Lauschangriff

11 verschiedene Mikrofonpositionen an der Snare

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(Bild: Stephan Lembke)

 

Bei unserem Schlagzeug-Lauschangriff beschäftigen wir uns intensiv mit dem Klangvergleich von Mikrofonen an den verschiedenen Bestandteilen des Schlagzeugs. Aufgrund der umfangreichen Mikrofonauswahl ist es uns jedoch nicht möglich, eine Vielzahl an Positionen aufzunehmen. So haben wir uns im Klangvergleich für eine Position von 45 Grad am Schlagfell und 90 Grad am Resonanzfell entschieden. Doch der Klangeinfluss der Positionierung hat immense Auswirkungen auf das Ergebnis einer Aufnahme. In diesem Artikel gehen wir daher genauer auf verschiedene Mikrofon-Positionen an der Snaredrum ein.

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Häufig werden zwei Mikrofone zur Abnahme der Snaredrum verwendet. Ein Mikrofon am Schlagfell nimmt dabei in erster Linie den Kesselton und das Anschlaggeräusch ab, während beim Mikrofon am Resonanzfell der Klang des Snare-Teppichs im Vordergrund steht. Durch die spätere Mischung der beiden Mikrofonsignale kann das Klangresultat in verschiedene Richtungen variiert werden. Doch dabei gibt es für die jeweilige Position einige Punkte zu beachten, die den Klang erheblich beeinflussen.

Für die Aufnahme der Klangbeispiele wurde in diesem Artikel das Kondensatormikrofon DM1-S der Firma Sontronics verwendet. Die Verstärkung erfolgte durch den neutral klingenden Mikrofonvorverstärker HV-3R von Millennia.

Für eine detaillierte Beschreibung der gesamten Aufnahmesession, empfehle ich euch den Lauschangriff-Artikel zu unserer Drumsession in der Ausgabe 07/2016 von Sound & Recording. Weitere Informationen und natürlich auch die gesamten Mikrofonvergleiche findet ihr zudem online auf Sound-and-Recording.de.


Sound&Recording – Drum Recording Special

sr_0716_1Die Sommer-Ausgabe 07-08/16 von Sound&Recording steht ganz im Zeichen der Königsdisziplin im Studio – denSchlagzeug-Aufnahmen. In unserem Drum Special haben wir über100 Mikrofone an den Drums miteinander verglichen. Udo Masshoff gibt euch Tipps, zum Stimmen des Schlagzeugs für eure Recordings. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Themen Drum Editing in Studio One 3, mobilen Drum Recordings und damit, wie ihr mit NI Massive einen Layer für die Kick Drum basteln könnt. 

 

Weitere Themen:
  • UAD Fender `55 Tweed – Software-AMP
  • iZotope VocalSynth – Vocal Effekte aus dem Rechner
  • Zu Besuch bei Boutique-Hersteller Royer Labs
  • Mixpraxis: Rik Simpson mischt Coldplay – Hymn For The Weekend uvm.

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Snare Top

Am Schlagfell der Snaredrum sind sowohl der Kesselton, als auch der Anschlag des Sticks abzunehmen. Zwischen diesen beiden Klangkomponenten kann mit Hilfe des Winkels variiert werden, mit dem das Mikrofon auf das Schlagfell gerichtet ist. Bei einer steilen Ausrichtung (Klangbeispiel 01) ist dabei mehr Kesselklang vorhanden, während die flache Positionierung mehr Attack aufweist (Klangbeispiel 03). Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Entfernung des Mikrofons zum Schlagfell. Ist das Mikrofon sehr nah platziert, so ist die Resonanz um einiges höher, als bei einer weiteren Entfernung. Oft wird der Fehler begangen, dass das Mikrofon zu nah an der Snaredrum platziert ist und die Resonanz eine zu starke Ausprägung erfährt. Die Klangbeispiele demonstrieren diese Unterschiede recht deutlich.

 

Klangbeispiele

Snare Bottom

Die Mikrofonierung der Snaredrum-Unterseite sorgt dafür, dass der Klang des Snare-Teppichs abgenommen wird. So kann der Anteil des „Schnarrens“ auch später im Mix noch geregelt und getrennt bearbeitet werden. Ein weiterer Vorteil in der Verwendung eines zweiten Mikrofons an der Snaredrum besteht darin, dass oft auch der Grundton der Trommel verstärkt wird. Die Snaredrum wirkt dadurch „voll“ und der Kesselklang kommt besser durch. Allerdings ist dies nur der Fall, wenn das Snare-Bottom Mikrofon diesen auch entsprechend deutlich darstellt. Zu beachten ist allerdings, dass die Phase des Snare-Bottom Mikrofons gedreht bzw. korrigiert wird. Ansonsten können Auslöschungen entstehen, die sich u.a. durch eine Verringerung des Grundton-Anteils bemerkbar machen.

Positionierungen für das Mikrofon unter der Snaredrum gibt es viele. Oft muss darauf geachtet werden, dass die anderen Instrumente des Schlagzeugs nicht zu stark übersprechen. Zudem sollte das Snare-Bottom Mikrofon immer in Bezug zum Snare-Top Mikrofon positioniert werden. Hier nehmen kleine Änderungen einen großen Einfluss auf den Klang der Mischung beider Mikrofone. Die Klangbeispiele zeigen, dass die Positionen am Rand der Trommel (Klangbeispiel 01) und senkrecht unter dem Schlagfell-Mikrofon (Klangbeispiel 02), den Teppich-Klang am stärksten betonen. Die anderen Positionen, die weiter in der Mitte des Resonanzfells sind (z.B. Klangbeispiel 05), weisen mehr vom Grundton auf. Insgesamt sind viele kleine Detailunterschiede in den Klangbeispielen wahrzunehmen, wie z.B. auch die Länge des Ausklangs.

 

Klangbeispiele

Anhand der Audiobeispiele können große Klangunterschiede durch die Mikrofonposition an der Snaredrum aufgezeigt werden. Im Idealfall hat man bei jedem Schlagzeug genügend Platz zur Mikrofonpositionierung, doch in der Realität sieht dies meist anders aus. So können lediglich kleinere Änderungen und Anpassungen vorgenommen werden, die den Schlagzeuger nicht in seiner Beweglichkeit und seinem Spiel beeinflussen. Hier kommen dann die unterschiedlichen Mikrofone ins Spiel, die sich im Klang und natürlich auch der Positionierbarkeit unterscheiden. Eine allgemeingültige Universallösung ist dabei allerdings nicht vorhanden. Daher ist es sinnvoll, wenn im Studio mehrere Lösungen zur Abnahme der Snaredrum zur Verfügung stehen, sofern verschiedene Musikstile und Schlagzeuger aufgenommen werden sollen.

Wenn ihr neugierig geworden seid und die Klangunterschiede selbst in einer Session erfahren wollt, besteht bald die Möglichkeit dazu. Denn beim Sound & Recording „Hands On The Mic“-Workshop am 08.10.2016 Abbey Road Institute in Frankfurt werden wir viele Modelle vor Ort haben. Geplant ist genauer auf verschiedene Mikrofon-Setups einzugehen und wir werden uns von der Mono-Mikrofonierung bis zum Multi-Mic Setup vorarbeiten. Es besteht zudem die Möglichkeit, die detaillierten Einstellmöglichkeiten wie Richtcharakteristiken und Frequenzschaltungen der Mikrofone auszuprobieren und auf Details in der Positionierung einzugehen. Als Drummer unterstützt uns dabei Jost Nickel und Peter Walsh kommt als Produzent und Engineer dazu. Gemeinsam mit dem Sound & Recording-Team werde ich auch vor Ort sein und euch wichtige Aspekte der Drum-Mikrofonierung näher bringen.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Guter und relevanter Beitrag aber bitte kurze Bezeichnungen der Audio Samples verwenden, in Browser Fenstern wird das wichtigste am Ende oft nicht dargestellt. Bilder der Positionen wären noch besser…
    VG

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  1. Über 100 Mikrofone im Klangvergleich am Schlagzeug › SOUND & RECORDING

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