Der Typ am Mischpult

Tim Tautorat – Pharrell Williams, The Kooks, Grönemeyer…

In dieser Serie stellen wir professionelle Produzenten und Engineers vor und lassen uns von ihnen persönlich einen Einblick in ihr Equipment und ihren Workflow geben. Aber auch den Menschen hinter dem Mischpult möchten wir dabei näher kennenlernen. In unserer ersten Ausgabe ist das Tim Tautorat aus Berlin!

Kurzer Steckbrief

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Name:  Tim Tautorat
Herkunft: gebürtig aus dem Emsland (ganz im Nord-Westen Deutschlands), jetzt “Wahl-Kreuzberger” (so schlimm es auch klingt)
Geboren: 1985
Tätigkeit: Produzent, Engineer, Writer, Arrangeur, Musiker
Referenzen: Pharrell Williams, The Kooks, Ryan Leslie, Manic Street Preachers, Grönemeyer, Olli Schulz,  AnnenMayKantereit …

Tim Tautorat

Um euch Tim vorzustellen, erzählt er uns hier seinen musikalischen Lebenslauf:

Mein musikalischer Lebenslauf begann im Alter von 5 Jahren mit dem ersten Violin-Unterricht und mit 12 Jahren habe ich das Klavier als zweites Instrument für mich entdeckt. In den folgenden Jahren habe ich diverse Wettbewerbe als Geiger gewonnen und viel Orchester gespielt, unter anderem als Konzertmeister des Niedersächsischen Landesjugendorchesters. Parallel zur klassischen Musik habe ich immer Bands gehabt und natürlich auch versucht diese selbst aufzunehmen. Nach dem Abitur begann ich Tonmeister und Hauptfach Violine an der Hochschule für Musik in Detmold zu studieren. Schon während des Studiums produzierte ich diverse Alben mit jungen Bands. Meine Arbeit mit Künstlern wie “Adolar” oder “The Hirsch Effekt” erregte nicht nur die Aufmerksamkeit der Indie-Musik-Presse, sondern ermöglichte mir auch den mehrmaligen Gewinn der “Recording Competition” der Audio Engineering Society (AES).

Nach dem Abschluss meines Studiums siedelte ich nach Hong Kong um, wo ich weiterhin produzierte und als Berater und Dozent arbeitete. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland zog ich nach Berlin und begann, neben privaten Projekten, zunächst auf dem Klassik-Markt, für Kunden wie die Deutsche Grammophon und Decca, als Engineer zu arbeiten, bevor ich mich wieder auf die Pop-Musik konzentrierte.

Inzwischen bin ich seit einigen Jahren freischaffend als Produzent, Writer und Engineer in Berlin tätig und lehre an verschiedenen Hochschulen und der Landesmusikakademie Berlin.

In welchem Studio arbeitest du?

Ich habe mein kleines, aber feines mixing/writing Studio in den Hansa Studios, Berlin.

Wie sieht dein typischer Tagesablauf aus?

Den gibt es glücklicherweise nie.

Was war dein bisher größtes Projekt?

Es gibt keine größeren oder kleineren Projekte.

Auf welches deiner abgeschlossenen Projekte bist du besonders stolz?

Immer auf das letzte.


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Sound&Recording Ausgabe 05/16

Songwriting Special

Diese Ausgabe widmet sich dem Thema Songwriting per App! Wir stellen euch iOS-Tools vor, die eure Kreativität beim Songwriting unterstützen und zeigen euch iOS-Hardware die umfangreiche, mobile Recording-Lösungen anbieten, wie Motive von Shure, die Lurssen Mastering Console und Lightning-Interfaces und –Mikrofone sowie Software. Eine Band die weiß wie man Songs schreibt sind AnnenMayKantereit. Mit ihrem Debüt-Album „Alles nix Konkretes“, das von Moses Schneider produziert wurde, schafften die Kölner-Jungs auf Anhieb den Sprung auf die #1 der deutschen Single Charts. Den Studio-Report findet ihr im Heft. Außerdem waren wir in Chino, USA in der Edel-Maufaktur bei Manley Labs zu Gast. Den dort hergestellten Channelstrip Manley Core haben wir für euch im Test. Für die Mixpraxis spricht Illangelo Montagnese über die Produktion mit The Weeknd und in De/Constructed zerlegt Henning Verlage King Kunta von Kendrick Lamar.

Getestet haben wir das Roli Seaboard Rise 25, das „Volksbändchen“ sE Electronics X1R und in Love The Machines gibt´s den Klassiker Roland JP-8000.

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Woher nimmst du die Inspiration für deine Arbeit?

Man muss versuchen, sich den Spaß am Musikhören zu bewahren und zwar nicht nur alleine zuhause, sondern vor allem gemeinsam mit Freunden und auch im Studio. Wenn man einen Take während der Session feiern kann, weiß man wofür man arbeitet.

Welche berufliche Erfahrung hättest du gerne schon früher in deiner Laufbahn gemacht?

Klingt abgedroschen, aber: Eine gutes Arrangement ist wichtiger als alle Geräte.

Was war die skurrilste Situation, die du im Studio erlebt hast?

siehe Fähigkeiten, Absatz 4 (Diskretion)

Welches sind für dich die wichtigsten Fähigkeiten in deinem Beruf?

– die Möglichkeit zu analytischem Hören (musikalisch und technisch)
– schnell abrufbares Wissen in Musik-Theorie und Gehörbildung
– soziale Kompetenz
– Diskretion
– Begeisterungsfähigkeit

Audio-Workstation

Wie sieht dein aktuelles Setup am Arbeitsplatz aus?

Meine Workstation basiert auf einem Mac Pro und als Interface nutze ich ein RME Fireface.

In welcher DAW nimmst du auf oder arbeitest du?

Pro Tools

Welchen Shortcut verwendest du am häufigsten in deiner DAW?

,1, – Das ist “Springe zum ersten Marker, also zum Anfang des Songs, zurück”.

Was sind deine Top 3 Plugins?

  • Fabfilter Pro Q 2
  • UAD 1176
  • UAD EMT 140

Der Abhörplatz

Über welche Monitore hörst du ab?

  •  PMC MB2-XBD
  •  Dynaudio BM6A
  • Yamaha NS10

Nutzt du zusätzliche Hardware oder MIDI-Devices? 

  • Fader Controller, ich liebe Fader.
  • NI Maschine. Eine große Hilfe zum Finden der richtigen Grooves beim Schreiben.
  • diverses Outboard, das ständig wechselt.

Welche Mikrofone verwendest du am liebsten und für welche Zwecke?

  • Neumann U47 für Gesang.
  • Brauner VMA für akustische Instrument.
  • Neumann SM2 für Klavier.
  • SM 7 / SM 57 / MD 421 / Schoeps MK2 / …

Ohne welche Hardware, Software oder sonstiges Equipment könntest du nicht mehr leben?

  • Fader, um Automationen zu fahren.
  • Urei 1176 in irgendeiner Form.
  • meine Snare Drum von “Masshoff Drums”.
  • API 525 Kompressor
  • Pro Tools, da es nunmal die DAW meiner Wahl ist.

Ich halte allerdings weiterhin die Ohren offen.

Kurz & knapp: Entweder oder?

Analog oder digital?

gerne beides

CD oder Vinyl?

Vinyl

Vocal Tuning/Drum editing oder natural vibe?

Alles hat seine Momente.

Welches sind deine Top 5 Alben?

  • Radiohead – OK Computer
  • Tom Waits – Rain Dogs
  • Interpol – Antics
  • L.Bernstein / Wiener Philharmoniker – G.Mahler / Sinfonie Nr.2
  • The National – Boxer

Das war das Interview mit Tim Tautorat, dessen Arbeit ihr hier verfolgen könnt:

Facebook: www.facebook.com/timtautorat

Website: www.timtautorat.de

Falls ihr noch Fragen an Tim habt, könnt ihr diese als Kommentar unter dem Artikel posten und Tim wird eure Fragen persönlich beantworten. Viel Spaß dabei!

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