Produkt: Sound & Recording 11/2019 Digital
Sound & Recording 11/2019 Digital
ANALOGVIBES: Analoge Hardware-Legenden als DIY-Nachbau +++ MIXPRAXIS: Louis Bell – Magie und Musikproduktion +++ SYLVIA MASSY - Die Session zu einem Event machen +++ PSI AVAA C20 - Aktiver Bass-Absorber
Warum Musik im »Kinoformat« aufnehmen?

Musik in Dolby Atmos aufnehmen?

Der Musiker für elektronische-Popmusik Schiller hat sein jüngstes Album Summer in Berlin in Dolby Atmos aufgenommen. Was steckt genau dahinter?

Hört man »Dolby«, weiß man gleich: Das hat etwas mit gutem Sound oder gar etwas mit Surround oder 3D-Sound zu tun. Dolby-Surround? Das kennt doch jeder.

Anzeige

Tatsächlich ist »Dolby« inzwischen ein Deonym; das heißt, dass sich die Bedeutung (hier also irgendwas mit qualitativ hochwertigem Surround-Sound) aus dem Firmennamen abgeleitet hat – so, wie »Tempo« für butterweiche Papiertaschentücher steht. Dolby ist also nichts weiter als ein Firmenname? Strenggenommen ja. Aber Dolby ist nicht gleich Dolby, doch der Reihe nach.

Dolby ist wohl primär aus dem Kino bekannt und kommt seit einigen Jahren auch verstärkt in (semiprofessionellen) Heimkinoanlagen zum Einsatz. Das wohl bekannteste System ist das 5.1-Sytem. Das bedeutet fünf Lautsprecher (Center, Vorne L/R, Hinten L/R) und ein Subwoofer. Selbstverständlich wurde das System sukzessiv erweitert zu 7.1 und neuerdings auch zu z. B. 7.1.4. Bei Letzterem steht die »4« für weitere zwei Lautsprecher vorne (links/rechts) plus zwei Lautsprecher hinten (links/rechts), die jeweils an der Decke hängen. Jeder Lautsprecher wird mit einem separaten Signal versorgt, wodurch das System nicht mehr nur Surround-, sondern 3D-kompatibel wird. Und im Hause Dolby heißt das: Dolby Atmos.

Summer in Berlin ist das neue Album von Schiller und seit dem 12. Februar 2021 physisch und über Tidal HIFI und Amazon Music HD verfügbar.

Selbstverständlich findet die Technik längst nicht mehr nur in (Heim-)Kino Verwendung, sondern (wohl auch dank der Heim-Cineasten) inzwischen auch in der Musikproduktion.

Der erfolgreiche Elektrokünstler Schiller z. B. hat sich jüngst dieser Technik für sein aktuelles Album Summer in Berlin bedient. Die Absicht dahinter: Selbstverständlich soll der Musik mehr Raum, Klarheit und Tiefe verleiht werden, um den Zuhörern zu suggerieren, komplett von der Musik umgeben zu sein. Dafür können Künstler und Produzenten Audioelemente strategisch in einem dreidimensionalen Klangfeld platzieren und so eine immersive Klangbühne erschaffen.

Übrigens: Auch Aufnahmen Klassischer Musik von der Deutschen Grammophon werden inzwischen gerne in Dolby Atmos produziert.

Produkt: Sound & Recording 11/2019 Digital
Sound & Recording 11/2019 Digital
ANALOGVIBES: Analoge Hardware-Legenden als DIY-Nachbau +++ MIXPRAXIS: Louis Bell – Magie und Musikproduktion +++ SYLVIA MASSY - Die Session zu einem Event machen +++ PSI AVAA C20 - Aktiver Bass-Absorber

Kommentar zu diesem Artikel

  1. “Dolby ist wohl primär aus dem Kino bekannt” ? Wirklich? Ich kenne Dolby als DAS Rauschunterdrückungssystem (Verfahren) aus der Musikkassetten (MC) Zeit. Das war damals ein Massenprodukt ! Es gab das Dolby B und C. Letzteres hat bei Metal-Bänder wirklich gute Hörerlebnisse geliefert. Besonders bei Cassettendecks, wie mein Sony, die einen Einmeßfeatur für die verwendeten Bänder hatten.
    Soweit ich mich erinnern kann gab es auch für den Profieinsatz im Studio entsprechende Erweiterungen für die Bandmaschinen. Meinem Gefühl nach ist die Verbreitung unter Heim-Cineasten heute geringer als damals mit den Cassettendecks.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren