Dunkle Materie

Projectsam – Symphobia 4: Pandora – Sample-Library für Horror, Sci-Fi im Test

Nach mehr als einer Dekade seit der ersten Symphobia-Veröffentlichung erblickt der vierte Teil der erfolgreichen Sample-Library das Licht der Welt. Dabei widmet sich »Symphobia 4: Pandora« diesmal ganz den düsteren Soundwelten. Öffnet man die Büchse, schlägt einem bestes Klangfutter für Horror, Sci-Fi und alle anderen Genres, bei denen nur selten die Sonne scheint, entgegen.

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Mehr als 10 Jahre sind in der Welt der Sample-Libraries eine halbe Ewigkeit, und so hat sich bei Pandora im Vergleich zu den ersten Symphobia-Releases auch einiges unter der Haube getan. Insgesamt widmet sich ProjectSAM hier wieder dem Orchester als Klangkörper, allerdings haben wir es bei Pandora mit einer Orchester-Library zu tun, die auf genretypische, oftmals dynamische Sounds setzt, die im Zusammenspiel dann z. B. Unbehagen bescheren, nervenzerreißende Spannung aufbauen, Schlimmes akzentuieren oder schlichtweg die just über die Welt hereinbrechende Katastrophe kommentieren. Neben einer ausgedehnten Effektsektion und dem Sound-Design-Mode ist auch »Adaptive Sync« neu an Board, um bestimmte Sounds wie z. B. Crescendi, Rolls, uvm. zum jeweiligen Hosttempo synchronisieren zu können. Solche Sounds sind nämlich sehr Timing-sensibel, und wer weiß, wie lange es dauern kann, bis Riser, Rolls und Konsorten richtig sitzen – und vor allem, wie nervtötend es sein kann, immer und immer wieder denselben Sound nach dem Verschieben von vorne bis hinten durchhören zu müssen, um beurteilen zu können, ob dessen Ende richtig sitzt –, wird sich über das neue Feature besonders freuen:

Adaptive Sync garantiert, dass der dynamische Höhepunkt am Ende des jeweiligen Sounds immer automatisch auf eine musikalisch sinnvolle Position fällt. Das kann die nächste 1 des folgenden Taktes sein, lässt sich aber auch beliebig in Viertel- oder oftmals auch Achtelschritten auf andere Zählzeiten einstellen. Das Ganze ist allerdings mehr als nur simples Timestretching, denn die Adaptive Sync-Sounds wurden schon im Vorfeld direkt in unterschiedlichen Tempi aufgenommen. Abhängig vom eingestellten Tempo des Sequenzers wird dann automatisch die Variante des jeweiligen Sounds ausgewählt, die am ehesten zum Tempo passt und somit am wenigsten gestreched werden muss. Auch wählt Pandora selbstständig aus, ob dafür der Start evtl. verzögert oder besser doch ein wenig in den Anfang des Samples gesprungen wird, um am Ende synchron zu sein – oder ob eben eine Kombination aus alledem zum bestmöglichen Ergebnis führt. Bei extremen Einstellungen zeigt ein allmählich orange eingefärbter Slider an, dass die Länge des längsten Samples überschritten wurde, und ein roter Slider bedeutet, dass jetzt ordentlich gestreched wird, was Artefakte hörbar machen könnte. Sehr praktisch.

Im Main View sind die wichtigsten Parameter im Blick. Links sind die Hauptparameter von Adaptive Sync zu sehen. Die Mikrofonpositionen sind einzeln zuschaltbar oder, wie hier im Bild, als Downmix aktiv.
Einige Elemente des Main Views lassen sich auch in den Expanded View schalten, um mehr Konfigurationsmöglichkeiten preiszugeben, wie hier die zusätzlichen Parameter von Adaptive Sync.
Im Expanded View der Effekte steht die Palette unterschiedlicher Effektprozessoren zu Verfügung. Teilweise wären z. B. beim Filter oder dem Reverb einige Parameter mehr willkommen gewesen, aber in der Regel kommt man mit der getroffenen Auswahl sehr gut zurecht. Nettes Detail: Der »Lucky«- Button stellt für alle Parameter Zufallswerte ein, was teilweise sehr interessante Ergebnisse bringt.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recoring-Ausgabe 01/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller: ProjectSAM

Download-Preis: 599,– Euro

Internet: www.projectsam.com

Unsere Meinung

+++ authentischer, genretypischer Orchestersound, große Soundauswahl
+++ Adaptive Sync
+++ Konzept und Handling
++ Effekte
– Effektparameter manchmal zu rudimentär

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