Mehr als ein »Add-on«

Softube Console 1 Fader – USB-Controller im Test

Softube gehört zur Crème de la Crème der Plug-in-Welt. Seit Jahren vertrauen Firmen wie Solid State Logic, Marshall, Tube-Tech oder Chandler Limited auf die möglichst naturgetreue Software-Nachbildung ihrer Studio-Boliden durch die schwedischen Programmierer.

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Es war eine kleine Überraschung, als Softube plötzlich mit einem Hardware-Controller an den Start ging. Die sogenannte »Console 1« stellte eine elegante Lösung dar, all diese Plug-ins mithilfe einer physikalischen Bedienoberfläche optimal zu steuern. Equalizer-Bänder und alle wichtigen Parameter von Kompressoren und Filtern wurden automatisch dedizierten Drehknöpfen zugewiesen. Die Beschleunigung des Workflows war so überzeugend, das eigentlich »nur« noch die Fader fehlten – und genau dort knüpft Softube an. Bei »Console 1 Fader« handelt es sich also um eine Erweiterung von Console 1. Auch dieser Hardware-Controller erlaubt es, via USB-Schnittstelle Plug-ins von Softube und UAD fernzusteuern. Das stabile Aluminium-Chassis besitzt mit Maßen von knapp 430 x 40 x 190 mm die gleichen Dimensionen wie die Console 1. Mit einem Gewicht von ca. 3 kg ist der Neuling jedoch etwas schwerer.

Die Oberfläche von Console 1 Fader ist sinnvoll strukturiert.

Die Rückseite ist mit einer USB-2.0-Buchse des Typs B versehen. Im Gegensatz zur Console 1 kommt hier noch eine Buchse zum Anschluss für das mitgelieferte 8V-Netzteil hinzu; die zusätzliche Stromversorgung ist nicht zuletzt den Motor-Fadern geschuldet. Im Gegensatz zu vielen anderen Mixing-Surfaces besitzt das neue Softube-Gerät nicht acht, sondern zehn Fader. Da es 20 »Select Track Buttons« an der Console 1 gibt, hat man somit stets exakt die Hälfte der Kanäle auf der Oberfläche. Die Schieberegler des Fabrikats ALPS besitzen einen Regelweg von je 100 mm. Jeder Fader wird oben von drei Buttons begleitet – zwei oben, einer unten.

Hier zwei der insgesamt fünf OSD-Ansichten.

Des Weiteren sind auch kleine Level-Meter mit acht LEDs zu finden. Auf der rechten Seite gibt es noch 23 weitere Buttons sowie einen Encoder (ohne Push-Funktion) – doch dazu später. Nahezu alle Buttons sind mit mehrfarbigen LEDs versehen, allerdings gibt es keine Anzeigen in Form von LC-Displays oder einem TFT-Monitor.

Der Controller wird ab Windows 7 (64 Bit) sowie auf dem Mac ab OSX 10.12 unterstützt. Das zugehörige Plug-in ist in allen gängigen Schnittstellen, also VST2/3, AU und AAX Native verfügbar.

Für den Betrieb benötigt man einen iLok-Account, welcher automatisch mit der »Softube Central« synchronisiert werden kann. Dieses kostenlose Software-Portal listet – sofern online – alle aktivierten Lizenzen, installierte Software-Pakete und informiert automatisch über verfügbare Updates. Sobald Console 1 Fader installiert ist, erscheint ein kleines Softube-Icon in der Systemleiste. Nach einem Rechtsklick lässt sich überprüfen, ob die Hardware als »C1 Fader: Connected« gelistet wird.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 04/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: Softube
Straßenpreis: ca. 560,– Euro
Internet: softube.com

Unsere Meinung:
+++ sehr gute Verarbeitung und Haptik
+++ Fader-Modi
++ Layer-Mode
–– momentan keine vollständige Unterstützung von Pro Tools und Logic
– keine LC-Displays

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