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Selbstvermarktungs-Tipps: der Social-Media-Auftritt


Wie schreibe ich als Künstler meine Bio, welche Fotos passen zu mir? Welche Social-Media-Kanäle sollte ich bedienen? Jene Fragen beantworten sich, wenn man die eigenen Ziele kritisch hinterfragt, meint Saskia Rienth. Die ehemalige Radiomoderatorin hat Medienkunst studiert und hilft Bands, sich passend zu präsentieren — wenn’s brennt, auch kurzfristig per Skype. Ein Blick auf Missverständnisse bei Selbstvermarktung, Social-Media-Inhalten und Bühnenshows.


Gerade die Pflege von Social-Media-Auftritten kann viel Zeit beanspruchen. Wie kann eine Band den Aufwand optimieren?

Ein klassischer Fall: Bands zeigen mir, dass sie bei Instagram, SnapChat, Facebook, SoundCloud und noch fünf weiteren Plattformen angemeldet sind. Das ist ein Full-Time-Job in Sachen Kommunikation. Ich frage dann: »Wollt ihr nicht hauptsächlich Musik machen?« (lacht) Die denken zunächst, sie müssten überall stattfinden. Stattdessen gehe ich einen Schritt zurück: Wo will die Band hin, wer wollen sie sein, wie wollen sie wirken? Welche Gefühle soll die Musik erzeugen? Daraus lassen sich die passenden Social- Media-Kanäle ableiten. Wenn ein Musiker gerne fotografiert − super, damit lässt sich direkt Instagram nutzen. Wenn die das überhaupt nicht mögen − warum sollten sie dann in dem Kanal stattfinden? Ich schaue immer, dass ich eine Welt um die Künstler aufbaue, in der sie sich sicher fühlen und die ihrer Kommunikation entspricht. Lieber etwas ganz oder gar nicht machen, statt sich zu verzetteln.

Nach dem Aussortieren bleiben in der Regel zwei Kanäle übrig. Das ist völlig ok, wenn man weiß, wo sich potenzielle Hörer aufhalten. Die Kommunikationswege haben wir uns überlegt, die Band kann sich wieder auf Musik konzentrieren, der Rest läuft nebenbei. Es geht darum, was sie eigentlich wollen: »Was könnt ihr relativ einfach umsetzen, ohne dass es viel Arbeit macht?«

Manchmal vermitteln Postings keine wirklichen Inhalte, sondern scheinen nur dazu zu dienen, Aufmerksamkeit zu erzeugen …

Viel entsteht aus der Unsicherheit heraus: »Was wollen wir eigentlich auf unserem Kanal kommunizieren?« Es ist wichtig, die Künstler- identität zu definieren. Du kannst erst kommunizieren, wenn du weißt, wer du bist. Wir schauen einfach, dass die Inhalte zur Band und Musik passen. Wenn die Band Facebook nutzt, empfehle ich, Kanäle von bekannteren Bands − zum Beispiel Milky Chance, Jennifer Rostock oder Vulfpeck − und »das Beste aus Social Media« zu abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.



alexa kirsch fotographie

Saskia Rienth bezeichnet sich selbst als »Kommunikations-Coach für kreative Köpfe«. Die ehemalige Radiomoderatorin hat Medienkunst studiert und hilft Künstlern, ihre Stärken in ein passendes, individuelles Image zu übersetzen − für eine stimmige Biografie, Bandfotos, Social-Media-Präsenz und/oder Bühnenshow. Künstlern zeigt sie Stolperfallen auf und vermittelt ansteckenden Enthusiasmus.Ein Blick darauf, wie sich die eigene Musik als »Marke« präsentieren lässt.

 

 

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