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Cubase – Tempo von mehreren Events gleichzeitig ändern

In einem Musikprojekt möchte manchmal das Tempo vieler Spuren gleichzeitig verändern, etwa im Rahmen eines Remixes. In Cubase sind dafür schon ein paar Schritte nötig, doch einmal konfiguriert, lässt sich der BPM-Wert dafür später jederzeit anpassen. Wir sprechen hier allerdings nicht von der automatischen Tempoerkennung und der damit verbundenen Tempospur! Zuerst solltest du alle Events auf den ersten Downbeat schneiden und sauber untereinander auf die gleiche Taktposition ziehen, im Beispiel ist das Takt 1. Wenn der BPM-Wert nicht bekannt ist, kannst du über das Menü „Projekt“ den Befehl „Tempo errechnen“ wählen und dort während der Wiedergabe mit der Maustaste oder der Leertaste mittippen. Diesen Wert kannst du nun, meist etwas gerundet, in die Transportleiste [F2] übertragen und bei aktiviertem Klick überprüfen − hier muss alles sitzen!

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Selektiere nun alle Events, und wähle nach einem Rechtsklick auf ein Event im Kontextmenü „Audio“ den Befehl „Auswahl im Pool finden“. Im Pool werden alle selektierten Events ebenfalls hervorgehoben, wodurch eine Änderung in einer Zeile automatisch auf alle anderen übertragen wird. Hier kannst du den soeben ermittelten Wert in der Spalte „Tempo“ eingeben. Setze in der Spalte „Musik-Modus“ auch ein Häkchen. Zurück im Arrangement solltest du sicherstellen, dass die Zeitbasis im Spur-Header überall auf „musikalisch“ steht, also das Notensymbol anzeigt. Nur so werden die Events mit jeder Tempoänderung automatisch aktualisiert. In der Transportleiste klappt die Tempoänderung übrigens auch mit gehaltener Maustaste. Falls durch die Geschwindigkeitsänderung Artefakte entstehen, kannst du im Pool einen anderen Algorithmus auswählen.

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Ist der ursprüngliche BPM-Wert eingetragen und »Musikalischer Modus« im Pool aktiv, folgen die Events jeder Tempoänderung

Quick Tipp: Raumanteil in Drum-Aufnahmen betonen

Während die Durchsetzungskraft und „Definition eines Schlagzeug-Mixes eher von sauberen, knackigen Transienten abhängt, ist es der Raumanteil oder Nachhall, der zu einem großen Klangeindruck führt. Mit einem einfachen Trick kann man die Phase zwischen den einzelnen Drum-Onsets gezielt betonen. Dupliziere zuerst die Overhead-Spur und bestücke die Kopie mit einem „Envelope Shaper“. In diesem Plug-in kannst du den Regler „Attack“ ganz nach links, „Release“ hingegen ganz nach rechts drehen, sodass ein möglichst verwaschener Klang entsteht. Wenn du noch einen „Compressor“ mit kurzer Attack- und Release-Zeit dahinterschaltest, lässt sich dieser Effekt noch weiter verstärken. Je nach Geschmack kannst du nun diese Spur dem Schlagzeug beimischen.

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Mit extremen Einstellungen verhilft ein »Envelope Shaper« zu mehr Substanz im Schlagzeug-Mix.

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