UAD Tutorial

Mixing Tutorial: Fix My Mix – Indie

Musik aus dem Genre Indie zeichnet sich ganz oft durch einen etwas rougheren Sound aus, denn die Instrumente und der Gesang klingen im Gegensatz zu anderen Genres viel weniger bearbeitet und, aus rein technischer Sicht gesehen, manchmal sogar noch nicht mal wirklich gut. Dadurch entsteht aber ein ganz eigener Charme, und die Musik klingt viel ehrlicher und handgemachter. In dieser Folge haben wir es genau mit solch einem Song zu tun, jedoch sind die Instrumente hier zum Teil sehr stark herausgearbeitet worden. Dadurch kann man zwar alle Instrumente sehr gut wahrnehmen, aber der Eindruck einer Band, die zusammengespielt, hat, will hier leider nicht so richtig aufkommen.

Für diese Folge haben wir den Song Ich hab Zeit ausgewählt, den Andy Paulzen vor längerer Zeit aufgenommen und gemischt hat. Der Song besteht hauptsächlich aus Gesang, der mit der Akustikgitarre begleitet wird. Um diese beiden Elemente herum sind noch die Instrumente Drums, Bass und Mundharmonika aufgenommen worden. Als Referenz wurden mir die alten Songs von Olli Schulz genannt. Die Akustikgitarre klang klingt im alten Mix relativ hell und auch etwas dünn. So macht sie Sinn, wenn sie eher um andere Instrumente wie E-Gitarren oder Keyboards herumspielen würde. In diesem Fall ist sie aber eines der Hauptinstrumente direkt nach dem Gesang. Im alten Mix entstand der Eindruck, dass die Gitarre wichtiger als der Gesang ist, weil der Sänger deutlich dunkler und leiser als die Gitarre war. Für mich war dieses unausgewogene Verhältnis zwischen Gesang und Akustikgitarre das größte Problem im alten Mix.

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Deshalb habe ich mich als Allererstes an die Bearbeitung dieser beiden Instrumente gemacht, denn sie sind die treibende Kraft im Song und müssen gut klingen. Alle anderen Instrumente baue ich später um diese beiden Elemente herum auf.

Die Gitarre wurde mit zwei Mikrofonen aufgenommen, und die beiden Spuren klingen relativ unterschiedlich; eine Spur ist deutlich heller und dünner als die andere. Ich habe zwar beide später im Mix verwendet, mich aber eher für die dunkler und auch voller klingende Spur entschieden.

Insgesamt war mir die Gitarre aber trotzdem viel zu hell. Vor allem bei etwas stärkerem Anschlag der Saiten. Dadurch war es sehr schwierig, den Gesang vor die Gitarre zu bekommen, ohne ihn viel zu stark bearbeitet klingen zu lassen. Also habe ich an erster Stelle den UAD Oxford Dynamic EQ für die Akustikgitarre verwendet, der sich vor allem um das Höhenbild kümmert. Ich habe ihn so eingestellt, dass er die Höhen mit einem High-Shelf nur bei den etwas lauteren Anschlägen absenkt, um die Gitarre so etwas ausgewogener im Frequenzgang zu machen.

Um sie dann auch noch etwas gleichmäßiger gespielt klingen zu lassen, habe ich sie zusätzlich komprimiert. Dafür verwende ich sehr oft den UAD Summit TLA-100. Dieses Plug-in hat einen Mix-Regler, und so kann ich das Instrument immer etwas stärker komprimieren, ohne dass es unnatürlich klingt, denn die Kompressiom wird nur leicht hinzugemischt.

Um die Gitarre noch etwas voller klingen zu lassen, habe ich den UAD API 560 EQ verwendet. Hier habe ich einfach die Höhen noch ein kleines bisschen abgesenkt und die unteren Mitten bei 500 und 250 Hz verstärkt.

Jetzt, wo die Gitarre etwas voller und dunkler klingt, sollte ich keine großen Probleme haben, den Gesang nach vorne zu holen. Also habe ich als Erstes den UAD API-Vision-Channelstrip verwendet, um vor allem mit dem EQ sowohl die Höhen als auch den Bass anzuheben. Dadurch kommt der Gesang etwas weiter nach vorne und klingt außerdem auch voller und größer. Dieser Channelstrip hat zudem eine eigene Klangfarbe, wodurch die Instrumente immer etwas knackiger klingen.

Der API 560 kam auf der Akustikgitarre zum Einsatz, um sie etwas wärmer und voller zu machen. Mit dem API Vision-Channelstrip wurde der Gesang bearbeitet. Der Oxford Inflator wurde auch für den Gesang benutzt, um ihn noch etwas zu präsenter zu machen. Als letzter Kompressor in der Gesangs-Kette kam der Teletronix LA-2A zum Einsatz.

Zusätzlich habe ich noch den UAD Oxford Inflator eingesetzt, ein Saturation-Plug-in, mit dem man eine sehr schöne Farbe bekommt und der nie übersteuert oder verzerrt klingt. Mit seinem „Curve“-Regler kann man bestimmen, ob das Signal ehr hell oder dunkel klingen soll. Diesmal habe ich mich eher für einen helleren Sound entschieden.

Den Gesang habe ich mehrfach komprimiert, damit er etwas ausgewogener klingt. Dafür habe ich unter anderem einen UAD 1176 Rev A und UAD Teletronix LA-2A verwendet. Beim LA-2A habe ich mich für die Legecy-Version entschieden, weil sie nicht so eine starke Farbe wie die anderen Versionen hat. Im Video habe ich einen kleinen Vergleich mit der „Silver Edition“ gemacht. Da kann man relativ gut hören, worin sich die beiden klanglich unterscheiden.

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