Weniger ist mehr

Studioszene: Tonstudio Jordi Büchel, Königswinter

»Wagnis« Tonstudio: Nach seiner Ausbildung bei der Akademie Deutsche Pop eröffnete Jordi Büchel nahe Bonn ein kleines Studio und setzt dabei auf qualitativ hochwertige Komponenten zur Einzel- und Summensignal-Bearbeitung. Büchel setzt damit seinen eigenen Traum um. Ein Blick auf den Sprung ins »kalte Wasser« nach der Ausbildung und den Versuch, auf einem schwierigen Markt Fuß zu fassen.

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Königswinter gilt als beliebter Ferienort − der Rhein fließt dort geordnet, fast malerisch entlang, daneben eröffnen sich weitläufige Panoramalandschaften, die zu Spaziergängen einladen. Am äußeren Stadtrand, fast an einem Berghang, befindet sich Jordi Büchels Tonstudio – ganz in der Nähe tummeln sich Pferde auf einer Koppel. Viel mehr beschauliche Idylle geht eigentlich nicht, ohne jeglicher Zivilisation zu entsagen.

»Tontechniker ist kein geschützter Beruf, das kann im Prinzip jeder machen«, erklärt Büchel. Dadurch sei es schwierig, als unbedarfter Interessent Qualität einstufen zu können. »Auf der Webseite mancher Studios wird schlicht SSL als Equipment gelistet − dabei bleibt offen, ob es sich um eine Konsole für eine Viertelmillion Euro oder ein Plugin-Bundle für 49,90 Euro handelt«, meint er lachend.

Tonstudio-Gründer Jordi Büchel
Linkes Rack, u. a. mit Manley Massive Passive Mastering Edition-Equalizer und Shadow Hills Mastering Compressor
Im rechten Rack: u. a. ein Rupert Neve Designs Portico II-Kompressor, zwei MEQM5- Midrange-EQs, zwei Pulse Techniques Equalizer als Mastering-Ausführung mit gerasterten Potis sowie zwei EQM-1S3. Ein Trinnov ST2-Pro-Prozessor dient zum Einmessen der Monitore.
Sein High-End-Werkzeug, ein Bock Audio 251-Mikrofon. Dabei stehe die Anwendung im Vordergrund: »Dir wird oft vermittelt: Wenn du ein geiles, teures Mikro hast, musst du das verwenden. Das stimmt nicht − es geht darum, was der Kunde erreichen will und wie das Ergebnis am Ende klingen soll. Das kann auch ein Shure SM57 sein!«
Blick auf die Gesangskabine

Wie man heute noch zu einem Tonstudio kommt, wenn alle anderen dicht machen? »Vielleicht genau deswegen. Der Raum war früher mein Wohnzimmer − das ist mit 72 m2 zum Glück groß genug, um Regie- und Aufnahmeraum unterzubringen. Zwar habe ich kein richtiges Wohnzimmer mehr, brauche aber im Moment keine Studiomiete zu zahlen. Alteingesessenen Studiobesitzern, die große Räumlichkeiten gemietet haben, fällt das immer schwerer − weil jeder irgendwie eine Aufnahme machen kann. Genau hier liegt das Problem − irgendwie!« Ein Unterschied sei vielen nicht bewusst. »Kürzlich habe ich meine Dienstleistungen zum Test bei eBay-Kleinanzeigen inseriert. Dadurch erreiche ich viele, aber nur wenige wissen das Angebot zu schätzen.«

Den kompletten Artikel findest du in der Sound&Recording 03 2019. Hier versandkostenfrei bestellen. 

www.buechel-tonstudio.de

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