Adventure Of A Lifetime

Sounds Like Coldplay

Seit 19 Jahren spielt Coldplay unverändert zusammen. Die Band hat sich und ihren Sound stetig weiterentwickelt und dabei ihren Erfolg stets vergrößert. Mit Effekten angereicherte Gitarrensounds geben ihren Songs viel Atmosphäre.

Coldplay haben Anfang Dezember ein neues Album auf den Markt geworfen. Der Song Adventure Of A Lifetime daraus soll heute unser (Gitarren-soundliches) Thema sein.

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An einer Londoner Uni lernten sich die vier kennen und formierten sich im September 1996 zu einer Band. Noch heute spielen Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman zusammen. 1998 gab es ihre erste EP mit einer 500er Auflage, die aber größtenteils nur als Demo verwendet wurde. Ein Jahr später unterschrieben sie einen Vertrag über fünf Alben, was sich schon allein aus kommerzieller Sicht als richtige Entscheidung entpuppen sollte.

50 Millionen verkaufte Alben sprechen eine eigene Sprache. Es hagelte Auszeichnungen und man kann sagen, dass es weiß Gott nicht jeder englische Künstler auch in den Staaten geschafft hat. Die Jungs waren mit den vorigen vier Alben, abgesehen von Deutschland und UK, auch in den USA auf Platz 1! Bei ihrem Debut-Silberling waren sie noch oft mit Radiohead verglichen worden. Später wurde ihre Musik vielschichtiger und mit dem Co-Produzenten Brian Eno gab es zudem einen stilistischen „Bruch“, was den Erfolg der Band sogar noch beflügelte. Mittlerweile haben die Herrschaften sieben Longplayer veröffentlicht.

Jonny Buckland ist der Gitarrist von Coldplay und benutzt Gitarren verschiedener Hersteller. Meistens sieht man ihn aber mit Fender. Stratocaster, Jaguar und Jazzmaster, sowie diverse Thinline-Telecaster-Gitarren werden gezupft. Außerdem spielt er noch Gibson ES, SG oder Les Paul. Zu Verstärkung kommen Amps wie Fender Twin, Hot Rod De Ville und der allseits bekannte Plexi der englischen Amp-Schmiede Marshall zum Einsatz.

Für die Zerre sorgen Pedals wie Ibanez TS 9, Fulltone OCD oder die Pro Co Vintage Rat. Jonny erzeugt oft große Gitarrensounds, man könnte auch sagen „Pads“. Dafür nutzt er unter anderem 19-Zoll-Effekte wie das 2290 von TC Electronic, das Line 6 Delay Pro oder den H7600 von Eventide. Zusätzlich generiert er einige Effekte mit weiteren Pedalen wie dem MXR Phase 90 oder dem POG 2 von Electro Harmonix. Auch werden noch Delays von Boss oder Line 6 vor den Amp geschaltet. Also ein großes Setup mit vielen Möglichkeiten.

Wir bauen jetzt mal einen Sound von ihm im Guitar Rig nach.

Das Thema im Guitar Rig 5

Die Singlenote-Linie spiele ich mit meiner ES und aktiviere dafür den Hals-Pickup. Über das Interface geht’s nun direkt in den Rechner. Im Guitar Rig 5 öffne ich nun den „Tweedman“. Bei dieser Emulation stehen mir neben der klassischen Klangregelung noch Volume Bright und Volume Normal zur Verfügung. Nebenbei sei erwähnt, dass die Regler hier sogar bis 12 und nicht nur bis 11 gehen.

„Normal“ steht auf „7“ und „Bright“ auf „9“. Während ich die Mitten anhebe, drehe ich die Bässe zurück. „Treble“ und „Presence“ verweilen auf zirka 12 Uhr. Die 4 x 10 Tweed Box bringt den Amp zu Gehör. Mit dem Royer 121 und einem SM 57 kommt hier ein bewährtes Duo zum Einsatz. Das Bändchenmikrofon steht direkt vor der Kalotte und das dynamische Shure wird daneben auf die Membran ausgerichtet und auch nur zugemischt. Vorm Verstärker verrichtet mit dem CAT die Simulation eines RAT ihren zerrigen Auftrag. „Volume“ ist relativ weit offen, dafür spare ich mit „Distortion“. Mit dem Filter auf etwa 4 Uhr lasse ich das virtuelle Pedal ziemlich weich klingen.

Nach dem Lautmacher-Besteck kommt der „custom eq“ zum Zuge. Mit ihm senke ich die Mitten bei zirka 650 Herz ab. Danach komprimiert der VC 160 das Signal ordentlich. Ich mag die originale Hardware, die hier nachgeahmt wird, übrigens sehr!

Nun kommen wir zu den sphärischen Effekten. Die drei FX-Einheiten route ich in den Channel A des SPLIT MIX – so kann ich die Summe der Effektgeräte mit dem Fader unten zum direkten Signal hinzu mischen, was in diesem Fall einen 50/50-Mix ausmacht. Das „Psychedelay“ wird zum DAW-Tempo gesynct und mit dem Time-Potentiometer auf ganze Noten gestellt. Außerdem wird der untere Reverse-Knopf aktiviert.

Danach wird das Delay verhallt; besser gesagt der Mix davon, denn der Dry/Wet-Regler beim Delay steht auf 50 Prozent. Vom Reflector ist nur der Reverb zu hören. Und der ist mit 3,4 Sekunden nicht der Kürzeste. Nach den beiden „Großmachern“ senkt der Shelving Equalizer obenrum ab und lässt so die FX etwas in den Hintergrund treten. Das Gitarrensignal sitzt in der Mitte vom Mix. Der Sound steht nun.

Spielweisen & Tipps

Die Gitarre befindet sich im Standardtuning. Zum großen Teil besteht dieses Lick aus Pull-offs. Dadurch klingt es entspannter, als wenn man jeden Ton anschlagen würde. Mit der rechten Hand dämpfe ich die Saiten, die nicht angeschlagen werden, ab. So klingt alles schön sauber und fließt schön. Viel Spaß beim Probieren!

 

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