Sequenzer-Tipps: DAW-Tutorials

Studio One: „Instant Voice-Over“

Die Produktion eines Podcasts oder einer Radio-Show beansprucht relativ viel Zeit, nur um stets ein passendes Verhältnis zwischen Sprache und Musik zu gewährleisten − das Musikbett soll ja bei einem Voice-Over möglichst weit in den Hintergrund treten, um die Textverständlichkeit zu erhöhen.

Bei kurzen Spots ist dies natürlich schnell durch eine Automation des Lautstärken-Faders zu erreichen; bei einem ausgedehnten Programm von mehreren Minuten Länge lohnt sich jedoch eine automatische Regelung − mit nur wenigen Schritten ist dies auch in StudioOne kein Problem. Füge auf der Musik-Spur zuerst den „Compressor“ im Insert-Slot ein, und aktiviere dort die Sidechain. Dupliziere danach die Sprach-Spur, und ziehe den Fader der Kopie ganz nach unten.

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Fade-Ins und -Outs des Musikbetts werden automatisch durch ein spezielles Kompressor-Setup erzeugt.

Die vorhin aktivierte Sidechain des Kompressors erscheint nun bei den „Sends“ der kopierten Spur. Setze den Regler hier auf 0 dB und „Pre-Fader“. Um eine möglichst deutliche Pegelreduktion des Musikbetts zu erreichen, sollte der Kompressor eine hohe Ratio von 20:1 aufweisen.

Den „Threshold“ kann man nach eigenem Geschmack einstellen − der Bargraph „Gain Reduction“ darf schon −15 dB oder gar mehr anzeigen. Die Geschwindigkeit der Absenkung lässt sich mit dem Parameter „Attack“ regeln. Ein höherer Wert führt zu einem weicheren Fade-Out. Damit die Musik nicht pumpt und in kurzen Textpausen nicht zu schnell zurückspringt, empfiehlt sich eine lange Release-Zeit, hier „2.00“ Sekunden.

StudioOne verfügt im Inspector zwar über eine Spurverzögerung, allerdings versetzt diese das Audiomaterial um maximal ±100 ms, was für dieses Setup wahrscheinlich nicht ganz ausreicht. Insofern ist es besser, die kopierte Region manuell etwas nach links zu ziehen, etwa um eine halbe oder ganze Sekunde. So beginnt die Absenkung der Musik schon kurz vor dem ersten gesprochenen Wort, und der Fade-Out kann sich besser entfalten. Übrigens lässt das automatische Regelverhalten noch unauffälliger gestalten, indem ein Limiter auf der duplizierten Spur eingefügt wird, um das Steuersignal radikal im Zaum zu halten.

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