Frisches Schlagwerk für neue Produktionen

Die interessantesten Percussion-Libraries – Frühling 2023

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2023 beginnt eher laut! Als hätten sich die Sample-Anbieter abgesprochen, haben sie in den letzten Wochen eine Vielzahl neuer Percussion-Libraries veröffentlicht, die für den richtigen Beat und den Wumms in diesem Jahr sorgen sollen.

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UVI – Percussion Factory

„World Rhythm Designer”

Den Anfang macht ein tolles Paket aus Frankreich. UVI hat hier eine große Sammlung an Percussion-Sounds (lt. Hersteller über 1000) in einen 8-kanaligen Drumcomputer gepackt und mit vielen Presets versehen. Die Samples stammen zum Teil aus einer früheren, nicht mehr erhältlichen Library mit dem Namen „Percussion Store“ und mischt diese mit neuem Material.

Neu ist auch der Sequenzdesigner, der auf der Main-Ansicht zu finden ist. Hier hat man in einer sehr aufgeräumten Oberfläche alle acht Slots im Überblick, kann diese nach Belieben mit Sounds füttern und den Groove grundlegend basteln. Zusätzlich befinden sich am unteren Rand noch Regler zum Anpassen einiger Werte (Tone/Room/…), die für alle acht Kanäle gelten. In der Edit-Ansicht kann man dann weiter in die Tiefe gehen.

Hier werden alle einzelnen Sequenzen feiner aufgeschlüsselt und man kann jedes einzelne Instrument im Klang formen, filtern und „anfetten”. Außerdem kann die Step-Anzahl der einzelnen Instrumentensequenzen verändert und der Groove weiter akzentuieren werden.

Die letzte Ansicht ist der Effekt-Tab, der die zwei Send-Effekte und die Master-Sektion anpassen lässt, samt Master-EQ.

Wer erst mal starten und sich von Sound der Library inspirieren lassen will, wählt eines der gut sortierten Presets aus, die nach Regionen der Welt, Stilen und weiteren Untergruppen sortiert sind. Oder man verwendet den Zauberstab, der entweder den Rhythmus passend zu den ausgewählten Instrumenten erzeugt oder aus dem Vollen schöpft und alles per geordnetem Zufall in die Slots zaubert. Dabei wird die Sequenz als Ganzes gesehen und die Instrumente in einem passenden Zusammenhang generiert. So sind die Loops in sich stimmig.

Gut gefällt mir, dass bei den Sequenzen tatsächlich auch darauf geachtet wird, wo der Akzent eines Instruments liegt und diesen (optional) auf den Takt setzt. Das ist bei Shakern oder „geriebenen“ Instrumenten natürlich sehr wichtig, damit der Groove sitzt.

Wem die große Auswahl an Sound nicht ausreicht oder einen bestimmten Sound in seinem Groove einbauen will, hat die Möglichkeit, auch eigene Samples zu verwenden.

Bisher noch nicht erwähnt habe ich die beiden Regler „Intensify“ und „Decimate“. Diese regeln die Intensität und Komplexität des Loops stufenlos und können so im Laufe des Songs für Steigerungen bzw. zum Ausdünnen eingesetzt werden, ohne den Groove an sich einzeln zu verändern. Ich habe solche Dinge aber gern mehr selbst unter Kontrolle und baue weiterhin meine Grooves separat.

Aber die Auswahl an mitgelieferten Instrumenten ist riesig. Sound-Schwerpunkt ist eher der Bereich „World“. Aus den Bereichen Handtrommel, Holz, geschüttelte oder geriebene Instrumente oder Percussion aus Metal findet man aus allen Erdteilen schöne Klänge. Alle ausgewählten Sounds können natürlich auch einzeln per MIDI z. B. per DAW angesteuert werden. Die Klangqualität ist durchweg gut, auch wenn man sich wundern mag, dass die Library nur 700 MB groß ist.

Wer noch mehr mit diesen Sounds anstellen möchte, hat bei UVI wie immer die Option, sich auch Falcon anzuschaffen und mit der massiven Hybrid-Engine dann nach Herzenslust die volle Kraft der Klangverbiegung und des Sounddesign wirken zu lassen.

Hersteller: UVI (https://www.uvi.net/percussion-factory)
Plattform: UVI Workstation (kostenlos) / Falcon
Preis / Größe: 149 $ (oder Sonicpass-Abo) / 0,7 GB
Besonderheiten: Rhythmus-Designer, intelligenter Zauberstab


Strezov Sampling – Essential Bundle (und Free Toolbox)

„’Percussion meets Choir’-Kraftpaket“

Eigentlich schon ein Jahr als Percussion-Library auf dem Markt, ist es doch auch eine Neuvorstellung denn die Sample-Meister von Strezov Sampling haben die Einsteiger-Library „Percussion Essentials“ mit dem Einsteiger-Chor-Instrument „Choir-Essentials“ zu einem Essentials-Bundle vereint. Strezov Sampling ist vor allem bekannt durch die eigenen Chor-Libraries (z.B. Strom Choir, Arva, Freya und Wotan), aber auch durch ihre Kollaborationen mit Native Instruments, für die sie z. B. die neue Library Omina (und den Chor in der neuen „Kontakt Factory Library 2“) gemacht haben.

Mindestens genauso bekannt ist die Serie X3M – die in den letzten 10 Jahren mit vielen Libraries den Bereich Percussion ausgelotet hat und eine eigene Engine dafür verwendet. Beispiele neben vielen anderen sind hier Kampanite, Lightning und Orchestral Percussion.

Aus unterschiedlichen Libraries des eigenen Portfolios hat Strezov Sampling nun eine Auswahl kuratiert, die sich wunderbar als Ausgangspunkt in die Samplewelt des bulgarischen Herstellers eignet.

Auch wenn es sich in diesem Artikel eigentlich nur um Percussion und Drums drehen soll, ein paar Worte zu Choir Essentials:

Das Set besteht aus den Performance-Patches der vier aufgenommenen Chöre (Kinder, Frauen, Männer und ein großer Chor, entnommen aus den oben genannten Libraries). Dazu gibt es für die einzelnen Stimmen separate polyfone Legato-Patches (Sopran, Alt, Tenor und Bass sowie Alt und Sopran des Kinderchors). Insgesamt bekommt man 11,5 GB an Samplematerial geliefert.

Die Percussion Essentials bestehen ihrerseits aus rund 10 GB Samples und auch diese stammen – quasi als Best of – aus vorherigen Produkten, aber auch angereichert mit ganz neuem Material. Die große Auswahl an Sounds und Instrumenten beinhaltet hohe und tiefe Ensembles, Taikos und Tupans, Framedrums und Djembes sowie eine Reihe an Rolls. Becken nebst anderen metallischen Hits und eine vielfältige Auswahl an kleinen und großen orchestralen Percussion-Instrumenten vervollständigen das Klangbild. Viele – wie es sich bei Trommel-Samples gehört – mit reichlich Round Robins, die man sogar begrenzen kann, wenn es einem zu viel wird …

In der flexiblen X3M (gesprochen „Extreme“) Engine lassen sich einfach eigene Templates erstellen, die dann – in zwölf Slot verteilt – die Sounds bereitstellen und optional mit EQ und Effekten versehen. Und das alles sehr übersichtlich in einer Single-Page-Ansicht.

Beide Libraries bieten für jedes Signal drei Mikrofonpositionen: Close, Decca und Hall, die in einem Mischer in ihren Anteilen und der Stereobreite geregelt werden können. Ein zusätzlicher Hall kann optional beigemischt werden.

Ein weiterer Tipp: die kostenlose Library „Creative Toolbox“ liefert zusätzliche Sounds aus dem Drum- und Percussion-Bereich. Die zum kürzlich gefeierten 10. Geburtstag des Herstellers erschienene Bibliothek wiegt rund 4 GB, läuft im kostenfreien Kontakt Player 7 (mit NKS) und bietet neben zahlreichen Percussion-Klassikern auch ein Kit des Roland TR08 und das eines Behringers RD6. Ein Mixer mit vielen Einstellmöglichkeiten und Effekten runden diesen kostenlosen Klangerzeuger ab – eine absolute Empfehlung – und es gibt noch weitere Freebies auf der Website zu entdecken.

Hersteller: Strezov Sampling (https://www.strezov-sampling.com/bundles/view/ESSENTIALS Bundle.html)
Plattform: ab Kontakt Player 5.7.1 (kostenlos)
Preis / Größe: 399$ / ca. 22 GB
Besonderheiten: Bundle aus Chor und Percussion


Heavyocity – Uncharted 88

„heftige Creepy-Piano-Percussion’“

Abseits der „normalen“ Pfade des Percussion-Samplings hat man bei Heavyocity ein zerlegtes Klavier gefunden und es mit viel Liebe zum Detail in allen seinen Einzel- und Bestandteilen malträtiert und dabei aufgenommen.

Herausgekommen ist eine erstaunlich gut verwendbare Percussion-Library, die in ihren Tiefen auch den einen oder anderen unheimlichen Sound für entsprechende Produktionen mitbringt.

Das Instrument gehört zur Damage 2-Reihe, die nun mit „Uncharted 88“ bereits die zweite Erweiterung nach dem „Damage Drum Kit“ erhält. Auch hier bleibt sich der amerikanische Hersteller treu und erweitert die laute und manchmal etwas extremere Klangpalette in drei separaten Engines: Ensemble Designer, Kit-Designer und Loop-Designer.

Die Sounds sind knackig und häufig erkennt man in der Resonanz den Ursprung im Klavier wieder. Geschlagen wurde das arme Instrument mit Händen, Hämmern, Schlägeln und Besen. So entstanden neben einzelnen Hits auch gekratzte, geriebene und Glissando-ähnliche Klänge, die z. B. auch gut für Übergänge taugen.

Die einzelnen Sounds kann man im Kit-Designer zusammenstellen und der Hersteller liefert eine Auswahl an fertigen Drum-Kits mit. Auch der Loop-Designer bietet eine gute Grundausstattung an kreativen Rhythmen in mehreren Unterkategorien, die auch mit Wiedergabeeffekten wie Stutter individualisiert werden können.

Und natürlich fehlen auch hier nicht die Heavyocity-typischen Treatments der „Klangverfeinerung“, die auf die Namen „Gentle“, „Hurt Me Plenty“ und „Nightmare“ hören. Dazu kommen die üblichen Effekte, die in einer Signalkette verschaltet werden können. Toll ist auch der Stage-Mixer im Ensemble-Designer, der die einzelnen Sounds nicht nur im Stereofeld, sondern auch in der Tiefe staffeln lässt.

Dies ist sicherlich keine Brot und Butter-Library, bietet aber neben den sehr ungewöhnlichen Bestandteilen auch Sounds, die sehr individuell und gleichzeitig alltagstauglich sind. Sie lassen sich gut mit „gewöhnlicheren“ Percussion-Sounds kombinieren und erweitern das Repertoire nicht nur von Damage 2 um echt coole Sounds. Alles wurde laut Hersteller mit bis zu 14 dynamischen Layern und 6 Round Robin gesampelt und es werden reichlich gebrauchsfertige Snapshots mitgeliefert.

Ich bin gespannt was Heavyocity als nächstes zerlegt, um es dann zu sampeln.

Hersteller: Heavyocity (https://heavyocity.com/product/uncharted-88/)
Plattform: ab Kontakt Player 6.7.1 (kostenlos)
Preis / Größe: 149$ / ca. 27 GB
Besonderheiten: kreatives und umfangreiches Percussion-Material aus einem Klavier mit Horror-Vibes


Native Instruments – Karriem Riggins Drums

„hip-hoppiger Jazz-Schlagzeuger“

Mit diesem neuen Instrument der Play-Serie bekommt man den Klang des DJs, Hip-Hop-Producers und Jazz-Drummers Karriem Riggins in die DAW geliefert. Die 193 verfügbaren Drum-Sounds wurden in 16 fertigen Kits angeordnet und eine Auswahl an fertigen Grooves und Pattern (MIDI) versammeln sich in dieser Einsteiger-Library.

Dazu kommen die bei der Serie bekannten grundlegenden Klangeinstellungen sowie eine umfangreiche Global- und Send-Effekt-Sektion.

Wir haben diesen Neuzugang auch hier bereits vorgestellt: https://www.soundandrecording.de/allgemeines/karriem-riggins-drums-von-nativeinstruments/

Hersteller: Native Instruments (https://www.native-instruments.com/de/products/komplete/play-series/karriem-riggins-drums)
Plattform: ab Kontakt Player 7 (kostenlos)
Preis / Größe: 49€ / ca. 2,6 GB
Besonderheiten: Einsteiger-Library der Play-Serie mit coolem Sound, eher Drum, als reine Percussion


Soundpaint – Majestic Percussion

„großes Schlagwerk trifft auf kreatives Sounddesign“

Soundpaint ist aus dem altbekannten Hersteller 8Dio hervorgegangen und nach und nach wird das reichhaltige Portfolio, das 8Dio hauptsächlich für Kontakt im Angebot hat auch auf die hauseigene Soundpaint-Engine portiert. Diese bringt viele neue Möglichkeiten und eine neue Bedienung mit. Die Auswahl für Soundpaint ist bereits beachtlich und wöchentlich erscheinen neue Titel. Bei den zu relativ günstigen Festpreisen erhältlichen Libraries tummeln sich auch viele aus dem Bereich Drum und Percussion und gerade in den letzten Wochen sind in diesem Bereich einige dazugekommen.

Zuletzt veröffentlich wurden beispielsweise „Majestic Percussion“ und „Epic Frame Drum Ensembles“, aber auch Tom-, Taiko- und Dhol-Ensembles sind bereits einzeln erhältlich. Daneben gibt es einiges an Vintage-Drum-Machines sowie aus dem Bereich „Hybrid Cinema“ mit Produkten wie “Cinematic Drum Kits“ oder „Sub Hits“. Man kann sich also bei Soundpaint seine Percussion- und Drum-Arsenal aus vielen Einzelteilen zusammenstellen, die alle zwischen 10 $ und 40 $ kosten.

Da die originalen Samples in der Regel aus Produkten von 8Dio stammen, sind sie von hoher Qualität. Speziell und kreativ spannend wird das Ganze aber durch die Engine von Soundpaint. Man muss sich zwar erst mal an die Bedienung etwas gewöhnen, aber eigentlich ist alles doch recht übersichtlich.

Leider sind die Produktinfos auf der Website immer etwas spartanisch und beschränken sich eher auf die Backstory und wenige Fakten. Es fehlen leider häufig die Details, was man eigentlich genau bekommt.

Bei dem Neuzugang Majestic Percussion (für 30 $) sind beispielsweise folgende Instrumente mit an Bord: Claps, Becken, Toms, Tamburine, Grand Casa, Sticks, Snare, Tamtams, Pauken und ein gespielter Amboss. Dazu kommen Patches wie Exotic Dancer, Dark Hits und Thai Fighter, die dann schon eigenes an Sounddesign mitbringen. Bei den Spielweisen bekommt man neben einzelnen Hits auch Swells und Rolls mitgeliefert. Einzelne Mikrofonpositionen liegen als separate Parts vor.

Ergänzend dazu gibt die Epic Ensembles für Taikos, Dhol und ganz neu auch Frame Drum und die Epic Toms im Angebot, die jeweils die entsprechenden Spielweisen mit unterschiedlichen Mikrofonsignalen anbieten.

Man kann bei Soundpaint die Samples – wie bei den anderen Libraries auch – ganz natürlich klingend verwenden, aber der eigentliche Spaß beginnt beim flexiblen und schell verfügbaren Sounddesign. Es lassen sich z. B. durch extreme Einstellungen beim Timestretching tolle Effekte erzielen, per ADSR den Envelope anpassen und einzelne Sounds chromatisch spielbar aufs ganze Keyboard legen.

Ganz neue Instrumente können entstehen wenn man sich mit dem „Morph“-Feature beschäftigt. Hier belegt man in zwei benachbarte Slots je einen Sound. Anschließend kann man dann stufenlos den einen in den anderen „vermorphen“. So entstehen z. B. aus einer 808 Snare und einer „Large Snare“ der Majestic Percussion ein toller neuer Hybrid. Oder eine Taiko wird mit einem hybriden Sub-Hit angefettet. Dieses Morphen lässt sich übrigens auch mit der DAW automatisieren um z. B. einen Intensitätsverlauf zu erstellen.

Natürlich gibt es auch Master-Patches, die alle verfügbaren Sounds sinnvoll auf dem Keyboard anordnen und man so ein ganzes Kit in einer Instanz im Zugriff hat.

Apropos Kits: Soundpaint hat im Drum-Bereich auch eine neue Reihe gestartet, die zeitgenössische Drum-Sounds verspricht. Angefangen haben sie mit Hip-Pop 101 Aria Grand. Weiter ging es mit den Kits Boogie Mars, Draft Punk und Justin (je 10 $). Man muss nicht lange überlegen, woher die Sets die Inspiration bekommen haben.

Der Hersteller spricht bei seinen Libraries häufig von 127 Velocity-Layern und praktisch endlosen Round Robins, die von der Engine erzeugt werden. Natürlich basiert das Ganze trotzdem auf einzelnen separaten Aufnahmen. Es ist also ein Zwischending von gutem Marketing und einer sehr soliden Engine.

Hersteller: Soundpaint (8Dio) (https://soundpaint.com/collections/epic-ensemble)
Plattform: eigenes Plug-in
Preis / Größe: 10-40 $ / 0,2 – 21 GB GB (bei den Percussion Libraries)
Besonderheiten: Sounddesign, Morphing, Hidden Gems (Patches aus mehreren Libraries), hohe Auflösung


Impact Soundworks – Kageyama Taikos 1.5

„japanisches Schlagwerk von allen Seiten“

Diese Kollection einiger japanischer Percussion mit dem Namen „Kageyama Taikos” ist schon einige Zeit auf dem Markt, wurde aber vor Kurzem mit dem Update auf die Version 1.5 um frische Artikulationen erweitert. Neu hinzugekommen sind z. B. die gespielten Rückseiten der Trommeln, die auch beim echten Spielen des Instruments verwendet werden – teilweise sogar von zwei Trommlern. Aber auch ganz neue Instrumente bekommt man als mit dem Update.

Die kompakte Sammlung von sehr detailliert aufgenommenen Taikos beinhaltet neben Chudaiko, Odaiko, Shimedaiko, Hyoshigi auch verschiedene Okedo-Trommeln und hohe und tiefe Atarigane. Diese bekommt man mit bis zu zehn Round Robins und 10 dynamischen Layern. Alle Instrumente wurden auf bis zu 9 verschiedene Arten gespielt und sind in einem kleineren Studio aufgenommen worden. Die dort zusammen mit dem japanischen Instrumentalisten Isaku Kageyam entstandenen eher trockenen Klänge lassen sich flexibel einsetzen und eignen sich nicht nur für filmische Kompositionen. Durch hinzugefügten Hall kann man die Drums von intim bis episch platzieren. Alle Instrumente sind verschieden anpassbar (z. B. in der Stimmung). Es gibt drei Mikrofon-Signale und auf dem Keyboard sind alle Trommeln als Ensemble komplett angeordnet – mit allen Spielweisen gleichzeitig spielbar. Einige Mixer-Presets bieten sich als Startpunkte an und nutzen dafür auch die eingebauten Effekte.

Die Library klingt sehr schön, ist aufgeräumt und passend zum japanischen Klangraum gibt es von Impact Soundworks gleich das „Instruments of Japan“-Bundle, das zwei weitere Libraries enthält (die klassischen Instrumente von „Koto Nation“ und das Blasinstrument Ventus Winds – „Shakuhachi“). Günstige Upgrades von Version 1 der Library sind verfügbar.

Hersteller: Impact Soundworks (https://impactsoundworks.com/product/kageyama-taikos-kp/)
Plattform: Kontakt Player 6.7
Preis / Größe: 99 $ / 11 GB GB
Besonderheiten: japanische Taiko-Percussion, erweitertes Update 1.5, Bundle-Rabatte


Spitfire Audio – High Percussion (ARO) + Vergleich

„legendäres Studio, detaillierte Klänge und oberstes Regal“

Auch alle Klang-Enthusiasten, die den Detailreichtum schätzen, finden bei den Percussion-Neuerscheinungen der letzten Wochen ihre Sample Library. Bereits Ende letzten Jahres hat der britische Hersteller Spitfire Audio die ganz neue Reihe „Abbey Road Orchestra“ (ARO) gestartet. Es handelt sich dabei um eine Art modulares Orchester, das in den kommenden Monaten und Jahren vervollständigt werden soll. Als erste Library des ARO hatte Spitfire Audio bereits die Low Percussion vorgestellt. (siehe auch hier: https://www.soundandrecording.de/equipment/die-interessantesten-samplelibraries-2022-drums-keys-mallets-und-choere/).

Nun kamen als nächster logischer Schritt die High Percussion dazu. Hier liegt der Schwerpunkt auf den „leichteren“ orchestralen Klängen aus diesem Bereich: Bongos, Congas, Darbuka, Wirbeltrommel, Schlitztrommeln (Log Drum), Octoban, Snares in mehreren Ausführungen, Rototom, Shime-Daiko, Tempelblock und Timbales nebst Klanghölzern und ungewöhnlicheren Klangkörpern wie Plastikgegenstände (wie Eimer) und die sogenannten „Spielzeuge“. Hier findet man u. a. Dinge wie Guiros, Maracas, Shaker und Kastagnetten.

Viele Instrumente wurden auf unterschiedlichen Weisen von dem Percussionisten Joby Burgess gespielt (z. B. Hand, Besen oder Schlägel). Insgesamt sollen es 62 Instrumente mit 391 Artikulationen sein. Und wenn wir gerade bei Zahlen sind: Alle Aufnahmen bekommt man in 16 unterschiedlichen Signalen (Mikrofone und Mixe), viele Performances bieten bis zu 16 Round Robins (viele haben 12) und bis zu 11 dynamische Layer – irgendwie müssen ja auch die fast 100 GB ja zustande kommen. Mit dem modularen ARO will Spitfire Audio die detailliertesten Libraries aus eigener Produktion liefern. Wie sieht das im Vergleich bei der Konkurrenz aus?

Spitfire Audio – Abbey Road Orchestra High

Die Konkurrenz

Abbey Road One – Orchestral Foundations

Da ist zum einen die direkte Konkurrenz im eigenen Hause – sogar aus demselben Aufnahmestudio: Abbey Road One – Orchestral Foundations. Da bekommt man für das Geld einer einzelnen ARO-Library (449 €) gleich das gesamte Orchester inkl. Percussion geliefert. Hierbei handelt es sich aber um eine Ensemble-Library (mit größeren Instrumentengruppen), wo sich der Unterschied zum ARO später bei den Streichern und Bläsern sicherlich noch mehr bemerkbar machen dürfte als beim Schlagwerk. Auch die Flexibilität ist beim ARO deutlich größer. Aber bei den Percussion bietet das All-in-one-Orchester bereits einiges und die gesampelten Instrumente haben große Überschneidungen, allerdings natürlich weniger aufwendig und facettenreich aufgenommen. Bisher fehlt beim großen ARO die Metall-Abteilung auch noch komplett, sodass man momentan noch eine breitere Auswahl bei Abbey Road One vorfindet wie beispielsweise bei Piatti, Becken, Tamtam und Amboss. Dazu gesellen sich Glockenspiel und Xylofone. Alles ist in immerhin 12 unterschiedlichen Signalen verfügbar, allerdings nur mit bis zu 5 dynamische Layer und 4-5 Round Robins.

Spitfire Audio – Abbey Road Orchestra High Percussion – Vergleich – Percussion Demo Abbey Road One

Berlin Percussion

Für 50 € mehr bietet die Konkurrenz von Orchestral Tools aus Deutschland die „Berlin Percussion“ an. Das Angebot an aufgenommenen Instrumenten ist ähnlich dem von Abbey Road One, also eine komplette Percussion-Auswahl von Low über High bis hin zu den Metall-Instrumenten. Auch eine den „Toys“ vergleichbare Sektion gibt es, die hier „Aux Percussion“ genannt wird. Das gesamte Set in Zahlen: Es wiegt rund 195 GB (2-6 Mikrofon-Signale, 8 -20 Round Robins, 5-7 dynamische Layer) und läuft im kostenfreien SINE-Player. Die Library kostet 499 €. Eine schöne Option: Häufig können auch einzelne Instrumente bei Orchestral Tools erworben werden, in diesem Fall bereits ab 12 €. Der Detailreichtum, die angebotenen Artikulationen (wie Shell, Rolls, Crescendo, …), spezielle gedämpfte Techniken und die verwendeten Schlägel gehen deutlich über das All-in-one Paket von Abbey Road One hinaus. Bei den Berlin Percussion wäre man aber auch bereits voll ausgestattet denn diese Library möchte vom Konzept her eine vollständige und umfassende Orchester-Percussion-Sektion mit allen Instrumenten und ihren Varianten sein. Dabei ist alles für den „normalen“ Gebrauch vielfältig abgedeckt. Die Library von Orchestral Tools war ursprünglich für den Kontakt Player erhältlich und wurde angepasst für den SINE-Player erneut veröffentlicht. In diesem Schritt wurden auch die vorher noch separat erhältlichen Pauken ins Paket integriert.

Spitfire Audio – Abbey Road Orchestra High Percussion – Vergleich – Orchestral Tools Berlin Percussion

Synchron Percussion I-III

Auch wenn mit dem ARO ja das Ziel im Raum steht, die detaillierteste orchestrale Library bei Spitfire Audio zu erstellen, gibt es einen Kandidaten in diesem Bereich, der auch im obersten Regal anzutreffen ist und auch äußerst detailliert daherkommt. Dieses wirklich riesige Paket kommt aus Wien von Vienna Symphonic Library (VSL) und besteht aus drei großen Teilen (Synchron Percussion I-III), die einzeln erhältlich sind. Der Detailreichtum liegt hier auf einem ähnlichen Niveau wie auch bei Spitfire Audio. VSL gibt an, bis zu 16 dynamische Layer und 8 Round Robins mitzuliefern.

Wie bei VSL üblich gibt es alle Libraries in zwei Preisklassen: in Standard (hier mit 6 Mikrofon-Signalen) und Full (mit 12 Signalen). Anders als beim ARO gibt es bei VSL keine thematischen Libraries. Die drei Sets sind immer eine Mischung aus allen Percussion-Bereichen, sodass man bereits mit Synchron Percussion I vielfältig mit insgesamt 16 Instrumenten ausgestattet ist. Alle Sets zusammen bieten dann insgesamt die größte Auswahl an Instrumenten und können sogar mit einer vierten Library durch drei „reguläre“ Drumkits ergänzt werden (Synchron Power Drum). Beim Platzbedarf langt man in Wien ordentlich zu: zwischen 150 GB und 170 GB wiegen die Standard-Libraries, die großen Versionen rund das doppelte. In der Maximalausstattung landet man so bei etwa einem TB Percussion Sounds. Preislich sind wir je nach Library und Version zwischen 245 € und 840 € unterwegs (Bundlerabatte nicht berücksichtig). Also auch hier kein preiswerter Spaß, sogar in Teilen noch etwas teurer als das ARO.

Ein Feature, das man bei VSL aber nicht außer Acht lassen sollte: Der kostenfreie Synchron Player – die Host-Software für alle VSL-Libraries – ist eine sehr flexible Engine, die auch immersive Formate unterstützt, einfaches Sounddesign ermöglicht und viele hilfreiche Tricks beherrscht (Velocity Xfade, Mixer-Presets, ….). Ausprobieren kann man die Engine übrigens mit einer Auswahl kostenloser Instrumente (s. u.).

Spitfire Audio – Abbey Road Orchestra High Percussion – Vergleich – VSL Synchron Percussion

Räume und Fazit

Die Räume, in denen die drei jeweils Libraries aufgenommen wurden, sind bei allen großartig. Die große Halle der Synchron Stage A von VSL, die Teldex Scoring Stage in Berlin bei Orchestral Tools und das Abbey Road One Studio bei Spitfire Audio gehören zu den besten Locations für diese Art von Aufnahmen.

Alle drei Anbieter haben das komplette Orchester bereits im Angebot oder wie bei Spitfire Audio beim neuen ARO in Arbeit. Man kann also am Ende bei allen Herstellern das gesamte Orchester bekommen. Und kleines Geld ist keines der Sets zu haben. Der Klang ist bei allen erwartungsgemäß sehr gut und zu einem guten Stück auch Geschmacksache.

Ein guter Startpunkt bei Spitfire Audio ist vielleicht vorerst das Abbey Road One – Orchestral Foundations. Damit kommt man schon sehr weit. Hoffentlich bietet der britische Hersteller zukünftig auch dauerhafte Crossgrades zwischen den beiden Abbey Road Library-Reihen an. Und wir werden weiter beobachten, wie sich das neue modulare Abbey Road Orchester entwickeln wird.

Wie bei allen Libraries in diesem Artikel haben wir einige vergleichbare Sound-Beispiele erstellt, die natürlich nur einen oberflächlichen Eindruck des jeweiligen Klangs zeigen können.

Hersteller: Spitfire Audio https://www.spitfireaudio.com/abbey-road-orchestra-high-percussion)
Plattform: eigenes Plug-in (gemeinsames Plug in für alle ARO-Libraries)
Preis / Größe: 449€ / 98 GB (unkomprimiert)
Besonderheiten: Teil einer modularen Reihe, NKS, bisher noch unvollständige orchestrale Percussion


VSL – Free Small Percussion

„kostenloses und gar nicht mal so kleines Percussion-Set“

Um nach diesem Ausblick auf die oberen Regale wieder auf dem Boden anzukommen, hier noch ein Tipp für eine komplett kostenlose Library: Die bereits sechs Libraries umfassende „Free Instruments“-Reihe von VSL wurde nun um ein weiteres Mitglied erweitert – mit gleich elf Instrumenten. Die „Small Percussion“ beinhalten kleine handgehaltene Klangkörper wie Bambusrohre (Boobams), Tambourin, Holzblöcke, Kastagnetten, Klanghölzer, Caxixi-Rassel, Shaker, Splash-Becken, Triangel, Fingerbecken und Zimbeln.

Die Aufnahmen wurden in der Silent Stage erstellt und lassen sich durch ihren eher trockenen Klang flexibel einsetzen und ggf. mit zusätzlichen Hall im Synchron Player auch in größere Räume transportieren. Presets dafür liegen dem Paket bei, die mit allen Möglichkeiten der Engine angepasst werden können.

Hersteller: VSL (https://www.vsl.co.at/de/Small_Percussion)
Plattform: Synchron Player (free)
Preis / Größe: 0€ / 156 MB
Besonderheiten: kostenlos, flexibel und Teil einer Reihe weiterer Instrumente

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