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Steinberg Cubase: White-Noise-Effekte

Es ist schon irgendwie paradox. Einerseits achtet man beim Recording penibel auf korrektes Gain-Staging und schaltet beim Mixing gerne die allzu gut gemeinte „Noise“-Funktion einiger Analog-Emulationen ab, um möglichst wenig Rauschen in die Produktion einzubinden. Auf der anderen Seite ist Rauschen in manchem Genre – primär Club-Musik – kaum noch wegzudenken.

Betrachtet man die sogenannten Riser-Effekte etwas genauer, handelt es sich meist um nichts anderes als weißes Rauschen, das durch auf- und absteigende Filtermodulationen die verschiedenen Parts im Song verbindet und im Hintergrund für Bewegung und Spannung sorgt. Zahlreiche Libraries bieten vorgefertigte Loops für dieses Stilmittel. Jedoch ist es kinderleicht, diesen Effekt selbst zu kreieren, und Cubase liefert alle nötigen Werkzeuge bereits von Haus aus mit.

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Erzeuge zuerst eine neue Audiospur, und füge im ersten Insert-Slot den „Tone Generator“ von Steinberg ein. Neben verschiedenen Wellenformen wie Sinus oder Rechteck kann der Signalgenerator auch drei verschiedene Arten von Rauschen ausgeben.

Cubase Noise
Für einige Club-Produktionen unverzichtbar: weißes Rauschen und ein knackiges Filter

Statistisch gesehen sind in einem Rauschsignal alle Frequenzen gleichmäßig im Spektrum vertreten. Die drei Varianten unterscheiden sich, grob gesagt, im Höhenanteil bzw. in der Aggressivität, denn pinkes Rauschen fällt im Pegel um 3dB/Oktave ab, braunes Rauschen sogar um 6dB/Oktave. Um die volle Bandbreite mit durchsetzungsfähigem Höhenanteil zu nutzen, empfiehlt sich in diesem Fall also das weiße Rauschen.

Selbstverständlich kann jedes beliebige Filter in den nachfolgenden Slot geladen werden, gut eignet sich jedenfalls Steinbergs „Dual Filter“, da dieser, wie der Name schon vermuten lässt, über einen kombinierten Hochpass- und Tiefpassfilter verfügt. Mit dem Regler „Position“ kann man die Grenzfrequenz und somit die Bandbreite des Rauschens passend zum Song regeln.

Um rhythmische Strukturen zu erarbeiten, versuche doch auch mal, Filter-Cutoff und Resonance per Step-Sequenzer zu steuern. Mit solchen 16tel-Grooves bringt man so manchen schnöden Drumloop auf Trab. Um den Sound-Effekt zu verfeinern, ließe sich das gefilterte Rauschen zusätzlich mir Reverb oder Delays versehen.

Ebenfalls sehr beliebt ist es, lang ausklingende Noise-Fahnen per Sidechain-Kompression bewusst zum Pumpen zu bringen, beispielsweise durch die Kick oder auch andere Instrumente. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl entstehen so organisch wirkende Groove-Elemente, die die Musik auf subtile Weise bereichern können.

Cubase Quick Control
Alle wichtigen Parameter des Filters wurden hier per „Learn“-Funktion den „Quick Controls“ zugewiesen. So kann man intuitiv den Effektverlauf steuern und per Automation aufzeichnen.

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