Der King!

De/constructed – Years And Years

In drei Schritten zum Hit! In dieser Workshop-Reihe zeigen wir, wie und mit welchen Tools sich aktuelle Charthits und klassische Stilrichtungen zu Hause am eigenen Rechner (nach-)produzieren lassen. Diesmal geht es um die UK-Electropop-Sensation Years & Years, die mit dem Hit King im Rücken inzwischen auch international auf Erfolgskurs ist. Schaut euch hierzu auch unseren Videoworkshop an.

YearsAndYearsAufmacher

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Style-Analyse und Drums

Years & Years verschmelzen Rudimental House, 90s Soul/R&B und Synthiepop zu einem zeitgemäßen Sound, der trotz aller musikalischer Anleihen keineswegs retro klingt. Eine futuristische, flötenartige Hook, ein Percussion-geladener Beat und ein dichter, grooviger Synthesizer-Teppich treiben King an, der Gesang setzt dem Ganzen dann die Pop-Krone auf. Für die Umsetzung im Rechner kommen jede Menge Loops und Samples, Native Instruments Battery sowie Spectrasonics Stylus als Taktgeber und für die Synth-Abteilung Lennar Digital Sylenth 1, Omnisphere, die Retro Machines aus Kontakt, sowie Arturias Emulationen klassischer Analogsynths zum Einsatz.

Drums:

Hierbei handelt es sich um einen klassischen 120 BPM schnellen House-Beat mit der Kick in Vierteln und Claps auf »2« und »4«. In den Strophen werden die Claps durch eine sparsamer eingesetzte Snare ersetzt. Die Sounds von Claps, Snare und Hi-Hat orientieren sich an der legendären Roland TR-808. Aktuelle (klassische) HouseSounds findet man auch z. B. von Famous Audio auf www.loopmasters.com. Auffällig ist die deutliche Betonung der Percussion. So ist z. B. den ganzen Song hindurch ein sehr präsentes Triangel-Pattern zu hören. Dazu kommen Shaker- und Tambourine- Patterns aus Stylus RMX. Akzente wie z. B. ein lang ausklingendes, noisiges Crash oder die aus EDM-Stilen bekannte Akzentuierung der »4« am Ende eines Pattern-Durchlaufs mit einer stark verhallten Clap/Snare sorgen für einen modernen Anstrich.

Gimme some Bass! Drahtig und doch wuchtig sorgt der Bass-Sound für ein kräftiges Groove-Fundament. Mehrere Bass-SoundLayer bringen alle Klangaspekte zusammen. Auch wenn der Sound auf den ersten Blick simpel klingt — es steckt auf jeden Fall mehr dahinter

Fundament & Synths

Bass: Der Sylenth 1 liefert eine wiederkehrende Bassline, die sehr drahtig und groovig klingt. Ausgangspunkt ist ein Moog-artiger Sound, der durch die externe Plug-in-Bearbeitung seinen speziellen Charakter erhält. Dazu zählen das Waves Maserati B72 Signature Bass-Plug-in, das H-Delay mit einer sehr kurzen Delay-Zeit von 72 ms, das leicht dazu gefahren wird und so eine räumliche Öffnung bewirkt, das xfer Records LFO Tool für den obligatorischen Sidechain-KompressionsGroove sowie etwas Ambience-Reverb. Für mehr Subanteil wird die Bassline mit einer weiteren Instanz gedoppelt, die ebenfalls mit dem Maserati B72 und dem LFO Tool bearbeitet wird.

Pads und Pluck Chords

Das hell und breit klingende Pad ist ein Layer aus zwei Kontakt Retro Machines (Brassstrings Pad, Rezdecay Pad), die mit dem Steinberg Magneto II etwas angedickt werden, Arturias Roland Jupiter-8- Clone (JMB_Full Pad) und Omnisphere 2 (Morphing Female Ah-Ehs). Sie spielen liegende Chords, die dem Schema des Hauptthemas folgen. Mehr Bewegung bringt der rhythmisch angeschlagene Pluck-Sound, ebenfalls ein Layer, bestehend aus drei Omnisphere-Instanzen (Buenos Aires, American Obesity, einmal oktaviert), Jupiter-8V (JP- 8_14_Fact) und Arturia Mini V2 (TK_Zync). Für mehr Attack sorgt ein Klaviersound aus den XLN Addictive Keys, der mit einem Reverse Sound aus Omnisphere (Backwards Studio Piano) gedoppelt wird.

Jede Menge Synth-Sounds. Besonders der flötenähnliche Lead-Sound ist recht komplex. Für unser Pattern haben wir ein Layer aus allerhand flötenähnlichen Sounds erzeugt. Das reicht von diversen Ethno-Sounds aus der Kontakt World-Library über Omnisphere bis hin zu Chor-Sounds

Arrangement & Master

Die Songs von Years & Years entstehen in der Regel auf klassische Weise am Klavier und werden erst später elektronisch arrangiert, was entgegen des Clubkontexts zu richtigen Songstrukturen mit Strophen, Refrains, Melodiebögen und konkreten Lyrics führt. Dazu passt auch das Konzept, dass das Trio als Band Live-Konzerte spielt. Trotzdem wird als Besonderheit darauf geachtet, catchy mit der Instrumental-Hook und interessantem Sound zu beginnen, was wie ein Audiologo des Songs wirkt und auch immer nach dem Refrain noch einmal wiederholt wird.

Master: Die Summe wird mit dem Waves SSL Buss Compressor verdichtet (Ratio 4:1, Attack 3 ms, Release 0,3 ms), der brainworx bx1 Mastering-EQ verbreitert ein bisschen das Stereobild (124 %). Der nachfolgende UAD Dangerous Music BAX-EQ sorgt für einen sauberen Roll-off bei 18 Hz bei gleichzeitiger Anhebung um 0,5 dB bei 116 Hz. Der UAD Precision Maximizer rundet die Kette wieder ab mit Shape auf 35 % und Mix auf 100 %. Viel Spaß beim Experimentieren!

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wo ist der Download Ordner ?

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    1. Hey Sabrina,

      du findest den Link zu den Downloads am Ende des Artikels.

      Grüße,
      Marc

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