Raumwunder

Sennheiser AMBEO Soundbar – 3D-Sound im Heimkino

(Bild: MAX THRELFALL)

Mit der AMBEO Soundbar bewegt sich Sennheiser auf den Hifi-Markt. Die AMBEO soll durch Decken- und Wandreflexionen einen dreidimensionalen Raumklang in Dolby-Atmos und nahezu allen Surround-Formaten schaffen. Auch Stereo soll über AMBEO einen räumlicheren Klang erhalten. Doch fangen wir vorne an!

Beim Öffnen des ca. 140 cm langen und 30 cm breiten Pakets fiel sofort das Messmikrofon auf, das zum Lieferumfang gehört und aussieht wie eine Antenne. Im Lieferumfang enthalten ist außerdem das Stromkabel –Netzteil ist integriert – ein HDMI-Kabel – sehr lobenswert –, das Manual und eine BluRay mit vielen Sounds aus Film- und TV-Soundtracks sowie verschiedene Testtöne der unterschiedlichen Surround-Formate. Natürlich ist auch eine Fernbedienung dabei, die sich für eine Fernbedienung auffällig robust und hochwertig anfühlt. Alternativ kann die AMBEO Soundbar auch über die Smart Control App von Sennheiser vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert werden. Die App ist für iOS und Android erhältlich.

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Beim Herausheben fiel das mit 20 kg hohe Gewicht der Soundbar direkt auf. Im gleichen Moment war jedoch auch die gute Verarbeitung und die bekannte Sennheiser-Qualität festzustellen. Die 126,5 cm breite Soundbar ist wegen ihrer breite nicht für jede Wohnwand gedacht. Der Schacht für den Fernseher meiner Wohnwand misst leider nur 120 cm. Deshalb musste ich für den Test mit der AMBEO Soundbar auf einen kleinen Beistelltisch ausweichen, den ich vor dem Fernsehen platziert habe. Als Soundbar unter einem TV mit Wandhalterung ist sie definitiv besser aufgehoben. Die Wandhalterung gibt es von Sennheiser übrigens für 59 Euro. 

Das Innere

In der AMBEO Soundbar sind insgesamt 13 Lautsprecher integriert. Sechs 10-Zoll Lautsprecher als Tiefmitteltöner, die nach vorne gerichtet sind, fünf Kalotten mit 2,5 cm aus Aluminium kümmern sich vorne um die Höhen. Die restlichen zwei sitzen an den Außenseiten der Soundbar und sorgen für die Surround-Effekte und die Räumlichkeit. Oben auf der AMBEO sind zusätzlich links und rechts zwei 9-cm-Konuslautsprecher integriert, die per Deckenreflexion den 3D-Effekt bescheren. Angetrieben werden die Lautsprecher durch eine Class-D-Endstufe mit bis zu 500 Watt. Sie soll laut Sennheiser ohne Subwoofer eine untere Frequenz von 30 Hz erreichen.

Anschlussmöglichkeiten

Die AMBEO besitzt an der Front einen 3,5-Klinke-Eingang für das Messmikrofon. Alle anderen Anschlüsse, wie ein HDMI-Anschluss mit Audiorückkanal für den Fernseher, drei weitere HDMI-Eingänge für Blu-ray-Player usw., einen optischen Ausgang und einen analogen Chinch sowie ein Subwoofer-Ausgang befinden sich auf der Rückseite. Die AMBEO kann auch über Wi-Fi und LAN – befindet sich ebenfalls auf der Rückseite – ins heimische Netzwerk integriert werden. Auch über Bluetooth kann die AMBEO angesteuert werden.

Installation

Wie bereits erwähnt, nutzt die AMBEO Soundbar gezielt die Decken- und Wandreflexionen des Raums, den sie vorher kennenlernen muss, um den 3D-Effekt auch umsetzen zu können. Dazu nutzt man einfach das bereits angesprochene Messmikrofon in Antennen-Form.. Die Installation ist sehr einfach! Das Messmikro wird am 3,5-Klinke-Eingang an der Front angeschlossen. Das Messmikrofon sollte dann zentral vor dem TV an der Stelle positioniert werden, von wo man auch TV schaut oder Musik hört. Bei mir war das in dem Fall in der Mitte auf der Couch. Ist alles in Position, startet man über AMBEO-Knopf an der Oberfläche der Soundbar das Kalibrierungs-Verfahren, was automatisch durchläuft. Es ertönen mehrere Durchläufe von Sweap-Sounds aus dem tieffrequenten in den hochfrequenten Bereich. Die Soundbar gibt Bescheid, wenn fertig! Einfacher geht es kaum! Nach ein paar Minuten ist die AMBEO startklar!

Höreindruck

Mit dem AMBEO-Knopf auf der Oberfläche startet man im Betrieb den 3D-Effekt! Das geht sogar bei Musik, die in dem Fall einen Upmix auf das 5.1.4 System erfährt, was schon wirklich beeindruckend klingt. Noch besser wird es aber beim Beispielmaterial für das 5.1.4-System von der beiliegenden Blu-Ray. Da fühlt es sich in etwa so an, als würde die Sonne aufgehen und man statt eingeengt in einem Raum auf einer klanglichen Reise ohne räumliche Grenzen sitzen. Es entsteht sofort das Gefühl von einer höheren Räumlichkeit. Beeindruckend! Ein 3D-Empfinden entsteht definitiv.

Bei den Testtönen zu den einzelnen Surround-Formaten fällt es mir beim durchsteppen der einzelnen Lautsprecher, (Center, Left, Right… ) durch die weißes Rauschen geschickt wird, auch schwer, die Signale aus den Lautsprechern, die eigentlich hinter mir platziert sind, zu orten. Das kann allerdings auch an meinem Raum liegen, der ca. 50 Quadratmeter groß, gefliest und mit stark reflektierenden Wänden und einer Decke ausgestattet ist. Dennoch werden die vorderen und seitlichen Speaker deutlich und hörbar simuliert. Trotz der enormen Räumlichkeit, die die AMBEO Soundbar schafft, werden manche Sounds auch sehr nah am Ohr platziert. Die Kombination beeindruckt!

Sennheiser AMBEO VR Mic

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Der Sound

Klanglich überzeugt die AMBEO auf ganzer Ebene! Der Sub ist stark und klingt dennoch sehr differenziert, dagegen kann so manch eine Hifi-Anlage zuhause einpacken. Vielleicht nicht schlecht, wenn man der Frau erklären muss, dass Mann jetzt eine große Soundbar im Wohnzimmer braucht, dafür dann aber im Gegenzug die Hifi-Anlage weichen kann. Es gibt insgesamt 6 Sound-Presets, die über die Fernbedienung oder die App ausgewählt werden können, zusätzlich steht allerdings auch ein 4-Band-Equalizer bereit, um den Sound anzupassen. Die Anzeige erfolgt direkt am Gerät auf dem sehr guten und edel wirkenden weißen OLED-Display. Seine Leuchtkraft kann sich auf Wunsch der Umgebungshelligkeit anpassen.

Fazit

Klar, mit 2500 Euro muss man für die AMBEO Soundbar von Sennheiser tief in die Tasche greifen! Stellt man sich allerdings vor, was eine 5.1.4 Surround-Anlage mit passendem Verstärker kostet, ist diese Variante ein echtes Schnäppchen! Auch wenn man die Abmessungen der Soundbar berücksichtigt, ist die AMBEO absolut im Vorteil! Die 3D-Klangwiedergabe, oder auch der AMBEO-Effekt, ist meiner Meinung nach aktuell die beste 3D-Klangumsetzung, die es auf dem Markt gibt. Da steckt ja aber auch sehr viel Technologie drin, auch von Fraunhofer. Ich glaube, ich brauche eine neue Wohnwand …

Eingänge:

3x HDMI In (v.2.0a), 1x HDMI Out (v.2.1 eARC)
1x Optical In
1x AUX In (Stereo RCA)
1x USB (for Service/Update)
1x Ethernet
1x Subwoofer Pre-Out (Mono-RCA, max. 2V)
1x Mic Input (2.5mm jack)
Bluetooth
Google Chromecast
Media (UPnP)

Unterstützte Surround Codecs:

PCM 2 Channel, LPCM 5.1 Channel, LPCM 7.1 Channel
Dolby Digital, Dolby Digital Plus
Dolby True HD
Dolby Atmos – Dolby TrueHD, Dolby Atmos – Dolby Digital Plus
DTS
DTS-ES Discrete 6.1, DTS-ES Matrix 6.1
DTS 96/24
DTS-HD LBR
DTS:X
DSD, MPEG-H

Audio-Übertragungsbereich:

30 Hz to 20 kHz (-3 dB)

Studioszene19 Live: Ambiosonic & 3D-Audio − Wie sieht die Zukunft aus?

In dieser Diskussion während der Studioszene sprach Hans-Martin Buff mit Sebastian Gsuck, Geschäftsführer der MediaApes, und Tom Ammermann, der 2018 mit Kraftwerk 3D in der Kategorie „Best Surround Sound Album“ für den Grammy nominiert war und als Geschäftsführer von New Audio Technology das 3D Plug-in Spatial Audio Designer entwickelt hat, über den aktuellen Stand und die Zukunft von 3D-Audio!

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Weitere Infos und technische Details zur AMBEO Soundbar:

Weitere Testberichte:

https://www.pc-magazin.de/testbericht/sennheiser-ambeo-soundbar-test-3200957.html

https://www.hifitest.de/test/soundbar/sennheiser-ambeo_18118

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