Lauschangriff - Telefunken M82

12 Mikrofonpositionen an der Bassdrum im Klangvergleich

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Im Rahmen der Lauschangriff-Reihe haben wir uns mit dem Vergleich von über 100 Mikrofonen am Schlagzeug beschäftigt. Allein 44 Mikrofone wurden dabei für die Abnahme der Bassdrum verwendet. Aufgrund der vielen Mikrofone war es in diesem Vergleich nicht möglich, viele unterschiedliche Positionen aufzunehmen. Lediglich die nahe Mikrofonierung des Schlagfells im Innern der Bassdrum und die Position außen vor dem Resonanzfell, wurden für den Vergleich gewählt. Um dennoch einen Überblick zum Einfluss der Mikrofonposition zu erhalten, gehen wir in diesem Artikel genauer auf die verschiedenen Positionen an einer Bassdrum ein.

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An der tiefsten Trommel des Schlagzeugs gibt es einige Punkte bei der Mikrofonierung zu beachten, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang haben. Je nach Position können entweder der Attack und Anschlag oder der Bassbereich und Grundton betont werden. In Zwischenpositionen ist dabei eine stufenlose Mischung des Klangs möglich. Gerne werden für die Abnahme der Bassdrum auch zwei Mikrofone an unterschiedlichen Positionen verwendet. So sind die Anteile des Bassdrum-Klangs später bei der Mischung noch variabel und können perfekt auf die restlichen Instrumente abgestimmt werden. Die folgenden Klangbeispiele sind in zwei Kategorien unterteilt – Positionen innerhalb der Bassdrum und außen vor dem Resonanzfell.

Als Mikrofon wurde das moderne Bassdrum-Mikrofon Modell M82 der Firma Telefunken Elektroakustik gewählt. Die schaltbare EQ-Kurve wurde in neutraler Stellung belassen, um den Klang nicht grundsätzlich schon zu beeinflussen. Als Mikrofonvorverstärker stand der neutral und transparent klingende Millennia HV-3R zur Verfügung.

Für eine detaillierte Beschreibung der gesamten Aufnahmesession, empfehle ich euch den Lauschangriff-Artikel zu unserer Drumsession in der aktuellen Ausgabe von Sound & Recording. Weitere Informationen und natürlich auch die Klangbeispiele findet ihr zudem online auf Sound-and-Recording.de.


Sound&Recording – Drum Recording Special

sr_0716_1Die Sommer-Ausgabe 07-08/16 von Sound&Recording steht ganz im Zeichen der Königsdisziplin im Studio – denSchlagzeug-Aufnahmen. In unserem Drum Special haben wir über 100 Mikrofone an den Drums miteinander verglichen. Udo Masshoff gibt euch Tipps, zum Stimmen des Schlagzeugs für eure Recordings. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Themen Drum Editing in Studio One 3mobilen Drum Recordings und damit, wie ihr mit NI Massive einen Layer für die Kick Drum basteln könnt. 

 

Weitere Themen:
  • UAD Fender `55 Tweed – Software-AMP
  • iZotope VocalSynth – Vocal Effekte aus dem Rechner
  • Zu Besuch bei Boutique-Hersteller Royer Labs
  • Mixpraxis: Rik Simpson mischt Coldplay – Hymn For The Weekend uvm.

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Kick In

Beginnen wir mit der Abnahme innerhalb der Bassdrum. Grundsätzlich gilt dabei, dass die Mikrofonierung in der Mitte des Fells höhenbetonter und weniger resonant ist, als am Fellrand. So weist der Klang in der Mitte des Schlagfells mehr Attack- und „Kick“-Sound auf. Dazu kommt der Aspekt, dass der Bassdrum-Schlägel das Fell auch in der Mitte trifft und der Anschlag an dieser Stelle mit maximalem Pegel aufzunehmen ist. Rückt man das Mikrofon innerhalb der Bassdrum weiter zurück, so ist mehr Eigenresonanz der Trommel wahrzunehmen. Zudem entfaltet sich der Bassbereich besser und ist bei weiterer Entfernung zum Schlagfell stärker ausgeprägt.

Kick Out

Vor dem Resonanzfell wird in erster Linie der „Druck“ und Bassschub der Trommel abgenommen. Eine Klangvariation wird durch die seitliche Positionierung am Resonanzfell erreicht. Stellt man das Mikrofon weiter weg, so wird mehr vom „natürlichen“ Klang der Bassdrum aufgenommen, was allerdings häufig nicht erwünscht ist. Um störenden Raumklang (in großen Räumen sogar „Hall“) zu reduzieren, kann ein Tunnel hinter die Bassdrum gebaut werden, in dem das Mikrofon platziert wird.

Wird nur ein einziges Mikrofon für die Abnahme der Bassdrum verwendet, so wird oft eine Positionierung in der Öffnung des Resonanzfells gewählt. An dieser Stelle wird ein recht ausgeglichener Klang zwischen Anschlag und Basston der Trommel erreicht. Durch Variation der Entfernung kann das gewünschte Verhältnis zwischen „Kick“- und „Druck“-Sound gefunden werden (hier sind Beispiele 5 und 6 ein gutes Beispiel für die kleinere Klangänderung, da das Mikrofon um ungefähr 5cm verschoben wurde).

Die Beispiele dieses Artikels zeigen, dass die Positionierung des Mikrofons einen großen Einfluss auf den Grundklang der Bassdrum nimmt. Eine allgemeingültige Position, die für alle Mikrofontypen und Bauarten gleich gut funktioniert, gibt es leider nicht. Je nach Klang des Mikrofons machen leichte Anpassungen und Variationen Sinn, um das Maximum aus der jeweiligen Situation herauszuholen. Eventuelle Unzulänglichkeiten des Mikrofonklangs können auf diese Weise ausgeglichen oder zumindest minimiert werden. Somit kann der Klang der abgenommenen Bassdrum durch die Positionierung des Mikrofons optimiert und genauer auf den gewünschten Stil der Produktion abgestimmt werden. Es macht daher Sinn, sich intensiv mit der Positionierung im Soundcheck auseinanderzusetzen und die Klangunterschiede genau kennenzulernen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und die Mikrofone selbst in einer Session einsetzen wollt, besteht bald die Möglichkeit dazu. Denn beim Sound & Recording „Hands On The Mic“-Workshop am 08.10.2016 im Abbey Road Institute in Frankfurt werden wir viele Modelle vor Ort haben. Geplant ist genauer auf verschiedene Mikrofon-Setups einzugehen und wir werden uns von der Mono-Mikrofonierung bis zum Multi-Mic Setup vorarbeiten. Es besteht zudem die Möglichkeit, die detaillierten Einstellmöglichkeiten wie Richtcharakteristiken und Frequenzschaltungen der Mikrofone auszuprobieren und auf Details in der Positionierung einzugehen. Als Drummer unterstützt uns dabei Jost Nickel und Peter Walsh kommt als Produzent und Engineer dazu. Gemeinsam mit dem Sound & Recording-Team werde ich auch vor Ort sein und euch wichtige Aspekte der Drum-Mikrofonierung näher bringen.

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