Legendäre Gitarren-Sounds mit Metal Amp Room nachgebaut

Sounds like Metallica

Metallica kann man mit Fug und Recht als die weltweit größte Metal-Band bezeichnen. Vor allem bis zum schwarzen Album haben die vier Jungs dieser Welt echte Meilensteine hinterlassen. Jedes ist auf seine Art und Weise genial! Sie experimentieren und entwickeln sich immer weiter, und trotzdem kann man sagen, dass es den typischen Metallica-Sound gibt. Ich habe mir einen ihrer erfolgreichsten Songs rausgesucht und den Sound im Rechner nachgebaut.

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Es war 1981, als Metallica von James Hetfield und Lars Ulrich in Los Angeles gegründet wurden. Nach dem anfänglichen Suchen und Probieren stand nach zwei Jahren die weitere Besetzung mit Cliff Burton und Kirk Hammett fest. Nebenbei sei erwähnt, dass auch Megadeth-Sänger und -Gitarrist Dave Mustaine kurz bei Metallica zockte. Nach dem Tod von Bassist Burton wurde dessen Posten von Jason Newsted besetzt. Seit 2003 greift Robert Trujillo in die dicken Saiten. Ansonsten blieb die Besetzung über all die Jahre gleich. Und das ist auch wichtig für den MetallicaSound! Lars Ulrich hat unendlich viele MetalDrummer mit seinem Stil geprägt. Dazu kommt noch der unverwechselbare und schiebende Gitarrensound von James. Und nicht zu vergessen natürlich sein Gesang, den man sofort wiedererkennt. Hammett steht für oftmals schnelle und meist pentatonische Läufe, welche gern mit einem Wah-Sound gespickt werden.

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James und Kirk sind schon seit vielen Jahren ESP-Endorser und haben beide einige Modelle auf dem Markt. Hetfield mag Les Paul-Explorer-artige Gitarren. Alle Modelle sind mit seinen aktiven Signature-Pickups ausgestattet. Hammett spielt Les-Paul-ähnliche Modelle sowie Gitarren, die man unter “moderne Strat” einordnen würde. Seine Gitarren sind auch mit aktiven EMGs bestückt. Meistens handelt es sich dabei um 81er in der Bridge-Position und 60er am Hals. Viele seiner Gitarren haben ein Floyd Rose Tremolo System.

James Hetfield benutzt Triple-RectifierAmps von Mesa Boogie und den Tri-AxisPreamp plus Simul-Class 2:90-Power-Amps. Ebenso kommt ein Diezel VH4 zum Einsatz. Die Boxen stammen auch von Mesa und sind mit vier Vintage-30-Speakern ausgerüstet. Für Clean-Sounds wird mit dem Roland JC-120 eine wahre Legende eingesetzt. Kirk Hammett spielt seine Signature-Amps und -Cabinets von Randall. Zudem verstärkt er seine Gitarren mit einem Dual Rectifier von Mesa Boogie. An FX nutzt er Pedals von Dunlop (Wah Signature), Ibanez TS, Digitech Whammy und Delay-Modulation-Pedals von Line 6. Außerdem verrichtet ein G-Major von TC Electronics seinen Dienst.

Spielweisen & Tipps: Für diesen Song bleiben die Gitarren auf E gestimmt. Es handelt sich um ein typisches Rock- bzw. Metal Riff, welches aus Palme-Mutes und offen gespielten Tönen besteht. Das heißt, die rechte Hand ist hier gefragt. Die Noten sollten Kraftvoll gespielt werden. Hier ist Energie im Spiel. Aber nicht übertreiben! Immer aufpassen, dass alles schön tunt!

Das Thema im Metall Amp Room

Eine meiner Gitarren ist mit aktiven EMG Pickups ausgerüstet, was sie für diesen Job prädestiniert. Der Bridge-Tonabnehmer füttert das Metal-Amp-Room-Plugin. Der Lead Knopf ist gedrückt, weswegen das Gain-Poti auf 8:30 Uhr verweilt.

Was die Klangregelung angeht, bewegen sich Bass, Middle und Treble um 12 Uhr herum. Dafür ist der Scoop-Taster gedrückt, was die Mitten aushöhlt und so für einen typischen Metal-Sound sorgt. Ein wenig Depth bringt Fundament in die Gitarrenwand und Presence noch den nötigen Biss. Die Linke der beiden verfügbaren 4×12- Boxen scheint mir die passende zu sein. Allerdings benutze ich nur das Mikrofon, welches einem SM57 nicht unähnlich ist. Dies erreiche ich mit dem “Mic Balance”-Schieberegler im unteren Bereich der GUI.

Nun wird mit dem “Tonelux Tilt” ein sehr eigenes Filter in die Signalkette geschaltet. Als Allererstes wird das Hochpass-Filter bemüht, das den Sound entrumpelt. Der TiltRegler ist schon sehr speziell, aber ebenso einfach in der Handhabung. In unserem Fall ist der Shape-Schalter nicht gedrückt, was bei Betätigung des Potis die Bässe im gleichen Verhältnis absenkt, wie es die Höhen anhebt − das muss man sich wie bei einer Waage vorstellen, wobei die Mitte eine festgelegte Frequenz darstellt.

Und so klingts:

Gain hebe ich stark an! Damit möchte ich den nächsten Equalizer heißer anfahren, damit die Saturation auch wirklich arbeitet. Die ist sogar voll offen. So wird das Signal durchsetzungsfähiger. Natürlich geht der EQ, den übrigens Flemming Rasmussen gern benutzte, auch seiner normalen Funktion nach, indem er ab 12 kHz ein wenig anhebt und so für Luft obenrum sorgt. Bei 1 kHz werden die Mitten abgesenkt und bei 150 Hz die Bässe.

Der Grundsound steht jetzt. Für dieses Riff werden die Gitarren gedoppelt und im Panorama auf Anschlag links bzw. rechts gelegt. Mir fehlt allerdings noch der sehr prägnante Raum, der sich durch das ganze schwarze Album zieht. Hierfür benutze ich den TSAR- 1-Reverb. Mit einer Hallzeit von 0,27 Sekunden kann man den Raum als klein einstufen. Ich spiele noch ein wenig an den Reglern des Plugins, bis mir der Sound gefällt. Der Reverb wird übrigens auf einen AUX meiner DAW gelegt und per Send angesteuert. So bleibt das direkte Signal unbehandelt und man kann wunderbar den Raumanteil dazumischen. Das Metal-Brett ist fertig!

 

 

 

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