Platzhirschalarm

Steinberg Cubase Pro 11 – Software-Sequenzer im Test

Audio-Alignment, Surround-Busse, eine Mixing-Console von Weltklasse und eine hochfunktionale MIDI-Umgebung inklusive Scoring-Oberfläche … alles ist doch schon da! Es ist aber immer wieder spannend zu erfahren, was sich die Programmierer von Steinberg überlegen, um Cubase noch einen Schritt weiter zu modernisieren.

Anzeige

Schweift man über die Sektion »What’s New« der Hersteller-Website, scheint es fast so, als wäre dem Hamburger Team diese Modernisierung erneut gelungen, ohne die DAW mit überflüssigem Beiwerk zu bremsen. Mal sehen!

Für die Installation von Cubase Pro 11 meldet man sich, wie schon länger bekannt, im »Steinberg Download Assistant« an. Nach Eingabe des Lizenz-Codes listet dieses Portal sowohl die neueste DAW-Version wie auch eine Unmenge an zusätzlichen Sounds und Erweiterungen. Natürlich ist immer noch ein eLicenser-Dongle für den Betrieb notwendig. Cubase 11 wird unter Windows ab Version 10, unter MacOS ab »Mojave« unterstützt.

Der neue Analyzer Supervision verfügt über eine Vielzahl von Modulen, die auch Themen wie LUFS oder TruePeak abdecken.
Der hauseigene Equalizer ist nun mit dynamischen Frequenzbändern ausgestattet.
Bis zu vier Frequenzbereiche lassen sich mit Imager in der Stereobreite variieren.
Dank »SpectraLayers ONE« ist das Extrahieren von Gesang mit wenigen Handgriffen möglich.

GUI und Workflow. Den gleichzeitigen Export von ausgewählten Einzelspuren und Subgruppen hatte Cubase ja schon einige Jahre im Angebot. Aber damit ist es oft nicht getan, denn weitere Aspekte wie Master-Effekte oder Dateiformat spielen mitunter eine wichtige Rolle. Apple Logic, Bitwig Studio oder Ableton Live haben diesbezüglich schon länger vorgearbeitet, klappt man in Cubase 11 jedoch die neue »Export-Warteschlange« aus, eröffnen sich fast unglaubliche Möglichkeiten.

Alle Einstellungen im Hauptfenster, von Spurauswahl über Abtastrate bis hin zu Speicherort lassen sich nacheinander einer Job-Liste hinzufügen. Egal, ob man nur einen Mix als WAV- und MP3-Format in einem Aufwasch exportieren oder ein umfangreiches Archiv aller Parts anlegen möchte, ist die Warteschlange das perfekte Werkzeug. Der Clou: Für jeden Job kann man detailliert angeben, welcher Signalweg herausgerechnet werden soll. Im Menü »Effekte« stehen dazu vier Optionen bereit. Die Varianten »Insert und Strip« sowie »Deaktiviert (Dry)« sind selbsterklärend. Des Weiteren findet man die Option »+ Gruppen/Sends (KSP)«, die Submixes und Effekt-Returns miteinbezieht. In der letzten Variante »+ Master/Gruppen/Sends (KSPM)« wird zusätzlich noch die Bearbeitung der Ausgangskanäle inkludiert. Jetzt heißt es nur noch: Jobs anlegen, »Warteschlange exportieren« drücken, und in die Mittagspause gehen. Danke Steinberg!

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 02/2021. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: Steinberg

Download-Preis: ca. 559,– Euro

Internet: steinberg.net

Unsere Meinung:
+++ überarbeitete Export-Funktionen
+++ neue Effekte
+++ Analyzer
+++ SpectraLayers ONEinklusive
++ verbesserte Piano-Roll


Ambisonics-Tutorial

Bevor man die ersten Schritte hinsichtlich 3D-Mischungen machen kann, muss man Cubase erstmal einrichten. Mithilfe eigener Hausmittel geht dies sehr komfortabel, ganz ohne Plug-ins von Drittanbietern.

1. Über das Menü »Studio« oder den Shortcut [F4] sollte man zuerst »Audioverbindungen « öffnen. Im Tab »Ausgänge« muss per Rechtsklick ein neuer Bus angelegt werden. Cubase bietet für unser Setup drei Ambisonics-Formate an: 1st Order, 2nd Order und 3rd Order. Wir entscheiden uns in diesem Beispiel für die letztere Variante.

Der neue Ambisonics-Bus wird dann via Rechtsklick auf den Bus-Namen »als Main Mix« definiert und in der Spalte »Audiogerät« danach »nicht verbunden« ausgewählt.

Im Tab der Audioverbindungen ganz rechts sollte nun kontrolliert werden, ob der »Control Room« aktiv ist. In der Tabelle darunter wird noch ein neuer Bus für »Phones« hinzugefügt und das gewünschte »Audio-Gerät« aktiviert.

2. Klappt man im Arrangement nun auf der rechten Seite die Ansicht »CR« aus, wird unter »Phones« automatisch der »VST AmbiDecoder« inklusive Metering und Lautstärken-Regler angezeigt. Dieses Plug-in dient dem Konvertieren von Ambisonics-Audio, um das komplexe Mischsignal auf herkömmlichen Stereo-Kopfhörern binaural abzuhören. Übrigens: Damit auch das Vorhören von Audiodateien über den Kopfhörer möglich ist, etwa in der Media Bay, sollte man im Menü »Bearbeiten / Programmeinstellungen« prüfen, ob unter »VST / Control Room« ein Häkchen bei »Phones-Kanal für Preview verwenden« gesetzt ist.

3. Nun kann man beliebig viele Audio-Spuren im Projekt anlegen. Für ein eindeutiges Ergebnis verwenden wir nur Mono-Spuren. Als Ausgang wird stets der Bus »3rd Order AmbiSonics« ausgewählt.

Wirft man jetzt einen Blick in die Mixer-Ansicht [F3], fällt auf, dass die Panorama-Regler ihre Form und Größe verändert haben. Nach einem Doppelklick auf einen der Panorama-Regler öffnet sich der entsprechende »VST MultiPanner«. Dieses Parameter-Monster übernimmt die akustische Positionierung unserer Mono-Quelle. Die Visualisierung »Top View« lässt sich durch einen Klick auf den Pfeil links oben, mit der Ansicht »Rear View« erweitern. So kann man Schallquellen direkt mit den blauen Punkten oder durch Ändern der entsprechenden Drehregler durch den Raum bewegen.

In den »Audioverbindungen« müssen Busse im Tab »Ausgänge« …
… und im Tab »Control Room« definiert werden.
Die »CR«-Ansicht mit eigener »Phones«-Abteilung
Alle neuen Spuren werden direkt in den Ausgangsbus »3rd Order Ambisonics« geschickt.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren