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Mixing Tutorial: Fix my Mix – Lounge Musik

Die Pure Plate links kam unter anderem auf dem Piano zum Einsatz. Das Korg SDD-300 Delay wurde verwendet um dem Shaker einen zusätzlichen Groove zu geben. Mit dem Dytronics Cyclosonic Panner wurden mehrere Sounds im Panorama bewegt.

Lounge Musik ist dafür bekannt, dass sie durch elektronische Elemente eine sehr entspannte Atmosphäre erzeugt. Oft  gibt es aber auch perkussive Instrumente, die zusätzlich für einen gewissen Groove sorgen. Diese beiden sehr unterschiedlichen Elemente sind nicht immer einfach in einem Song zu vereinen. Da sie eigentlich zwei sehr unterschiedliche Aufgaben haben. In dieser Folge haben wir genau das Problem, dass die rhythmischen Instrumente keinen richtigen Drive haben und die elektronischen Instrumente nicht die volle Atmosphäre erzeugen könnten.

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Für diese Folge hatte uns Marc Pawlowski einen Song von seinem Lounge Projekt „Electr-Ochestra“ eingeschickt. Dieser Song besteht aus relativ vielen kleinen elektronischen Elementen die um einen Drum und Bass Groove herum programmiert worden sind. Die Drums und der Bass sind live eingespielt worden und bilden zusammen mit ein paar Percussions-Spuren den Rhythmus des Songs. Während die elektronischen Elemente für die Atmosphäre sorgen und Akzente setzen sollen. Leider konnte aber im alten Mix das Schlagzeug nicht für den gewünschten Groove sorgen. Da es einen etwas indirekten Sound hatte. Außerdem fehlte es den elektronischen Elementen an Effekten um die nötige Atmosphäre aufzubauen.

Als allererstes habe ich mich daran gemacht das Schlagzeug zu reparieren. Das war im alten Mix etwas unausgewogen, da die Bassdrum und Snare zu leise waren. Jedoch gab es in den Aufnahmen keine Snare einzeln. Das Schlagzeug wurde mit nur zwei Spuren aufgenommen. Eine Overhead und eine Bassdrum. Also musste ich mir alle Snare-Schläge aus den Overheads freischneiden und auf eine separate Spur kopieren. Somit konnte ich diese nun einzeln bearbeiten und regeln. Ab hier brauchte es nicht mehr viel, um den Drum-Sound zu verbessern. Im Grunde musste ich nur die Overheadspur leiser machen. Bzw. die Bassdrum und Snare etwas lauter. Außerdem hatte ich die Bassdrum noch ein wenig mit dem API-Vision-Channel-Strip bearbeitet und hier ganz leicht komprimiert und ein wenig Höhen drauf gegeben, um sie etwas präsenter zu machen.

Nachdem das Schlagzeug ausbalanciert war, fügte ich den Bass und die Percussions hinzu. Hier gab es einen Shaker, der relative oft und laut im Mix zu hören ist. Dieser Shaker wechselt im Panorama immer zwischen links und rechts. Und auf dieser Spur habe ich das Korg SDD-3000 Delay eingesetzt. Das Delay war auf punktierte Achteln eingestellt und zum Songtempo synchronisiert. Dadurch ergab sich zum Shaker-Groove ein zweiter zusätzlicher Groove. Fast so, als ob man einen weitern Shaker eingespielt hätte. So kamen Stück für Stück die rhythmischen Elemente zusammen und der Song fing so langsam an zu grooven.

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Eines der wichtigsten Instrumente in dem Song war ein Flügelhorn, das auch live aufgenommen wurde. Es spielte fast ausschließlich eine Lead-Melodie. Klang aber dafür im alten Mix relativ unwichtig. Ich wollte es etwas größer und breiter machen. Für mich hatte es den Stellenwert eines Sängers, der ganz leicht über den restlichen Instrumenten stehen sollt. Also nahm ich den MXR Flanger mit der Doubler Funktion um es ein kleines bisschen breiter zu machen. Dadurch wirkte es nicht mehr ganz so klein und dünn. Außerdem habe ich mit dem Maag EQ4 ab 5 KHz mit dem Hi-Shelf 1-2 dB geboostet. Dadurch wurde das Flügelhorn etwas präsenter und konnte bei gleicher Lautstärke ganz leicht über die restlichen Instrumente rausgucken. Zusätzlich bekam es noch etwas Hall und ein achtel Delay. Etwas mehr Effekte, als man es bei einem Jazz Song machen würde. Aber für diese Art der Musik genau richtig. Besonders in den Passagen ohne Schlagzeug sorgt Das Flügelhorn für eine sehr schöne Atmosphäre.

Für die elektronischen Element kamen sehr viele Effekte zum Einsatz. Dadurch wurden die Instrumente etwas besser in den Mix eingefügt und waren nicht mehr ganz so stark „im Gesicht“ des Zuhörers. Außerdem konnten sich die Instrumente durch die Effekte etwas homogener mit einander verbinden und somit auch Platz für die viel wichtigeren Instrumente schaffen. Einer der spannenden Effekte kam von dem Dytronics-Cyclosonic-Panner. Mit diesem Plug-in kann man die Instrumente rhythmisch im Panorama bewegen. Diesen Effekt hatte ich unter anderem auf einem perkussiven Synthesizer Sound benutzt. Somit blieb der perkussive Charakter des Sounds bestehen. Aber nun sprang er zusätzlich auch noch im Rhythmus des Songs zwischen links und rechts. Das gleiche Plug-in habe ich auch bei einem Vibraphon benutzt. Allerdings wurde der Sound hier mit einer weichen kreisenden Bewegung im Panorama bewegt.

Im Grunde gab es bei diesem Mix nicht ganz so viel zu reparieren, es ging viel mehr darum, durch den Einsatz von Effekten dem ganzen Song eine stärkere Atmosphäre zu geben. Weitere Einzelheiten und die Einstellungen der einzelnen Plug-ins könnt ihr euch hier im Video anschauen. Außerdem habt ihr – wie immer – die Möglichkeit, dass euer Song in einem der nächsten Videos gemischt und vorgestellt wird. Schickt uns dazu einfach euren alten Mix an redaktion@soundandrecording.de.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Sehr überzeugend. Bin beeindruckt!

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