USB Monitor-Controller mit USB-Audiointerface

Behringer Xenyx Control 1 im Test

 

Wer beim Produzieren mit dem Rechner komplett auf einen Mixer verzichtet, hat ein Problem beim Handling der Abhörlautstärke. Möchte man darüber hinaus sogar unterschiedliche Boxenpaare zur Kontrolle nutzen, kommt man an einem Monitor-Controller nicht vorbei. Wir haben den Behringer Xenyx Control 1 getestet.

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Behringer Xenyx Control

Mit 38 cm Breite und 19 cm Tiefe ist das Behringer Xenyx Control 1 nicht gerade ein Winzling. Lediglich die Seitenteile sind aus Kunststoff, ansonsten besteht das stabile Gehäuse aus Aluminium.  Alle Bauteile des Behringer Xenyx Control 1 sind sehr ordentlich verschraubt und nichts wackelt. Die Bedienung ist selbsterklärend: Der sehr große Lautstärkeregler aus Plastik sitzt auf einer leicht gerasterten Metallachse und ist von einer hintergrundbeleuchteten Skalierung umgeben.

Die Haptik des Behringer Xenyx Control 1 ist gut, bei unserem Testgerät kippt das Stereobild auf den untersten zwei Rasterpunkten − bei den leisesten Einstellungen also; da es insgesamt 40 Rasterstufen gibt, ist das zu verschmerzen. Es stehen vier Eingangswahlschalter und drei Monitorwahlschalter zur Verfügung. Das aus 12 Segmenten bestehende LED-Metering kann entweder den Eingangs- oder Ausgangspegel anzeigen. Darunter ist ganz vorbildlich je ein Schalter für die Mono-, Mute- und Dim-Funktionen angebracht.

Auf der rechten Seite des Behringer Xenyx Control 1 ist ein Talkback Mikrofon mit dedizierter Lautstärkeregelung eingelassen, welches sich mit zwei Tastern wahlweise auf die Ausgänge »2-Track« und/oder »Phones/Studio« schicken lässt. Die linke Seite fasst alle wichtigen Funktionen für das Abhören über den Studioausgang sowie die zwei Kopfhörerausgänge, welche in der Frontblende angebracht sind, zusammen und stellt jeweils separate Lautstärkepotis zur Verfügung. Hier kann entweder das Eingangssignal (»Source«) oder »Monitor« abgegriffen werden.

Alle Schalter und Taster, im aktiven Zustand hintergrundbeleuchtet, besitzen einen etwas schwerfälligen Druckpunkt, machen aber trotzdem eine gute Figur. Die restlichen Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Durchweg als Klinkenbuchsen verbaut findet man drei Monitor Outs »A/B/C« für den Anschluss von drei Lautsprecherpaaren, drei Recording-Outs für 2-Tracks und DAW sowie je einen Phonesund Studio-Out.

Als Eingänge für diverse Zuspieler sind beim Behringer Xenyx Control 1 die Buchsen »Input 1-4« sowie »Monitor Mix Input« ausgelegt. Alle wichtigen Verbindungen sind mit einem Gain-Poti und/oder einem Pegelwahlschalter ausgestattet, der zwischen +4 dBu und −10 dBV wechseln kann. Auch die Footswitch-Buchse, welche zur Aktivierung des Talkbacks dient, fehlt nicht. »Input 4«, kann nicht nur Phono-, sondern alternativ auch Line-Signale entgegennehmen. Ein Spannungswahlschalter fehlt, da sich das Netzteil automatisch anpasst.

Das absolute Highlight ist aber: Durch einen USB-Anschluss ist das Gerät um ein Audiointerface erweitert! Dies verdeutlicht sich besonders durch Input 3, der entweder den analogen oder den USB-Strom entgegennimmt.

Behringer Xenyx Control 1 in the Box

Eine CD-ROM liegt nicht bei, aber unter Windows wird zumindest der »USB Audio Codec« automatisch für das Gerät installiert. Für den Betrieb mit den gängigen Sequenzern wie Presonus StudioOne, Ableton Live oder Steinberg Cubase steht der von Ploytec geschriebene »Behringer USB Driver« online zum Download bereit. Die maximale Abtastrate beträgt 48 kHz, die Wortbreite 16 Bit. Etwas verwunderlich ist es schon, dass es keinerlei Änderungsmöglichkeiten hinsichtlich der Puffergröße gibt, und so zeigt Cubase stets eine Eingangslatenz von 6,8 und eine Ausgangslatenz von 30,3 ms an. Kein Beinbruch, ist die USB-Schnittstelle doch eher als ein zusätzliches Schmankerl zu betrachten.

Das Behringer Xenyx Control 1 will ein professionelles Audiointerface nicht ersetzen und dient primär als Zentrale für ein Abhörsystem aus verschiedenen Monitoren. Somit sollte man sich auch nicht verwirren lassen, dass nur je ein Stereoeingang und – ausgang in der jeweiligen DAW repräsentiert wird.

FAZIT

Einen Monitor-Controller unter 180 Euro findet man eher selten; ist dann noch ein Audiointerface mit an Bord, wird man zu Recht et – was stutzig. Primär ist dieser USB-Anschluss jedoch als Behelfsoption anzusehen, und der Controller läuft ebenso gut im Standalone-Betrieb.

Als sehr positiv sind die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten des Behringer Xenyx Control 1 zu bewerten: Bis zu drei Monitorpaare, vier Zuspieler sowie umfangreiche Ausgänge für Studiolautsprecher, Kopfhörer oder 2-Tracks. Die Verarbeitung ist prima. Der minimale Versatz der Phantommitte beim Abhören mit sehr leisen Pegeln sollte im Projektstudio nicht ins Gewicht fallen.

 

Dieser Test stammt aus Sound & Recording 10/2012

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