Omnisphere zum anfassen

Spectrasonic Omnisphere V2.6 mit Hardware-Integration im Test

In Produzentenkreisen muss Spectrasonics’ Omnisphere eigentlich nicht mehr vorgestellt werden. Zu lange schon ist der Software-Synth auf dem Markt und spielt seitdem ganz vorne mit, als dass man an ihm vorbeigekommen wäre. Dass Omnisphere durch die Kombination mit vorhandenen Hardware-Synths allerdings seit geraumer Zeit auch ein ernstzunehmender Kandidat für die Bühne sein kann, dürfte wiederum der Aufmerksamkeit vieler Livemusiker entgangen sein.

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Um die Bühnentauglichkeit von Omnisphere weiter auszubauen, hat sich Spectrasonics beliebte Hardware-Synths ausgesucht und deren Bedienelemente, wie Potis, Fader, Taster usw., den entsprechenden Parametern in Omnisphere zugeordnet, wodurch sich diese Hardware-Synths nun in hochspezialisierte Controller des Softwaresynthesizers verwandeln. Das macht im Live-Setup natürlich einen schlankeren Fuß, weil hier kein Extra-Controller mehr nötig ist, sondern einfach der sowieso vorhandene Synth genutzt werden kann. Unter den momentan unterstützten Hardware-Vertretern sind Klassiker, wie auch aktuelle Synths, teilweise mit klangvollen Namen wie Moog, Dave Smith, Clavia, Access, Roland, Korg uvm. Die komplette Liste mit den aktuell 65 unterstützen Instrumenten ist auf der Spectrasonics-Website einsehbar und wird wohl, wie bisher bereits geschehen, auch weiterhin erweitert werden.

Das dazugehörige Omnisphere-Update hatte Spectrasonics in den Versionen v2.5 bzw. v2.6 veröffentlicht. Außer der Hardware-Synth-Integration gab es mit beiden Updates mal eben ca. 1.600 neue Sounds in Form einer neuen Hardware-Synth-Library und darüber hinaus zahlreiche Änderungen unter der Haube, wie z. B. mehr Layers, Hüllkurven und LFOs pro Patch, zusätzliche Filter und Wavetables sowie ein stark aufgebohrter Arpeggiator – um nur einige zu nennen. Und das Beste daran: all das als kostenfreie Updates und als purer Quell der Freude für alle Omnisphere-2-Besitzer.

Der vorhandene Hardwaresynth lässt sich sehr komfortabel per Drop-Down-Menü aus den über 60 unterstützten Modellen auswählen.
Jeder unterstützte Hardwaresynth ist auch mit eigens für ihn programmierten Omnisphere- Sounds repräsentiert (hier der Nord Lead), die in der neuen Hardware-Synth-Library mit insgesamt über 1.600 zusätzlichen Sounds zusammengefasst sind. Diese Sounds sind selbstverständlich für jeden auch ohne das jeweilige Hardwarependant spielbar – dann aber natürlich leider ohne die großartige Hardware-Integration.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 02/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Spectrasonics
Preise: Vollversion: 399,– Euro Upgrade: 199,– Euro
Internet: www.spectrasonics.net

Unsere Meinung:
+++detaillierte und individuelle Integration von über 60 Hardware-Synth-Oberflächen
+++direkter Zugriff auf die wichtigsten Omnisphere-Parameter
++ Hardware-Synth-Library mit ca. 1.600 Sounds
++ Keyscape und Trilian als Satellites ebenfalls eingeschränkt steuerbar
–– unidirektionale Kommunikation

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich frage mich echt immer wieder, wenn ich solche Mengenangaben, wie “…ca. 1.600 neue Sounds…” lese, welches menschliche Hirn in der Lage ist sich diese Überflutung zu merken, um damit sinnvoll kreativ zu arbeiten? Es ist egal ob man Synthies oder Effektgeräte einsetzt – überall wird man platt gemacht mit eine Auswahlmenge, die, meiner Erfahrung nach, nicht “verwaltbar” ist.
    Ich weiß nicht, wie es anderen Musikern geht, aber wenn ich eine Soundidee hab und anfange nach was passendem zu suchen, nach kurzer Zeit des Hineinhörens ist bei mir ein akustisches Overload im Hirn und Gehör. Ich komme immer wieder zur Erkenntnis – weniger ist mehr:-) Meistens ist selber was erschaffen die bessere und einfachere Lösung.

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    1. Dein Kommentar erinnerte mich sofort an meine XV5080-Zeit, in der ich neben Samplern immer unter Hochdruck Sounds für Theatermusik finden musste. Die meiste Zeit verbrachte ich Immer mit Suchen und verwerfen bis tief in die Nacht hinein. Danach kam oft noch das Rumärgern, weil das XV einzelne Sounds i. V. mit aufwändigen Mehrspurprojekten durch Midi immer wieder mal komisch und unreparabel veränderte. Da war irgendwie ein (seltener aber ärgerlicher) Bug im Gerät, der nicht behoben werden konnte.

      Andererseits dauert das Basteln seines eigenen Sounds auch fast gleich so lang, man hat also auch nicht viel Zeit gewonnen.

      Die Suche nach dem richtigen Klang bleibt also wohl auch noch in Zukunft schwierig, vor allem wenn man unter Zeitdruck steht. Das Konzept von NI i. Verbindung mit der Hardware kommt mir persönlich aber schon mal sehr entgegen.

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    2. Das ist eine gesunde Ansicht und geht mir auch so.

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