Legendäre Gitarren-Sounds mit Guitar Rig 5 nachgebaut

Sounds like … Billy Idol

Er war in den 80er-Jahren einer der Superstars! Egal ob Pop-, Gothic-, Metall- oder Punk-Fans — die Musik von Billy Idol fanden irgendwie alle cool. Vielleicht, weil von allem ein bisschen drin war. Einer, der seit jeher viel zum Billy-Idol-Sound beiträgt, ist Gitarrist Steve Stevens — der vielleicht bekannteste Sideman auf diesem Planeten …

Steve Stevens

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Billy Idol kam eigentlich aus der frühen Londoner Punkszene. Er spielte mit Generation X und feierte damals schon einige Erfolge. Als sich die Band auflöste, zog es ihn in die USA, wo er sich als Solo-Künstler etablieren wollte − was er auch schaffte! Zusammen mit dem Drummer, Produzenten und Komponisten Keith Forsey (Simple Minds, Donna Summer) und dem Gitarristen Steve Stevens kreierte Billy dann alle jene Songs, die ihn weltberühmt machen sollten.

Stevens hat eine unglaubliche Begabung, innovative Sounds und Licks in einem Song stilprägend unterzubringen. Damit macht er jeden Titel zu etwas Besonderem! Steve arbeitete bereits für Michael Jackson, Steve Lukather oder Robert Palmer. Außerdem wurde er mit einem Grammy für seine Mitarbeit am Soundtrack zum Film “Top Gun” ausgezeichnet. Der Mann weiß, was er tut. Und wir wollen heute erfahren, wie man einen seiner genialen Sounds mit Plug-Ins nachbauen kann.

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Die Gitarre bleibt im Standard-Tuning. Die Akkorde werden sehr breit gespielt, während die Single-Notes schön groovig kommen. Der Tremolo-Hebel hat bei den kleinen Akkord-Phrasierungen ordentlich was zu tun und sollte in der rechten Hand liegen bleiben. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Guitar Rig 5 Billy Idol
Der Grundsound wird vom Jazz Amp geliefert.

Das Riff im Guitar Rig 5

Alle drei Gitarrenspuren habe ich mit meiner alten Blade Stratocaster eingespielt, ausgestattet mit dem Steve Lukather SL-20-Set von EMG. Der Neck-Pickup wird aktiviert und bringt den drahtigen Sound, der für diesen Clean-Sound essenziell ist. Erst mal kümmere ich mich um die beiden Spuren für die Akkorde. Ich öffne eine Mono-Instanz vom Guitar Rig 5 und schnappe mir den Roland Jazz Chorus Amp JC 120, der von Native Instruments schlicht als “Jazz Amp” bezeichnet wird. Den Chorus lasse ich direkt an, ist ja schließlich 80er angesagt! Da mir der Bassanteil zu mächtig ist, fahre ich ihn per Klangregelung ein wenig runter. Zur Abnahme dienen ein Royer 121 und ein SM 57, wobei das Bändchenmikrofon den Löwenanteil übernimmt. Vor dem Verstärker soll der “Fast Comp” den Ton noch verdichten. Der “Equalizer Parametric” beseitigt das leichte Pfeifen, indem ich bei 3,5 kHz extrem schmalbandig ziehe. Au- ßerdem wird noch bei 230 Hz ein wenig abgesenkt. Der “Solid EQ” sorgt für einen Low Cut. Bei 250 Hz und bei 2.300 Hz wird noch mal ein wenig abgesenkt. Das passiert bei der tieferen Frequenz breiter als bei der höheren. Da es mir insgesamt noch an Brillanz fehlt, wird ab 7,7 kHz noch mal gehörig angehoben. Der Grundsound ertönt nun wie gewünscht.

Jetzt kommen mit dem emulierten LA 2A und dem 1176 zwei alte Bekannte in die Signalkette, die sich in dieser Kombination schon oft bewähren durften. Dieser Sound lebt u. a. auch von der Kompression. Was man z. B. beim leichten Anschwellen im Ausklang des ersten Akkords wunderschön hören kann. Die Gain-Reduction vom Optokompressor beläuft sich auf 5 dB. Beim VC 76 stelle ich Ratio auf »8:1« und arbeite mit Input, Attack und Release, bis sich der gewünschte Effekt einstellt. Die beiden Akkordspuren werden im Panorama nach links und rechts gelegt.

Guitar Rig Mixer
Das Setup mit den Gitarrenspuren und den einzelnen FX-Bussen in Logic X

Es gibt ja noch die Linie mit den SingleNotes (im Audio-File mit “Funk” bezeichnet). Diese Spur hat im Großen und Ganzen das gleiche Setting wie die anderen beiden, nur dass der “Fast Comp” leicht unauffälliger fungiert. Der Platz dieses Tracks befindet sich halbrechts.

Einen effektlosen Sound aus dieser Ära findet man nur selten. So wird auch dieser Part gleich mit den benötigten Effekten versehen. In diesem Fall werden die FX per Bus hinzugemischt. Dafür lege ich in meiner DAW drei Busse an, die per “Send” angesteuert werden und wovon jeder mit einem eigenen Effekt versehen wird. So wird es insgesamt breiter, und vor allem lässt sich jeder Effekt einzeln ansteuern. Mit Chorus, Reverb und Delay bekommt man die komplette 80er-Bandbreite auf die Ohren.

Und so klingts:

 

“Ensemble” macht einen schönen breiten Chorus-Sound! Für den Hall sorgt der Reflektor, der unter “Big Studios” mit “Loud Studio − Digital” das passende Preset bietet. Das Delay dickt den Sound nur ein wenig an, weshalb ich hinter der “Twin Delay”-Instanz noch einen Shelving EQ hänge, der das Delay-Signal ab 2,7 kHz runterzieht. So flattert der Effekt nicht so im Gesicht rum. Da die Effekte im Bus sind und dem Direktsignal zugemischt werden, ist es wichtig, den Effektanteil in jeder Instanz auf 100 Prozent zu stellen. Nun mische ich die Effekte mit den Volume-Reglern der Busse, bis mir der Sound gefällt. Das Setup ist hier zwar sehr komplex, aber besondere Sounds verlangen nun mal besondere Maßnahmen.

 

 

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