»Würde jemand eine digitale Version von Wasser bevorzugen?«

Vinyl-Produktion von Axel Heilhecker

(Bild: Axel Heilhecker)

Axel Heilhecker hat sich als »mittelständischer« Live- und Studiomusiker eine Existenz mit eigenem Material aufgebaut, aktuell vertreibt er sein auf Loops basierendes Ambient-Instrumental-Album Lifeloops ausschließlich auf Vinyl — auf seinem eigenen Label »Phonokultur«. Er erzählt uns von seiner Präferenz des analogen Mediums, über musikalische Nischen, Alleinstellungsmerkmale sowie von seinen Karriere- und Musiker-Erfahrungen.

Über die Jahrzehnte war Axel Heilhecker unter anderem Gitarrist bei Wolf Maahn, Chris Norman und der Harald-Schmidt-Show − bei eigenen Projekten verlegt er sich auf musikalische Nischen. Sein aktuelles Album Lifeloops, das auf Looping-Technologie zum Aufbau instrumentaler Atmosphären setzt, ist im Bereich Ambient bis Progressive Rock angesiedelt. Es ist nur auf Vinyl auf seinem eigenen Label erhältlich, zunächst als 500er-Auflage. Das wirkt ungewöhnlich, gerade in Zeiten, in denen eine zerstreute musikalische Öffentlichkeit in möglichst vielen Formaten angesprochen werden will. Für Heilhecker erscheint die Idee, ein dezidiertes Medium anzubieten, als Gegenentwurf zu musikalischer Beliebigkeit.

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Eigenvertrieb für Kontrolle

Der 63-Jährige organisiert als Künstler Konzerte, übernimmt den Vertrieb im eigenen Webshop und bei Konzerten, arbeitet dazu als Autor. Für wen sich der selbstorganisierte Vertrieb mit eigenem Label lohnt? »Wenn ein Musiker in die Öffentlichkeit will, würde ich den Maßstab ansetzen: Wie wichtig ist mir selbst die Kontrollfunktion vom Entstehungsprozess bis zum Verkauf? Die Frage wird von der eigenen Leidenschaft beantwortet. Das Bedürfnis muss man haben − bei mir ist das vorhanden.

Ursprünglich war ich nur Gitarrist und habe mit meinem 2-Spur-Multiplay-Rekorder bei meinen Eltern aufgenommen. Irgendwann ist ein Studio daraus geworden. Das geht immer weiter: In meinem Fall wirkte die Arbeit auch in andere ästhetische Bereiche, visuelle Dinge wie Videos und Covergestaltung.

Grundsätzlich denke ich nicht, dass es die Aufgabe eines Musikers ist, seine Platten selbst zu veröffentlichen. Es hat bei mir wirklich etwas mit dem Interesse daran zu tun und dem Bedürfnis, daran zu wachsen, Dinge zu verstehen und das auch zu erleben! Für mich ist Musik ein starker Erlebnisfaktor.«

Aktuelles Ambient-Instrumental-Album Lifeloops, …

Medium Vinyl

Vinyl hat er als »sein Medium« vor Jahrzehnten entdeckt: »Zehn Jahre nach Einführung der CD wurde mir klar, dass Plattensysteme besser klingen: Räumliche Abbildung, Obertondichte und Dynamik gefielen mir einfach besser. Ich nehme digital auf, mische und mastere allerdings analog. Ich habe zum Beispiel als Erstauflagen Hendrix’ Klassiker Electric Ladyland, Band Of Gipsys, As Bold As Love, B.B. Kings Indianola Mississippi Seeds, In London oder Completely Live And Well, Creams Disraeli Gears oder Miles Davis’ Kind Of Blue sowie Dave Brubecks Take Five, die ich gerne mit späteren Vinylauflagen und deren Masterings vergleiche. Da tun sich große Unterschiede auf. Es ist spannend, den ursprünglichen Tugenden eines Albums ›auf die Schliche‹ zu kommen. Ich liebe auch Karajans Mastering für Vinyl mit ausgefeilter Schichtung und Balance. Mono finde ich toll, genauso wie Schlagzeug rechts, Stimme links. Je nachdem, was die Atmosphären, die ich umsetzen will, gerade benötigen.

Die CD wurde oft missbraucht für unerträglich gestauchte, laute Abmischungen und eine ätzende Präsenz bis ins letzte Glied, was ich als unnatürlich empfinde. Der andere Punkt ist die Ästhetik des Musikhörens: Ein Vinyl-Album schafft Konzentration, allein durch die Haptik des Auflegens, Seitendrehens.«

Sein eigenes Equipment zum Schallplatten-Hören: »Ich verwende einen Pro-Ject-Player mit Ortofon Bronze-System − simpel und gut. Eine Plattenwaschanlage kann ich ebenfalls empfehlen, sonst heißt es wieder: ›Die CD knistert aber nicht!‹ «

Der Anteil der Plattenverkäufe an seinen Einkünften sei unterschiedlich, je nach musikalischem Thema. »Die Vinyl-Veröffentlichung meiner Band Sunya Beat mit Harald Grosskopf war schnell vergriffen, sie ging vor allem nach Japan. Meiner Einschätzung nach steht bei Vinyl ein definierter Markt zur Verfügung. Dabei geht es vor allem um audiophiles Hören und Musikkultur. Das Wichtigste beim Musik – machen ist die gefühlte Musik, beim Musikhören hingegen der fühlbare Klang, die Emotionen. Würde jemand eine digitale Version von Wasser bevorzugen? Zugegebenermaßen: Wenn die Musik gut ist, ertrage ich zunächst auch eine digitale Version auf einem kleinen Smart-Sound-System. Aber das Bessere ist ein Feind des Guten!«

Auf dem Album spielt der britische Session-Saxofonist Mel Collins, ein alter Bekannter von Heilhecker, unter anderem Mitglied bei King Crimson. »Da schließt sich für mich ein Kreis: In meiner Teenager-Zeit habe ich King Crimson geliebt, der hat auf einem meiner Lieblings-Alben, Islands, gespielt. Mel steht für die ganzen musikalisch ›abdriftenden‹ Zwischenbereiche, wie sie auch John Coltrane anschneidet. Mit Mel habe ich mich immer gut verstanden. Wir haben über die Jahre viele Aufnahmen gemacht, der musste unbedingt beim aktuellen Album dabei sein.« Collins spielt Flöte und Saxofon. »Alles First Takes − meistens bauen wir ein Gerüst für ein Stück auf.«

Musikalisch reicht die Bandbreite von ruhigen, grundtönigen, atmosphärischen Stücken mit einzelner Gitarre bis zu komplexen »Ton-Schnipseln«. Heilhecker wurde über die Jahre etwa vom Trompeter Don Cherry geprägt, bei dem er Unterricht hatte, oder auch vom Minimal-Komponisten Terry Riley.

… als Besonderheit ausschließlich auf Vinyl veröffentlicht — für Heilhecker eine natürliche Konsequenz (Bild: Nicolay Ketterer)

Loops als Grundgerüst

Heilhecker selbst spielt Gitarre und Keyboards auf Lifeloops. Sein Loop-Ansatz? »Es geht mir bei der Arbeit mit dem Looper weniger darum, eine Begleitgitarre bereitzustellen, damit ich darüber solieren kann. Das Grundgerüst soll ermöglichen, dass es nur eine Gitarre braucht, die ›groß‹ klingt und in Szene gesetzt werden kann. Dazu soll der Drum-Sound auch nicht bombastisch klingen. Meine Definition eines Schlagzeugers ist dann eher die eines Perkussionisten, ein Trommler wie Brian Blade oder auch Harald Grosskopf, die perkussiv spielen, die Musik atmen lassen und einen Flow einbringen, statt jemanden, der gnadenlos die ›2‹ und ›4‹ reinhaut.

Einzelne Stücke basieren auf Loops, an denen ich mich beim Weiterentwickeln orientiere. Bei anderen besteht bereits ein rhythmischer Aufbau, Loops werden später eingefügt. Die Loops quantisiere ich auch nicht unbedingt auf einen Takt, sondern steuere sie manuell per Fußschalter. Das macht es interessant.« Er benutzt hauptsächlich einen alten Gibson/Oberheim Echoplex-Looper, der Mitte der 90er-Jahre auf den Markt kam. »Der erzeugt merkwürdige Klangverfälschungen und Oberwellen, Stauchungen, die mir gefallen. Das ist überraschend, gibt kleine Kicks, und es macht Spaß, damit zu spielen. Durch Overdubbing entstehen klangliche Verfremdungen, sodass manche Gitarren am Ende eher wie Streicher klingen. Das erste Stück, Greta’s Reise, basiert komplett auf dem Looper. Man würde denken, dass das Hauptelement ein Keyboard ist, aber es sind ursprünglich normale Gitarren-Sounds.

Wenn ich unterwegs bin, nutze ich auch gerne die Looper-Funktion in Ableton Live, um mein Setup einfach zu halten. Der interne Looper produziert sehr musikalische Ergebnisse.«

Die Ursprünge seines Loop-Konzepts? »Mitte der 1990er-Jahre hatte ich mit Phonoroid ein Avantgarde-Folk-Duo mit Vanessa Vassar, einer amerikanischen Ureinwohnerin. Wir haben in reduzierter Form Tourneen gemacht. Das Magazin Spex beschrieb die Musik als ›countryfiziertes Zen-Kloster‹, (lacht) eine Art spacige Country-Grunge-Musik, unter anderem mit Dolly-Parton-Songs. Das war sehr reduziert auf bestimmtes Equipment. Ich habe einen Digitech GSP-Controller gespielt. Dabei habe ich die Echoeffekte exzessiv benutzt, um streicherähnliche Klänge zu erreichen und ein paar Loops laufen lassen. Es bedarf einer Hierarchie in den Arrangement-Bestandteilen, die dir einen scheinbar minimalistischen Sound erlauben.«

Axel Heilhecker: »Ich muss immer wieder den Punkt der Zufriedenheit erleben, dazu gehört für mich, in sich selbst zu ruhen, aber auch musikalische ›Ausraster‹ gehören dazu.« (Bild: Axel Heilhecker)

Vinyl-Mix

Einige Songs auf Lifeloops hat Heilhecker bereits vor Jahren erstellt, für die aktuelle Vinyl-Variante allerdings neu arrangiert und erweitert. Seine Vorgehensweise beim Mix für das Medium Vinyl? »Wichtig war, dass ich monokompatible Signale anliefere. Ich brauche keine übermäßig weiten Stereo-Effekte, mache lieber klangliche Experimente, bei denen ich allerdings versuche, standardisierte Rock-Sounds zu vermeiden.« Er sei zwar nicht in Philosophien gefangen, schätze aber auch die Unmittelbarkeit gelungener Mono-Mixe, wie beispielsweise Platten der 1960er-Jahre gemischt waren, erzählt er.

»Früher habe ich meine NS10 als Abhöre hochkant nebeneinander gestellt, um sicherzustellen, dass das Ergebnis auch auf diese Art stringent klingt. Wenn du dich im normalen Stereo-Dreieck bewegst, ist im Mix viel mehr erlaubt, als wenn du beide Lautsprecher zusammenstellst«, meint er lachend. »Das mache ich heute nicht mehr, weil mein Bewusstsein dafür mittlerweile geschärft ist.«

Aufgenommen hat er das Album in seinem Heimstudio in Lindlar bei Köln. Er nutzt Lake-People-Wandler, Preamps von TLA und Universal Audio, die Steinberg-Sequenzer Cubase und Nuendo, Neumann M49- und U89i-Mikrofone, dazu Electro-Voice RE20 sowie Shure SM57 und SM58. Zur analogen Abmischung verwendet er eine Midas- und eine Mackie-Konsole. Zum Monitoring dienen ihm Yamaha NS10, Genelec 1031A sowie Eigenbau-Mains.

Wie unterscheidet sich der Produktionsprozess im Vergleich zur CD, abgesehen von der erwähnten Mono-Kompatibilität? »Es geht sehr um den Erhalt von Dynamik, eine Balance aus Offenheit, Räumlichkeit und Druck. Das Ergebnis sollte bei lautem und leiserem Abhören funktionieren. Mit den Bässen gehe ich vorsichtig um, damit die Nadel nicht springt. Die Laufzeit der Platte bedingt Lautstärke und Durchsichtigkeit. Press dir mal eine Platte von einem Standard-Digital-Master mit Loudness Maximizer − gute Reise und auf Wiedersehen!«

Vinyl-Veröffentlichung plant er weiterhin, erklärt der Musiker. »Das Medium bleibt erhalten, die Musik verändert sich − sollte sie zumindest. Meine Interessen sind sehr unterschiedlich gelagert. In den 1980er-Jahren war ich viel auf Tour, da war mir der restliche Bereich weniger wichtig. Die Live-Performance stand im Vordergrund. Vor ein paar Jahren war ich in Asien und Russland unterwegs. Mit Harald Grosskopf reise ich regelmäßig in die USA für Konzerte, auch verbunden mit visuellen Darstellungen, neulich zusammen mit Joachim Roedelius [u. a. die Krautrock-Band Cluster; Anm.d.Aut.].«

Heilhecker live in New York, 2012 (Bild: (C) 2010 Oliver Correa)

Touren im Ausland

Wie sich seine Erfahrungen als Musiker im Ausland unterscheiden? »Dazu braucht man nur nach England zu fahren: Musik hat dort ein anderes gesellschaftliches Selbstverständnis: Die Unmittelbarkeit, wie das ›abgefeiert‹ wird, und das intellektuelle Verstehen sind ausgeprägter und offener. In Deutschland findet Live-Musik eher in Modewellen statt, verbunden mit einem Kultgedanken.« Livemusik werde in England unabhängig von Trends wertgeschätzt, »das war in den 1970ern so und ist heute genauso. Das Land kann natürlich auf eine weitgreifende Tradition bezüglich Popmusik zurückgreifen.«

In Russland hat er vor allem Stadion-Gigs als Gitarrist von Chris Norman erlebt, erzählt Heilhecker. »In Russland ist der Verhaltenscodex bei großen Veranstaltungen oftmals streng. Sind dagegen die Emotionen einmal entfesselt, wird gnadenlos gefeiert. Dort spielen nur wenige professionelle westliche Bands. Die versauern meist in kleinen Clubs − oder gehen in breite Mainstream-Bereiche, was man von Modern Talking oder den Scorpions kennt. Ansonsten fahren Musiker nicht gerne nach Russland, weil die Geschäftsbedingungen komplizierter sind und gleichzeitig auf der Straße und in den Venues alles hemdsärmeliger gehandhabt wird. Da muss man bestehen können.«

Der Abenteuer-Faktor? »Du spielst über Miet-Equipment, weißt nicht, was du am Abend vorfindest und musst dich durchwursteln − als Gitarrist eine ganz interessante Aufgabe!«, meint er lachend. »Du darfst dort nichts anderes auf – rufen als einen Marshall. Der findet sich irgendwo. Aber wenn ein Fender verlangt wird, kann das Ergebnis vollkommen divergieren. In Metropolen ist die Versorgung gut durch Backliner [Verleihfirmen für Instrumente und Zubehör für Konzerte; Anm.d.Red.], in der Provinz sieht es anders aus. (lacht) Aber das ist lustig, unterhaltsam und durchaus musikalisch, wenn man sich auf Unwägbarkeiten einlassen muss.«

Die Gegensätze seiner musikalischen Erlebnisse könnten nicht größer sein, betont er, führten jedoch unter Umständen zu guten Ergebnissen. »Wenn du mit Musikern spielst, wo persönliche Spannungsverhältnisse bestehen, ist das natürlich mühselig. Dadurch können andererseits Dinge in der Musik entstehen, die tragfähig und im Nachhinein äußerst gelungen sind, weil eine Reibung stattfand. Für mich ist wichtig: Über persönliche Animositäten sollte man nicht vergessen, dass jeder selbst Bestandteil dieser Reibung ist und unter Umständen Reibungen braucht. Das hat immer mit Widerstands-Orientierung zu tun. Auf der anderen Seite steht das Wohlfühlprogramm. Mit einer Hippie-Truppe unterwegs zu sein, kann unheimlich viel Spaß machen. Es kann auch musikalisch toll sein, wenn eine gesunde und spielerische Rollenverteilung à la Grateful Dead erreicht wird, muss indes nicht automatisch funktionieren. Das Chaos lauert überall. (lacht) Was für mich gar nicht geht: Profilneurotiker, die keine Rücksicht auf den musikalischen Fluss oder das Publikum nehmen.«

Zwischenmenschliche Reibung als Bestandteil musikalischer Inspiration? »Über persönliche Animositäten sollte man nicht vergessen, dass man selbst auch Bestandteil davon ist und unter Umständen Reibungen braucht« (Bild: Axel Heilhecker)

Die Aussage vieler Profimusiker, die mittlerweile auf schwierige persönliche Verhältnisse verzichten? »Das würde ich für mich unterscheiden: Freundschaft und Selbstverwirklichung stehen für mich in einem natürlichen Spannungsverhältnis. Wenn ich allerdings Musik mache, veröffentliche und das Publikum als wesentlichen Faktor meiner Existenz betrachte − nicht nur rein finanziell, sondern als Lebenselixier −, ist das vor dem Hintergrund schwieriger Beziehungen kompliziert. Über die Jahre kann viel verlorengehen. Es bedarf eines hohen Maßes an gegenseitigem Respekt vor den musikalischen oder integrativen Fähigkeiten eines Partners, auch Demut und den Mut, ›Goodbye‹ zu sagen. Ich versuche, die Leute immer wertzuschätzen, auch wenn sie mich noch so nerven! (lacht) Ich bin dankbar für den Erfolg, den ich bisher auf der Bühne er – leben durfte. Es gibt ja noch ganz andere Ebenen. Anders ausgedrückt: Ich selbst wäre nicht gerne als schiffsreisender Top-40-Musiker unterwegs.«

Axel Heilheckers Sicht auf Equipment fällt nach den Jahren ähnlich »ganzheitlich« aus: »Aus meiner Sicht ist eigentlich alles erlaubt − Hauptsache, man ist in einem Flow und hat Spaß an dem, was getan wird. Wenn jemand wirklich nur gequält auf dem Dachboden sitzt und darüber grübelt, wie schlecht er ist, führt das nicht zum musikalischen Flow. Man wird vielleicht technisch immer ›besser‹, nur wozu? Ich muss immer wieder den Punkt der Zufriedenheit erleben, dazu gehört für mich, in sich selbst zu ruhen, aber auch musikalische ›Ausraster‹ gehören dazu. Ich kam einmal in einen gemeinsamen Proberaum, da war ein Gitarrist damit beschäftigt, mit einem Schlagzeuger John-McLaughlin-artige Tiraden zu spielen. Der Gitarrist haute seinen Kopf dabei immer gegen die Wand und hob innerlich komplett ab. Ich glaube, sowas kann unter Umständen sogar guttun, wenn es nicht zu exzessiv betrieben wird. (lacht)

Es gilt, in der Musik innerlich Grenzen zu überschreiten. Mehr Multikulti − weniger ›Money-Kult‹, wenigstens einmal im Leben. Nur bei Top 40 oder bei der Kohle hängen zu bleiben, ist nicht sehr amüsant.« Es gehe darum, sich fallen lassen zu können, und auch, eigene Verlustängste abzubauen. »Ich musste vor zwei Jahren erfahren, dass sich der kleine Finger meiner linken Hand aufgrund einer Verletzung mit nachträglicher Transformation um 90 Grad verbogen hat. Das habe ich nicht operieren lassen, weil die Gefahr bestand, dass ich den Finger danach gar nicht mehr hätte gebrauchen können. In der Winkelform kann ich ihn benutzen und musste nur meine Spieltechnik anpassen, was gut funktionierte. Wenn der Musiker sich entwickelt, bleibt die Musikalität bei ihm − sie geht nicht verloren, wird nur verlagert.«

www.axelheilhecker.com

www.phonokultur.com

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