Produkt: Sound & Recording 01/2020 Digital
Sound & Recording 01/2020 Digital
Studioreport Island: Aufnahmen unter Nordlichtern +++ Mixpraxis: Konstantin Kersting mischt Dance Monkey von Tones And I +++ Palmer Monicon XL Monitor-Controller +++ Gehringer WASP: Hybridsynth-Klon +++ Nicolas Godin: Beton, Glas und Vintage-Synths
Der Bass-Boss

Vintage Park: Moog Taurus

(Bild: Bernhard Lösener)

Mit dem 1976 vorgestellten Fußpedal-Synth Taurus zementierte Moog eindrucksvoll seine Hegemonie im Frequenzkeller; der Bass-Spezialist wurde u. a. von Acts wie Genesis oder Yes eingesetzt.

Der Moog Taurus ist ein Unikum im Synthesizer-Universum, denn er wurde nicht als konventionelles Tasteninstrument, sondern als Fußbass-Synth konzipiert. Der Analogsynth, der auch als Model 205A firmiert, kam 1976 heraus, kostete ca. 2.000 Mark und wurde bis 1981 gebaut. Er basiert auf dem Bassynth des legendären Moog Constellation Systems, welches nie Serienreife erlangte und von dem nur ein Prototyp existiert. Dieses 1973 gebaute, dreiteilige System besteht aus dem monofonen Solo-Synthesizer Lyra, dem polyfonen Apollo (aus dem der Polymoog hervorgegangen ist) und einem Fußpedal-Synthesizer, der ein Vorgänger des Taurus ist. Keith Emerson hat das System auf dem Album Brain Salad Surgery von Emerson Lake & Palmer und z. T. auch auf der Bühne eingesetzt. Der Lyra wurde von Bob Moog und Jim Scott konzipiert, der Apollo und der Taurus sind eine Entwicklung von Dave Luce.

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Rückseitig findet man beim Taurus I den Netzschalter, einen monofonen Ausgang und einen Regler für die Ausgangslautstärke.
Der Taurus 3 verfügt über 48 Speicherplätze.
Die anschlagsdynamische Klangerzeugung des Minitaur ist mit zwei VCOs (Sägezahn und Puls), Kaskadenfilter, VCA und VCFEnvelopes (Moog-typisch mit Attack, Sustain und alternativer Decay- oder Release-Aktivierung) und LFO (mit verschiedenen Wellenformen) ausgestattet; Oszillator-Hardsync ist auch möglich. Sounds lassen sich via Software-Editor speichern.
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Das nur als Prototyp existierende Constellation-System von Moog wurde von Keith Emerson eingesetzt.
Hinter der Abdeckung hat man Zugriff auf die Klangparameter des Taurus.

Äußeres

Der Taurus besitzt ein stabiles Metallgehäuse und bringt 13 kg auf die Waage. Die Fußpedale decken eine Oktave ab. Auf dem Bedienpanel gibt es große, auch mit dem Fuß gut zu betätigende, runde Taster mit zugehörigen Status-LEDs, mit denen man drei Presets und einen frei programmierbaren Sound abrufen kann. Rechts daneben liegen drei weitere Taster für Portamento, Decay (Aktivierung der Decay-Phase der Amp-Hüllkurve alternativ zur Release-Phase) und Octave. Darüber findet man zwei große Schieberegler für Lautstärke und Cutoff-Frequenz des Filters, die sich mit den Füßen mehr schlecht als recht regeln lassen; etwas Übung ist hier geboten. Zwischen den beiden Fadern liegt die Programmier-Sektion, die gegen unabsichtliches Modifizieren des Sounds durch spontane Fußtritte mit einem durchsichtigen Deckel gesichert ist. Aufgeklappt hat man Zugriff auf diverse Parameter wie Tune, Portamento-Geschwindigkeit, Attack, Sustain, Decay der Amp-Hüllkurve, Attack und Decay der Filterhüllkurve, Frequenz des zweiten Oszillators, Filtereckfrequenz, Resonanz, drei Oktavlagen sowie Verstimmung und das Lautstärkeverhältnis der beiden VCOs.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 5/2021. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Fragen an den Keyboarder und Taurus-Spezialisten Manfred Büchel

Was schätzt du am Moog Taurus?

Er bietet einen fetten, warmen Basspedalsound, unvergleichlich mit allem, was auf dem Markt ist, breathtaking … siehe Asia, Genesis, ELP etc.

Hast du ihn mal auf der Bühne oder im Studio eingesetzt?

Ja, sehr oft. Superklasse z. B. für Saga-Sounds!

Welche Nachteile hat das Instrument, und ist es aus deiner Sicht noch zeitgemäß?

Es ist schon groß und sehr schwer, vor allem im Case. Zeitgemäß wäre ein Roland MIDI-Pedal plus Taurus 1 im Minikästchen.

Manfred Büchel mit Bob Moog
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