Produkt: Sound & Recording 09-10/2019
Sound & Recording 09-10/2019
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Die Messdaten

Adam Audio T10S – kompakter Bandpass-Subwoofer im Test

(Bild: Dieter Stork)

Der Berliner Hersteller ADAM Audio stellte für seine Studiomonitore der T-Serie unlängst einen passenden Subwoofer vor.

Der mit einem 10″-Treiber bestückte T10S ist für die Kombination mit den Monitoren T5V (Testbericht in S&R 11.2018) und T7V (Testbericht in S&R 4.2018) optimiert und fügt sich sowohl von der Größe wie auch vom Preis gut in die T-Serie ein. Naturgemäß sind die T7V und T5V mit ihren relativ kleinen Tieftönern in der Basswiedergabe etwas limitiert. Ein Subwoofer kann daher unter verschiedenen Aspekten einen Zugewinn bringen. Der wiedergegebene Frequenzbereich lässt sich nach unten hin ausdehnen, es können höhere Basspegel wiedergegeben werden und die eigentlichen Monitore werden entlastet. Speziell Letzteres ist ein wichtiger Aspekt, wenn der Tieftöner der Monitore keine große Auslenkungen für die Basswiedergabe mehr vollziehen muss und damit auch die Intermodulationsverzerrungen im mittleren Frequenzbereich reduziert werden.

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Für die Tieftonwiedergabe wird aufgrund des zu den tiefen Frequenzen hin mit dem Quadrat der Frequenz abnehmenden Strahlungswiderstandes im Medium Luft ein großes Verschiebevolumen benötigt, das man entweder durch eine große Membranfläche oder große Auslenkungen oder eben beides zusammen erreichen kann. Ein 5″-Tieftöner muss so für den gleichen Schalldruck bei tiefen Frequenzen die vierfache Membranauslenkung im Vergleich zu einem 10″-Tieftöner machen. Bei hohen Pegeln bewegt sich dann die Schwingspule aus dem linearen Arbeitsbereich des Antriebs heraus, wodurch zunächst einmal nichtlineare Verzerrungen (THD) entstehen. Bei tiefen Frequenzen wäre das bis zu einer bestimmten Grenze noch zu verkraften, da man hier weniger sensibel auf Verzerrungen reagiert. Wird der gleiche Treiber aber, wie es bei 2-Wege-Monitoren unvermeidlich ist, noch weit bis in den mittleren Frequenzbereich (typisch 2–3 kHz) eingesetzt, dann werden auch diese Signalanteile in Mitleidenschaft gezogen, wenn der Antrieb des Tieftöners seinen linearen Arbeitsbereich verlässt.

Diese Art der Verzerrungen nennen sich Intermodulationsverzerrungen (IMD) und beschreiben, wie sehr sich gleichzeitig übertragene, verschiedenartige Signalanteile gegenseitig beeinflussen bzw. stören. Die Argumente für 3-Wege-Monitore führen auch immer wieder genau diesen Aspekt an, dass der Tieftöner hier nicht mehr die Wiedergabe der sensiblen Mitteltonlagen mit übernehmen muss. So oder ähnlich könnte man es auch für Kombinationen mit Subwoofern sehen, wodurch der 2-Wege-Monitor dann auch zu einem 3-Wege-System wird, wenn der Subwoofer die tiefen Frequenzanteile übernimmt.

Beschäftigt man sich mit Filmton im 5.1-, 7.1-oder noch komplexeren Formaten, dann kommt dem Subwoofer für den LFE (Low Frequency Effects) Kanal eine weitere Bedeutung zu. Im Filmton werden zur Unterstützung der filmischen Handlung gerne tieffrequente Effekte eingebaut, die zusätzlich zum normalen Ton in der Mischung über den LFE-Kanal wiedergegeben werden. Der LFE-Kanal ist hier ein eigenständiger Kanal und nicht der Tieftonanteil der LCR-Frontkanäle. Spezielle Prozessoren für das sogenannte Bassmanagement ermöglichen jedoch auch beides, sodass der Subwoofer den LFE-Kanal und den Tieftonanteil des LCR-Hauptsystems übernimmt. Umgekehrt kann mithilfe des Bassmanagements bei entsprechend kräftigen Hauptlautsprechern auch der Subwoofer entfallen und das LFE-Signal auf die LCR Lautsprecher geroutet werden. Der T10S ist als typische Erweiterung eines Abhörsystems mit T5V- oder T7V-Monitoren zu verstehen.


Aus dem Messlabor …

… unter reflexionsfreien Bedingungen stammen die folgenden Messungen zum Frequenzgang, zum Abstrahlverhalten und zu den Verzerrungswerten. Der Klasse-1-Messraum erlaubt Messentfernung bis zu 8 m und bietet Freifeldbedingungen ab 100 Hz aufwärts. Alle Messungen erfolgen mit einem B&K 1/4″-4939-Messmikrofon bei 96 kHz Abtastrate und 24 Bit Auflösung mit dem Monkey-Forest Audio-Messsystem. Messungen unterhalb von 100 Hz erfolgen als kombinierte Nahfeld-Fernfeldmessungen.

01 Impedanzkurven des Treibers im T10S Subwoofer: Amplitudenverlauf (rt) und Phasenverlauf (bl)
02 Messung des T10S ohne die interne Elektronik; die rote Kurve zeigt die Messung im reflexionsarmen Raum (ab 100 Hz) mit Raumeinflüssen unterhalb von 100 Hz. Die blaue Kurve wurde mit zeitlicher Fensterung (15 ms) berechnet.
03 Nahfeldmessungen am T10S. Die blaue Kurve wurde am Bodenspalt der Box gemessen, die grüne am Bassreflexport in der Rückwand. Die rote Kurve wurde als komplexe Summenfunktion der beiden Nahfeldmessungen berechnet.
04 Die bei tiefen Frequenzen durch den Raum verfälschte Fernfeldmessung (grün), wird unterhalb von 100 Hz durch eine angepasste Nahfeldmessung ersetzt, woraus dann als finaler Frequenzgang die rote Kurve entsteht. Die blaue Kurve zeigt den zugehörigen Phasengang.
05 Filterfunktionen der Elektronik für die Einstellungen Bypass(gr), 100 Hz(rt) und 80 Hz(bl); die gestrichelten Kurven zeigen die Filterfunktionen für den Ausgang zu den Topteilen mit Hochpassfunktion.
06 Frequenzgänge des T10S Subwoofers komplett mit Elektronik für die Einstellungen Bypass( gr), 100 Hz(rt) und 80 Hz(bl); exemplarisch ist in Hellblau auch der Frequenzgang einer T7V, betrieben über den Ausgang mit Hochpassfilter, eingezeichnet sowie deren Summenfunktion (orange gestrichelt) zusammen mit dem T10S Subwoofer.
07 Maximalpegelmessung des T10S für höchstens 3 % Verzerrungen (blau) und höchstens 10 % Verzerrungen (rot); die grünen Kurven zeigen den aus der Sensitivity und der maximalen Verstärkerleistung von 130 W rechnerisch möglichen Maximalpegel.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 02/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig downloaden. 


Hersteller: ADAM Audio
UvP/Straßenpreis: 449,– Euro / ca. 399,– Euro
Internet: www.adam-audio.com

Unsere Meinung

++ Messwerte
++ Einsatzmöglichkeiten
+ Verarbeitung und Wertigkeit
+++ Preis/Leistungs-Verhältnis

Profil: ADAM Audio T10S

Frequenzbereich: 28 Hz – 250 Hz (–6 dB)
Welligkeit: (3,1) dB (35 Hz – 200 Hz)
Basstauglichkeit: 100 dB (10 % THD 30 – 100 Hz)
Störpegel (A-bew.): <15 dBA (10 cm)
Maße/Gewicht: 318 × 390 × 413 mm (B×H×T) / 12,2 kg

Produkt: Sound & Recording 06/2019
Sound & Recording 06/2019
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