Das Trident-Monster

Wie man sich ein analoges 62-Kanal-Mischpult baut

Martin Seimen ist irre. Er wollte mehr als die 32 Kanäle seines analogen Trident Series-80-Pults. Also nahm er ein zweites, schnitt beide in der Mitte durch und vereinte sie zu einem riesigen 62-Kanal Trident Series-80-Pult − das nun wahrscheinlich größte Trident-Mischpult der Welt.

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Martin Seimen, österreichischer Musikproduzent, Engineer, Komponist und Arrangeur, hat sich an das ungewöhnliche Projekt herangewagt. Er hat schlicht zwei analoge Mischpulte zu einem vereint − ein Pilotprojekt für ihn und alle Beteiligten. Nun ist er der Herrscher über 62 analoge Kanäle. So einfach? Fast!

Wir haben ihn befragt, wie es dazu kam, welche Probleme sich beim Umbau ergaben und wie viel Kilo Lötzinn man verlöten muss, um sich eine Rauchgasvergiftung zu holen.

Günther Kaisermayr nutzte Handsäge und Flex, um das Pult zu zerschneiden.
2.592 Lötpunkte hat allein das neue Steckfeld.
Aus Modul 63 und 64 hat sich Elektronikspezialist und Helfer Christoph Schaufler ein »2 Channels in a Box«-Modul gebaut.

Martin, seit ich von dem Projekt gehört habe, komme ich von dem Gedanken nicht los, dass das aus einer Bierlaune heraus entstanden ist. Ist das so?

Na ja, es ist schon eine leicht größenwahnsinnige und außergewöhnliche Idee, und es klingt ja auch beinahe so, als sei es ziemlich unmöglich. Aber das sind genau die Dinge, die mich reizen. Ich kam damals dazu, als ich ein analoges Pult für meine Arbeit im Studio gesucht habe − das war 2003 − ich wusste, dass ich entweder ein Trident oder Neve haben wollte, und ein Trident wurde es dann auch: das 32 Kanal Trident Series 80. Das gleiche Pult habe ich mir dann direkt noch ein zweites Mal gekauft quasi als Ersatzteilträger, allerdings stand es dann ein halbes Jahr doch nur rum und staubte ein. Irgendwann habe ich mich gefragt: »Warum eigentlich nicht eines draus machen?«

Natürlich musste ich erstmal recherchieren, ob das überhaupt möglich ist, und habe u. a. mit John Oram (John Oram kam 1974 zu Trident Audio, wo er für 14 Jahre als Elektroniker gearbeitet hat und die Classic Series 80 Konsole maßgeblich mitentwickelte; Anm. d. Red.) Kontakt aufgenommen. Seine Reaktion damals: »Möglich ist alles. Besuch mich auf der Frankfurter Musikmesse.«

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording-Ausgabe 12 2018. Hier versandkostenfrei bestellen.

www.seimen.at

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