Nostalgie

MIDI Studio Controller: Korg padKONTROL im Test

Fun, Fashion, Functionality – das dürften wohl die Leitbegriffe bei der Entwicklung des Korg padKONTROL gewesen sein …

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(Bild: Archiv)

Immerhin erscheint der neue Controller von Korg in einem ungewöhnlich feschen cremeweißen Design und ist mit silbernen Seitenelementen sowie einem verspiegelten TopPanel ausstaffiert.

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Die Eigenschaften des Controllers sind schnell erfasst: 16 dynamische Pads, zwei Panpots, ein Pedalanschluss und die X-Y-Pad-Section bilden die Steuereinheit des padKONTROL, die nicht nur eine multiple Kontrolle komplexer Studioperipherie ermöglicht, sondern sich auch für die nächste Performance am Turntable oder VJ-Pult eignet. Insgesamt 16 frei programmierbare Szenenspeicher stehen zur Verfügung und ermöglichen die Anpassung der Bedienungselemente.


 

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Die Ausstattung

Die Software-seitige Einrichtung gestaltet sich sehr einfach: Während unter Windows XP ein Treiber installiert werden muss, lässt sich der Controller in den „Audio MIDI Settings” von Mac OS X ohne weitere Installation problemlos einstellen. Hier wird der User mit der Existenz von zwei imaginären MIDI-Ports überrascht, die eine simple, unabhängige und simultane Nutzbarkeit des Controllers mit gleich zwei Programmen ermöglichen.

Ist das System soweit physikalisch eingerichtet, sollte grundsätzlich die Installation der übersichtlichen Editor-Librarian-Software folgen, die eine umfassende Programmierung des padKONTROL ermöglicht.

Zusätzlich können vom mitgelieferten Software-Bundle z. B. IK Multimedia SampleTank, Propellerheads Reason oder Ableton Live installiert werden, die in Lite-Versionen vorliegen. Dazu bietet Korg auch Szenen für die Einbindung nach GM-Standard und der OASYS/Triton-Serien aus eigenem Hause an.

Erste Schritte

Nach der Anwahl einer der 16 Szenen über die Kombination Scene/Pad 1–16, erfolgt der erste Griff in das padKONTROL. Die GummiPads zeigen keinen erfassbaren mechanischen Druckpunkt, wie man ihn z. B. von der Electribe-Serie kennt. Dennoch ist das dynamische Trigger-Response-Verhalten angenehm und organisch. Auf Wunsch kann mit „Fixed Velocity” auch ein festgelegter Wert erzeugt werden.

Als Parameter senden die Pads potenziell die Noten C –1 bis G 9 und MIDI-Control-Change-Meldungen 0 bis 127, je nach Schaltertyp erzeugen diese pro Schaltvorgang einen (Toggle) oder zwei Werte (Momentary). Die Anpassungsfähigkeit der Pads ermöglicht somit gekoppelte Ein- und Ausschaltvorgänge, wie sie typischerweise bei Notenwerten mit Note-on- und -off-Befehlen benötigt werden, und einfache Schaltvorgänge, die etwa für Mute-Funktionen gebraucht werden.

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(Bild: Archiv)

Aber auch andersartige Programmierungen drängen sich geradezu auf. So kann beispielsweise Resonance (Controller 71) mit einem Momentary-Schaltertyp und dem definierbaren Ein- und Ausschaltwert kombiniert werden. Das Ergebnis ist eine Resonance-Funktion, die einmal nicht über einen Panpot, sondern mit zwei Werten über ein Pad gesteuert wird.

Das manuelle Auslösen eines Signals an der Pad-Oberfläche wird durch ein kurzes Auf- leuchten bestätigt, und der erzeugte Wert zeigt sich auf der dreistelligen Segmentanzeige. Bei den griffigen Panpots und der X-Y-Pad-Section gibt es keine DisplayAnzeige.

Das 6,5 cm breite und 5 cm hohe graue Kontrollfeld auf der linken Seite verlangt nach Berührung. Die Oberfläche des Pads fühlt sich eigenwillig strukturiert an und verrät die Sensorabtastung unterhalb des gummierten Feldes – beim ersten Benutzen ist diese Eigenschaft schon etwas gewöhnungsbedürftig. Unmittelbar daneben befinden sich die Hold-, Flam- und Roll-Funktionen. Bei aktivierter Flam- oder Roll-Funktion in Kombination mit einem angespielten Pad können über die X-Y-Pad-Section Volume/Expression sowie Flam-Intervall/Roll-Speed gesteuert werden. Die Hold-Funktion bewirkt das Halten der letzten auf der Pad-Section erzeugten Werte.

Anpassung an die MIDI-Umwelt

Und wie funktioniert nun die Programmierung des padKONTROL? Funktionen wie Flam oder Roll können nur per Editor angepasst werden. Hier gilt es, den Port 2 in den Preferences der Applikation anzumelden, um die Szenen des Controllers senden und empfangen zu können.

Alle programmierbaren Funktionen lassen sich durch direktes Selektieren am virtuellen padKONTROL des Editors verändern. Für die Pads und das Pedal sind hier grundsätzlich die Notenwerte oder MIDI-Control-Change-Meldungen samt MIDI-Kanal anzugeben. Allerdings, und das ist einschränkend für die Liga der MIDI-Vollprofis, lassen sich System-Exlusive-Messages nicht implementieren.

Abschließend müssen alle Veränderungen in den Controller gesendet werden, damit das Gerät seine Arbeit aufnehmen kann. Fertig!

Keine Konkurrenz?

Wem Umfang der Ausstattung oder Spezifikationen nicht so ganz entsprechen mögen, der findet in und unterhalb der Preisklasse des padKONTROL Konkurrenzprodukte in Form von Akai MPD16 oder den M-Audio Trigger Finger, wobei der MPD16 durch seine weichen Pads sowie Aftertouch sicherlich für die sensiblere Klientel unter uns und der Trigger Finger infolge seiner sechs Dreh- und vier Schieberegler eine interessante Alternative sein dürfte.Wie immer eine Frage des Geschmacks und der bevorzugten Eigenschaften.

Fazit

Das Korg padKONTROL wird überall dort seine Heimat finden, wo es um spezifische Trigger, Schaltvorgänge oder allgemeines Rumgeschraube geht. Die Pads erfüllen nahezu alle denkbaren Standardfunktionen in sämtlichen Konfigurationen. Exotische Funktionen lassen sich wie erwähnt nicht umsetzen. Ob zwei Panpots bei umfangreichem Controlling ausreichen, muss der Anwender von seinen Bedürfnissen abhängig machen. Immerhin besteht mit den 16 Szenen die Möglichkeit, die Regler auf mehrere Funktionen umverteilen zu können. Schade nur, dass die Panpots den Parameterwert nicht im Display anzeigen, denn die Darstellung der Werte erweist sich im Betrieb als sehr nützlich.

Ein echter Pluspunkt ist die Konstruktion der zwei MIDI-Cable – hier Port A und Port B genannt – mit denen z. B. zwei Programme unabhängig gesteuert werden können. Insgesamt ist das padKONTROL ein nützliches und durchdachtes Tool mit vielseitigen Eigenschaften. Also, dann mal losgelegt.

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