Worauf es wirklich beim Audio PC ankommt!

Unsere Kaufberatung: Audio PC vs. Mac, 32 oder 64 Bit?

Audio PC Laptop

Die Zentrale eines modernen Homestudios ist ein Audio-Rechner. Aber welches Betriebssystem ist das beste? Welche Grundausstattung sollte ein Rechner haben, um DAW-Software und ein Audio-Interface zu betreiben? Sind Macs besser als Windows-PCs? Was ist der Unterschied zwischen 32-Bit und 64-Bit-Software?

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Da heute fast jeder bereits im Besitz eines Rechners ist, lautet die bange Frage: Reicht das Teil? Wie so oft lautet die Antwort: Kommt drauf an! Wer ohne größere Ansprüche nur ein paar Spuren aufnehmen möchte, kommt auch mit einem einfachen bzw. älteren Rechner klar. Für komplexere Projekte mit Spurenzahlen deutlich im zweistelligen Bereich, virtuellen Instrumenten, Klangbearbeitung mit einer größeren Anzahl von Plug-ins usw. ist ein einigermaßen aktuelles Modell ratsam. Für komfortables Arbeiten ratsam ist (Stand April 2018):

  • Intel Core i5 oder i7 CPU, vorzugsweise mit vier (oder mehr) Prozessorkernen
  • mindestens 8 Gigabyte RAM
  • große Festplatte ab 500 Gigabyte
  • möglichst große Bildschirmfläche mit mindestens; bei Desktop-Rechnern vorzugsweise ab 24-Zoll mindestens HD-Auflösung (1920 x1080 Pixel), bei Notebooks am besten 15 Zoll oder mehr.

Außerdem sollte der Rechner auf Audioanwendungen optimiert sein. Was bedeutet das? Nun, die einfachste und effektivste Methode, einen Rechner für Audio zu optimieren, ist, ihn für nichts anderes zu verwenden und ihn insbesondere nicht zum Internet-Surfen zu benutzen. Es mag nach Verschwendung klingen, einen Rechner allein für Audioanwendungen anzuschaffen, schließlich sind Computer doch Universalwerkzeuge! Tatsächlich erspart man sich so aber eine Menge Stress. Oder anders betrachtet: Mit einer analogen 24-Spur Bandmaschine konnte man ja auch nicht im Internet surfen − und die ist (bzw. war) noch viel, viel teurer.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Natürlich darf man auf einem Audio PC auch Textverarbeitung, Videoschnitt und Bildbearbeitung machen. Was man aber tunlichst vermeiden sollte, sind z. B. Games und alle unnötigen Kontakte mit dem Internet. Für Online-Registrierungen von Software sollte man entweder einen zweiten Rechner verwenden – was leider nicht bei jedem Software-Hersteller funktioniert – oder die entsprechenden Webseiten direkt und ohne Umweg aufrufen und anschließend die Internetverbindung gleich wieder trennen. So vermeidet man Virenbefall und braucht erst gar keinen Virenscanner einzusetzen, der nicht nur Rechenleistung frisst, sondern auch der Audioverarbeitung in die Quere kommen kann. Wer dennoch unbedingt mit demselben System ins Internet will, ist mit einem Apple-Rechner deutlich besser bedient, denn nach wie vor gibt es kaum Viren für den Mac.

Stylischer Look vs. Leistungsbolide. Der iMac eignet sich für den Einsatz im Homestudio und sieht dabei auch noch schick aus. Macht man den Vergleich zur Audio Workstation Pro von Digital AudionetworX, bekommt man für deutlich weniger Geld wesentlich mehr Leistung geboten (auch wenn man hier noch Monitor, Tastatur und Maus zusätzlich kaufen muss). Außerdem ist diese Maschine dank PCIe-Steckplätzen erweiterbar, z. B. mit UAD-2-Karten.

Mac oder PC?

Das bringt uns zur nächsten Frage: PC oder Mac? Vielleicht gar Linux? Gegenfrage: Was benutzen deine Freunde? Im Ernst, es ist unproduktiv, ermüdend und langweilig, ewig zu diskutieren, welches System denn nun das bessere ist und ob Bill Gates ein Schurke ist oder Steve Jobs ein Heiliger war bzw. ob der Mac nicht doch eine rechte Maustaste haben sollte. Viel besser ist es, sich das gleiche System zu besorgen wie die Musikerkollegen. Das erleichtert die Zusammenarbeit, und wenn’s Probleme gibt − und die gibt’s gerade beim Einstieg häufig −, dann sind da Freunde, die dir weiterhelfen, statt dich schadenfroh auszulachen.

Rechner sind keine Religion, und man sollte sie nicht wichtiger nehmen, als sie sind. Der Kauf eines Rechners ist kein Bund fürs Leben: Im Schnitt ist ein Audio PC nach drei bis sechs Jahren veraltet und wird gegen ein neueres Modell ausgetauscht. Sehr teure Rechner halten sich nicht wesentlich länger als ein ordentliches Mittelklassemodell. Von Billigschnäppchen sollte man dagegen die Finger lassen, denn die verderben einem jeden Spaß durch schlechten Systemaufbau, mechanische Instabilität und anderen Horror. Generell sollte man Rechner kaufen, wie man Kindern Schuhe kauft: Im Zweifelsfall eine Nummer zu groß! Denn die Anforderungen steigen kontinuierlich. Ein Rechner, der heute gerade so ausreicht, ist morgen schon zu langsam. Wer ein etwas teureres Modell kauft, das schneller ist und mehr RAM und Festplattenspeicher hat als aktuell benötigt, wird länger Spaß damit haben.

Wer sich beim Kauf eines Audio-PCs Enttäuschungen ersparen möchte, wendet sich am besten an einen Spezialisten wie Digital AudionetworX und Steller-Online. Die sind gar nicht mal so viel teurer als Media Markt & Co, und man erhält aufwendig getestete Qualitätsware, After-Sales-Service und vor allem: einen gezielt auf Audio-Anwendungen optimierten Rechner. Auf Wunsch wird die Audio-Software bereits aufgespielt und vorkonfiguriert, sodass man zügig loslegen kann. Die genannten Spezialisten bieten zudem maßgeschneiderte Systeme an, sodass man keine unnötigen Schnickschnack wie sündhaft teure Gamer-Grafikkarten mitkaufen muss.

Wer zum Mac tendiert, kann praktisch jedes Modell wählen − für Audiobearbeitung sind prinzipiell alle geeignet; für große und komplexe Projekte empfiehlt sich allerdings ein etwas leistungsfähigeres Modell. Die derzeit unter Musikern wohl verbreitetste Modelllinie ist der iMac. Das gilt insbesondere für die 27-Zoll-Modelle, die nahezu alles bieten, was man sich wünscht: Große Bildschirmfläche, hohe Rechenleistung dank Quadcore-Prozessor, geringe Geräuschentwicklung auch bei erhöhter Prozessorlast und zahlreiche Schnittstellen, u.a. USB 3.0 und Thunderbolt 3. Der 27-Zoll iMac gehört außerdem zu den wenigen Macs, bei denen man den Arbeitsspeicher aufrüsten kann (Stand April 2018). Beim 21,5-Zoll-iMac, sind die RAM-Chips wie bei den meisten anderen Macs fest verlötet.

Der einst bei Musikern und in professionellen Studios weit verbreitete Mac Pro im Towergehäuse (Spitzname „Käsereibe“) wurde 2013 durch ein Desktop-Modell in einem schwarzen Zylindergehäuse ersetzt (die Spitznamen reichen von „Aschenbecher“ bis „Urne“). Trotz hoher Rechenleistung konnte dieses Modell in Musikerkreisen nie an die Popularität des Vorgängers anknüpfen. Denn wer von einem alten Mac Pro mit teuren Erweiterungskarten (Pro Tools, UAD-2) auf einen neuen umsteigen wollte, benötigte zum ohnehin teuren Rechner zusätzlich ein Thunderbolt Expansion Chassis von Sonnet (ab 500 Euro), um die PCIe-Karten weiterverwenden zu können. Auch weitere Festplatten lassen sich in einen Mac Pro nicht einbauen. Als Schnittstellen stehen u.a. USB 3.0 und Thunderbolt 2 zur Verfügung. Nachdem der Mac Pro länger nicht mehr aktualisiert wurde, hat Apple für 2018 ein neues Modell angekündigt, das wieder modular aufgebaut sein soll. Man darf gespannt sein!

Am anderen Ende der Leistungsskala befindet sich der Mac Mini. Auch diese Modelle hat Apple schon länger nicht mehr aktualisiert. Als preisgünstiger Einstieg sind sie dennoch geeignet, denn mit USB 3.0 und Thunderbolt 2 sind High-Speed-Schnittstellen an Bord, an die sich fast jedes aktuelle Audio-Interface anschließen lässt. Erweitern lässt sich der Mac Mini jedoch kaum, und seine Zukunft im Apple-Portfolio ist ungewiss.

Was ist mit Linux? Nun, ein Großteil der kommerziellen Audio-Software läuft leider nur unter MacOS und/oder Windows. Es gibt jedoch Open Source Audio-Software und sogar spezielle Linux-Distributionen für Audioanwendungen. Weit verbreitet ist Linux im Recording-Sektor dennoch nicht, d.h. die Zusammenarbeit mit anderen Musikern kann sich schwierig gestalten. Für Anfänger empfehlenswert sind Linux-Lösungen nur, wenn man sich bereits mit diesem Betriebssystem gut auskennt. Denn sich gleichzeitig in eine DAW-Software und in ein Betriebssystem einzuarbeiten, dürfte die meisten überfordern. Wenn es primär um die Kostenersparnis geht, findet man auch für Mac und Windows interessante Freeware.

Desktop vs. Laptop 

Bleibt noch die Frage, ob Desktop oder Laptop? Fürs Laptop spricht der geringe Platzbedarf, es lässt sich mobil einsetzen und sieht schick aus. Desktop-Rechner gelten heute als altbackene Klötze, die unnötig viel Platz einnehmen und sich nur unter Mühen transportieren lassen. Trotzdem gibt es triftige Gründe, für rechenintensive Aufgaben − wie eben Harddisk-Recording − Desktop-Rechner zu verwenden: Sie bieten in der Regel deutlich mehr Rechenleistung als ein Laptop, lassen sich besser erweitern mit mehr RAM, zusätzlichen Festplatten, PCIe-Steckkarten u.v.m., und bei entsprechend sorgfältigem Aufbau bleiben sie auch bei hoher CPU-Auslastung leise.

Laptops bieten wenig bis gar keinen Raum für Erweiterungen, ihre Schnittstellenausstattung beschränkt sich auf das, was der Hersteller eingebaut hat (dazu mehr im Artikel über Audiointerfaces), und ihre Festplattenkapazität ist begrenzt. Rechenleistung bieten die besseren Notebooks inzwischen genügend, doch wenn man sie tatsächlich ausreizt, kommen die winzigen Lüfter mächtig ins Rotieren. So schön leise die meisten Notebooks bei Textverarbeitung, Surfen und anderen nicht so rechenintensiven Arbeiten auch sein mögen, wenn der Prozessor richtig rackert − und das ist spätestens in der Mix-Phase mit vielen Plug-ins der Fall − erhöht sich die Geräuschkulisse erheblich.

Ist trotzdem die Mobilität ein wichtiges Argument und man möchte zum Laptop greifen, sollte man auf Nummer sicher gehen und ein reines Intel-System wählen, d. h. mit Intel-Mainboard-Chipsatz und Intel-Prozessor, vorzugsweise Core i5 oder i7. Kleinere Prozessormodelle (Pentium, Celeron, Atom) sind für Audiobearbeitung zu schwachbrüstig. Da Audioanwendungen zu den wenigen Programmen gehören, die Mehrkern-Prozessoren voll ausreizen, sollte man sich erkundigen, wie viele Kerne der jeweilige Prozessor besitzt. Intels Modellbezeichnungen sind leider sehr undurchsichtig, so gibt es Core-i5- und -i7-CPUs mit zwei und mit vier Prozessorkernen. Notebooks mit der Quad-Version sind oft nicht viel teurer als solche mit der Dual-Core-Version, bieten aber nahezu die doppelte Leistung − also Augen auf!

Eine Onboard-Grafiklösung reicht heute meist aus. Auf älteren Systemen führte eine solche »Shared Memory«-Grafik, die also Teile des Hauptspeichers abzwackt, schon bei geringer CPU-Belastung zu Knacksern in der Audiowiedergabe. Bei neueren Intel-Prozessoren (Core i3, i5, i7) ist dieses Problem behoben. Wer ganz sicher gehen möchte, dass das Laptop für Audioanwendungen taugt, wendet sich auch hier am besten an einen Audio-PC-Spezialisten wie Digital AudionetworX. Die Rechner werden stets mit den neusten Prozessoren konfiguriert und die verbauten Komponenten sind optimal auf maximale Audioleistung abgestimmt.

Ansonsten macht Recording auf großformatigen Notebooks mehr Spaß als auf kleinen. Die Mixer- und Spurenansichten von DAW-Programmen erfordern viel Bildschirmfläche. Praktisch ist außerdem eine Tastatur mit abgesetztem Zehnerblock, wie man sie erst ab dem 15-Zoll-Format findet. Die meisten Audiosequenzer verwenden nämlich den Zehnerblock für Laufwerksfunktionen wie Start, Stop und Record.

Unter Apples Mobilrechnern bietet sich für Audioanwendungen die MacBook Pro Baureihe an. Die kleineren Modelle, das MacBook Air und das 12-Zoll-MacBook (ohne Pro) genügen für kleine Projekte mit wenigen Spuren und geringem Rechenbedarf. Wer auch umfangreiche Projekte bewältigen will, greift besser zu einem MacBook Pro mit 15-Zoll-Retina Display, schon wegen der größeren Bildschirmfläche. Außerdem haben die 15-Zoll-Modelle einen Quadcore-Prozessor und damit viel mehr Rechenleistung als die kleineren Apple-Laptops, die mit einem Dualcore-Prozessor vorlieb nehmen müssen.

Als Minimal-Lösung kann ein Mac mini infrage kommen. Der Rechner bietet mit USB 3.0 und Thunderbolt 2 die wichtigsten Schnittstellen. Leider bietet Apple (Stand April 2018) nur noch Modelle mit Dualcore-Prozessor an.

Festplatten und Solid State Disks im Audio PC

In neueren Rechnern findet man häufig Solid State Disks (SSD). Diese arbeiten nicht wie herkömmliche Festplatten mit rotierenden Magnetscheiben, die von Schreib/Leseköpfen abgetastet werden, sondern − ganz ohne Mechanik − mit Speicherchips. Also im Prinzip ähnlich wie die allseits bekannten USB-Speichersticks, nur sehr viel schneller und mit größeren Kapazitäten. SSDs bieten rasante Schreib-/Leseraten, vor allem aber sehr viel kürzere Zugriffszeiten als herkömmliche Festplatten. Zudem arbeiten sie völlig lautlos. Dafür sind sie aber deutlich teurer. Wird eine SSD als Systemplatte verwendet, verkürzen sich Boot-Zeiten und Programmstarts drastisch. Der Rechner fühlt sich viel schneller an. Realistisch betrachtet, ist die Geschwindigkeitszunahme aber hauptsächlich subjektiv. Ob ein Rechner in 30 Sekunden oder 120 Sekunden einsatzfähig wird, spielt im Großen und Ganzen keine große Rolle. Die eingesparten 90 Sekunden vertrödelt man sowieso wieder.

Anders sieht es aus bei großen Sample-Libraries. Der Arbeitsfluss und die Kreativität leiden erheblich, wenn man immer wieder warten muss, bis ein Gigabyte-starkes Piano oder gar ein ganzes virtuelles Orchester geladen ist. Mit einer SSD verkürzen sich diese Wartezeiten drastisch; plötzlich kann man nahezu verzögerungsfrei große Sample Libraries durchstöbern, fast wie die Presets eines Synthesizers.

Als Recording-Disk ist eine SSD unnötig. Eine gewöhnliche Magnetfestplatte kann weit über hundert Spuren gleichzeitig abspielen und gleichzeitig weitere Spuren aufzeichnen. Allerdings sollte man vorzugsweise auf eine interne Festplatte aufnehmen, denn diese ist über ihr SATA-Kabel sehr viel schneller eingebunden als eine externe Festplatte über USB. In Desktop-Rechnern verwendet man meist eine eigene Festplatte für die Recording-Daten. Sample-Libraries installiert man entweder auf der Systemfestplatte oder, besser noch, auf einer separaten SSD, damit sich die Zugriffe auf Samples und Recording-Spuren nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Solange es sich nicht um Mega-Projekte mit einer Unmenge an Spuren und Sample-Instrumente handelt, funktioniert ein Recording-Rechner aber in der Regel auch zufriedenstellend mit nur einer SSD für alles.

Musiker an seinem Audio PC
Mobiles Recording deluxe. Beim aktuellen Audio-Interface Apollo Twin setzt Universal Audio auf Thunderbolt – mittlerweile gibt es Treiber nicht nur für Macs, sondern auch für Windows-PCs.

Audio PC: Bits, Betriebssysteme, Pfefferminztee

Als Faustregel gilt: auf einem neuen Rechner sollte man kein altes Betriebssystem einsetzen. Auf einem aktuellen Audio-PC sollte Windows 10 installiert sein. Entgegen manchen Internet-Gerüchten, sind ältere Versionen nicht besser oder schneller. Umgekehrt muss man aber auf einen bestehenden gut laufenden Rechner mit Windows 7 oder 8.1 nicht ohne Not Windows 10 aufspielen. Für manche der älteren Komponenten gibt es möglicherweise gar keinen entsprechenden Windows-10-Treiber. Never change a running system!

Das gilt auch für Apple-Rechner. Bevor man ein Update auf eine neue MacOS-Version durchführt, sollte man sich informieren, ob Inkompatibilitäten mit der aktuell verwendeten Software bestehen. Denn die gibt es anfangs häufig. Also erst einmal abwarten und Tee trinken, bis diese Inkompatibilitäten beseitigt sind. Über besagtem Tee sollte man mal in Ruhe überlegen, ob es überhaupt einen Grund für einen Wechsel gibt. Ist das nicht der Fall, kann man die eine oder andere MacOS-Version auch mal aussetzen. Denn auch beim Mac gilt: Never change a running system!

Kleinere Updates und Servicepacks sollte man jedoch auf beiden Plattformen installieren, schon um Sicherheitslücken zu schließen.

Neuere Betriebssysteme und DAW-Programme liegen z. T. in 32-Bit- und 64-Bit-Versionen vor. Welche sollte man installieren? Ganz klar: 64 Bit! 32-Bit-Software gehört der Vergangenheit an, denn 32-Bit-Programme und -Betriebssysteme können nur maximal 4 GB RAM verwalten, unter Windows sogar nur 2 GB. 64-Bit-Software ist zwar nicht notwendigerweise schneller, aber sie kann den gesamten eingebauten Arbeitsspeicher sinnvoll nutzen. Neuere Software erscheint daher häufig nur noch in 64-Bit-Versionen. Beim Mac wurde die Umstellung auf 64 Bit, vom Nutzer weitgehend unbemerkt, bereits unter der Haube getätigt.

Fazit

Mit Rechnern ist es ähnlich wie mit Autos: Rennboliden machen Spaß, aber man kommt auch mit einem bescheidenen Modell von A nach B. Dass es nicht so sehr auf die Rechenpower ankommt, beweist schon die Tatsache, dass die Klangqualität kommerzieller Produktionen sich in den letzten 10 bis 20 Jahren kaum verändert hat, obwohl sich ja alle paar Jahre die Rechenleistung verdoppelte. Letztlich sind es eben Kreativität und Erfahrung, die das Endergebnis maßgeblich prägen, nicht die dazu verwendeten Tools. Ein solider Mittelklasse-Rechner ist daher für den Anfang absolut ausreichend. Überhaupt sollte man sich gerade als Einsteiger mehr mit den Basics befassen als mit dem Processing. Denn wer lernt, Gesang und Instrumente richtig aufzunehmen, braucht später keine tausend Plug-ins, um Fehler bei der Aufnahme auszubessern.

Checkliste Audio PC 

  1. Mac oder PC? Nimm, was deine Musiker-Freunde verwenden, damit sie dir bei Problemen weiterhelfen können. Außerdem könnt ihr dann leichter an gemeinsamen Projekten arbeiten.
  2. Desktop oder Laptop? Desktop-Computer sind leistungsstärker und bleiben unter hoher Rechenlast länger leise. Laptops eignen sich für mobiles Recording und beanspruchen weniger Platz, werden mit steigender CPU-Last aber meistens laut. Außerdem sind Laptops teurer, schon weil ein Bildschirm mit enthalten ist.
  3. Rechenleistung: Intel Core-i5-oder -i7-Prozessor, möglichst mit vier (oder mehr) Kernen. Mindestens 8 GB Arbeitsspeicher sind heute Standard. Eine große Festplatte ab 500 GB ist ratsam.
  4. Ergonomie: Moderne DAW-Software erfordert eine große Bildschirmfläche. Ein abgesetzter Ziffernblock ist von Vorteil zur Steuerung der Laufwerksfunktionen.
  5. Schnittstellen: USB 3.0 ist heute Standard (viele Audio-Interfaces benötigen eigentlich nur USB 2.0). Zahlreiche Audio-Interfaces für den Mac erfordern einen Thunderbolt-Port. Thunderbolt 3 ist über einen Adapter abwärtskompatibel zu Thunderbolt 1/2. Beim PC ist diese Hochleistungsschnittstelle – Stand April 2018 – noch wenig verbreitet; das könnte sich aber bald ändern. Für viele Thunderbolt-Audio-Interfaces existieren bereits sehr flotte Windows-Treiber.
  6. Das beste Preisleistungsverhältnis gibt’s in der Mittelklasse ab ca. 1.000 Euro (Windows). Mac-Anwender sollten für einen ähnlich leistungsstarken Recording-Rechner einen höheren Betrag einkalkulieren: ein 27-Zoll iMac ist ab ca. 1800 Euro erhältlich (dafür ist ein hochauflösender Bildschirm enthalten). Empfehlenswerte Mobilrechner kosten auf beiden Plattformen deutlich mehr als ein audiotauglicher Desktop-Rechner.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Gab es da nicht mal noch ein relativ unbekannten Aspekt, der Midi 10er Regel bei Windows? Mir hatte mal jemand vom Korg Support gesagt, dass Windows nur 10 externe Midi-Geräte verwalten kann und deswegen bei mir das Kaoss Pad nicht mehr über die DAW Midigesteuert werden konnte… Das war damals ein Aspekt, der in der Diskussion Mac. vs PC nie aufgekommen ist… Ich weiß nicht, ob der heute bei Windows 7 noch besteht..

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    1. Das mit der Windows-Regel (warens 10?) ist veraltet. Bei WinXP waren schon 64 unabhängige Mid In und Outs möglich … ich spreche aus Erfahrung mit 8 x Emagic AMT8/Unitor8.

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      1. Ich habe auch noch ein sehr großes MIDI Setup mit etlichen AMTs. Werden die AMT und Unitors von neueren Windows Versionen (7, 8, zukünftig 10) vernünftig unterstützt? Gibt es aktuellere Geräte, wie die AMTs, die große MIDI – Netzwerke (40 MIDI In/Outs) unterstützen können?

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        1. Der Mist bei den Emagic-Interfaces ist, dass diese nur einen 32-Bit Treiber haben. Inzwischen habe ich (zum Musik machen) einen alten Mac am start. Dort sind die Emagic wieder anstandslos toll. Mit den Motu MidiExpress 128 war ich bei PC wie auch Mac unzufrieden. Daher hab ich die tollen Emagic am Mac 🙂

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      2. Es geht nicht um die Anzahl der verwalteten Geräte, sondern um die Schnittstellentreiber. Die bis zu 64 Ports eines Unitor8/amt8-Verbunds werden durch einen einzigen Treiber abgehandelt.

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  2. Da hat sich nichts geändert. Da Problem hatte ich auch auf Windows 7, Korg Krome Editor. Das lies sich dann aber durch Löschen von alten Einträgen in der registry beheben und seitdem läufts klaglos.

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  3. Seid 2012 hat der Mac-Mini auch USB 3.0 – Schnittstellen, bitte den entsprechenden Absatz korrigieren…..

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  4. Wie alt ist denn bitte dieser Artikel?
    Oder hat der Autor dieses Artikels die letzten paar Jahre verpasst?
    Dann die gute Nachricht, neue Mac Pros gibt es und zwar schon länger. Das sind diese schwarzen, kleinen Röhren 😉
    USB3 und Thunderbolt ist bei jedem Mac dabei (ausser diesem neuen, flachen Mac Book…)

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    1. … zu schnell geschossen, wird eh erwähnt.

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  5. Nun Herr Dr. man sollte aber schon, wenn man ein neues Betriebssystem installiert auch die Laufzeit DLLs. die meistens in den Service Packs enthalten sind, gleich mit installieren lassen.

    Sonst kann es passieren, das Major Updates von VST und Sequenzer Software nicht mehr starten.

    LG Crisben

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  6. Tja was mach ich nun mit meinem amt8 …hab nun win 8 64bit und aus der Traum vom Musizieren…soll das gute Zeugs nun auf den Schrott wandern? (Midi Interface)
    sonnige Grüße aus der Oberlausitz sendet Simon

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  7. wo kann ich mir den am besten einen geeigneten audio pc kaufen?

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    1. Hey, am besten schaust du mal hier auf der Website: http://www.da-x.de!
      Dort kannst du dir auch deinen eigenen Rechner individuell auf deine Anforderungen anpassen lassen oder selbst konfigurieren.
      Die Sachen sind da zwar etwas teurer aber du bekommst ein tolles Produkt!

      Grüße,
      Marc

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  8. Ich nehme den Mac , denn es gibt weniger Probleme und wenn wissen es Freunde und bekannte auch nicht immer;Da kann man auch gleich in Foren lesen.Und ja den Rechner nur für Musik- nicht ins Netz usw wäre das beste- mein Rechner muss aber alles leisten – also bleibt nur der Mac -wegen viel mehr stress Windows Allergie – Sowie Core Audio habe ich bessere Erfahrungen damit und für Anfänger braucht man so nicht mal eine extra Soundkarte kaufen- Ich finde die Audiochips in Windowsrechnern sind da nicht so gut.Bevor ich mir eine teuere Workstation kaufe – gibt es gleich MacPro oder iMacPro.. Für mich die besseren Geräte .Wie auch hier beschrieben – Windows ohne Netz nur für Musik mit Soundkarte ( meine Meinung : sonst bekomme ich die Abhörkrise bei der Effekthascherei ) Das geht obwohl der Mac trotdessen zuverlössiger läuft .Mit Netz und allem anderen ist Windows wie gewohnt eine Katastrophe : Wie bekannt = Geldverschwendung für mich zudem..!

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  9. Hallo zusammen, ich bin von S&R ein etwas höheres fachliches Niveau gewohnt… Vieles klingt für mich hier nach halbwissen oder hörensagen.
    Beispielsweise der Part, dass ein Windows PC, der dauerhaft Internet hängt quasi ein instabiles Konstrukt sei, welches jederzeit von Viren und anderen bösartigen Gestalten aus dem Internetz-Neuland lahmgelegt werden könnte. Und dann die Mär vom unverwundbaren Mac, für den quasi nicht einmal Schädlinge existieren.
    Viren für MacOS sind ebenso verbreitet wie in der Zahl wachsend – wächst der Marktanteil an Macs, wächst auch die Angriffsfläche. (Gutes Interview dazu: https://www.heise.de/mac-and-i/artikel/Interview-Wie-sicher-sind-iOS-und-macOS-vor-Angriffen-3781809.html?seite=all) Ressourcenschonende Sicherheitssoftware für Windows, die sich zudem an inidivuelle Bedürftnisse anpassen lässt (z.B. der in Windows integrierte Defender) gibt es seit Jahren. Wer zudem sein Netzwerk rudimentär absichert, einigermaßen weiß was er tut (also z.B. nicht wie ein taubstummer Blinder mit Krückstock duchs Internet wandelt), Daten sichert und sich ein bisschen auf dem Laufenden hält (=alles Dinge die jeder Betreiber eines PCs oder Macs im professionellen Umfeld sowieso tun sollte), kann sehr wohl einen Windows-PC als DAW weitestgehend sicher am Internet betreiben.
    Die Angaben im Artikel diesbezüglich sind zwar nicht komplett falsch aber technisch nicht wirklich präzise und IMO aus einer sehr eingeschränkten Perspektive.
    Dass SSD-Festplatten z.B. als Systemfestplatte nur einen gefühlten Unterschied machen kann ich so auch nicht unterschreiben. Eine klassische Festplatte kann – gefühlt wie gemessen – einer der größten Flaschenhälse in der Gesamtperformance Computer-System sein, gerade bei einer DAW.

    Grüße, bp

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    1. Sehr guter Kommentar!
      Der Artikel scheint trotz Aktualisierung nicht an allen Stellen ganz aktuell zu sein. Man schaue auch mal auf die Probleme, die mit den letzten OSX-Updates auf die Nutzer ohne Vorwarnung zurollten, die es sonst gewohnt waren, immer ein stabiles und voll funktionsfähiges System zu besitzen. Die schauten natürlich ziemlich dumm aus der Wäsche.
      Ich will Windows weiß Gott nicht heilig sprechen, aber wir sollten doch bei der Realität bleiben. Und Probleme kann es mit jedem System geben.
      Ein ehemaliger Bandkollege hat jetzt beispielsweise den Schritt auf Ubuntu Linux nach langem Zögern gewagt und ist jetzt absolut glücklich damit. Kommt eben nicht nur auf den persönlichen Geschmack und die eigenen Fähigkeiten bzgl. Betriebssystem an, sondern auch auf die Anforderungen.

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  10. Vielleicht wäre es noch sinnvoll gewesen, auf die Geräuschentwicklung hinzuweisen. Manche Geräte ( auch die vielgelobten Macs) machen vor allem unter Last einen erheblichen Lärm, was vor allem in einer single room Aufnahmesituation sehr lästig ist.

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