Produkt: Sound & Recording 01/2020
Sound & Recording 01/2020
Studioreport Island: Aufnahmen unter Nordlichtern +++ Mixpraxis: Konstantin Kersting mischt Dance Monkey von Tones And I +++ Palmer Monicon XL Monitor-Controller +++ Gehringer WASP: Hybridsynth-Klon +++ Nicolas Godin: Beton, Glas und Vintage-Synths
Vintage Park

Linn 9000 Legende der Drumcomputer

(Bild: Dieter Stork)

Die Linn 9000 gehört zu den Wegmarken der Drumcomputer-Geschichte. Die innovative, samplebasierte Rhythmusmaschine war u. a. Vorbild für die stilbildende MPC-Reihe von Akai.

Roger Linn runzelt die Stirn … die Probleme mit dem neuen, revolutionären Drumcomputer hören einfach nicht auf … Der 1955 geborene Innovator, der legendäre Rhythmusmaschinen wie die LM-1 (die in Prince’ Studio auf einem Altar stand!) und die Linndrum, die so gut wie alle betuchten Pop-Stars der 80er-Jahre eingesetzt haben, gebaut hat, sah sich bei seinem neuen Projekt namens Linn 9000, das 1984 auf den Markt kommen sollte, mit einer Menge von Problemen konfrontiert.

Anzeige

Da war einmal das Betriebssystem, das eher einem Insektenhotel glich, so Bug-verseucht waren die ersten Versionen. Es wurde in einer als esoterisch geltenden Programmiersprache namens Forth geschrieben. Das schon 1970 entwickelte Forth wurde bei manchen NASA-Projekten genutzt, es kam beim Philae Spacecraft von 2014 zum Einsatz und ist die Basis von Starflight, dem bestverkauften Computerspiel von 1986. Bei der Linn 9000 verursachte es aber in der frühen OS-Version inakzeptable Timing-Schwankungen und Verzögerungen, was nur dadurch eingedämmt werden konnte, dass ein großer Teil des Betriebssystems in Maschinensprache geschrieben wurde. Ein weiterer Grund für die Probleme war auch der nicht gerade kraftstrotzende Prozessor (Intel 8088), der nur 64k Speicher für das Betriebssystem bot. Dazu kamen noch die überhitzten Netzteile der frühen Geräte, die später alle auf Garantie ausgetauscht werden mussten.

Release!

Die Linn 9000 erblickte trotz aller Geburtswehen 1984 das Licht der Welt. Sie kostete stolze 5.000 Dollar (7.000 im Vollausbau).  Gut betuchte Musiker und Produzenten freuten sich über die modernen Features der Maschine, aber sie galt trotzdem als notorisch unzuverlässig und bescherte der Firma nicht den großen Erfolg, den man sich erhofft hatte. Es wurden bis 1986 ca. 1.100 Linn 9000 gefertigt – dann war Schluss, und Linn war pleite.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 01/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Die Original Linn 9000. Die großzügig gestaltete Bedienoberfläche bietet dank vieler Fader intuitiven Zugriff auf Lautstärke und Panoramaposition der Sounds.
Diese Version der F 9000 von Bruce Forat ist u. a. mit einem schwenkbaren, großen Display und überarbeiteten Holzseitenteilen ausgestattet.
Die Rückseite der Forat 9000
Die Linn 9000 war das Vorbild der legendären MPC 60, die ebenfalls von Roger Linn designt wurde.
Top-Service: Drückt man die Help-Taste der Forat-Maschine, erscheint Bruce Forats Telefonnummer … die wir hier aus verständlichen Gründen unleserlich gemacht haben. 😉
Linn brachte den Sequenzer der Linn 9000 auch als 19"- Gerät heraus, scheiterte am Markt aber damit.
Nie realisiert wurde das MIDI-Studio, ein weiteres Seitenprojekt der Linn 9000.
Produkt: Sound & Recording 01/2020
Sound & Recording 01/2020
Studioreport Island: Aufnahmen unter Nordlichtern +++ Mixpraxis: Konstantin Kersting mischt Dance Monkey von Tones And I +++ Palmer Monicon XL Monitor-Controller +++ Gehringer WASP: Hybridsynth-Klon +++ Nicolas Godin: Beton, Glas und Vintage-Synths

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren