Simpel und effektiv!

Presonus Studio One 2.5 Sequenzer-Update im Test

Die Software-Abteilung in Hamburg hat über 100 Verbesserungen an Studio One vorgenommen und gleich mal fünf Schritte der ersten Dezimalstelle übersprungen − nach Version 2.0.7 kommt nun 2.5.0.presonus-studio-one-2.5

Zu den Verbesserungen zählen selbstverständlich einige Bugfixes und kleinere Gadgets wie Song-Notizen oder eine direkte Schnittstelle zu Nimbit, doch größtenteils handelt es sich um Punkte, die sich auf der Wunschliste der User befanden. Dennoch bleibt spannend − gerade bei umfangreicheren Updates wie diesem −, ob der komfortable Workflow, für den Studio One so beliebt ist, beibehalten wird. Schauen wir also nach!

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Editing

Die Comping-Funktionen waren bisher schon gut umgesetzt, doch mit dem sogenannten »Single-Swipe-Comping« geht das Zusammenstellen von vielen Takes nun noch schneller von der Hand. Sofern die Option »Takes auf Ebenen aufnehmen« aktiv ist, liegt das Audiomaterial wie gehabt auf einzelnen Ebenen vor. Sobald man mit dem Bereichswerkzeug den gewünschten Teil in einer der verwendeten Ebenen markiert hat, wandert das Audiomaterial automatisch in die obere Hauptspur. Außerdem lassen sich Parts innerhalb von Takes nun benennen, was die Entscheidung über einen »guten« oder »schlechten« Take erleichtert.

Workflow

Ordner-Spuren gab es bereits in Version 2.0. Diese sammeln nicht nur beliebig viele Spuren, sondern ermöglichen auch das Routing zu einem gemeinsamen Bus. Auf OrdnerSpuren kann man nun direkt Schnitte setzen, die sich natürlich auf alle beinhalteten Regions übertragen. Eine tolle Hilfe, besonders um Schlagzeugaufnahmen zu bearbeiten oder um einen gesamten Song mit ein paar Mausklicks zu arrangieren. Schön, dass die Wellenformen der einzelnen Spuren auch noch in der Ordner-Region zu sehen sind. Auch das Verschachteln von Ordnern in weiteren Ordnern ist zulässig.

Das Eingangs-Routing eines Kanals listet nun auch die Ausgänge der vorhandenen Busse. Toll, um beispielsweise viele Background-Vocals auf eine Stereospur zusammenzufassen oder Software-Instrumente durch externe Geräte zu schicken und auf einer Audiospur in Echtzeit aufzunehmen. Ein zu spät getätigter Aufnahmestart lässt sich ab sofort mithilfe der »Pre-Record«- Funktion retten, denn Studio One verfügt nun über einen Aufnahmepuffer von bis zu 60 Sekunden. Das heißt, Regions lassen sich auch im Nachhinein um diese Zeitspanne nach links aufziehen, um das Audiomaterial zu verwenden.

Über den neuen Befehl »In Audiospur transformieren« kann Studio One Instrumentenspuren in Audio-Events verwandeln. Dies Studio One 2.5  ist insbesondere hilfreich, um Instrumente mit Mehrkanalausgängen, wie etwa den Drumsampler »Impact«, ins Arrangement zu schicken. Die Ausgänge lassen sich entweder mit oder ohne Insert-Effekten rendern. Die ursprünglichen MIDI-Informationen werden tollerweise beibehalten, wie man an den kleinen blauen Strichen über der Wellenform erkennt. Das heißt unter anderem, die Region lässt sich ebenfalls in eine InstrumentenSpur zurückverwandeln. Wenn man möchte, kann man also auf Audio-Ebene schneiden, arrangieren und bei Bedarf wieder mit MIDI-Events weiterarbeiten. Im Grunde ist dies eine »Freeze«-Funktion mit viel mehr Freiheit.

Wo Studio One allerdings immer noch etwas hinterherhinkt, ist die fehlende Unterstützung von Containerformaten. Weder OMF- noch AAF-Dateien lassen sich importieren oder exportieren. Auch hinsichtlich Surround tut sich rein gar nichts, denn die Ausgänge bieten ausschließlich eine Mono- bzw. Stereo-Konfiguration an. Das verdeutlicht unter anderem, dass Presonus den Fokus weiterhin auf das Musizieren im Studio und nicht auf andere Branchensparten wie Postproduktion legt. Im Grunde kein Beinbruch, bleibt der Sequenzer aufgrund der entfallenden Lizenzkosten doch weiterhin erschwinglich und, nicht zuletzt, übersichtlich!

Effekte

Besitzer von »Producer und Professional können sich den »Saturation Knob« kostenlos als »Studio One Erweiterung« installieren. Das Plug-in von Softube, welches auch für Pro Tools und Sonar X2 erhältlich ist, fügt dem Signal per Drehregler stufenlos Verzerrungen eines Ausgangsübertragers hinzu. Über den Schalter »Neutral, Keep High/Low« lässt sich der gesättigte Frequenzbereich weiter beeinflussen − großartig, um Basslines, Lead-Synths oder Drums mit Obertönen anzureichern. Lediglich ein Gain-Regler zum Ausgleichen des erhöhten Pegels fehlt.

Viele Plug-ins wie »Compressor« oder »Redlight« wurden außerdem nachträglich mit einem Wet/Dry-Regler ausgestattet, der parallele Setups stark erleichtert. Presonus hat auch den Effekt »Chorus« überarbeitet und die Amp-Simulation »Ampire« mit neuen Cabinet-Impulsantworten in 96 kHz ausgestattet.

Die Arbeitsweise mit objektbezogenen Effekten wurde stark beschleunigt. Bisher musste man den gewünschten Audio-Event selektieren, im Inspector »Event-FX aktivieren« und im Anschluss den Effekt laden. Nun genügt es schon, das Plug-in bei gehaltener [Alt]-Taste per Drag&Drop auf dem Event abzulegen. Das spart Zeit!presonus-studio-one-2.5-2

Fazit

Schon die erste Version von Studio One begeisterte durch die einfache Handhabung, und Presonus legt Stück für Stück nach, ohne die Übersichtlichkeit zu mindern. Die Neuerungen liegen größtenteils im funktionalen Bereich und sind allesamt bestens umgesetzt. Besonders das nahtlose Transformieren von MIDI- und Audiospuren vereinfacht den Umgang nicht nur mit mehrkanaligen Klangerzeugern. Doch auch die überarbeiteten Ordner-Spuren und das Comping beschleunigen die Arbeitsweise während des Editings um ein Vielfaches.

Dass dieses großzügige Update absolut kostenlos ist, glaubt man fast nicht.

Hersteller/Vertrieb

Presonus / Hyperactive

Update von 2.0

kostenlos

www.hyperactive.de

+++ kostenloses Update

++ Track-Transform

++ Ordner-Spuren

++ Single-Swipe-Comping

– keine Surround-Busse

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