Legendäre Gitarren-Sounds mit Guitar Rig 5 nachgebaut

Sounds Like … The Police

Das Trio prägte den Rock/Pop-Sound der 70er- und 80er-Jahre. Mit nur fünf regulären Studioalben »eroberten« sie diesen Planeten und machten sich mit ihren Songs zu Legenden der Musikwelt. Jeder der drei ist auf seine Art und Weise einzigartig, und zusammen ergab das den Sound von The Police, der bis heute unvergessen blieb …

The Polic

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Mitten in der Zeit, als in England noch der Punkrock regierte und sich der Heavy Metal etablierte, gründete sich mit The Police eine Band, die vom Sound her ein ganz anderes Bild abwarf. Gespickt mit Ska- und Reggae Elementen beeinflussten sie den damaligen Rock/Pop-Sound entscheidend. Die Formation gründete sich im Jahr 1977. Sting, Steward Copeland und Henry Padovani spielten im Frühjahr schon viele Gigs, bevor Andy Summers im August dazustieß. Nach einer kurzen Zeit als Quartett verließ Henry die Band, und das spätere Erfolgstrio war geboren.

Klangbeispiel:

Mit ihrem ersten Album Outlandos D’amour erreichten sie 1978 Platz 6 der bri – tischen Charts. Die weiteren vier Longlayer vereinnahmten dann ausschließlich Platz 1! Synchronicity war ihr letztes und insgesamt erfolgreichstes Studioalbum. Darauf ist auch der Track Every Breath You Take enthalten, um den es heute in diesem Workshop gehen soll. Aber erst noch einige Fakten zur Spielweise und Gear von Andy Summers.

Polive Guitar Rig
Marshall und SSL — zwei echte Klassiker

Der Sound kommt ja bekanntlich aus den Fingern. So auch bei Andy, der mit seiner sehr eigenen, aber auch zurückhaltenden Spielweise den Sound von The Police entscheidend prägte. Wechsel zwischen Rock und Reggae waren in der Band keine Seltenheit und sorgten so natürlich für ein dynamisches bzw. abwechslungsreiches Klangbild. In Rock/Pop-Gefilden zählen Fender Telecaster und Stratocaster zu seinen favorisierten Gitarren. Wenn er Jazz spielt, der ihn ebenso beeinflusst hat wie Klassik oder Blues, greift er lieber auf Instrumente von Gibson zurück. ES 175 oder ES 335 treffen seinen Geschmack. An Amps benutzt er Plexi- und JMP-Modelle von Marshall. Aber auch Fender Twin oder Roland JC-120 können Herrn Summers begeistern. An Boxen verwendet er Modelle von Marshall und Mesa Boogie.

Der Gitarrensound bei Police ist fast immer mit Effekten geschmückt. Pedals und 19-Zoll-Effekte kommen bei Summers gleichermaßen zum Einsatz, was ich persönlich super finde − das Beste aus beiden Welten! 😉 Hier findet man Namen wie MXR, Boss, Red Witch, Roland, Eventide oder TC Electronic. Da das Guitar Rig 5 von Native Instruments viele Effekte an Bord hat, werde ich den Sound mit diesem Plugin nachbauen …

Für mich ist klar, dass die Telecaster für diesen Song herhalten muss. Der Bridge-Pickup ist aktiviert und wird nun vom RME AudioInterface in den Rechner transportiert. “Jump” nennt Native Instruments seine Emulation eines Marshalls. Da der Sound relativ clean werden soll, steht der GainSchalter auf “Low”. Master-Volume ist voll aufgerissen, und Pre-Amp verweilt auf 2,5. So klingt der Sound groß, bleibt aber insgesamt klar.

The Police Tape Echo
Die Effektsektion ist reich bestückt.

 

Der mit Peter Weihe entwickelte Control Room soll für uns den Boxensound liefern. Ein 4x12er-Marshall-Cabinet bringt den Ton zu Gehör. Ich spiele ein wenig mit den vorhandenen Mikrofonen und entscheide mich für eine Mischung aus Royer 121, Neumann U67 und einem RE 20 von Electrovoice − genauer gesagt handelt es sich natürlich um deren Simulationen. Den größten Anteil übernimmt das dynamische Mikro, was für einen schönen Punch sorgt. Der Solid EQ dient in diesem Fall mehr zum Ziehen der störenden Frequenzen. So wird der Hi-Pass bei 100 Hz bemüht, und bei 2 und 5,6 kHz wird um die 6 − 7 dB gezogen. Nun kommen wir zur nicht ganz unwichtigen Effektabteilung des Setups. Wir beginnen mit dem Delay. Dieses legendäre Band Echo ist in vielerlei Hinsicht ein begehrtes Effektgerät. Die Wiederholungen sind mit der DAW gesynct und laufen als Achtel. Treble nehme ich etwas zurück, was den DelaySound zurückhaltender gestaltet. Kommen wir mit dem “Ensemble” zur Chorus-Abteilung. Damit er auch als solcher arbeitet, muss der Mode-Schieberegler auf “Chorus” stehen. Der Sound soll aber noch breiter werden, und so steht das Stereo-Poti auf Vollanschlag! Und weil das noch nicht ganz reicht, schalte ich den “Stereo Tune” dazu. Auch hier wird mit Mix- und Spread-Regler die Stereobreite maximal erweitert.

Der VC 2A sorgt für eine warme Dichte und macht das Signal auch ein wenig weicher. Zu guter Letzt nehme ich den “Reflector” in die Kette. Unter den “Medium Halls” suche ich mir das Preset »Empty Club Real« aus und verringere noch den Effektanteil. Es ist getan, und es kann losgelegt werden.

Die originale Aufnahme erklingt ca. 40 Cent tiefer als normal. Ich hab das Example trotzdem in 440 Hz im Standard-Tuning angelegt. Mit der rechten Hand werden die Saiten mit dem Handballen abgedämpft. Aber nicht zu stark! Ein wenig klingen die Saiten ja immer noch. Ansonsten sollten die Saiten schön gleichmäßig angeschlagen werden. Diese Art der Begleitung wird, obwohl sie es in sich hat, oft unterschätzt. Aber alles will erst mal gut gespielt werden … 😉 Viel Spaß beim Probieren!

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