Legendäre Gitarren-Sounds mit Metal Amp Room nachgebaut

Sounds Like… Amon Amarth

Amon Amarth gehören zur Musikgattung des Melodic Death Metal und somit zur härteren Gangart dieser Zunft. Die vier Schweden singen viel über Wikinger bzw. über nordische Mythologie, was sie im Laufe der Jahre immer erfolgreicher tun. Ihr zehntes Studioalbum „Jomsviking“ stieg z.B.: in Deutschland auf Platz 1 ein. Ihre Musik lebt u.a. von tiefen und harten Gitarrensounds, auf die wir heute eingehen wollen…

Ester Segarra
(Bild: ©2015 Ester Segarra. Do not use without permission.)

Amon Amarth bedeutet soviel wie Schicksalsberg und dieser dürfte den meisten aus der „Der Herr der Ringe“ Trilogie bekannt sein. Sie selbst sind zwar keine großen Fans dieser Geschichte, finden aber den Namen aber äußerst passend. Der Ursprung der Band liegt eigentlich in der Formation Scum, wo Bassist Ted Lundström und Gitarrist Olavi Mikkonen mitspielten. Nach dem Einstieg von Sänger Johan Hegg wurde der Name in Amon Amarth geändert. 1998 kam mit Johan Söderberg ein weiterer Gitarrist hinzu, der bis heute mit Olavi in die Saiten greift. Momentan sind die Jungs zu viert und nehmen sich im Studio als auch Live einen „gemieteten“ Drummer. Mit dem vierten Studioalbum „Versus The World“ gelang der Band 2002 der Durchbruch. Seit dem konnten die Musiker ihr Standing in der Musikwelt stets festigen.

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Der Sound von Amon Amarth ist ungeheuer wuchtig und die Riffs sind sehr eingängig. Wenn man sich Konzerte der Band anschaut, hat das eine ganz eigene Energie.

Söderberg und Mikkonen spielen beide Gibson Explorer Gitarren,  an denen bis auf die Lackierung soweit alles dem Standard ab Werk entspricht. Johan hat auf dem aktuellen Album „Jomsviking“ die Modelle ESP EX und Snakebite gespielt. Gelegentlich kommt bei den Aufnahmen eine Gibson SG zum Einsatz, die mit einem Sustainer Pickup System ausgestattet ist. Eigentlich hatten sie immer 6505 oder 5150 Amps von Peavey benutzt, denen ein Maxon OD 808 und der Phaser PT 999 derselben Firma vorgeschaltet war. 4×12’er Boxen verstehen sich bei dieser Stilistik von selbst! 😉 Für den neuen Longplayer haben sie zusammen mit Produzent Andy Sneap mit dem Kemper KPA Profiles erstellt, mit denen sie die Songs auch einspielten. Das Futter dafür bildete wiederum der Peavey 5150, der als Signature Amp von Eddie Van Halen eigentlich für einen ganz anderen Sound gedacht war! J Live benutzten die Herrschaften auch die Kemper Amps und deren Effekte. Jetzt wollen wir mal schauen, wie wir dieses Brett im Rechner nachstellen können…


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Sound&Recording Ausgabe 05/16

Songwriting Special

Diese Ausgabe widmet sich dem Thema Songwriting per App! Wir stellen euch iOS-Tools vor, die eure Kreativität beim Songwriting unterstützen und zeigen euch iOS-Hardware die umfangreiche, mobile Recording-Lösungen anbieten, wie Motive von Shure, die Lurssen Mastering Console und Lightning-Interfaces und –Mikrofone sowie Software. Eine Band die weiß wie man Songs schreibt sind AnnenMayKantereit. Mit ihrem Debüt-Album „Alles nix Konkretes“, das von Moses Schneider produziert wurde, schafften die Kölner-Jungs auf Anhieb den Sprung auf die #1 der deutschen Single Charts. Den Studio-Report findet ihr im Heft. Außerdem waren wir in Chino, USA in der Edel-Maufaktur bei Manley Labs zu Gast. Den dort hergestellten Channelstrip Manley Core haben wir für euch im Test. Für die Mixpraxis spricht Illangelo Montagnese über die Produktion mit The Weeknd und in De/Constructed zerlegt Henning Verlage King Kunta von Kendrick Lamar.

Getestet haben wir das Roli Seaboard Rise 25, das „Volksbändchen“ sE Electronics X1R und in Love The Machines gibt´s den Klassiker Roland JP-8000.

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Spielweisen & Tipps Meine Baritone – Gitarre ist standartmäßig auf H-E-A-D-Fis-H gestimmt, was dem Tuning von Amon Amarth entspricht. Man kann diese Stimmung natürlich auch auf „normalen“ Gitarren umsetzen. Ich persönlich finde aber, dass das Tuning auf einer langen Mensur wesentlich stabiler ist und auch etwas knackiger klingt, was ich sehr mag. Beim Spielen sollte man schon energievoll anschlagen damit die Transienten auch schön zu hören sind. Es ist für die rechte Hand eine Mischung aus offenen Noten und Palm Mutes. Viel Spaß beim Probieren!!!

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Für das typische Metalbrett wird Scoop aktiviert
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Der Tonelux TILT ist ein einfaches aber effektives Werkzeug!

Das Thema im Metal Amp Room

Da die Jungs ihre Gitarren auf B(H) runter stimmen, kommt dafür meine PRS Baritone, deren Korpus ebenso wie bei der Explorer aus Mahagoni gefertigt wurde, in Frage. Wie im Metal meistens üblich, wird der Steg Pickup bemüht, was bei dem Tuning und der satten Zerre absolut Sinn macht. Das Signal wird nun per U5 von Avalon übers Fireface 800 in den Rechner gebracht. Jedes Interface mit einem Hi-Z Eingang tut’s natürlich ebenso!

Das Plugin Metal Amp Room von Softube soll mir den benötigten Sound liefern. Von der 12 Uhr Einstellung am Amp ausgehend, switche ich zwischen den beiden möglichen Mikrofonen, deren Ähnlichkeit zum SM57 von Shure und dem Sennheiser E 609 nicht zu verleugnen ist, hin und her, bis ich mich für das 609 entscheide. Am Gain Regler des Amp Plugins befindet sich ein Lead Buttom, den ich nun aktiviere, um so mehr Zerre zu erhalten. Die Bässe sind leicht abgesenkt, während Middle und Treble ein wenig geboostet werden. Die Mitten sind, wie man es oft von dieser Art Metal – Brettern kennt, gescooped, was ich mit dem Scoop Knopf erledige. Auf der rechten Seite der GUI befinden sich noch die Regler Depth, Presence und Gate. Letzteres wird meines Erachtens nicht benötigt, da sich das Rauschen absolut in Grenzen hält. Damit der Sound Biss bekommt, wird Presence ziemlich stark angehoben.

Die Jungs beim Wacken Open Air 2014…

Nun kommen wir zur Nachbearbeitung, für die der Tonelux Tilt ins Spiel kommt. Dieser Neigungsfilter wurde zusammen mit Tonelux Mastermind Paul Wolff zusammen entwickelt und ist ein sehr schlichtes, aber effektives Werkzeug. Es funktioniert, wenn ich es bildlich veranschaulichen darf, wie eine Wippe. Wenn man den TILT Knopf nach rechts dreht, werden die Höhen angehoben und die Bässe abgesenkt und wenn man in die andere Richtung dreht, passiert dasselbe umgekehrt. Das ist in unserem Fall völlig ausreichend, weil ich untenrum etwas weniger „Wumms“ haben wollte und obenrum mehr Frische benötigte, weswegen das Poti auf der rechten Drei verweilt. Zusätzlich schalte ich noch den Filter ein, bei dem nur der Low Cut benutzt wird und dessen Einsatzpunkt bei ca. 65 Hz liegt.

Der Gitarrensound ist auf beiden Spuren identisch und wird hart links / rechts gepannt. Mehr brauch es nicht, höchstens noch ein Wikingerhorn voller Bier oder so… 😉

>> Alle zugehörigen Dateien zum Download findest du hier <<

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