Lauschangriff

9 Mikrofonpositionen an der HiHat im Klangvergleich

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Bei der Mikrofonierung der HiHat gibt es recht unterschiedliche Ansätze in Bezug auf Mikrofonwahl und –Positionierung. Teilweise wird sogar ganz auf die Einzelmikrofonierung verzichtet, da der HiHat in ausreichendem Maße auf den Overhead-Mikrofonen zu hören ist. Der Artikel widmet sich den verschiedenen Positionen bei der Mikrofonierung der HiHat und versucht die jeweiligen Unterschiede zu demonstrieren.

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Im Gegensatz zu den restlichen Becken des Schlagzeug-Sets nimmt die HiHat, als Haupt-Taktgeber, eine Sonderstellung ein. Daher soll es im Schlagzeug-Mix immer gut wahrnehmbar sein, weshalb eine Mikrofonierung der HiHat in den meisten Fällen Sinn macht. Da die beiden Becken der HiHat oft in Bewegung sind, sollte genügend Abstand zum Becken bestehen, was zudem dem Nahbesprechungseffekt vorbeugt, der bei vielen Mikrofonen auftritt. Ein wichtiger Aspekt bei der Mikrofonierung der HiHat ist des Weiteren die Übersprechung der Snaredrun und der restlichen Schlagzeug-Bestandteile. Diese soll möglichst gering gehalten werden, damit das aufgenommene Signal im Mix flexibel bleibt.

Für die Aufnahme der HiHat wurde das Kleinmembran-Kondensatormikrofon MA100 des amerikanischen Herstellers Mojave Audio eingesetzt. Die Verstärkung des Signals erfolgte durch den neutral und transparent klingenden Millennia HV-3R Mikrofonvorverstärker, der unsere Referenz in den Lauschangriff-Sessions ist.

Ein genaueres Bild der gesamten Schlagzeug-Aufnahmesession bekommt ihr im Lauschangriff-Artikel der Ausgabe 07/2016 von Sound & Recording. Weitere Informationen zu den verwendeten Mikrofonen und die gesamten Mikrofonvergleiche findet ihr zudem online unter Klangvergleich.

Mikrofonierung der HiHat

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Positionierung – oberhalb oder unterhalb der HiHat. Ist das Mikrofon oberhalb positioniert, so wirken die Übersprechungen der Snaredrum etwas natürlicher und die Toms und Crash-Becken sind deutlich zu hören. Unterhalb der HiHat finden auch Übersprechungen mit der Bassdrum statt und das Resonanzfell und Teppich der Snaredrum, rücken in den Vordergrund. Interessant wird es, wenn man das HiHat-Mikrofon mit dem restlichen Mix kombiniert, denn hier wirken die Phasenauslöschungen der übersprechenden Signalanteile sehr unterschiedlich.

Die weiteren Variationen der Positionierung ergeben sich aus der Entfernung des Mikrofons, dem Winkel und der grundlegenden Aufnahmerichtung. Ist das Mikrofon zu nah an der HiHat, ist der Nahbesprechungseffekt deutlich hörbar (vgl. Klangbeispiel 1). Je weiter das Mikrofon in die Mitte der HiHat zeigt, desto „blechener“ und „mittiger“ ist der Klang der HiHat, die feinen Höhen bleiben aus. 

Deutliche Klangunterschiede sind sowohl im HiHat-Klang als auch in den vorhanden Übersprechungen der anderen Schlagzeug-Elemente wahrzunehmen. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Phase und den Übersprechungen sollte im Soundcheck geschehen, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen. Die Positionierung kann allerdings nicht immer aus klanglichen Gesichtspunkten erfolgen, sondern hängt auch vom Musikstil und dem Schlagzeug-Aufbau ab. So passt nicht jedes Mikrofon zu jedem Aufbau und jedem Musikstil. Bei Rockmusik setzt man gerne auf einen mittigeren HiHat-Klang und nutzt dafür teilweise sogar dynamische Mikrofone. Für einen natürlichen Klang der HiHat sind Kleinmembran-Kondensatormikrofone eigentlich unabdingbar. Ausprobieren macht bei der Mikrofonierung der HiHat auf jeden Fall Sinn, um ein passendes Klangergebnis zu erzielen.

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