Studiobesuch bei Marius Lauber aka Roosevelt

Ich treffe den Künstler und Produzenten Marius Lauber aka Roosevelt in seinem Kölner Studio kurz vor dem Release seines neuen Albums Young Romance, kurz vor der Tour mit seiner Band in Deutschland, Europa und den USA und … kurz vor dem großen Durchbruch? Marius freut sich sichtlich auf das Interview und sagt: »Endlich geht es mal um das Wesentliche, die Musik und den Sound!«

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Es ist das erste eigene Studio von Marius. Früher hatte er sich in Köln Ehrenfeld einen Raum in einem Proberaumkomplex mit zwei weiteren Bands geteilt, was zeitlich oft schwierig war. Den neuen Raum hat er von Götz von Sydow übernommen, der Pur und Luxuslärm produziert. Marius ist jetzt seit gut einem Jahr in seinen eigenen vier Wänden und hat sich seine neue »Spielwiese« eingerichtet, die stetig wächst und die er sowohl als Regie wie auch als Aufnahmeraum nutzt.

Marius, erzähl mal: Mit welcher Musik bist du aufgewachsen, welche Musik hat dich inspiriert?

Mit 6 Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Ich habe dann aber erst mit 14 begonnen, mich so richtig für Musik zu interessieren. Damals waren das so Indie- Bands wie The Strokes und Arctic Monkeys. Ich habe aber auch mal einen Monat lang nur Beatles gehört. Mit 15 habe ich dann mit Gitarre angefangen und in vielen verschiede- nen Bands gespielt. Dann interessierte ich mich immer mehr für elektronische Musik, und habe auch anfangen, Techno und House in Köln aufzulegen. Irgendwann kamen dann bei mir, als ich Drummer bei Beat!Beat!Beat! war, im Bandgefüge Synthesizer dazu. Sie waren aber immer Teil des Gitarrenkontexts.

Ich habe meine Bands immer selbst produziert, teilweise sogar in GarageBand. Fireworks von Beat!Beat!Beat! läuft immer noch in der Version, die ich in GarageBand mit einem USB-Mikrofon von t.bone aufgenommen habe, auf 1Live. So hat sich stetig mein Spektrum an Interessen erweitert. Dann waren da Projekte wie Justice, die einem Rockkid wie mir gezeigt haben, dass Elektronik gar nicht mal so weit weg ist.

Ich wusste ja auch, wie es sich als Drummer, als Bassist und als Gitarrist in einer Band anfühlt. Und da ich als Kind Klavier gespielt habe, komme ich auch am Synthi klar und fühle mich vor allem in C-Dur und A-Moll zuhause. (lacht) Irgendwann habe ich angefangen, meine eigenen Tracks zu produzieren, das war ein Mischmasch aus den ganzen Welten. 2010 habe ich dann die ersten Tracks unter dem Namen Roosevelt produziert.

Wie gehst du beim Songwriting vor, und wie startest du mit den Songs?

Ich habe eigentlich immer Logic offen und arbeite zu Beginn mit einem Piano-Sound an meinem MIDI-Keyboard oder mit einem Bass oder einer Gitarre in der Hand und suche erst mal nach einer Idee. Bei manchen Tracks sitze ich sogar zuerst am Drumset. Das kommt ganz auf den Song an. Neben mir habe ich ein SM57 liegen, über das ich schon mal eine Melodie einsinge. Bei mir passiert alles sehr impulsiv, und es muss schnell gehen. Als ich in den Red Bull Studios war, haben die 15 Minuten gebraucht, um zwei Mikros zu verkabeln, um ein Tambourine aufzunehmen. Ich muss immer alles ready haben: die Synthis gepatcht und auch die Drums aufnahmebereit.

 

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