Tipps für das binaurale Mischen

dearVR: 3D Audio in der Audio- und Musikproduktion

dearVR music

In der Audioproduktion kommt man am Thema 3D Audio mittlerweile nicht mehr vorbei. Wer sich damit beschäftigt, wird schnell auf die Düsseldorfer Spatial-Audio-Experten von Dear Reality und ihre dearVR-Produkte stoßen. Mit ihren beiden Plug-ins dearVR pro und dearVR music, online erhältlich über Plugin Alliance, haben sie im Bereich der für DAWs verfügbaren 3D-Audio-Tools dank herausragender Klangeigenschaften, Akustik-Simulation und weiteren Features die Messlatte sehr weit nach oben gelegt.

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Zudem besteht seit Anfang 2018 eine enge Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Mikrofon- und Kopfhörerhersteller Sennheiser, der als Partner und Investor bei Dear Reality eingestiegen ist. Das gemeinsame Ziel ist es, für die 3D-Audioproduktion den kompletten Workflow von der Aufnahme über die Bearbeitung und Mischung bis hin zur Wiedergabe über Kopfhörer oder Lautsprecher zu ermöglichen.

dearVR pro

Dass man auch in einer herkömmlichen Musikproduktion sehr kreativ mit binauralem 3D Audio und Plug-ins wie dearVR umgehen kann, beweisen die erfolgreichen Produktionen des Produzenten und Audioengineers Tschad Blake (Peter Gabriel, Pearl Jam, Arctic Monkeys). Es lohnt sich also, sich mit den Möglichkeiten von 3D Audio und dearVR in der Musikproduktion zu beschäftigen und zu experimentieren.

Tschad Blake: „This has made my year. Very cool mindfreak of a plugin I’m now using on all sorts. Great spaces too. Love it!

Grundsätzlich hat wahrscheinlich jeder, der im Audiobereich tätig ist, die Begriffe 3D Audio, Spatial Audio oder auch Ambisonics schon einmal gehört. Doch was genau hat es damit auf sich und wie und wo kann es angewendet werden? 3D Audio ist für jegliche Form von immersiven Medien, wie z.B. 360° Videos oder Virtual Reality und Augmented Reality ein entscheidender Faktor für ein realistisches Erlebnis. Ohne 3D Audio ist eine wirkliche Immersion, d.h. das Eintauchen und emotionale Erleben einer virtuellen Welt nicht möglich.

Auch 3D-Musikgenuss über Kopfhörer und Kompositionen für virtuelle Umgebungen liegen aktuell im Trend, weshalb 3D Audio bei der Musikproduktion eine spannende und immer wichtigere Rolle einnimmt. Bisher gibt es allerdings wenige Plug-ins, um professionell in einer DAW in 3D Audio zu produzieren.


Tutorial-Video von Klangkönner zur Musikproduktion mit dearVR music


3D Audio in der Musikproduktion

Gerade wenn es um binaurale Mischungen für Kopfhörer geht, sind die dearVR-Plug-ins sofort und in jeder DAW startklar, da lediglich ein Stereo-Track benötigt wird. Die Bedienung ist einfach und durchaus intuitiv. Von der Funktionsweise sind beide dearVR-Plug-ins identisch: Als Insert-Effekt in einen Kanal eingefügt, durchläuft das Signal eine dreistufige Engine, die aus einem 360°-Panoramatool für die Position, einem Reflection-Modul für die positionsabhängige Berechnung von Reflexionspatterns, sowie einem Reverb-Modul für die Virtualisierung von verschiedenen Raumtypen besteht.

Trotz dieses klaren Aufbaus empfiehlt sich jedoch, einige zentrale Regeln für die binaurale 3D-Audioproduktion zu kennen.

1. Insert immer als letzter Bearbeitungsschritt

Ein 3D-Audio-Plug-in wie dearVR pro oder music sollte immer am Ende einer Bearbeitungskette stehen. Nur so bleibt der vom Algorithmus erzeugte Raumeindruck erhalten.

2.Kompression sparsam verwenden

Generell sollte man in einer 3D-Mischung auf eine zu starke Kompression verzichten. Plug-ins wie dearVR pro oder music simulieren das natürliche räumliche Hören. Eine Stimme hat aber in der Realität immer eine gewisse Dynamik und ist nie so totkomprimiert, wie es z.B. bei einer Radiowerbung der Fall ist. Das Ziel eines 3D-Audio-Mix ist es, eine möglichst gute Lokalisation außerhalb des Kopfes zu erzielen (die sogenannte Außenkopflokalisation), genau wie beim natürlichen Hören auch. Eine übermäßige Kompression wirkt dem jedoch entgegen.

3.Die Mastering-Chain anpassen

Eine Mastering-Chain sollte höchstens einen Limiter enthalten, keine Multiband Kompression. Auch alle weiteren Bearbeitungen wie z.B. EQs beeinflussen den natürlichen räumlichen Klangeindruck und sollten vor dem 3D Audio Rendering erfolgen (siehe Tip 1).

3D Audio Technik und Formate

3D Audio für Kopfhörer ist mit jeder DAW möglich, die AAX, VST oder AU Plug-ins unterstützt. Der binaurale Output von dearVR pro oder music liefert ein herkömmliches Stereofile, das mittels jedem beliebigen Kopfhörer wiedergegeben werden kann.

Bei der 3D-Audioproduktion für die Lautsprecherwiedergabe ist das nicht so einfach. Hier ist das sogenannte scene-based Ambisonic-Format als Ausgangsformat wählbar. Ambisonic ermöglicht ohne zusätzliche Metadaten ein 360° Klangfeld und wird vor allem für 360°-Video-Player wie YouTube und Facebook verwendet. Allerdings benötigt man dafür vier, neun oder sogar 16 Kanäle – je nach Qualität und räumlicher Auflösung des Ambisonic Signals. Bezeichnet werden diese unterschiedlichen Auflösungen mit dem Begriff der Ordnung, z.B. First-Order-Ambisonic (FOA). Die erforderliche Anzahl an Kanälen für das Ausgangssignal schränkt jedoch die Auswahl an möglichen DAWs ein. Aktuell sind es lediglich Pro Tools Ultimate, Nuendo 8.1, Pyramix und Reaper, die mehrkanalige Ambisonic-Tracks unterstützen:

Auch für klassische, kanalbasierte Mehrkanalformate wie z.B. 5.1, 7.1 oder 22.2 wird dearVR in Zukunft eine Lösung bieten. Aktuell gibt es bereits einen Stereo-Lautsprecher-Output für die Wiedergabe über ein herkömmliches Stereo-Setup ohne, daß neu gemischt werden muß. In einem nächsten Update werden dann zusätzlich auch alle gängigen Mehrkanalformate unterstützt.

 

dearVR Spatial Connect

Den nächsten großen Schritt in der 3D Audioproduktion stellt Dear Reality‘s Mixing-Software Spatial Connect dar. Mit dieser Software sind in Zukunft Mischungen mit dearVR pro innerhalb von VR möglich. So entsteht der Mix innerhalb des Mediums selbst und kann direkt optimal beurteilt und auch bearbeitet werden – vergleichbar mit einer Kinomischung, die auch in einem Kinosaal als Tonregie gemacht wird. CEO Christian Sander präsentierte Ende Mai auf der AES Europe Convention in Mailanddiese neuartige Software und Workflow. Die offizielle Beta-Phase startet in Kürze. Interessenten können über https://dearvr.com Kontakt aufnehmen und als Tester für das Beta-Programm bewerben.

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. “In der Audioproduktion kommt man am Thema 3D Audio mittlerweile nicht mehr vorbei.” Doch und zwar ohne Probleme!
    Die meisten Songs werden immer noch “nur” in stereo produziert und das ist nun mal nur 1D! Eine Dimension, links und rechts. Natürlich kann man da auch eine räumliche Illusion schaffen, aber echtes 2D gibt’s erst ab Surround und 3D?? In meinen Augen/Ohren zur Zeit noch völliger Mumpiz.
    Der 2D Effekt in dem Plugin ist bei vorne nah zu vorne weiter weg gut, hinten mäßig und oben nicht zu hören.

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