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Bob Clearmountain – Drum Recording mit vier Mikrofonen

Vor Kurzem haben wir uns angeschaut, wie man ein Schlagzeug mit nur zwei Mikrofonen aufnimmt. Der Fokus bei einer solchen Aufnahme lag auf der Bassdrum und einem Overhead Mikrofon, das alle wesentlichen Klangaspekte der einzelnen Drums aufgezeichnet.

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Doch was, wenn noch zwei Mikrofone hinzukommen? Der Toningenieur Bob Clearmountain (The Rolling Stones, Bruce Springsteen) und der erfolgreiche Studiodrummer Matt Chamberlain (Solo Artist, Begleiter von David Bowie, Tori Amos, Soundgarden) diskutieren hierfür die beste Methode für eine Aufnahme mit vier Mikrofonen.

Bob Clearmountain greift dabei auf ein System eines Freundes aus den 60ern und 70ern zurück, mit dem bereits Bands wie Led Zeppelin, The Who und The Rolling Stones Aufnahmen durchführen:

Wo sind die Toms?
Als Audiointerface verwenden die beiden das Apogee Quartet, das vier analoge Eingänge bietet. Die ersten beiden Mikrofone fungieren als Overhead Mics und werden relativ zu den Positionen der Toms aufgestellt. Bob Clearmountain rät hierbei, die Mikrofone in der Höhe so zu positionieren, dass sie jeweils von der Rack- bzw. Floor Tom ungefähr 80 cm entfernt sind. Dabei gilt zu beachten, dass auf der linken und rechten Seite des Schlagzeugs auch die Becken in gleichem Abstand zum Mikrofon stehen, sodass sie bei der Aufnahme keine unterschiedlichen Pegel erreichen. Für diese Aufnahme verwenden die beiden das Kondensatormikrofon Neumann U87.

Bassdrum und Snare
Die beiden anderen Mirkofone konzentrieren sich anschließend auf die Snare und die Bassdrum. Für die Snare wird vom Shure SM57 Gebrauch gemacht – ein Klassiker, der gerne für Snare-Aufnahmen benutzt wird. Dass überhaupt beim Drum-Recording die Snare extra aufgenommen wird, ist übrigens der kleine Unterschied zu damaligen Aufnahmen und auch der Punkt, der Bobs Clearmountains System aus den 60ern erweitert.

Die Bassdrum wird mit dem AKG D112 aufgenommen. Hierbei wird das Mikrofon in die Bassdrum installiert, indem sie von oben herab auf mittlerer Höhe aufgehangen wird. Besitzt die Bassdrum ein Loch, kann man aber getrost wie beim Drumrecording mit zwei Mics einfach das Mikrofon dort hindurch stecken, um diese Position zu erreichen.

Auf die Lautstärke der Becken achten
Bei dieser Aufnahmetechnik kann es je nach Schlagzeug vorkommen, dass sich die Becken im Vergleich zu den anderen Drums zu sehr durchsetzen. In so einem Fall sollte man sie gegen etwas dünnere Becken austauschen oder Tape anwenden und etwas vorsichtiger spielen.

Auch hier eine klassische Problematik, die es zu überwinden gilt: Wo steht das Schlagzeug überhaupt? Denn die räumliche Beschaffenheit mitsamt seiner Reflexionen beeinflusst den Klang maßgeblich. Auf einer Bühne können beispielsweise tiefe Frequenzen viel stärker auftreten als im Studio. Am besten eignet sich daher immer noch ein schalltoter Raum, in dem idealerweise nichts reflektiert. Steht einem ein solcher Raum nicht zur Verfügung, raten Bob Clearmountain und Matt Chamberlain im Aufnahmeraum einfach etwas zu experimentieren und auf das Ohr zu hören.


Sound&Recording – Drum Recording Special

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Die Sommer-Ausgabe 07-08/16 von Sound&Recording steht ganz im Zeichen der Königsdisziplin im Studio – denSchlagzeug-Aufnahmen. In unserem Drum Special haben wir über 100 Mikrofone an den Drums miteinander verglichen. Udo Masshoff gibt euch Tipps, zum Stimmen des Schlagzeugs für eure Recordings. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Themen Drum Editing in Studio One 3, mobilen Drum Recordings und damit, wie ihr mit NI Massive einen Layer für die Kick Drum basteln könnt.

 

Weitere Themen:

  • UAD Fender `55 Tweed – Software-AMP
  • iZotope VocalSynth – Vocal Effekte aus dem Rechner
  • Zu Besuch bei Boutique-Hersteller Royer Labs
  • Mixpraxis: Rik Simpson mischt Coldplay – Hymn For The Weekend uvm.

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