Produkt: Sound & Recording 05/2020
Sound & Recording 05/2020
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Hit me with your rhythm stick

Vintage Park: Dynacord Percuter & Rhythm Stick

(Bild: Dieter Stork)

Mitte der 80er-Jahre wollte Dynacord die Drummer befreien: mit dem digitalen, im Prinzip unerschöpflichen Drumsound-Vorrat des Percuter-Drumbrains ausgestattet, sollte er dank eines bizarren, gitarrenähnlichen Controllers, wie ein Gitarrist an der Bühnen-Front performen und vom Publikum mehr Liebe und Aufmerksamkeit bekommen.

Die Firma Dynacord wurde 1946 vom Ingenieur Walter Pinternagel gegründet und hatte sich u. a. durch ihre Röhren- und Transistorverstärker einen guten Namen gemacht. In den 50er-Jahren brachte sie das Echocord-Bandecho heraus, in der nächsten Dekade wurden auch Gitarren und Bässe gefertigt, und 1968 fusionierte Dynacord mit Echolette. Die Firma ist nach wie vor im bayerischen Straubing ansässig und gehört mittlerweile zur Bosch-Gruppe.

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Erdacht wurde der Percuter vom genialen Entwickler Hans-Peter Baumann, der mit seiner Boutique-Firma BME schon in den 70er-Jahren diverse kultige Analogsynthesizer wie den BE 700 fertigte und 1983 mit der Rattlesnake eine interessante analoge Rhythmusmaschine herausbrachte. Baumann konzipierte außerdem ein innovatives Modul, das mit mehreren triggerbaren Soundkanälen bestückt ist und digitale Samples abfeuern kann. Er verkaufte das Gerät an Dynacord, die es als Percuter in Serie fertigten und 1984, in einer Zeit also, als digitale Sounds sehr hoch im Kurs standen, auf den Markt brachten.

Das Desktopmodul kostete anfangs stolze 1.600 Mark, war aber im Vergleich zu

Auf der Rückseite des Percuter S finden sich acht Trigger- Inputs, die Sub-D-Multi-Trigger-Buchse sowie ein Remote- Pitch-Anschluss für Kanal 8. Auf der Vorderseite bietet das Drumbrain (hier die S-Version mit individuellen Pitch- Reglern) acht Einzelausgänge sowie einen kombinierten Stereo-/Mono- und einen Kopfhörerausgang.
Mit dem Boomer 8 Bit lassen sich Percuter- Cartridges mit eigenen Samples erstellen; maximal 1,3 Sekunden stehen zur Verfügung, und die Sampling-Rate kann zwischen 12 und 25 kHz liegen.
Der Mini-P ist eine zweikanalige Variante des Percuters, die etwas später auf den Markt kam. Ebenfalls mit Modulsteckplätzen ausgestattet ist der P 20, der kleine Bruder des Dynacord-Samplers ADD One.
Hier sieht man die erste Percuter-Version (ohne Pitch-Regelung pro Kanal), daneben den Big-Brain-Sequenzer und die Digital Drums mit den fünfeckigen Pads. Der Digital Hit oben links ist nur mit einem Sample bestückt.
Der Rhythm Stick im Einsatz erinnert an eine Slap-Bass-Performance (Anzeige in KEYBOARDS 07/1986).
Die Sub-D-Trigger-Buchse an der Seite des Rhythm Stick transportiert neben der Netzversorgung auch MIDI-Daten.

anderen digitalen Klangerzeugern dieser Zeit noch relativ preiswert. Ein echter Mehrwert entstand durch die acht Trigger-Eingänge. Viele Studios, die konventionell aufgenommene »Natur«-Drums mit digitalen Sounds dem Zeitgeschmack anpassen wollten (»Digital ist besser«) und z. B. die Snare und Bassdrum einer Aufnahme austauschen wollten (was meist zusätzliches Equipment zur Generierung eines Trigger-Signals erforderte), erwarben den Percuter, von dem 1.950 Stück verkauft wurden.

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 05/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

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