Modular Diary

Modular Synthesizer – Dreadbox Drips



Dreadbox aus Athensind schon lange kein Geheimtipp mehr. Ursprünglich hatten sich Yannis Diakoumakos und Dimitra Manthou auf die Herstellung von Effektpedalen spezialisiert. Bald entschlossen sie sich dazu auch Synthesizer und Module im Eurorack Format zu entwickeln und erweitern ihre Produktpalette seither stetig um neue Geräte, die sich durch edles Design, hochwertige Verarbeitung und satten analogen Sound auszeichnen.
 So auch das neueste Modul aus der griechischen Hauptstadt, das auf die Erzeugung analoger Drumsounds ausgerichtet ist und mit seiner matt schwarzen Frontplatte und seinen 21 TE Breite durchaus ein Blickfang ist. 



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Features

Drips ist mit seinen zwei VCOs, einer Filtersektion und einem VCA im Kern wie ein klassischer substraktiver Synthesizer aufgebaut. Als Wellenformen stehen den beiden Oszillatoren jeweils ein Sägezahn oder alternativ eine Mischform aus Sinus und Dreieck zur Auswahl. Über einen gemeinsamen Tune Regler lassen sich beide Oszillatoren simultan stimmen, VCO 2 besitzt zudem noch einen separaten Detune Regler, um dessen Tonhöhe im Verhältnis zu VCO 1 regulieren zu können. Darüber hinaus lässt sich VCO 2 als FM Modulator nutzen, ein sehr nützliches Feature, um mit einfachen Mitteln komplexe Klangstrukturen wie zum Beispiel metallische oder auch glockenartige Sounds zu erzeugen.

Beide Oszillatorsignale werden anschliessend in die Mixersektion weitergeleitet, in der ihre Lautstärken separat eingestellt werden können und sich zusätzlich ein Noise Regler befindet. Oft sehr unscheinbar und wenig prominent als Klangquelle, sind Rauschgeneratoren doch oft essentiell für das Klangbild eines Sounds. So lässt sich das Weisse Rauschen auch hier für das Design vieler Drum- und Percussion-Sounds einsetzen, darunter verschiedene Kicks, Hi-Hats, Claps, Cabasas, Toms und Shaker, um nur ein paar wenige zu nennen. Auch der Snareteppich einer klassischen Schlagzeug-Snare lässt sich hervorragend mit einem Rauschgenerator simulieren. Diverse Patch- und Einstellungsmöglichkeiten für das Drips Modul sind übrigens im Online Manual unter http://www.dreadbox-fx.com/drips-module zu finden.

Weiter im Signalfluss befindet sich das Filter, genauer gesagt ein Multimode Filter, der über einen Resonanz Regler verfügt und bis zur Selbstoszillation betrieben werden kann. Über einen Schalter kann zwischen den Modi Lowpass, Bandpass und Highpass gewählt werden. Hier lässt sich mit wenigen Handgriffen eine druckvolle Kick umsetzen, indem man zum einen den Resonanz Regler komplett aufdreht, den Filter also zur Selbstoszillation bringt, die Hüllkurve, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, auf den Filter legt und den Grundton anschliessend mit dem Cutoff Regler bestimmt. Ein einfacher und effektiver Weg, um eine klassische analoge Kick zu erzeugen, die sich problemlos im Mix durchsetzt.

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Sowohl das Filter als auch die VCO Sektion können von einer simplen Decay Hüllkurve moduliert werden, die lediglich über einen Decay-Regler und einen bipolaren Abschwächer verfügt, was für Drumsounds allerdings völlig ausreichend ist. Mit einem Schalter wird bestimmt, ob die Hüllkurve auf die Tonhöhe der Oszillatoren oder klassisch auf die Cutoff Frequenz des Filters einwirken soll. Eine zweite Hüllkurve befindet sich am Ende der Signalkette in der VCA Sektion, die ihrerseits mit nur einem Decay-Regler ausgetattet ist und die Länge des Ausgangssignals bestimmt, das an der entsprechenden Audio Out-Buchse anliegt.

Angetriggert wird das Drips-Modul über ein internes Clock-Signal, das über einen Tap Button auf der Frontplatte in der Geschwindigkeit beeinflusst und zusätzlich an der benachbarten Out-Buchse abgegriffen werden kann, um weitere Module synchron anzusteuern zu können. Auch die Hüllkurve der Oszillatoren beziehungsweise des Filters liegt an einer Buchse auf der Frontplatte an und kann genutzt werden, um Parameter anderer Geräte zu modulieren und so mehr Lebendigkeit im Gesamtpatch zu erzeugen.
Alternativ kann das Drips-Modul auch über ein externes Signal angetriggert werden, das man über die entsprechende Trig-Buchse einspeist. Und auch die Tonhöhe von VCO 1 und 2, die Cutoff Frequenz des Filters sowie der Level des VCAs lassen sich über die entspechenden Patchpunkte durch externe (oder auch interne) CVs modulieren.

Fazit

Das monofone Drips-Modul kann das, was es verspricht und mehr. Es lassen sich druckvolle Kicks, schnalzende Snares, metallisch klingende Glocken und auch sonst alle üblichen Drum- und Percussion Sounds realisieren. Mit zwei Oszillatoren, einem Rauschgenerator, FM Modulation, einem Multimode Filter und zwei simplen Decay Hüllkurven ist man hierfür gut ausgestattet und kann ein breites Klangspektrum abdecken.
Und auch die Bedienoberfläche des Moduls wirkt sehr wertig und ist simpel und angenehm in der Handhabung. Während die meisten Hersteller von Eurorack Modulen Platz sparen und möglichst viele Funktionen auf kleinstem Raum anbieten möchten, scheuen sich die Entwickler von Dreadbox nicht davor auch vergleichsweise grosse Drehregler einzubauen und dadurch Platz in Anspruch zu nehmen, wodurch die Bedienung des Moduls deutlich angenehmer gestaltet wird. Gespart wurde dafür an den beiden Hüllkurven, die in ihrer simplen Ausstattung für das Design von perkussiven Klängen auch völlig ausreichend sind.

Abgesehen davon liesse sich das Modul natürlich auch als simple Oszillatorstimme nutzen und ist somit auch über das Drumdesign hinaus vielseitig einsetzbar – schön wären hier allerdings noch einzelne Ausgänge für die Oszillatoren und den Rauschgenerator gewesen.

Durch die Patchpunkte auf der Frontplatte lässt sich das vollanaloge Drips-Modul gut an die Aussenwelt anbinden, sei es als Modulationsquelle, Clockgenerator oder alternativ um selbst moduliert oder angetriggert zu werden, wodurch auch eine Palette an experimentellen Sounds möglich wird.

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Anschlüsse

Trigger Ein- und Ausgang, Audio-Ausgang

CV-Eingänge für VCO 1, VCO 2, VCF, ENV, VCA

Abmessungen

3 HE Eurorack-Modul, 21 TE breit, 35 mm tief

Preis

279,- Euro

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