Vorreiter einer Sub-Welle

Modular Diary: Das Doepfer A-101-6 VCF

Doepfer A-101-6 Six Stage Opto FET VCF

Auf der Frankfurter Musikmesse vorigen Jahres war unter den neuen Modulen von Dieter Doepfer mitunter der A-147-2 VCD LFO zu finden, den wir bereits in der letzten Ausgabe unseres Modular Diary vorstellten. Diesmal widmen wir uns dem A-101-6 Six Stage Opto FET VCF, einem Filtermodul, das mehr Funktionen zu bieten hat als auf den ersten Blick erkennbar ist.

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Doepfer Musikelektronik GmbH

Im Detail

Zum einen ist der A-101-6 Six Stage Opto FET VCF ein spannungsgesteuerter Filter, der darüber hinaus auch als Phaser benutzt werden kann. Wie im Namen schon angedeutet besteht er aus sechs seriell geschalteten 6dB-Filterstufen, die wahlweise als Tiefpass, Hochpass oder als eine von zwei Allpass-Typen geschaltet werden können. Ausgeliefert wird das Modul üblicherweise im Tiefpass-Modus, mit Jumpern auf der Leiterpleite kann man die Stufen im Nachhinein auf eine der anderen Filtertypen umstellen. Ein nettes Zusatz-Feature, das einfach und schnell umzusetzen ist, das man in der Praxis aber wohl eher selten nutzen wird.

Doepfer A-101-6

Licht ins Dunkle

Des Weiteren kommen, wie schon zuvor in allen Modulen der A-101-Serie, auch hier wieder optoelektronische Bauteile zum Einsatz, die auf die Frequenz des Filters einwirken. Diesmal hat sich Doepfer allerdings für Opto-FETs entschieden anstatt wie bislang für Vactrols.

Zur Erläuterung: ein Vactrol besteht aus einem lichtempfindlichen Widerstand (LDR = light depending resistor) und einer Leuchtdiode, die beide in einem lichtdichten Gehäuse untergebracht sind. Bei Erhöhung der Helligkeit verringert sich der Widerstand des LDR, was sich in Folge direkt auf die Filterfrequenz auswirkt. Genauso verhält es sich auch bei einem Opto-FET, nur dass anstelle eines LDRs ein lichtempfindlicher Feldeffekt-Transistor (FET) zum Einsatz kommt. Die Helligkeit der Leuchtdioden in den Opto-FETs, und somit die Frequenz des Filters, lässt sich wiederum manuell mit dem Frequenz-Regler einstellen und kann alternativ auch mit einer externen Steuerspannung beeinflusst werden.

Opto-FET vs. Vactrol

Und so ein Opto-FET klingt natürlich auch anders als ein Vactrol. Während Vactrols eher weich, verzerrungsarm und handzahm daherkommen, sind Opto-FETs sperriger in der Handhabung. Bei geringer Aussteuerung verhalten sie sich wie ein ohmscher Widerstand, bei höheren Pegeln nehmen die Verzerrungen schnell zu. Vorteile dahingegen sind mitunter die wesentlich höhere Reaktionsgeschwindigkeit von Opto-FETs, wodurch sehr kurze Attack/Decays und auch FM-Effekte möglich sind.

Darüber hinaus lässt sich der Filter über den Feedback-Regler bis hin zur Eigenschwingung bringen, je nach Modus mit teils sehr extremen Resultaten. Von fiependen bis zu schrill resonierenden Klängen kann der A-101-6 vor allem experimentelle Sounds, die allerdings schnell harsch und teils blechern anmuten, spätestens wenn die Rückkopplung aufgedreht wird. Apropos Rückkopplung – das Feedback Signal kann auch extern eingespeist werden, zum Beispiel über einen externen VCA, der zwischen FB Out und FB IN eingeschleift wird. Ebenso kann das reine Feeback Signal über die FB Out Patchbuchse abgegriffen und anderweitig weiterverfremdet werden.


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Zu Guter letzt befindet sich neben der Audio Out-Buchse noch ein Mix-Regler, der zwischen Original und Effektsignal umblendet. Sowohl im Low- als auch Highpass Mode steht er in der Regel ganz rechts auf “Effect”, in den beiden Allpass Modi typischerweise in Mittelstellung für die üblichen Phaserklänge. Aber wie so oft gilt auch hier: man kennt die Regeln, um sie getrost auch mal ignorieren zu können.

Fazit

Der A-101-6 VCF ist, wie die meisten Doepfer Module, gut durchdacht und beherbergt einige Features mit denen es zu experimentieren gilt und mit denen man durchaus viele interessante und außergewöhnliche Klänge patchen kann. Auch von Vorteil sind die verschiedenen Modi, die man einfach und bequem mit Jumpern auf der Leiterplatte umstellen kann. Und auch wenn Opto FETs schneller als Vactrols arbeiten und sie dadurch auch mit schnelleren CVs gespeist werden können- vom klanglichen Aspekt ist leider negativ zu vermerken, dass die Einstellungen zu schnell zu extremen Ergebnissen führen, oft gequetscht, bei hohen Pegeln angezerrt und teil auch krachig klingen. Für kurze, kraftvolle Akzente oder Produzenten, die des öfteren eben solche noisigen Sounds brauchen, sei dieses Modul allemal empfohlen. Für die “Feinarbeit” sollte man sich dann allerdings doch noch ein wenig umsehen.


Anschlüsse

Audio: Eingang und Ausgang

CV: Abschwächer für Cutoff-CV-Eingang

Feedbackschleife: Eingang und Ausgang

Abmessungen

3HE Eurorack-Modul, 8TE breit, 62mm tief

Preis

110 Euro

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