Produkt: Sound & Recording 06/2019
Sound & Recording 06/2019
MIXPRAXIS: Hip-Hop-Produzent Leslie Brathwaite +++ PODCAST SPECIAL: So entsteht der Sound&Recording-Podcast +++ IN MEMORIES OF SCOTT WALKER – Ein Mann mit außergewöhnlicher Stimme +++ CHANDLER TG-MICROPHONE – Großmembran-Kondensatormikrofon +++ MIXING TUTORIAL: Backing Vocals
Perspektivwechsel

Entwickler Leo de Klerk von Bloomline Acoustics

(Bild: Bloomline Acoustics)

Der niederländische Tonmeister Leo der Klerk ist ein rastloser Tüftler: Mit seiner Firma Bloomline Acoustics hat er sich der Suche nach idealer Stereowiedergabe ohne Sweet-Spot und Kammfiltereffekte verschrieben, und sein OmniWave-System soll das nun ermöglichen. Auch sonst erweist er sich als »Audio-Getriebener«: Er verzichtet bei Orchester-Aufnahmen möglichst auf Stützmikrofone, um die Balance nicht zu verfälschen.

Leo de Klerk, 60, lebt im niederländischen Almere. Er absolvierte in Den Haag den Tonmeister-Studiengang. De Klerk nahm unter anderem für die Plattenfirmen Phillips, DGG und Decca mehrere hundert Schallplatten auf, darunter im Klassikbereich Gennadi Rozjdestvenski, Marietta Perkovac oder Malcolm Belson.

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1981 hast du dein Bloomline Studio aufgebaut. Welche Lautsprecher hast du seinerzeit verwendet?

Meine ersten Monitore waren Tannoy SRM15X Super Reds. Die haben einen deutlichen akustischen Fingerabdruck. Das empfand ich als störend, wenn ich Streicher oder ein Klavier abspielte. Elektrische Gitarren und Synthesizer klangen sehr gut − Instrumente, die einen nachträglichen »Resonanzboden« brauchen, um sich zu entfalten, aber nicht jene, die akustisch bereits »komplett« waren. Ich stieg auf kleine Speaker um − LS3/5A, die bei der BBC eingesetzt und etwa von Spendor gebaut wurden. Damit konnte ich zumindest ein Ensemble in nahezu natürlicher Perspektive wahrnehmen, wenn mit einem AB-, Blumlein- oder ORTF-Stereo-Setup aufgenommen wurde. Die meisten Musiker waren mit dem Ergebnis im Regieraum glücklich, im dimensionalen Rahmen der Lautsprecherboxen. Sie fragten oft nach Kopfhörern, um den Klang noch besser wahrnehmen zu können.

Mir wurde klar, dass der Sweet-Spot entscheidend ist, dazu kam das »verdeckende« Verhalten von Lautsprechern im Raum: Als Produzent klassischer Musik arbeitest du oft in suboptimalen Räumen, manchmal auch im Abstellraum einer Kirche! Du musst dich mit allem arrangieren. Dabei lernst du, dass die Power Response [bezeichnet die Summe der Energie, die der Lautsprecher in den Raum abstrahlt; Anm.d.Aut.] besonders wichtig ist − die Antwort über alle Richtungen, unabhängig davon, wie gut der Speaker onaxis funktioniert. Manches führt dazu, dass eine Raumantwort zu deinen Ohren zurückstrahlt, die den Klang verdeckt − aufgrund der Reflexionen in einem weniger optimalen Raum.

www.bloomline.com

Temporär installiertes OmniWave-System für eine Veranstaltung im Amsterdamer Concertgebouw: Die Systeme hängen von der Decke und sind unten quer auf Stativen montiert.
Laut de Klerk ist das System auch gut für Spracheinsätze geeignet, hier im niederländischen Parlament, Tweede Kamer.
OmniDrive-Modul: Vorne ist der umgekehrte 5,25-Zoll-Lautsprecher zu sehen, auf der Spitze ein 0,75"-Tweeter, aufgebaut als koaxiales konvexes Passivsystem (100 Watt RMS).
Hi-Fi-Aufbau des OmniDrive-C-Pakets: zwei eingewinkelte OmniDrives zur Abbildung des Direktschallfelds, darüber zwei für das Diffusfeld. Das Stereo-Set kostet 7.950 Euro.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording 6/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF downloaden.

Produkt: Sound & Recording 06/2019
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