Legendäre Gitarren-Sounds mit Guitar Rig 5 nachgebaut

Sounds Like… SIMPLE PLAN

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(Bild: Chapman Baehler)

Wenn man es ganz genau nimmt, haben sich die Jungs im Laufe der 90er Jahre über mehrere (Um)Wege zusammen gefunden. Es handelt sich bei „Simple Plan“ mit einem Sänger, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug um eine klassische Rockbesetzung! Sie spielen frische Popsongs im Rockgewand, was den meist positiven Melodien viel Energie mit auf den Weg gibt. Und obwohl die Fünf aus Montreal kommen, denkt man beim Anhören ihrer Musik sofort an amerikanische College Filme oder Baseball oder ähnliches…

Im Veröffentlichungsjahr des Debüt Albums „No Pads, No Helmets… Just Balls“ gaben die Herrschaften mehr als 300 Konzerte. So lernt man’s, würde ich sagen… 😉

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Sie waren als Support für Good Charlotte, Avril Lavigne oder Green Day unterwegs, was die Band natürlich einem breiteren Publikum zugänglich machte und so zu mehr Erfolg verhalf. Der Longplayer verkaufte sich immerhin 2,2 Millionen Mal, was (vor allem für ein Debüt) unfassbar ist!!!

Jeff Stinco spielt meist Gitarren von Gibson, wie z.B.: Les Paul, ES oder Les Paul Junior. Mesa Boogie Rectifier oder Road King, Vox AC30 und Divided by 13 verstärken sein Spiel. Mit Ibanez Tubescreamer, Xotic RC Booster, Boss Tremolo oder MXR EVH Phase 90 u.a.m. hat er verschiedene Soundverschönerer vor seinen Füßen liegen.

Sebastien Lefebvre spielt verschiedene Modelle von Framus. Auch seine Amps wie der Dragon kommen von Framus. Er benutzt vornehmlich Pedals von T Rex.


Mehr zum Thema findest du in der aktuellen Sound & Recording Ausgabe:

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Sound & Recording 04/16 – Dante Special 

In der Sound & Recording-Ausgabe 04/16 steht die Studio-“Verkabelung” mittels Dante-Netzwerks im Mittelpunkt.  Dazu waren wir im Chellow Park Studio in England, wie auch bei Toneblasphemy, die bereits auf Dante umgestellt haben. Außerdem besuchten wir das neueingerichtete aber original 50er Jahre Studio namens Moonshine Records. In der Mixpraxis lauschen wir That’s the Spirit von Bring Me The Horizon und Henning Verlage analysiert Jack Garratts Breath Life.

Getestet haben wir das Audio-Interface Apollo Twin USB, den offenen Studiokopfhörer Audio Technica ATH 370x und das Grenzflächen-Kondensatormikrofon TG D71c von Beyerdynamic. Zu guter Letzt interviewten wir Marco Haas aka T.Raumschmiere über sein neues Album King of Gnarz.

>> Hier kannst du die Sound&Recording-Ausgabe 04/16 versandkostenfrei bestellen <<


 

Das Thema in GuitarRig 5

Um den Intro Part des Songs umzusetzen, muss man mehrere Spuren mit verschiedenen Lines und Sounds spielen. Als erstes wenden wir uns dem Rhythmus Brett zu. Die Grundlage für diesen Sound bilden meine Les Paul Custom, bei der ich den Steg PU benutze, und der RAMMFIRE aus dem Guitar Rig 5, welches Richard Z. Kruspes Aufnahme Setup entspringt. Gain ist recht weit aufgerissen. Die Klangregelung ist ziemlich extrem eingestellt. So werden die Mitten sehr scooped gefahren und Presence und Treble sind sehr weit offen. Aber was klingt, klingt eben… 😉 Im „Control Room Pro“ mische ich dann die beiden Mikro Emulationen Telefunken U47 und Neumann M149 zusammen, wobei das Neumann den größeren Soundanteil weg trägt. Als EQ kommt der SSL zum Einsatz. Mit ihm erledige ich den Lo Cut und senke die Mitten bei 880 Hz um 5,5 db ab. Zusätzlich sorgen die leicht angehobenen 12kHz für eine frische Brise. Diese Gitarre wird gedoppelt und im Panorama hart links/ rechts gepannt. Zusätzlich werden die kleinen Single Note Linien zwischen den Staccato Parts noch mal eine Oktave höher gedoppelt und ebenso l/r verteilt.

Um den Sound etwas mehr Weite zu verpassen, wird eine Melo – Gitarre aufgenommen, welche rhythmisch das Riff kopiert, aber tonal bleibt sie weitestgehend auf einem Ton liegen bzw. bewegt sich in einer 2-3 Töne Range. Diese Spure(n) spiele ich mit einer Gibson SG Standard, auf der auch der hintere Humbucker aktiviert ist. Diesem soll der JUMP Amp nun zu Gehör bringen. Auch bei diesem Verstärker werden die Mitten weit zurück genommen. Als Box dient eine mit Greenback Speaker bestückte 4x12er Marshall Box, vor der ein U87 Kondensator Mikrofon von Neumann seinen Dienst verrichtet. Auch hier wird der E Channel des Solid EQ in den Signalweg genommen. Ein Hi Pass bei ca. 100 HZ und eine leichte Mittenreduzierung um die 730 Hz reichen hier völlig. Die Melo Gitarre wird ebenfalls gedoppelt und knallhart links und rechts im Panorama angeordnet.

Nachdem das Riff einmal durchgespielt wurde, kommt im Arrangement eine kleine ostinate Hookline hinzu, welche ich mit meiner Telecaster intoniere. Damit die Töne klar rüberkommen, wird ein eher crunchig angelegter Sound benötigt. Diesen soll mir ein Hiwatt Amp, der im GR5 schlicht High White genannt wird, bringen. Im „Matched Cabinet“ verweilt der obere Schieberegler, welcher für die Mikroauswahl verantwortlich ist, auf der SM57 Position. Ein kleines „Pfeifen“ bei 2,3 kHz stört mich, weswegen ich selbiges mit dem „Equalizer parametric“ schmalbandig entferne. Danach räumt der SSL im Bassbereich auf und fügt ab ca. 10.000 Hz Höhen hinzu, welche diese Gitarre offener klingen lassen. Diese Spur bleibt in der Mitte. Das „simple“ Gitarrenbrett steht nun…

Klangbeispiel:

Spielweisen & Tipps Die Gitarre hab ich in Drop D gestimmt. Rhy- und Melo Gitarren sind sehr staccato gespielt, was viel Arbeit für den rechten Handballen bedeutet. Aber auch die Finger der Linken setzen immer am Ende des jeweiligen Akkordes kurz ab. Ich spiele das Riff im Wechselschlag. So groovt es für mein Empfinden mehr, als mit Downstrokes. Die Hookline ist ein Wechselspiel von D- und G Saite. Es wird offen und sehr gleichmäßig gespielt. Viel Spaß beim Probieren!!!

 

Hier das offizielle Video:

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