Studiotipps - Kniffe die die Welt verbessern

Wie du beim Mixen Störgeräusche beseitigen kannst

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Bisweilen kann der Solo-Knopf am Mischpult auch ein Fluch sein. Zumindest mir ging es manchmal so, wenn ich spät abends vermeintliche Probleme auf den Einzelspuren korrigieren wollte, die dann am nächsten Tag mit frischen Ohren gar nicht mehr zu hören waren. Ein Mix lebt davon, dass Signale zusammengeführt werden, oft passen da im Gesamtkontext selbst ein paar Nebengeräusche durchaus rein.

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Dabei meine ich nicht, dass wir schlampig arbeiten sollen. Insbesondere bei den Spuren, die recht deutlich im Vordergrund zu hören sind, müssen wir bisweilen diffizile Kleinstarbeit leisten. Das Corona-Virus hat aber zumindest bei mir einiges auf den Kopf gestellt. Wo ich früher bestimmte Aufnahmen gleich verworfen hätte, bin ich heute froh, dass wir diese überhaupt haben! Wer jemals Filmton direkt vom Set bearbeitet hat, der kennt das sicherlich. Aber im Musikbereich haben wir meist selbst im Amateurbereich doch recht gute Aufnahmeräume oder zumindest ein paar Tricks in der Hinterhand, sodass viele Probleme gar nicht erst entstehen.

PSP MixGate 2 von www.pspaudioware.com kommt bei mir immer dann zum Einsatz, wenn das einfache Gate der gewohnten Audiosoftware oder des üblichen Channelstrips akustisch zu auffällig arbeitet.
Da Waves NS1 zwar gut funktioniert, bisweilen aber etwas brachial zu Werke geht, nutze ich einen simplen EQ, den ich vor das Plug-in schalte. Die E-Gitarre aus dem obigen Beispiel brauchte hier nur eine leichte Höhenanhebung, und schon sind die Töne perfekt isoliert und vom Hintergrundgeräusch getrennt.
Waves NS1 ist vielleicht kein typisches Tonstudio-Plugin, weil wir ja normalerweise so sauber aufnehmen wollen, dass wir diese Technologie erst gar nicht brauchen.
iZotope RX kann noch viel mehr, aber gerade für das schnelle Arbeiten ist das Plug-in Voice Denoise ideal. Auch wenn die Bezeichnung vielleicht etwas anderes suggeriert, eignet es sich ebenfalls hervorragend, um Instrumentenspuren zu bearbeiten.

Die gängigen Tools zum Entfernen von Hintergrundgeräuschen erzeugen bisweilen selbst unschöne Nebeneffekte und sind für eine erneute Datenkompression beispielsweise in einem YouTube-Video oder einem Audio-Stream ungeeignet. Und auch mit einem einfachen Gate kommt man solchen unsauberen Signalen nicht immer bei. Aber diese »Unschönheiten«, wie Umgebungsrauschen, das ungewollte Übersprechen anderer Instrumente oder des Kopfhörers oder auch ein unerwünschter Raumhall, müssen wir gerade jetzt, wo nicht alles perfekt im Studio aufgenommen werden kann, trotzdem irgendwie lösen.

Die Corona-Situation hat mich dazu gebracht, hier einiges auszuprobieren und zu testen. Dabei habe ich vor allem zwei Plug-ins neu schätzen gelernt, die ich vorher nur selten eingesetzt habe.

Das komplette Tutorial findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 06/2020. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

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