Die Startrampe

Studioszene − Red Bull Studios in Berlin

Dirk Mathesius, Matthias Fuchs

Seit Herbst 2015 betreibt der Erfinder des trinkbaren Gummibärchens auch in Berlin eine Dependance seiner hauseigenen Studiokette. Innovatives Marketing? Selbstverständlich! Aber es steckt mehr dahinter: Vor allem vielversprechenden Newcomern und Durchstartern sollen hier Flügel verliehen werden.

Der Standort ist geschickt gewählt: An der Grenze zwischen den Berliner Szenebezirken Kreuzberg und Neukölln befindet sich das Red Bull Studio inmitten von reichlich Kunst, Kultur und einem gewissen urbanen Restchaos − sehr authentisch. Die aktuelle Studiodichte ist wohl nirgends in der Republik höher als hier.

Der rote Bulle sieht sich jedoch ganz und gar nicht als Konkurrent oder gar als neuer Platzhirsch mit unerschöpflichen Ressourcen, sondern als kulturfördernde Institution im Dienste lokaler Musiker. Studio-Engineer Christian Prommer erklärt das bemerkenswerte Konzept: »Wir sind kein Mietstudio!

Wir wollen vielversprechenden Künstlern eine amtliche Produktion ermöglichen und ihnen dadurch Starthilfe geben bzw. ihren Durchbruch erleichtern. Jeder, der davon überzeugt ist, eine aufregende musikalische Vision transportieren zu können, darf sich bei uns bewerben. Erste Schritte, wie etwa regelmäßige Gigs, die eine oder andere Release, zumindest aber aussagekräftiges SoundcloudMaterial sollte man jedoch unbedingt vorweisen können. Ein mehrköpfiges und immer wieder wechselndes Team mit breitem musikalischem Background trifft dann die Auswahl. Im Erfolgsfall winkt eine Produktion bei uns. Alle Rechte am entstandenen Material gehören dem Künstler.«

Dirk Mathesius, Matthias Fuchs

Seit Bestehen des Studios haben so unterschiedliche Musiker wie etwa die Rapper Megaloh, Genetikk, Crack Ignaz und LGoony, die R&B-Künstlerin Joy Denalane, Elektroniker Henrik Schwarz oder Sängerin/Pianistin Dillon von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. »Wir sind gegenüber allen Genres offen«, erklärt Christian. »Wichtig ist: Wir wollen mit Künstlern arbeiten, die für ihre Musik wirklich brennen.«

Die Befürchtung, das Studio könnte den benachbarten Mitbewerbern ihre Kunden streitig machen, lässt Christian nicht gelten: »Im Gegenteil! Wer bei uns seinen Durchbruch realisiert hat, wird viel eher in der Lage sein, seine nächste Produktion in einem der umliegenden Mietstudios zu verwirklichen. Zudem versorgen wir unsere Berliner Mastering-Kollegen wie etwa Dubplates&Mastering oder Calyx regelmäßig mit neuen Kunden.«

Die glücklichen Poll-Gewinner erwartet ein bestens ausgestattetes Studio mit kompromissloser Profitechnik und außergewöhnlichem Ambiente. Eine komplette Band-Produktion ist ebenso möglich wie ein Videodreh oder DJ-Stream.

(K)ein Spielplatz …

Das Berliner Red Bull Studio begeistert mit einer oberamtlichen Ausstattung, die internationalen Profi-Ansprüchen lückenlos gerecht wird. Außen: die beeindruckenden Gemäuer eines ehemaligen Umspannwerkes; innen: 250 m2 Hi-Tech sowieerstklassiger Akustikbau mit drei Aufnahmeräumen und großzügig angelegter SSL-Regie. Eine reichhaltige Instrumentenauswahl mit Upright-Piano, vintage E-Pianos, Minimoog Voyager und einem exklusiven Vintage-Drumset vervollständigt die Ausstattung.

 

Christian Prommer

Christian Prommer ist studierter Drummer und darüber hinaus Komponist, Produzent, DJ und Remixer. Mit Fauna Flash und dem Trüby Trio ist er bekannt geworden. Seit 2015 arbeitet er als Studio-Engineer und Leiter des Red Bull Studios Berlin.

Christians All-Time-Favorites

Lieblingsalben: Michael Jackson − Off The Wall, Prince − Prince
Lieblingsproduktion: Kendrick Lamar − To Pimp A Butterfly
Newcommer 2016: Flume
Geilstes Konzert: Prince: »Sign o’ the Times« 1987 in der Münchner Olympiahalle
Lieblingsmikro: Neumann U47
Lieblings-Outboard: Great River MP-500-Preamp
Lieblings-FX: Ursa Major Space Station
Lieblings-Plug-in: UAD Precision K-Stereo Ambience Recovery
Ganz oben auf dem Wunschzettel: »Echtes« Mellotron

 

www.redbullstudios.com/berlin

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