft.
Im Studio finden sich Synthesizer und alte E-Pianos, z. B. ein Wurlitzer 200A: »Die Lautsprecher plärren geil, bringen bereits Sättigung mit. Zur Mikrofonierung hatte ich auch Royer-Bändchenmikros ausprobiert – mit zwei Shure SM57 hatte ich die besten Ergebnisse. Da will ich eigentlich keinen Hi-Fi-Sound!«
Stephan am Yamaha U3-Upright-Piano des Studios
Eines der DS-audioservice-Mikrofone, das Röhren-Großmembranmikrofon »Convert MC BoDie« von Dieter Schöpf, ein Wechselkapsel-System. Stephan begeistern die Impulswiedergabe und Direktheit, verbunden mit atmosphärischer Musikalität.
Blick auf die Rückseite des Regieraums, samt Sofa und einem Teil der Synthesizer-Sammlung

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