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Röhren- und Bändchenmikrofon

In den letzten Jahren sind Bändchenmikrofone wieder populär geworden. Als Erstausstattung sind Bändchenmikrofone aber ungeeignet.

Bändchenmikrofon von Rode

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Bändchen – engl. „Ribbon Microphone“, gelegentlich auch „Velocity Microphone“ – sind mechanisch sehr anfällig, liefern sehr wenig Ausgangsspannung und arbeiten mit der ansonsten selten anzutreffenden Richtcharakteristik Acht. Das alles macht Bändchenmikrofone etwas schwierig im Umgang, und ihr eher dunkles Timbre empfinden Anfänger oft als dumpf.

Bändchenmikrofone sind längst nicht so universell einsetzbar wie Kondensatormikros. Allerdings gibt es besondere Anwendungen, wo Bändchen allererste Wahl sind, u. a. für die Abnahme von Gitarrenverstärkern − kaum ein anderes Mikrofon liefert ein so exaktes Abbild des Amp-Sounds. Röhrenmikros sind Kondensatormikros (meist Großmembran), deren Mikrofonelektronik nicht mit Transistoren, sondern mit einer Röhre aufgebaut ist.

Dabei geht es um nichts anderes als den besonderen Schönklang von Röhrenschaltungen, die in aller Regel viel simpler aufgebaut sind als moderne Transistorschaltungen. Ironischerweise macht sie gerade diese Einfachheit teuer, denn für optimale Klangergebnisse müssen durchweg sehr hochwertige Bauelemente zum Einsatz kommen, und für studiotaugliche Rauscharmut muss die Röhre speziell selektiert werten, d. h. ein Großteil der Röhren wandert in den Ausschuss.

Röhrenmikros benötigen ein eigenes Netzteil zur Stromversorgung; auch das macht sie teuer. Röhrennetzteile sind nicht genormt, man sollte unbedingt nur das zum jeweiligen Mikrofon passende verwenden. Röhrenmikros sind was Feines für fortgeschrittene Anwender, die das Spezielle suchen.

Für Einsteiger mit knappem Budget empfehlen sich Röhrenmikrofone weniger. Den Klang eines Mikrofons macht nämlich zu 80 − 90 % die Kapsel aus, während die Elektronik nur das Sahnehäubchen bildet. Von daher ist es für Einsteiger sinnvoller, in ein qualitativ hochwertiges Transistormikro zu investieren als in ein Röhrenmikrofon, bei dem die Elektronik einen guten Teil des Budgets verschlingt. Ein Markenmikrofon in Transistortechnik (FET) klingt daher weit professioneller als ein gleich teures No-Name-Röhrenmikrofon.

Welche Mikrofone sich für welche Aufnahmesituation im Studio eignen, erfährst du in unserem Tutorial “Mikrofonierung im Studio”.

 

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